Komik und Gewalt in animierten Sitcoms


Hausarbeit, 2011

9 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Sitcom – das komische TV-Format

3. Animierte Sitcoms – zwischen Gewalt und Komik

4. Rezeption von animierten Sitcoms

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Dying is easy, comedy is hard”, so ein berühmtes Zitat, dessen Verfasser nicht bekannt ist . Es gibt zahlreiche Vermutungen, wem der Gedanke gehört, aber die Quelle bleibt trotzdem unentdeckt, genauso wie im Fall der Komik. Was macht eine Situation komisch, warum lacht der Mensch darüber, wie entsteht überhaupt das Komische ? Seit der Antike versuchen Philosophen, Psychologen, Wissenschaftler und Forscher aus verschiedenen Disziplinen eine Antwort darauf zu finden, immer noch ohne Erfolg. Der Schriftsteller E.B.White meinte sogar: “analyzing humor is like dissecting a frog. Few people are interested and the frog dies of it.”[1] Nach Jahrhunderten und vielen Dissektionen ist der Frosch noch am Leben. Das Geheime, das Unfassbare ist das, was die Kunst lebendig macht, und die Komik bildet keine Ausnahme von dieser Regel. Wir können nur bestimmte Spuren und Beziehungen verfolgen, selten aber die wahre Hauptquelle des Komischen finden.

In dieser Hausarbeit werde ich versuchen, in die Rolle eines Untersuchers zu schlüpfen, um Gewalt als eine Art für die Entstehung des Komischen zu erforschen. Gewalt und Komik haben eine lange Geschichte im Theater, die in der Animation eine besondere Fortführung findet. Von Mickey Mouse, über Tom and Jerry, bis The Simpsons und South Park sind Grausamkeiten und physische Gewalt ein Bestandteil von Zeichentricksfilmen und Serien. Die letzten zwei Beispiele sind eine relativ neue Art von Unterhaltung, ein TV-Genre, das sich heute großer Popularität erfreut, und zwar das animierte Sitcom. Was es so populär macht und wie es rezipiert wird, ist einer der Schwerpunkte dieser Arbeit.

2. Sitcom – das komische TV-Format

Das Sitcom ist seit Jahrzehnten ein etabliertes komisches TV-Format, das Alltagssituationen als Hauptquelle für Komödie benutzt. Das Genre enstand Ende der 1940er Jahre und schon Anfang der 1960er kam es zu einem Wendepunkt in seiner Geschichte. Zu dieser Zeit erscheint die Serie The Flinstones, die den Weg für das Genre der animierten Sitcoms freimachte:

The show was formally structured like a sitcom, complete with single half-hour narrative episodes, suburban setting, domestic plots, and even a laugh track, deriving primary character and situational inspiration from The Honeymooners.[2]

The Flinstones wurde sogar die erste Zeichentrickserie, die im prime time in den Jahren 1960-1966 in den USA ausgestrahlt wurde.[3] Nach dem Erfolg der Serie folgten viele Nachahmer, wie The Jetsons, Top Cat und viele andere.

Die ersten animierten Sitcoms bewiesen schnell, dass sie viele Vorteile gegenüber traditionellen Sitcoms haben. Sie sind günstiger, da es keine Filmcrew, keine Kameras und Akteure gebraucht werden, innovativer, da es keine Beschränkungen im Handlungsort oder Sets gibt, und bieten mehr Freiheit für die Figuren, indem sich neue Rollen problemlos einführen lassen.

Das Genre blieb trotzdem nach dem Ende der Flinstones fast für zwanzig Jahren vergessen. Erst 1989 kehrten die animierten Sitcoms mit dem Erscheinen von The Simpsons wieder ins Rampenlicht zurück und werden seitdem wegen der überwiegend gewaltätigen Inhalte und ihrer vulgären Sprache entweder stark kritisiert oder gelobt. Animierte Sitcoms wie zum Beispiel Family Guy, South Park, Cow and chicken, Beavis and Butt-head erreichten eine große Popularität trotz des Parodierens von empfindlichen Themen, der großen Mengen von physischer Gewalt und des Gebrauchs von rassistischen und sexistischen Scherzen. Letztendlich „this is sitcom we’re talking about, not fucking Ibsen“[4].

3. Animierte Sitcoms – zwischen Komik und Gewalt

Comedy and violence have had a long-standing relationship, and there’s a whole range of violent acts that are acceptable in sitcoms but which would draw censure if a part of serious form”[5], so die Festellungen Mills’. Eine der treibenden Kräfte der Komik war immer die Überschreitung von Normen und die Gewalt trägt oft dazu bei, obwohl das Vulgäre keineswegs die Wurzel des Komischen ist, wenn auch es eine wichtige Rolle hat.[6] In der Regel wird Gewalt mit einer negativen Konnotation verknüpft und viel seltener mit Komik. Die Geschichte beweist aber gleichzeitig eine beständige Beziehung zwischen dem komischen Vergnügen und den gewaltsamen Akten, die noch in der alten griechischen Komödie zu finden sind.[7]

[...]


[1] Vgl. Brett Mills: The Sitcom. Edinburgh, 2009, S. 8.

[2] Vgl. Carol Stabile and Mark Harrison: Prime Time Animation: Television Animation and American Culture. London: Routledge, 2003, S. 45.

[3] http://www.imdb.com/title/tt0053502/ (03.08.2011)

[4] Vgl. David Lodge: Therapy, London: Secker & Warburg, 1995, S. 171. In: Brett Mills: Television Sitcom, London, British Film Institute, 2005, S. 135.

[5] Vgl. Brett Mills: Television Sitcom. London, British Film Institute, 2005, S. 144.

[6] Vgl. Henri Bergson: Das Lachen. Jena, 1914, S. 26.

[7] Vgl. Matthias Göttfert: „Laughing at the punch in your face“, Diplomarbeit, Universität Wien, 2009, S. 106

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Komik und Gewalt in animierten Sitcoms
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft)
Veranstaltung
Animation
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V198818
ISBN (eBook)
9783656254065
ISBN (Buch)
9783656254638
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Komik, Gewalt, Animation, Sitcom
Arbeit zitieren
Georgi Dermendzhiev (Autor), 2011, Komik und Gewalt in animierten Sitcoms, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198818

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