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Fortunatus und Andolosia: Gegensatz zwischen Vater und Sohn – Aufbruch in die Welt

Title: Fortunatus und Andolosia: Gegensatz zwischen Vater und Sohn – Aufbruch in die Welt

Term Paper , 2009 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Mina Elgun (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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1. Einleitung
Dem wohl nach 1470 entstandenen, zuerst 1509 in Augsburg gedruckten Prosaroman „Fortunatus“ gilt der Forschung als „erster deutscher Originalroman“ 1, dessen Popularität sich nicht allein in zahlreichen Nachdrucken dokumentiert, sondern vor allem aich in einer Vielzahl von Übersetzungen, die im 16. und 17 Jahrhundert angefertigt sind, zeigt.
Im Roman herrschen zwar Motivkomplexe, die untersucht werden können, wie die Herkunft der Märchenmotive, die Fortunatus – Thematik, die These vom Glücksrad oder die Bedeutung christliche Motive, welche uns in dieser Arbeit weniger interessieren, jedoch dominiert eher die
Figurenkonsturktion der beiden Haupthandlungstäter, Fortunatus und Andolosia.
Die Situierung des Erzählten Geschehens spricht verschiedene Schichten an. Es setzt sich aus Adel, Stadtpatriziat und situiertem Bürgertum zusammen.
Der Sozialgeschichte muss allerdings – wenn auch im begrenztem Rahmen - gewisse Zuwendung zukommen. Die beiden Handlungsträger Fortunatus und Andolosia bringen bezüglich ihres Umfelds konträre Verhaltensweisen vor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Figurenvergleich Fortunatus – Andolosia

2.1 Die Aufbruchsmotivation – Beginn der Reisen

2.2 Aufbruch Fortunati

2.3 Vater – Sohn – Konflikte

2.4 Aufbruch Andolosia

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Gegensatz zwischen den beiden Protagonisten Fortunatus und Andolosia im gleichnamigen Prosaroman. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie sich die unterschiedliche soziale Herkunft und Erziehung der beiden Figuren auf ihr Handeln, ihre Beweggründe für den Aufbruch in die Welt und ihre jeweilige Integration in die Gesellschaft auswirken, wobei insbesondere die Vater-Sohn-Beziehung als zentraler Konfliktpunkt analysiert wird.

  • Charakterisierung der Figuren Fortunatus und Andolosia
  • Analyse der Aufbruchsmotivation und Reise-Episoden
  • Untersuchung der Vater-Sohn-Konflikte im Roman
  • Soziologische Betrachtung des bürgerlichen Individuums im Umbruch zur Frühen Neuzeit
  • Vergleich der Identitätsbildung und sozialen Integration beider Protagonisten

Auszug aus dem Buch

2.2 Aufbruch Fortunati

Fortunatus stammt von einer bürgerlichen Familie des Stadtpatriziats in Zypern ab. Theodorus, sein Vater „ain edler purger altz herkommens“ 4 ,verschwendet sein Hab und Gut bei seinen Reisen von der Heimat Famagusta bis an den königlichen hof in Nicosia.

Sein Sohn, Fortunatus erlernt Tätigkeiten auf traditioneller Ebene und beschränkt es hierbei auf „federspil“ und „waidwerck“ 5 . Trotz seiner Ungebildetheit erkennt Fortunatus die Trübsal seines Vaters. Dem ist bewusst, dass „die nächste Generation materiell und vor allem wissensmäßig so auszustatten ist, dass ihr ein standesgemäßes Leben möglich ist“ 6 , jedoch er Schuld an der Verarmung der Familie und der Vernachlässigung seiner Verantwortung als edler Bürger „Ehre und Ruf aller verstorbenen und lebendigen Familienmitglieder“ 7 zu wahren hat.

Theodorus kann keine Leistung erbringen und die Familie unterstützen. Die Familie besitzt weder Ansehen noch Ehre. Das Ansehen und die Ehre seiner Familie sind verblichen, die Familie ist so mittellos, dass seine Frau Graciana „selber kochen unnd waeschenn“ muss, weil „er weder knecht noch maegt vermocht“ und der Sohn Fortunatus ist geistig nur so weit entwickelt, dass er „bey achzehen jaren alt [...] nichts dann ploß ainen namen schreiben und lesen“ 8 kann.

Fortunatus besitzt aber Ideen, auf die die Familie nicht kommt. Auch wenn er als ungebildet beschrieben wird, ist er der jenige, der die Eltern auf die Gunst des Königs verweist. Ohne Jemandem bescheid zu sagen verlässt er das Elternhaus, damit er nicht nich mehr als Last im Haus wirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Prosaroman "Fortunatus" ein, erläutert die Relevanz der Figurenkonstruktion der beiden Protagonisten und skizziert die methodische Vorgehensweise zur Untersuchung ihrer Gegensätzlichkeit.

2. Figurenvergleich Fortunatus – Andolosia: Dieses Kapitel stellt die beiden Hauptfiguren gegenüber und arbeitet ihre unterschiedlichen Motivationen für das Reisen sowie ihre jeweiligen sozialen Voraussetzungen heraus.

2.1 Die Aufbruchsmotivation – Beginn der Reisen: Hier wird der Kontrast in der Glücksauffassung der Protagonisten beleuchtet, wobei Fortunatus soziale Integration anstrebt, während Andolosia auf egozentrische Bedürfnisbefriedigung fokussiert ist.

2.2 Aufbruch Fortunati: Dieser Abschnitt analysiert die familiäre Situation des jungen Fortunatus und zeigt auf, wie soziale Not und die Unfähigkeit des Vaters ihn dazu zwingen, die Heimat zu verlassen, um sein Glück zu suchen.

2.3 Vater – Sohn – Konflikte: Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung der Vater-Sohn-Beziehung und illustriert anhand von Beispielen die Folgen von Unerfahrenheit und Missachtung väterlicher Ratschläge.

2.4 Aufbruch Andolosia: Hier wird der Aufbruch des Sohnes Andolosia untersucht, der sich zwar an den Reiseberichten des Vaters orientiert, jedoch durch seine privilegierten Lebensumstände eine völlig andere Haltung einnimmt.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und konstatiert, dass Fortunatus durch Lernprozesse eine soziale Identität erwarb, während Andolosia als Produkt seines Umfelds an Konflikten zwischen individuellem Streben und Normen scheitert.

Schlüsselwörter

Fortunatus, Andolosia, Prosaroman, Sozialgeschichte, Vater-Sohn-Beziehung, Aufbruch, Glücksauffassung, Identitätsbildung, Stadtpatriziat, Frühe Neuzeit, Motivation, Integration, Handlungsstruktur, Literatursoziologie, Glücksgüter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Prosaroman "Fortunatus" mit einem spezifischen Fokus auf den Vergleich der beiden Hauptfiguren Fortunatus und Andolosia hinsichtlich ihrer Motivationen, ihrer sozialen Herkunft und ihrer Entwicklung im Roman.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die soziale Identitätsbildung im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit, die Bedeutung der Vater-Sohn-Beziehung für den Lebensweg der Protagonisten sowie der Kontrast zwischen sozialem Aufstieg durch Arbeit und der egozentrischen Nutzung unbegrenzten Reichtums.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich die unterschiedlichen sozialen Hintergründe und die Erziehung von Fortunatus und Andolosia in ihren konträren Verhaltensweisen und ihrer unterschiedlichen Integration in die adlige Gesellschaft widerspiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?

Es wird eine literatursoziologische und vergleichende Analyse der Figuren vorgenommen, bei der zentrale Romanepisoden und Handlungsmotive interpretiert und in Bezug auf soziologische Hintergründe der Entstehungszeit des Romans gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der Figuren, eine Analyse der jeweiligen Aufbruchsmotivationen aus Famagusta sowie eine Untersuchung der problematischen Vater-Sohn-Beziehungen, die entscheidend für das Schicksal der Helden sind.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Fortunatus, Andolosia, Identitätsbildung, Sozialgeschichte, Vater-Sohn-Konflikt, Aufbruchsmotivation, Integration, Glücksauffassung und bürgerliches Individuum.

Welche Rolle spielt der Säckel im Leben von Andolosia im Vergleich zu Fortunatus?

Während der Säckel für Fortunatus ein Mittel zur Bewältigung seiner existenziellen Not und sozialen Integration ist, stellt er für Andolosia aufgrund seiner privilegierten Herkunft primär ein Instrument zur egozentrischen Erfüllung individueller Lust dar.

Wie bewertet der Autor das Verhalten der Protagonisten im Fazit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Fortunatus durch eine reflektierte Entwicklung eine dem Adel ebenbürtige soziale Identität erwerben konnte, während Andolosia an der Unfähigkeit scheitert, die väterlichen Lehren zu begreifen, da er in einem geschützten Umfeld ohne Armutserfahrung aufgewachsen ist.

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Details

Title
Fortunatus und Andolosia: Gegensatz zwischen Vater und Sohn – Aufbruch in die Welt
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Mina Elgun (Author)
Publication Year
2009
Pages
11
Catalog Number
V198867
ISBN (eBook)
9783656253518
ISBN (Book)
9783656253631
Language
German
Tags
fortunatus andolosia gegensatz vater sohn aufbruch welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mina Elgun (Author), 2009, Fortunatus und Andolosia: Gegensatz zwischen Vater und Sohn – Aufbruch in die Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198867
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