Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundsätze für den nationalsozialistischen Film
2.1 Das Reichsministerium für Propaganda und Aufklärung
2.2 Goebbels über das Medium Film und die Propaganda
3. Der Arztfilm und die Propaganda
3.1. Der Arzt und der Arztfilm
3.2 Propagierung des Führerprinzips in Arztfilmen
4. Der Paracelsus-Film von Georg Wilhelm Papst
4.1 Entstehung und Bedeutung
4.2 Der Regisseur und der Hauptdarsteller
4.3 Die Handlung des Paracelsus Films
4.4 Die Widersacher Paracelsus: Der Kaufmann Pfefferkorn und der Magister der Universität
4.5. Handlung des Filmes Paracelsus: Wahrheitsgetreu oder reine Fiktion?
5. Die Bedeutung des Paracelsus für die NS-Propaganda
und die Auftragsideologie des Paracelsus-Filmes
6. Literaturverzeichnis
„Ratten, Wanzen und Flöhe sind auch Naturerscheinungen, ebenso wie die Zigeuner und Juden. Sie sind daher gleichfalls gottgewollte Wesen, aber man kann sie ebenso wenig durch rücksichtsvolle Behandlung bessern oder beim Zusammenleben von uns fernhalten wie entartete Asoziale und unnormale ichsüchtige, kriminell-hemmungslose Menschen. Alles Leben ist Kampf. Wir müssen daher alle diese Schädlinge biologisch allmählich ausmerzen.“
Der Nationalsozialismus beruhte auf einem biologistisch-rassistischen Gesellschaftsmodell. Dementsprechend spielten die Trägerinnen und Trägern der biologischen Gesundheit, also der Ärztinnen und Ärzten, eine wichtige Rolle in der NS-Propaganda und NS-Ideologie. Um dieser der Medizin zugewiesenen Rolle besser gerecht zu werden, bediente sich das NS-Regime auch der neuesten Medien- und Propagandatechniken. Die audiovisuelle Technik spielte im Nationalsozialismus eine zentrale Rolle bei der gründlichen Überwachung menschlicher Aktivitäten und der Beherrschung der physischen Welt.
Durch Spielfilme über die Ärzte, Gelehrte und Wissenschaftler taten sich mehr Möglichkeiten auf, die Menschen im Reich durch nicht eindeutig erkennbare Propaganda zu beeinflussen. Diese scheinbar Biographischen, wissenschaftlichen Filme waren eine eher subtile Art der Massenpropaganda, die durch die Haltungen und Handlungen der Protagonisten zu Tage traten. So Propagandaminister Joseph Goebbels in einer Rede bei der ersten Jahrestagung der Reichsfilmkammer am 5. 3. 1937 :
"(..) In dem Augenblick, da eine Propaganda bewußt wird, ist sie unwirksam.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundsätze für den nationalsozialistischen Film
2.1 Das Reichsministerium für Propaganda und Aufklärung
2.2 Goebbels über das Medium Film und die Propaganda
3. Der Arztfilm und die Propaganda
3.1. Der Arzt und der Arztfilm
3.2 Propagierung des Führerprinzips in Arztfilmen
4. Der Paracelsus-Film von Georg Wilhelm Papst
4.1 Entstehung und Bedeutung
4.2 Der Regisseur und der Hauptdarsteller
4.3 Die Handlung des Paracelsus Films
4.4 Die Widersacher Paracelsus: Der Kaufmann Pfefferkorn und der Magister der Universität
4.5. Handlung des Filmes Paracelsus: Wahrheitsgetreu oder reine Fiktion?
5. Die Bedeutung des Paracelsus für die NS-Propaganda und die Auftragsideologie des Paracelsus-Filmes
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Strategien nationalsozialistischer Filmpolitik anhand des Spielfilms "Paracelsus" von Georg Wilhelm Pabst aus dem Jahr 1943, mit dem Ziel, die methodische Einbettung von NS-Ideologemen in biographische Arztfilme aufzuzeigen.
- Die Rolle von Film als subtiles Propagandainstrument im Nationalsozialismus.
- Die Konstruktion des Arztbildes als Führerpersönlichkeit.
- Die Funktion von Freund-Feind-Schemata zur Verbreitung antisemitischer und antikapitalistischer Ideologie.
- Der Einfluss des NS-Regimes auf die filmische Historisierung und die Instrumentalisierung historischer Figuren.
Auszug aus dem Buch
4.2 Der Regisseur und der Hauptdarsteller
Als Regisseur hatte man Österreicher Georg Wilhelm Pabst genommen. Dieser wurde 1885 in Raudniz, im heutigen Tschechien geboren. Er nahm zunächst ein Ingenieursstudium auf, bevor er sich dem Theater zuwandte und seit 1906 als Schauspieler agierte und bald auch Regieaufgaben übernahm. Beim Ausbruch des ersten Weltkrieges hielt er sich in Frankreich auf und wurde interniert und erst nach Kriegsende konnte er nach Österreich zurück. 1932 gab er sein Regiedebüt in dem Film „ Der Schatz“, durch weitere Stummfilme wie z.B. „Die freudlose Gasse“ und die „Büchse der Pandora“ erwarb er sich auch internationalen Ruf.
„Die freudlose Gasse" war sein erster großer Erfolg. Der Film in dem Greta Garbo, Asta Nielsen und Pabsts Lieblingsschauspieler Werner Kruaß, der später den Paracelsus in dem gleichnamigen Film spielt, wurde von der Kritik gefeiert – zugleich aber wurde der Film von diversen Zensurbehörden in Europa und vom Importeur in den USA fast bis zur Unkenntlichkeit verändert. Bis heute gilt er als Meisterwerk des sozialkritischen Realismus, das Pabsts Ruf als Meister der "Neuen Sachlichkeit" begründet. Sein erster Tonfilm „ Westfront 1918“ hatte 1930 Premiere und galt als ausgesprochener Antikriegsfilm und wurde 1933 in Deutschland verboten. Die pazifistische Ausrichtung dieses Films, der für eine deutsch-französische Aussöhnung plädiert, zementiert seinen Ruf als der "rote Pabst".
Mit den folgenden Filmen „Die Dreigroschenoper“ von Berthold Brecht und dem die Völkerverständigung propagierendem „Kameradschaft“ verortete Pabst sein Werk politisch noch fester im linken Spektrum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die biologistisch-rassistische Ideologie des Nationalsozialismus ein und erläutert die strategische Nutzung des Films zur subtilen Propaganda.
2. Grundsätze für den nationalsozialistischen Film: Hier wird die Etablierung des Reichsministeriums für Propaganda unter Goebbels und dessen Leitlinien für eine ideologisch wirksame, verdeckte Filmpropaganda beschrieben.
3. Der Arztfilm und die Propaganda: Dieses Kapitel untersucht die Instrumentalisierung des ärztlichen Berufsbildes als Führerideal und die Übertragung der NS-Rassenideologie auf medizinische Narrative.
4. Der Paracelsus-Film von Georg Wilhelm Papst: Der Abschnitt bietet eine tiefgehende Analyse von Entstehung, Handlung und Charakterzeichnung des Films "Paracelsus" unter Berücksichtigung der politischen Rolle von Regisseur und Hauptdarsteller.
5. Die Bedeutung des Paracelsus für die NS-Propaganda und die Auftragsideologie des Paracelsus-Filmes: Zusammenfassung der ideologischen Kernbotschaften des Films, insbesondere hinsichtlich Antisemitismus, Rassenlehre und Führerprinzip.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, NS-Propaganda, Film, Paracelsus, Georg Wilhelm Pabst, Arztfilm, Ideologie, Führerprinzip, Antisemitismus, Rassenideologie, Volksgemeinschaft, Historienfilm, Drittes Reich, Propaganda-Instrument, Kulturpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime Spielfilme, speziell den Film "Paracelsus" (1943), gezielt als Instrument der verdeckten Propaganda einsetzte, um NS-Ideologien im Gewand historischer Stoffe zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Instrumentalisierung des Arztberufes, die Darstellung von Führergestalten im Film, die antisemitische Umdeutung historischer Figuren und die gezielte Beeinflussung der Volksmeinung durch subtile Massenmedien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die ideologische Konturierung des Paracelsus-Films offenzulegen und aufzuzeigen, wie durch die Inszenierung einer historischen Persönlichkeit nationalsozialistische Weltanschauungen wie Rassenideologie und Gefolgschaftsdenken als "völkisch" legitimiert wurden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine medienwissenschaftliche und ideengeschichtliche Analyse. Dabei werden zeitgenössische Quellen, filmhistorische Kontexte, die Regiebiografie sowie der Vergleich zwischen historischem Vorbild und filmischer Fiktion ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der NS-Filmpolitik unter Goebbels, die theoretische Verortung des Arztfilms in der NS-Ideologie sowie die konkrete Werkanalyse von Pabsts "Paracelsus" hinsichtlich Drehbuch, Charakteren und politischer Zielsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: NS-Propaganda, Paracelsus-Film, Führerprinzip, Arztbild, Antisemitismus, Film-Kulturpolitik des Dritten Reiches, und die ideologische Instrumentalisierung historischer Biographien.
Warum wurde ausgerechnet der Paracelsus-Film als Beispiel gewählt?
Der Film bot sich an, weil er exemplarisch für die NS-Strategie steht, einen renommierten "deutschen" Wissenschaftler als nationalsozialistische Vorbildfigur und Führungspersönlichkeit umzudeuten und damit die ideologische Weltanschauung subtil zu verankern.
Welche Rolle spielte Regisseur G.W. Pabst bei der Umsetzung des Films?
Die Rolle von Pabst bleibt umstritten, da er vor und nach der NS-Zeit eher dem linken Spektrum zugeordnet wurde. Dennoch war er als Regisseur für einen hochbudgetierten, politisch linientreuen Film verantwortlich, was Fragen über seine politische Anpassung aufwirft.
- Arbeit zitieren
- LA Ulas Incedal (Autor:in), 2011, Film und Propaganda im Nationalsozialismus: Der Film Paracelsus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198730