Die Wirtschaftlichkeit ökologischer Energiegewinnung - dargestellt am fiktiven Beispiel des Windparks Murgtal


Studienarbeit, 2009
53 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

A. Einleitung

B. Energiegewinnung in Deutschland
1. Verteilung der Energieträger
2. Regenerative Energien
3. Windenergie
4. Ökologischer Nutzen

C. Finanzierung
1. Allgemeine Vorgaben zur Finanzierung
2. Großinvestor
3. Eigenständige Finanzierung
4. Fonds
5. Bürgerwindpark
6. Entscheidung

D. Unternehmensauftritt
1. Firma
1.1 Auswahl der Methode zur Ideenfindung
1.2 Allgemeine Kriterien
1.3 Individuelle Kriterien
1.4 Brainstorming
2. DasFirmenlogo
3. Beschreibung des Windparks
4. AuswahlderWindkraftanlagen
4.1 Anlagentyp
4.2 Hersteller
4.3 Entscheidung

E. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
1. Allgemeine gesetzliche Rahmenbedingungen
2. Zweck des Gesetzes
3. Netzanschluss
4. Vergütung
5. Direktvermarktung

F. Kapitalbedarf
1. Anschaffungskosten der Windkraftanlagen
2. Gründung des Unternehmens
3. Einrichtung des Unternehmenssitzes
4. Fuhrpark
5. Marketing
6. Personal
7. Sonstige Betriebskosten
8. Gesamter Kapitalbedarf

G. Kosten
1. Betriebskosten der Windkraftanlagen
2. Sonstige Betriebskosten
3. Personalkosten
4. Abschreibungen
4.1 Abschreibung derWindkraftanlagen
4.2 Sonstige Abschreibungen
5. Kapitalkosten
6. Annuitätenrechnung

H. Erträge

I. Wirtschaftlichkeit
1. Stromerzeugungskosten
2. Gewinn- und Verlustrechnung

J. Akzeptanz
1. Deutschland
2. Region Murgtal

K. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Strommix Deutschland 2003

Abbildung 2: Strommix Deutschland 2008

Abbildung 3: Strommix im Jahr 2020

Abbildung 4: Installierte Nennleistung in MW

Abbildung 5: Firmenlogo

Abbildung 6: Schematische Darstellung des Windparks

Abbildung 7: schematische Darstellung einerWKA

Abbildung 8: Vergleich der Erzeugerkosten

Abbildung 9: Zusammensetzung Strompreis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A. Einleitung

Eines der zentralen Themen dieser Welt ist die Versorgung der Menschen mit Energie. Neben den westlichen Industrienationen streben immer mehr andere Länder allen voran China nach Wohlstand. Dafür benötigen die Menschen dort Strom in großen Mengen. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung jährlich um 80 Mio. Menschen [1]. Der Weltenergieverbrauch wird dadurch bis ins Jahr 2030 um 45% [2] steigen. Der erhöhte Bedarf führt natürlich zu einem stetigen Ausbau der Energieproduktion. Das entscheidende Problem ist dabei nicht zusätzliche Kapazitäten aufzubauen, sondern primär die dadurch verursachte Umweltverschmutzung. In Zeiten, in denen der Klimawandel keine Fiktion mehr ist, sollten jedoch die Umweltbelastungen schnell verringert werden. Auch die natürlichen Ressourcen sind nicht unerschöpflich.

Diese Umstände führen einerseits zu einem wachsenden und somit interessantem Markt, aber auch zu der Notwendigkeit bei der Stromerzeugung auf regenerative Energiequellen umzusteigen. Eine dieser erneuerbaren Energien ist die Windkraft, die mit Hilfe von Windkraftanlagen (WKA) genutzt wird.

Diese Anlagen werden heutzutage zu großflächigen Windparks zusammengefasst. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle, das Bundesland Baden-Württemberg jedoch nicht. In dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit allgemein der wirtschaftliche Betrieb eines Windparks möglich ist. Zudem sollen grundlegende Vorgaben entwickelt werden, wie ein solches Projekt in einer Region, die in dieser Hinsicht kaum erschlossen ist, vermarktet werden kann. Da die komplette Planung eines solchen Projektes zu umfangreich ist, werden nur die Elemente behandelt, die für das Erreichen der zuvor genannten Ziele von Belang sind.

В. Energiegewinnung in Deutschland

1. Verteilung der Energieträger

Als Energieträger bezeichnet man den Rohstoff (z.B. Kohle) oder die Kräfte (z.B. Wind), mit denen die Energie gewonnen wird. In Deutschland sind dabei die wichtigsten Energieträger Kohle und Uran, die mehr als drei Viertel der gesamten Stromproduktion ausmachen. Diese sind nicht unbegrenzt verfügbar im Gegensatz zu erneuerbaren Energien, werden immer schwerer abbaubar und damit auch teurer. Außerdem verursachen beide Formen Zusatzkosten in immenser Höhe, die zum Großteil vom Steuerzahler getragen werden. In Deutschland abgebaute Kohle ist verglichen mit dem Weltmarktpreis zu teuer und muss staatlich subventioniert werden. Sie erzeugt ebenso einen sehr hohen C02- Ausstoß, der die gesamte Umwelt stark belastet. Bei Uran entstehen Kosten für die Endlagerung des verbrauchten radioaktiven Mülls und die langfristigen Auswirkungen der praktizierten Lagerung sind noch nicht bekannt. Dies sind gute Gründe, etwas an der Energieerzeugung zu ändern.

Die Verteilung der Energieträger hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert (siehe Abb. 1 u. 2). So ging der Anteil an Kohle um 8,4% und die Kernenergie um 4,8% zurück. Alleine die Windenergie hatte in der gleichen Zeit einen Zuwachs von 3,1 %. Dies zeigt den eingeschlagenen Kurs der Regierung, die den Ausbau der erneuerbaren Energien so stark fördert, dass Deutschland als einziges Land die Vorgaben des „Kyoto­Protokolls“ bereits erfüllt und sich darüber hinaus noch höhere Ziele gesetzt hat [3]. Der schrittweise Rückbau von Kern- und Kohlekraftwerken hat in Deutschland bereits begonnen. Alte Kraftwerke werden nicht mehr durch gleichartige ersetzt. Der Bedarf an erneuerbarer Energie, auch grüner Strom genannt, wird stetig steigen, d.h. aber auch, dass der Markt noch bei weitem nicht gesättigt ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Regenerative Energien

Der Ausbau der regenerativen Energiegewinnung wird in Deutschland seit 1991 durch das Stromausbaugesetz staatlich gefördert. „Die Förderung der Windenergie durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betrug laut Branchenangaben 2005 rund 1,2 Milliarden Euro“ [4]. Mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 und dessen Überarbeitungen 2004 und 2009 wurden festgesetzte Abnahmepreise für Strom aus regenerativen Energien eingeführt. Diese Art der Förderung hat sich bewährt und führte zu einem wahren Boom in den betroffenen Branchen.

Dies hatte den Effekt, dass immer mehr Anlagen für die verschiedenen Energiequellen Wind, Sonne, Wasser, Biogas und Geothermie gebaut wurden. Sowohl als Energielösung für Wohnhäuser, als auch zur groß angelegten Stromerzeugung haben sich die regenerativen Energieformen bewährt.

Ebenso hat sich dadurch in Deutschland eine innovative, umsatzstarke Industrie entwickelt, die weltweit exportiert und in vielen Gebieten führend ist. Die große Bedeutung, die diese Branche einnimmt, lässt sich auch daran verdeutlichen, dass zur Zeit (Stand Februar 2009) 8 der 30 im Technologieindex TecDAX gelisteten Unternehmen aus diesem Bereich stammen, wobei der Anteil stetig gestiegen ist.

Die ständig wachsende Nachfrage sowie der aufkommende Konkurrenzkampf führten wiederum zu einem rasanten technischen Fortschritt.

Zusammengefasst sind die genannten Parameter wesentliche Gründe dafür, dass heute bereits 15% [5] der Stromerzeugung in Deutschland mit regenerativen Verfahren gewonnen werden. Dieser Anteil soll bis 2020 auf 47% ansteigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: http://www.unendlich-viel-energie.de

3. Windenergie

Die Nutzung der Windenergie hat in Deutschland eine besondere Stellung erlangt. „Aufgrund der Tatsache, dass ungefähr 22 % der weltweit installierten Leistung in Deutschland installiert sind, kann Deutschland noch immer als Windenergie-Weltmeister bezeichnet werden.“ [6] Andere Länder wie die USA und China holen jedoch auf, da dort der Zubau von Windkraftanlagen größer ist und diese über viel mehr Fläche verfügen als Deutschland. Aufgrund des Mangels an nutzbarer Fläche wurde auch entschieden, riesige Windparks auf einer Fläche von 800 km2 in Nord- und Ostsee (Off-Shore) zu genehmigen. Mit den gängigen Anlagen war ein wirtschaftlicher Betrieb jedoch Off-Shore nicht möglich, da der Bau im Meer viel teurer ist als an Land. Die deutschen Hersteller lösten dieses Problem durch die Entwicklung größerer und leistungsstärkerer Windkraftanlagen, so dass in den nächsten Jahren über 7 GW (7 Mio. kW) Nennleistung [7] aufgebaut werden.

Die installierte Leistung ist innerhalb Deutschlands sehr ungleich verteilt. Dies liegt am Windangebot, das stark variiert. Grundsätzlich kann man sagen, dass das Windpotenzial in Richtung Küste stetig zunimmt. Das für dieses Projekt interessante Gebiet Baden-Württemberg ist somit eher weniger vom Wind begünstigt. Dennoch ist auch dieses Gebiet nutzbar, was vor allem verbesserter Anlagentechnik zuzuschreiben ist. In Baden­Württemberg heißt der Netzbetreiber des Stromnetzes EnBW. Da dies das einzige Gebiet des Unternehmens ist, zeigt die folgende Grafik sehr anschaulich das Verhältnis zwischen Baden-Württemberg und dem Rest Deutschlands.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Windenergie Report Deutschland, ISET, 2008, S. 11

Da sich aber auch dieses Bundesland auf lange Sicht nicht aus der Energiegewinnung raushalten kann, kann hier durchaus von einem Potenzial für die Zukunft gesprochen werden. Auch im Hinblick darauf, dass in den 50er Jahren auf der schwäbischen Alb eine Pionieranlage errichtet wurde. „Ohne die Grundlagenforschung und Anwendungserfahrungen aus dieser Zeit wäre der Boom der Windenergie in den 80er und 90er Jahren undenkbar.“ [8]

4. Ökologischer Nutzen

Der größte Antrieb, die regenerativen Energien voranzubringen, ist sicherlich aus den Sorgen um einen eintretenden Klimawandel entstanden. In der heutigen Zeit sind Maßnahmen zur Erhaltung der Umwelt und das sparsame Umgehen mit den natürlichen Ressourcen nicht mehr wegzudenken, auch wenn dies nicht in allen Ländern im Bewusstsein der Menschen ist. Der ökologische Nutzen durch die CO2- Einsparung hat nicht nur den Staat dazu gebracht, sein Energiekonzept umzustellen, sondern auch zu einem Umdenken bei großen Teilen der deutschen Bevölkerung geführt.

Allein im Jahr 2007 wurden nur durch die Windenergie 33 Mio. Tonnen CO2 in Deutschland weniger ausgestoßen als 20 06 [9]. Im Durchschnitt werden mit jeder Kilowattstunde Windstrom 0,86 Kilogramm CO2 eingespart. Mit dem hier geplanten Windpark, gemessen an seinem voraussichtlichen Ertrag (siehe Kapitel Erträge), könnten jährlich knapp 13 Mio. Tonnen eingespart werden.

C. Finanzierung

1. Allgemeine Vorgaben zur Finanzierung

Nachdem das zu Beginn benötigte Kapital berechnet wurde, stellt sich die Frage, auf welchem Weg die Geldmittel beschafft werden sollen bzw. können. Der Bau eines Windparks hängt entscheidend davon ab, ob das benötigte Kapital beschafft werden kann. Um das Projekt zu finanzieren gibt es verschiedene, bereits praktizierte Modelle. Jedes davon bringt Vor- und Nachteile mit sich. Diese sind zu benennen und untereinander abzuwägen. Bei der Wahl der Finanzierung muss berücksichtigt werden, wie wahrscheinlich es ist, dass die gewählte Methode verfügbar ist.

Hier sollte ebenso Rücksicht auf die momentane wirtschaftliche Lage genommen werden. Zwar sind die Zinsen für Kredite durch die Absenkung des Leitzinses auf einem vergleichbar niedrigem Niveau, trotzdem wird es äußerst schwierig werden einen Kredit in der Höhe der Investitionskosten zu erhalten. Mehrere aktuelle Projekte mit Windkraftanlagen wären fast daran gescheitert, dass bereits genehmigte Kredite durch die beteiligten Banken auf Grund der Finanzkrise nicht mehr zur Verfügung gestellt werden konnten. Die Bundesregierung rettete diese Vorhaben jedoch, indem sie im Rahmen des Konjunkturpaketes als Kreditgeber eintrat [10]. Die Banken haben im Zuge der Finanzkrise hohe Verluste hinnehmen müssen, vor allem durch die Abschreibung „fauler Kredite“, also Kredite, die vom Schuldner nicht zurückgezahlt werden konnten. Dies hat dazu geführt, dass die Banken sehr vorsichtig vorgehen bei der Kreditvergabe. Weiterhin sollte das Modell zur angestrebten regionalen Eingliederung des Windparks passen. Der geplante Windpark soll in einer Region entstehen, in der es bis jetzt keine vergleichbaren Windkraftanlagen dieser Größe gibt. Es könnte somit durchaus zu Akzeptanzproblemen in der ansässigen Bevölkerung kommen. Auch dieser Umstand muss bei der Auswahl der Finanzierung berücksichtigt werden.

Im folgenden werden die einzelnen Modelle kurz beschrieben und im Hinblick auf die Eignung für das geplante Vorhaben untersucht. Durch den Vergleich der Ergebnisse sollte es möglich sein, eine geeignete Lösung zu finden. Auch eine Kombination der verschiedenen Modelle könnte durchaus erfolgversprechend sein.

2. Großinvestor

Es gibt einzelne finanzkräftige Investoren, denen es möglich ist, das Kapital selbst aufzubringen. Es wird fast unmöglich sein, so einen Investor bei einem so hohen Kapitalbedarfzu finden. Sollte dies trotz allem möglich sein, hat dies zum Vorteil, dass keine Kosten für Zinsen entstehen. Dafür geht auch der gesamte Gewinn an den Investor. Auf Grund der Abhängigkeit vom Investor verliert das Unternehmen komplett seine Eigenständigkeit. Für das hier geplante Unternehmen kommt dies nicht in Frage.

3. Eigenständige Finanzierung

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit das Kapital selbst aufzubringen. Dazu wird entweder eine Kapitalgesellschaft in Form einer GmbH gegründet oder, falls die Möglichkeit stiller Teilhaber bestehen soll, eine Kommanditgesellschaft als GmbH & Co. KG. Die Schwierigkeit dieser Vorgehensweise wird sein, einen Kredit in Höhe der benötigten Investitionskosten zu erhalten. Wie schon beschrieben, trägt die Finanzkrise ihren Teil dazu bei, die Aufnahme eines Kredites zu erschweren. Dies könnte aber ein zeitlich begrenztes Problem sein, da vermutlich auch diese Krise nach einiger Zeit überwunden wird. Von Vorteil ist, dass die Absicherung des Kredites gößtenteils über den Wert der Anlage erfolgen kann.

Desweiteren sind die anfallenden Zinsen sowie die jährliche Tilgung zu berechnen. Aufgrund des großen Kreditvolumens werden neben den Kosten für die Wartung und den Betrieb der Anlagen hauptsächlich Kosten für die Bedienung des Kredites anfallen.

4. Fonds

Bei der Durchführung vergleichbarer Großprojekte, die sehr kapitalintensiv sind, haben sich Fonds in unterschiedlichen Ausprägungen als Finanzierungsinstrument verbreitet. Diese Fonds sind bei den Anlegern immer beliebter geworden. Die Renditen hängen, verglichen mit normalen Aktienfonds, kaum von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage ab. Gemäß den gesetzlichen Regelungen des EEG (siehe Kapitel EEG), gelten feste Einspeisevergütungen, was die Erlöse aufeinem stabilen Niveau hält. Das führt wiederum zu einer stabilen Rendite, was gerade in Zeiten der Rezession ein schlagkräftiges Argument für den Großteil der Anleger ist. Der ständig steigende Strompreis und die steigenden Stromerzeugungskosten für konventionellen Strom zeigen, dass aus Windkraft erzeugte Energie in Zukunft günstiger sein wird als herkömmliche. Die weltweite Nachfrage nach Energie steigt stetig an und wird dies auch weiterhin tun. Diese Faktoren wirken sich positiv auf das Anlegerverhalten aus. Diese Form hat einen entscheidenden Nachteil. Die beteiligten Fonds wollen im Normalfall das gesamte Projekt selbst leiten, was für dieses Vorhaben nicht geplant ist.

5. Bürgerwindpark

Eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung bildet der sogenannte Bürgerwindpark. Bei diesem Modell wird das Ziel verfolgt, die ansässige Bevölkerung in verschiedenen Formen einzubinden. Dies soll die regionale Integration des Windparks vereinfachen. Eine enge Zusammenarbeit mit den öffentlichen Einrichtungen der beteiligten Gemeinden sollte dabei angestrebtwerden.

Die Bürger der Region sollen als Miteigentümer in Form von Anteilen an einer Kommanditgesellschaft gewonnen werden. Die Akzeptanz wird sicherlich bei den Menschen am größten sein, die selbst in den Windpark investiert haben. Durch geeignete Werbemaßnahmen in der Region (siehe Kapitel Kosten) sollen die Kleinanleger für das Projekt gewonnen werden. Dabei wird der ökologische Nutzen im Vordergrund stehen, der durch die immense Einsparung von C02 belegt werden kann, die ein Windpark erreicht.

Außerdem werden für alle Aufträge, wie z.B. die Anbindung der Anlage, die das Projekt betreffen, regionale Unternehmen ausgewählt. So profitieren nicht nur die Betreiber von dem Windpark, sondern auch Teile der Anwohner, was das Image deutlich verbessern dürfte.

In Zeiten der Finanzkrise, in der die Menschen noch vorsichtiger aber auch unsicherer geworden sind, was ihre Geldanlage betrifft, ist ein regionales Unternehmen vielleicht für einige die richtige Alternative. Der Windpark steht praktisch vor Ort und jeder sieht, wo sein Geld angelegt ist. Das könnte Vertrauen bei den Anlegern schaffen.

Um dieses Gedankengut in die Köpfe der Menschen zu bekommen, was bei dieser Art der Finanzierung sehr wichtig ist, sind im voraus Werbemaßnahmen nötig. So entstehen mindestens für ein Jahr Vorlaufzeit Kosten für die Investorenbeschaffung. Es besteht das Risiko, dass das Projekt scheitert, und der Initiator aufden Kosten sitzen bleibt.

6. Entscheidung

Nachdem die möglichen Finanzierungswege benannt sind, muss nach Abwägung der Vor- und Nachteile eine Möglichkeit ausgewählt werden. Bei einem Großinvestor und einem Fond werden die Kontrolle bzw. die Planung des Vorhabens aus der Hand gegeben. Dies ist aber nicht Ziel des Unternehmens. Das Projekt komplett über einen Kredit selbstständig zu finanzieren ist zwar über die KfW-Bank möglich, wird aber hohe Zinsaufwendungen verursachen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit einen anderen alleinigen Kreditgeber zu finden als eher gering einzustufen.

Als beste Möglichkeit bleibt der Bürgerwindpark, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass er für eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung sorgt. Hier profitieren nicht nur die Betreiber, sondern auch die Anleger. Als Zusatzeffekt werden Arbeitsplätze bei den beteiligten regionalen Firmen erhalten bzw. neu geschaffen. Der Vorteil für das Unternehmen liegt darin, nur einen Teil des Kapitals selbst aufbringen zu müssen. So wird einerseits der Zinsaufwand minimiert und das Risiko, das jede Unternehmung mit sich bringt, besser gestreut. Ziel soll dabei sein, ca. 60% des Investitionskapitals über Beteiligungen an der Kommanditgesellschaft bereitzustellen und den Restbetrag durch einen Kredit bei der KfW-Bank aufzubringen.

D. Unternehmensauftritt

1. Firma

Die Wahl des Namens für ein Unternehmen gestaltet sich im Allgemeinen als sehr schwierig. Soll das Unternehmen nach außen wirken, ist es sehr wichtig einen geeigneten Namen zu finden. „Manfred Gotta rät jungen Unternehmern, sich bei der Namenssuche auf Fantasiebegriffe zu konzentrieren. Diese sind besser zu schützen, auffallender und außerdem international einsetzbar“ [11]. Der Name muss dabei mehrere Kriterien erfüllen, die im Einzelnen noch beschrieben werden. Neben den allgemeinen Kriterien, die jeder Name erfüllen sollte, sind dabei fallbezogen Vorgaben aufzustellen und zu beachten. In diesem Abschnitt werden der Prozess der Namensfindung sowie die durchgeführten Maßnahmen beschrieben.

1.1 Auswahl der Methode zur Ideenfindung

Am Anfang der Namensfindung ist es entscheidend, viele gute Ideen zu finden, die anschließend überarbeitet und angepasst werden können. Durch verschiedene Methoden der Ideenfindung lassen sich schnell Vorschläge entwickeln.

Ein Brainstorming ist dabei am schnellsten und in kleinen Gruppen durchführbar. Durch eine Diskussion in der Gruppe entstehen spontane Ideen, die ohne Bewertung gesammelt werden, um anschließend ausgewertet zu werden. Kritik untereinander ist verboten, alle sind gleichberechtigt und Quantität geht vor Qualität. So wird die Kreativität der Teilnehmer gefördert.

1.2 Allgemeine Kriterien

- Rechtsform

Die Gesellschaftsform muss im Unternehmensnamen angegeben sein, vor allem da das Unternehmen in das Handelsregister eingetragen wird.

- Einfachheit / Einprägsamkeit

Je einfacher der Name ist, umso leichter prägt er sich bei den Menschen ein. Der Name soll einfach zu verstehen sein und Missverständnisse in der Aussprache müssen unbedingt vermieden werden. Dabei muss er aber auch ansprechend klingen und einen hohen Erinnerungswert haben.

- Alleinstellung

Der Name sollte nicht bereits von anderen Unternehmen verwendet werden, sei es als Firma oder als Produktbezeichnung. Als bestes und schnellstes Mittel eignet sich die Internet-Suchmaschine Google.

[...]


[1] Vgl. http://www.dsw-online.de/info-service/weltbevoelkerungsuhr.php

[2] Vgl. http://www.ipp.mpg.de/ippcms/ep/ausgaben/ep200804/bilder

[3] vgl. Gabriel, Sigmar, Bundesumweltminister, Sendung: Johannes B. Kerner, 12.03.09

[4] http://www.wind-energie.de/de/themen/strompreise/

[5] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung

[6] Windenergie Report Deutschland , ISET, 2008, S. 10

[7] Vgl. Windenergie Report Deutschland , ISET, 2008, S. 22

[8] http://www.wind-energie.de/index.php?id=17

[9] Vgl. Windenergie Report Deutschland , ISET, 2008, S. 10

[10] Vgl. Gabriel, Sigmar,Bundesumweltminister, Sendung: Johannes B. Kerner, 12.03.09

[11] http://www.foerderland.de/419+M53603e4cc81.0.html

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Details

Titel
Die Wirtschaftlichkeit ökologischer Energiegewinnung - dargestellt am fiktiven Beispiel des Windparks Murgtal
Hochschule
Merkur Akademie International; Zentrale
Note
1,1
Autor
Jahr
2009
Seiten
53
Katalognummer
V198808
ISBN (eBook)
9783656254171
ISBN (Buch)
9783656255208
Dateigröße
808 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Windpark, energie
Arbeit zitieren
Steve Breuer (Autor), 2009, Die Wirtschaftlichkeit ökologischer Energiegewinnung - dargestellt am fiktiven Beispiel des Windparks Murgtal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198808

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