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Die politische Intention der Apocolocyntosis

Titel: Die politische Intention der Apocolocyntosis

Hausarbeit , 2012 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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1. Einleitung
Vae me, puto, concacavi me! Mit diesen Worten beendet Kaiser Claudius in der vom Philo-sophen, Staatsmann und Dichter Seneca verfassten Satire Apocolocyntosis sein Leben und begibt sich folgend auf eine Himmel- und Höllenfahrt. Claudius starb am 13. Oktober 54 und wurde wenige Zeit später als divus Claudius konsekriert. Kurz nach seiner Apotheose erschien die Apocolocyntosis, in der Seneca auf schärfste Weise mit Claudius abrechnet. Dass Seneca die Satire zum einen aus persönlichem Interesse geschrieben hat, ist offenkun-dig und in der Forschung grundlegend anerkannt. Jedoch wirft das Werk noch eine Frage bezüglich einer politischen Absicht auf, die in dieser Arbeit untersucht wird. Diese Frage nach der politischen Intention der Apocolocyntosis wurde in der Forschung kontrovers dis-kutiert und brachte noch keine endgültige Lösung hervor. So vertritt beispielsweise KRAFT die These, dass Seneca die Satire verfasst hat, um sich in der politischen Auseinandersetzung zwischen dem neuen Kaiser Nero und dem leiblichen Sohn des Claudius, Britannicus, auf die Seite Neros zu schlagen. Weiterhin behaupten eine Reihe von Forschern, beispielsweise MÜNSCHER und neuerdings HORSTKOTTE , dass die Apocolocyntosis gegen Agrippina ge-richtet sei. BRINGMANN und KLOFT verbinden mit der Schmähschrift eher eine Kritik der politischen Wirklichkeit und eine Verschmähung des Claudius allgemein als Herrscher. Diese Arbeit soll zeigen, dass Senecas politische Intention darin bestand, seine Einstellung be-züglich der Politik des Claudius darzustellen und ihn allgemein in seiner Herrscherfunktion zu kritisieren, wobei eine vorsichtige Tendenz aristokratischer Einflüsse möglich gewesen wäre. Neben diesem sollen die beiden Interpretationen bezüglich Agrippina und der politi-schen Propaganda widerlegt werden.
Zunächst wird der historisch-politische Hintergrund der Apocolocyntosis dargestellt, wobei die beiden wichtigsten Akteure Seneca und Claudius näher vorgestellt werden. Anschließend soll anhand einer kurzen Darstellung der wichtigsten Inhalte der Satire ihre Wirkung andeutungsweise gezeigt werden. Im Anschluss wird die politische Intentionsabsicht Senecas in der Apocolocyntosis aus den obengenannten Perspektiven diskutiert.
Die wichtigsten Quellen zur Deutung der Intentionsabsicht des Werkes sind Senecas Apocolocyntosis selbst und weiterhin die historiographischen Darstellungen in Tacitus‘ ‚Annales‘ und Suetons ‚De vita Caesarum‘.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrund der Apocolocyntosis

2.1 Seneca und seine politische Geisteshaltung

2.2 Kaiser Claudius

2.3 Seneca und Claudius

2.4 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

3. Apocolocyntosis – Verkürbissung

3.1 Inhalt der Apocolocyntosis

3.2 Darstellung des Claudius

4. Die politische Intention Senecas in der Apocolocyntosis

4.1 Die Agrippina - Problematik

4.2 Die Apocolocyntosis als politische Propagandaschrift?

4.3 „Negativer Fürstenspiegel“ und aristokratische Kritik

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Intention von Senecas Satire "Apocolocyntosis" im Kontext des Machtwechsels von Kaiser Claudius zu Nero. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob es sich um eine gezielte politische Propagandaschrift gegen Agrippina oder Britannicus handelte oder ob Seneca primär eine moralische Abrechnung mit der inkompetenten Herrschaftsweise des Claudius intendierte, die als Gegenentwurf zum idealen Herrscherbild zu verstehen ist.

  • Historisch-biografische Hintergründe von Seneca und Claudius
  • Analyse der Apocolocyntosis als literarische Satire und Gesellschaftskritik
  • Diskussion der Agrippina-Problematik und ihrer politischen Rolle
  • Prüfung der Hypothese zur Apocolocyntosis als politische Propagandaschrift
  • Erarbeitung des Konzepts eines "negativen Fürstenspiegels" und aristokratischer Kritik

Auszug aus dem Buch

3.2 Darstellung des Claudius

Die genaue Betrachtung der Darstellung des Claudius und seiner Taten sind äußerst wichtig für die Interpretation. Offensichtlich ist, dass Seneca eine Karikatur des Claudius als Person erschaffen und damit der Nachwelt ein durchweg schlechtes Bild hinterlassen wollte. Insgesamt gesehen vernichtet Seneca in der Apocolocyntosis Claudius‘ Charakter, indem er jedes negative Detail des Herrschers auf die Waagschale legt. So beschreibt Seneca ihn beispielsweise als stotternden oder humpelnden Trottel. Diese Beschreibungen dienen alle demselben Ziel, nämlich Claudius als Person zu karikieren.

Jedoch lassen sich auch in der Darstellung - schon allein wegen der Erstellung des Gegensatzes zwischen Claudius als alten Kaiser und Nero als neuen – einige Hiebe gegen die politischen Maßnahmen des konsekrierten Kaisers herauslesen. Dass Seneca ein Vertreter des Prinzips der clementia und der Kardinalstugend iustitia war, wurde oben schon angesprochen. Nun zeigen diverse Textstellen eine konkrete Kritik an den Vergehen gegen diese Prinzipien. Als Beispiel für einen Verstoß gegen die clementia ist die Szene zu nennen, in der die Fiebergöttin Febris Claudius wahre Herkunft preisgibt. Nachdem sie dies nämlich getan hatte, befahl Claudius mit einer zittrigen Geste, die Göttin abführen und umbringen zu lassen. Seneca ergänzt noch, dass diese Geste mehr als genug bekannt sei. Diese Stelle hebt Claudius‘ crudelitas hervor, die Seneca wie oben schon angeführt, keineswegs befürwortete.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Satire ein, erläutert den Kontext nach dem Tod von Kaiser Claudius und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der politischen Intention des Werkes.

2. Hintergrund der Apocolocyntosis: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben und die politische Geisteshaltung von Seneca sowie die Regierungszeit und den Charakter von Kaiser Claudius, um das Spannungsfeld zwischen beiden Persönlichkeiten zu verdeutlichen.

3. Apocolocyntosis – Verkürbissung: Es wird die gattungsspezifische Einordnung der Schrift als menippeische Satire vorgenommen und der inhaltliche Aufbau des Werkes sowie die gezielte Karikierung des verstorbenen Kaisers dargestellt.

4. Die politische Intention Senecas in der Apocolocyntosis: Der Hauptteil analysiert kontroverse Forschungsthesen, widerlegt die Interpretation als reine Propagandaschrift und arbeitet die Intention eines „negativen Fürstenspiegels“ sowie die senatorisch-aristokratische Kritik heraus.

5. Schlusswort: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei Senecas persönliche Rechnung mit Claudius sowie die moralische Kritik an dessen Herrschaft als Kernintentionen bestätigt werden.

Schlüsselwörter

Apocolocyntosis, Seneca, Kaiser Claudius, Nero, Agrippina, Satire, politische Intention, Fürstenspiegel, Clementia, Iustitia, Historiographie, Machtwechsel, Propaganda, Aristokratie, Britannicus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die politische Zielsetzung und die Absichten des Philosophen Seneca in seiner Satire "Apocolocyntosis", die kurz nach dem Tod des römischen Kaisers Claudius entstand.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Beziehung zwischen Seneca und Claudius, die politische Situation beim Machtübergang an Nero, die Rolle von Agrippina sowie die literarische Analyse des Textes als "negativer Fürstenspiegel".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, ob Seneca mit der Satire lediglich persönliche Rache übte oder ob das Werk als gezielte politische Propagandaschrift zur Stärkung Neros oder als Ausdruck einer senatorischen Kritik an den Zuständen unter Claudius zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin oder der Autor?

Es wird eine quellenkritische Literaturanalyse durchgeführt, die antike Texte (insbesondere Seneca, Tacitus, Sueton) mit moderner Forschungsliteratur abgleicht, um Interpretationen zu verifizieren oder zu widerlegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Agrippina-Problematik, die Überprüfung der Hypothese zur Propagandaschrift und die Untersuchung der Satire als kritische Auseinandersetzung mit den Herrschertugenden Clementia und Iustitia.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Apocolocyntosis, Seneca, Kaiser Claudius, politische Intention, Fürstenspiegel, Propaganda, Clementia und Iustitia.

Warum wird die These einer "Propagandaschrift" im Text kritisch gesehen?

Die Autorin argumentiert, dass eine gezielte Kampagne für Nero gegen Britannicus kontraproduktiv gewesen wäre und dass die in der Forschung oft behauptete Existenz einer organisierten "Nero-Partei" bzw. "Britannicus-Partei" nicht belegbar ist.

Welche Rolle spielt die Augustus-Rede für die Argumentation?

Die Augustus-Rede dient in der Analyse dazu, Senecas Idealbild eines Herrschers zu kontrastieren; der Vorwurf des Verwandtenmordes an Claudius verdeutlicht, wo dieser in Senecas Augen gegen die Tugenden eines princeps verstieß.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die politische Intention der Apocolocyntosis
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Klassische Altertumskunde )
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V198873
ISBN (eBook)
9783656253433
ISBN (Buch)
9783656253655
Sprache
Deutsch
Schlagworte
intention apocolocyntosis Seneca Verkürbissung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Die politische Intention der Apocolocyntosis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198873
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Leseprobe aus  20  Seiten
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