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Die betriebliche Sozialpolitik der Unternehmer in der Saarregion

Der fiskalische Bergbau – Villeroy & Boch

Titel: Die betriebliche Sozialpolitik der Unternehmer in der Saarregion

Hausarbeit , 2008 , 20 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Sandra Johann (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts machte sich mit dem Einsetzen der Industrialisierung ein in allen Bereiche des Lebens übergreifendes Problem bemerkbar: das Problem der Sozialen Frage. Verantwortlich für die Lösung des Problems sah sich zu Beginn noch niemand. Erst im Verlauf der Industrialisierung ergab sich eine Verteilung dieser Aufgabe, die zum Teil vom Staat als auch von privaten Unternehmern übernommen wurden. Als Lösung wurde die betriebliche Sozialpolitik gesehen, mit deren Hilfe es möglich sein sollte, die Gefahr der sozialen Frage einzugrenzen. Hilfsbedürftig war dabei der sogenannte „Vierte Stand“, der mit dem Einsetzen der Industrialisierung erst entstanden und auf der Suche nach Arbeit die Fabriken bevölkerte. Die Notwendigkeit einer sozialen Unterstützung war zwar mehr als dringend, jedoch in keinem Maße ausreichend genug, um nur als annähernd akzeptabel zu gelten. In den einzelnen Industriezweigen setzte die betriebliche Sozialpolitik in unterschiedlichem Maß und vor allem zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein. In den sogenannten Montanankerzweigen, den Eisenhütten und dem Bergbau, setzte die betriebliche Sozialpolitik weit früher ein als in anderen Zweigen. Eine besondere Stellung neben den Montanriesen der Saarregion nahm jedoch der Zweig der Glas- und Keramikproduktion ein, der mit seinem Vorzeigeunternehmen Villeroy & Boch bald als einer der wichtigsten Zweige der Region galt. Die Beweggründe für das Handeln der einzelnen Unternehmenszweige bezüglich der betrieblichen Sozialpolitik, gehen dabei auf ganz unterschiedliche Ursprünge zurück. Eine der Ängste der Unternehmen war die Fluktuation ihrer Facharbeiter, die eventuell Firmengeheimnisse mitnehmen konnten. Eine weitere Angst der Unternehmer bestand darin, dass sie befürchteten, es könne zur Entstehung einer Schicht von Proletariern kommen, durch die der geregelte Ablauf in den Fabriken und Unternehmen behindert werden könnte. Ihrer Überzeugung nach konnte nur ein friedlicher Arbeiter ein guter Arbeiter sein. Welche Gründe nun wirklich ausschlaggebend für die Sozialpolitik in den einzelnen Unternehmensarten waren, kann aufgrund mangelnder Kenntnisse der heutigen Wissenschaft immer noch nicht genau bestimmt werden. Man kann zwar schon ansatzweise erkennen was diese waren, doch spielen viele Faktoren eine Rolle, die noch nicht ganz herausgefunden wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Sozialpolitik des Staates und des Privatunternehmens Villeroy & Boch

2.1 Die Sozialpolitik des Staates als industrieller Großunternehmer

2.1.1 Die Veränderungen unter fürstlicher Administration

2.1.2 Die französische Verwaltung

2.1.2.1 Die bergmännische Sozialversicherung

2.1.2.2 Lohn, Arbeitszeit und Wohnverhältnisse

2.1.3 Der preußische Bergfiskus

2.1.3.1 Die Saarbrücker Knappschaft

2.1.3.2 Medizinische Versorgung

2.1.3.3 Bildung und Ausbildung

2.1.3.4 Siedlungspolitik, Wohnungsbau und vermögenswirksame Leistungen

2.1.3.5 Lohn- und Beschäftigungspolitik

2.2 Villeroy & Boch – die Sozialpolitik eines privaten Unternehmers

2.2.1 Strukturierung eines christlichen Betriebes

2.2.2 Die originäre Einrichtung des Unternehmens Villeroy & Boch: Die Antoniusbruderschaft

2.2.3 Die subsidiären Einrichtungen des Unternehmens Villeroy & Boch am Beispiel der Aus-und Weiterbildung

III. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anfänge und die Entwicklung der betrieblichen Sozialpolitik in der Saarregion zwischen 1750 und 1850. Dabei liegt der Fokus sowohl auf staatlichen Maßnahmen im fiskalischen Bergbau als auch auf dem beispielhaften Modell eines christlich geführten Privatunternehmens, Villeroy & Boch, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, die Beweggründe und Strukturen dieser frühen sozialen Absicherungsversuche zu beleuchten.

  • Die betriebliche Sozialpolitik des Staates als Bergbauunternehmer.
  • Strukturen und Entwicklung des Knappschaftswesens.
  • Das Modell der christlich geführten Sozialpolitik am Beispiel von Villeroy & Boch.
  • Die Bedeutung der Antoniusbruderschaft als originäre Wohlfahrtseinrichtung.
  • subsidiäre soziale Maßnahmen in Bildung, Ausbildung und Wohnungsbau.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Die originäre Einrichtung des Unternehmens Villeroy & Boch: Die Antoniusbruderschaft

Bei der originären Einrichtung handelt es sich um die sogenannte Antoniusbruderschaft, die in beiden Unternehmen unabhängig von einander gegründet wurden, noch lange vor dem wirtschaftlichen Zusammenschluss der beiden Unternehmen. Die Statuten der Antoniusbruderschaft der Firma Villeroy und Boch gehen auf die Gründungsstatuten der beiden Bruderschaften der einzelnen Betriebe zurück und führen diese in den folgenden Jahrzehnten immer weiter fort. Als Ausgangssatzung wurde dabei die Satzung von 1819 verwendet und in den Jahren ab 1848 immer wieder erweitert und abgeändert, in ihren Grundzügen aber beibehalten. Bei der vorliegenden Satzung von 1819 handelt es sich um das Grundgerüst der Satzung der Antoniusbruderschaft des Unternehmens. Sie ist in zehn Abschnitte gegliedert und enthält insgesamt 63 Paragraphen.

In den ersten fünf Abschnitten werden die Regularien fest gehalten, wie sie in allen Verfassungen zu finden sind. Die letzten fünf Abschnitte enthalten die Sozialleistungen und ihre Bestimmung zur Nutzung und Berechtigung. In dem ersten Abschnitt nach den Regularien werden die allgemeinen „Hülfeleistungen“ im Falle von Krankheit, Unfall, Betriebsunfähigkeit und dem Fall des Ablebens bestimmt und festgelegt. Hierbei handelt es sich um die klassischen Sozialleistungen die durch die Antoniusbruderschaft erbracht wurden und erst später von den staatlichen Sozialleistungen abgelöst wurden. Die Antoniusbruderschaft gewährleistete aufgrund ihrer religiösen Ausrichtung zudem eine angemessene christliche Beerdigung für alle Mitglieder. Die darauf folgenden Abschnitte befassen sich mit der betrieblichen Sparkasse, dem Darlehen von Kapital, die Witwen- und Waisenversorgung und die Behandlung der Ehrenmitglieder.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Aufkommen der sozialen Frage im Zuge der beginnenden Industrialisierung und die Notwendigkeit sowie Anfänge der betrieblichen Sozialpolitik in der Saarregion.

II. Die Sozialpolitik des Staates und des Privatunternehmens Villeroy & Boch: Dieses Hauptkapitel analysiert die staatliche Sozialpolitik im Bergbau unter verschiedenen Verwaltungen sowie das Modell des christlich geführten Unternehmens Villeroy & Boch mit seinen originären und subsidiären Einrichtungen.

III. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die frühen sozialen Maßnahmen zwar noch unzureichend waren, aber erste Meilensteine für ein System der Absicherung legten, das nach 1850 weiter an Komplexität gewann.

Schlüsselwörter

Betriebliche Sozialpolitik, Saarregion, Industrialisierung, Steinkohlebergbau, Villeroy & Boch, Antoniusbruderschaft, Knappschaft, soziale Frage, christliche Führung, Wohlfahrtseinrichtungen, Arbeiterproletariat, Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung, Geschichte, 19. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der betrieblichen Sozialpolitik in der Saarregion im Zeitraum zwischen 1750 und 1850.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Es werden zwei Hauptbereiche beleuchtet: die Sozialpolitik des staatlichen Bergbauunternehmens und die Sozialpolitik des privaten Unternehmens Villeroy & Boch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Beweggründe, Organisationsformen und die Wirksamkeit der frühen sozialen Hilfsmaßnahmen für Arbeiter und deren Familien zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Untersuchung, die Quellen und Fachliteratur analysiert, um den sozialen Wandel in den Industriebetrieben der Saarregion nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die staatliche Sozialpolitik (unter fürstlicher, französischer und preußischer Verwaltung) und die privatwirtschaftliche Sozialpolitik bei Villeroy & Boch, inklusive deren Bruderschaften und subsidiärer Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Betriebliche Sozialpolitik, Saarregion, Industrialisierung, Knappschaft, Villeroy & Boch sowie soziale Absicherung.

Was unterscheidet die "originären" von den "subsidiären" Einrichtungen bei Villeroy & Boch?

Originäre Einrichtungen (wie die Antoniusbruderschaft) stehen im direkten Zusammenhang mit dem aktiven Betriebsablauf und dem Arbeiter selbst, während subsidiäre Einrichtungen außer- oder überbetriebliche Bereiche wie Bildung, Religion oder Familie betreffen.

Warum war die Antoniusbruderschaft für Villeroy & Boch so bedeutend?

Sie diente als christlich motivierte Solidargemeinschaft, die soziale Sicherheit bot und gleichzeitig ein "Band" zwischen Arbeitnehmern und dem Fabrikherrn knüpfen sollte.

Welche Rolle spielten die "Strafgelder" innerhalb der Antoniusbruderschaft?

Sie wurden zur Disziplinierung der Arbeiter eingeführt, um ein sittliches Verhalten zu fördern, stießen jedoch bei den Arbeitern auf Unmut und waren weniger effektiv als positive Prämien.

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Details

Titel
Die betriebliche Sozialpolitik der Unternehmer in der Saarregion
Untertitel
Der fiskalische Bergbau – Villeroy & Boch
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar „Die Industrialisierung vor der Industrialisierung.“ Zur wirtschaftlichen Entwicklung der Saarregion zwischen 1700 und 1850
Note
2,3
Autor
Sandra Johann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V198878
ISBN (eBook)
9783656253426
ISBN (Buch)
9783656253839
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Saarland Bergbau 1700 1850 Industrialisierung Wirtschaft wirschaftliche Entwicklung fiskal Frankreich Knappschaft Saarbrücken Villeroy & Boch Siedlungspolitik Soziale Frage
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Johann (Autor:in), 2008, Die betriebliche Sozialpolitik der Unternehmer in der Saarregion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198878
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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