Maria Magdalena in der Bibel und in den Apokryphen


Seminararbeit, 2012

11 Seiten, Note: 3


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Vorwort

2 Maria Magdalena – Eine kurze Biographie

3 Was sind Apokryphe?

4. Maria Magdalena in den Apokryphen
a. Maria Magdalena im Philippusevangelium
b. Maria Magdalena im Thomasevangelium
c. Maria Magdalena in der Pistis Sophia
d. Maria Magdalena im Evangelium nach Maria
e. Schlussfolgerung

5. Quellenverzeichnis

1. Vorwort

Die Figur der Maria Magdalena hat schon immer die Fantasie der Menschen angeregt. Das in ihr verkörperte Spannungsverhältnis zwischen der Heiligen und der Sünderin, die beide in ihr gesehen werden, hat dafür gesorgt, dass Maria Magdalena immer wieder zum Gegenstand von Diskussionen wurde und eine derjenigen biblischen Persönlichkeiten ist, die in der Kunst, der Literatur, der (Populär-) Kultur und sogar der Esoterik sehr beliebt ist und auf vielfache Art und Weise von einer großen Anzahl von Künstlerinnen und Künstlern in deren Werke immer wieder Eingang fand.

In der folgenden Arbeit soll es um die unterschiedlichen Darstellungsweisen von Maria Magdalena in den kanonischen Büchern und in den Apokryphen gehen. Dabei soll herausgearbeitet werden, dass es durchaus auch andere Erzähltraditionen als diejenigen in den biblischen Büchern gab, die zum Teil gravierende Unterschiede zur Bibel zeigen und dass in der Heiligen Schrift auch diverse redaktionelle Änderungen vorgenommen wurden, um die Bedeutung dieser Frau in den ursprünglichen Schriften Schritt für Schritt zu relativieren.

2. Maria Magdalena – Eine kurze Biographie

Maria Magdalenas Beiname stammt wohl von ihrem Heimatort Magdala, dem heutigen Migdal in Israel. Laut Bibel schloss sie sich Jesus als Jüngerin an, nachdem dieser sie von ihrer Besessenheit befreit hatte (Lk 8,2). Der Kreis der Jünger Jesu war größer als die zwölf Apostel und Maria Magdalena gehörte zu einer Gruppe von Frauen, welche Jesus und die Zwölf unterstützten und unter denen Maria offenbar eine besondere Stellung hatte. Gemeinsam mit Jesus und den anderen Jüngern zog sie auch nach Jerusalem. Sie blieb – anders als die anderen Jünger – auch bei der Kreuzigung und beim Sterben von Jesus dabei (Mt 27,55-56).[1]

Nach Matthäus und Johannes verharrte sie nach der Grablegung Jesu weinend am Grab. Am Morgen nach dem Sabbat ging sie – gemeinsam mit zwei anderen Frauen – zum Grab, um den Leichnam von Jesus einzubalsamieren. Die drei wurden die ersten Zeugen der Auferstehung. Dies unterstreicht die besondere Beziehung, die Maria Magdalena zu Jesus hatte. Leider gibt es keine biblischen oder andere Quellen, die uns von ihrem weiteren Schicksal berichten. Wohl um 160 n. Chr. Herum entstand das ihr zugeschriebene Evangelium nach Maria, um welches es hier noch später gehen soll.

Maria Magdalena war eine Frau, die ein besonderes Naheverhältnis zu Jesus hatte, weshalb die Vermutung, dass es zwischen ihr und dem Sohn Gottes eine erotische Beziehung gab, bereits sehr alt ist.

Im Lauf der Zeit kam es immer wieder zu Gleichsetzungen von Maria Magdalena mit anderen Frauen aus der Heiligen Schrift. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist die namenlose Sünderin, welche Jesus die Füße gesalbt hat (Lk 7, 37 – 38). Auch eine gezielte Identifikation mit Maria von Bethanien[2] wurde bereits im Jahr 373 nach Christus getätigt. Der Kirchenvater Origenes hat diese beiden Figuren zwar wieder voneinander getrennt, allerdings wurde diese Gleichsetzung von Papst Gregor dem Großen später wieder bestätigt.

Von diesem Moment an wurde Maria Magdalena, bzw. Maria von Bethanien, ein fixer Bestandteil von vielen Mythen und Legenden. Diese besagen, dass Maria gemeinsam mit ihren Geschwistern Lazarus und Martha, sowie dem späteren Bischof von Aix, Maximin, und Cedonius von Chrisuts gegenüber feindlich gesonnenen Juden auf einem Schiff ohne Steuer oder Segel dem Meer zum Sterben überantwortet worden sein. Das Schiff gelangte aber sicher nach Marseille, wo die Geretteten an der Landestelle auf Einlass warteten. Diesen erbat Maria, indem sie dem König und der Königin im Traum erschien. Sie selbst soll dann einige Jahre als Einsiedlerin in einer Höhle bei Baume – dem heutigen „St. Maximin la Sainte Baume“ – gelebt haben. Deshalb zeigen sie künstlerische Darstellungen aus dem Mittelater gerne unbekleidet mit einem rund um ihren Körper auf wundersame Art und Weise gewachsenem Haarkleid. Nach ihrem Tod soll sie in Aix-en-Provence begraben worden sein.

Die Überlieferung der orthodoxen Kirche besagt, dass Maria in Ephesus gestorben und bestattet worden sei. Ihre Verehrung in der orthodoxen Kirche ist bis ins 6. Jahrhundert hinein nachweisbar. Im Jahr 899 wurden – laut Überlieferung – schließlich Reliquien von Ephesus nach Konstantinopel (dem heutigen Istanbul) gebracht.

In Deutschland entstand im 13. Jahrhundert der so genannte Magdalenen-Orden für Büßerinnen und „reuige Frauen“. Dass dieser Orden ausgerechnet Magdalenen-Orden genannt wird, liegt wohl auch daran, dass Maria Magdalena unter anderem die Schutzpatronin der Frauen, der reuigen Sünderinnen und der Verführten ist. Bemerkenswert ist des Weiteren, dass Maria Magdalena in der Kunst ab dem 14. Jahrhundert bei den Kreuzigungsdarstellungen nicht mehr „nur“ in der etwas weiter abseits stehenden Gruppe von Frauen, sondern als direkt am Fuß des Kreuz stehend gezeigt wird.

[...]


[1] Vgl hierzu: http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria_Magdalena.html, zuletzt eingesehen am 6.4.2012

[2] Vgl hierzu http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria_von_Bethanien.html, zuletzt eingesehen am 10. 4. 2012

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Maria Magdalena in der Bibel und in den Apokryphen
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Theologie)
Note
3
Autor
Jahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V198821
ISBN (eBook)
9783656254164
ISBN (Buch)
9783656254652
Dateigröße
622 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
maria, magdalena, bibel, apokryphen
Arbeit zitieren
Udo Seelhofer (Autor), 2012, Maria Magdalena in der Bibel und in den Apokryphen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198821

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