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Die Inszenierung von Goethes Faust auf der Bühne und im Comic

Ein Vergleich anhand Falk Nordmanns Comic-Adaption

Title: Die Inszenierung von Goethes Faust auf der Bühne und im Comic

Term Paper , 2009 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sandra Johann (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Das Medium Comic hat sich immer wieder um die Adaption von Werken der Weltliteratur bemüht“ . Goethes Faust war dabei mehr als einmal Vorlage. Aber wohl keinem zweiten Comic gelang eine derartige Inszenierung des deutschen Klassikers als dem des Falk Nordmanns. Er lässt eine Reihe von Interpretationen offen und bleibt dabei dem Originaltext Wort für Wort treu.
Aber auch zahlreiche Theaterregisseure versuchten sich schon an Goethes Werk. Dabei entstanden Hunderte von Inszenierungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Betrachtet man Falk Nordmanns Comic Adaption und einige bekannte Bühnenstücke, so stellt man fest, dass man sowohl erhebliche Unterschiede, als auch Gemeinsamkeiten, was die Darstellung anbelangt, auffindet. Aber was machen diese Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten aus? Wie gelingt es Nordmann in einem Comic einen solchen Meilenstein der Deutschen Literatur zu inszenieren und dabei einen „ganz neuen, frischen Zugang zu der Geschichte“ zu eröffnen? Was macht die Inszenierung im Comic aus?
Diese und weitere Fragen werden in dieser Arbeit diskutiert und beantwortet.

Da im Comic nur die Gelehrtenhandlung inszeniert wird, wird nicht weiter auf die Gretchenhandlung und Faust II eingegangen. Auf die im Vorwort des Buches angekündigte Fortsetzung des Werkes wird immer noch gewartet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inszenierung auf der Bühne…und im Comic?

3. Der Vergleich des Faust: Comic und Bühne

3.1 Faust

3.2 Mephistopheles

3. 3 Nebenfiguren: Wagner und der Schüler

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern der Begriff der „Inszenierung“, der primär in der Theaterwissenschaft verortet ist, auf die Comic-Adaption von Goethes Faust durch Falk Nordmann angewendet werden kann. Dabei steht der Vergleich der visuellen und narrativen Darstellung zentraler Figuren zwischen dem Comic und verschiedenen klassischen sowie modernen Theaterinszenierungen im Vordergrund.

  • Analyse des Inszenierungsbegriffs im Kontext von Theater und Comic
  • Vergleichende Untersuchung der Figur Faust (Comic vs. Theater)
  • Detaillierte Analyse der Figur Mephistopheles als wandlungsfähiger Charakter
  • Symbolische Darstellung der Nebenfiguren Wagner und der Schüler im Comic
  • Evaluation der „szenischen Einheitlichkeit“ in Nordmanns Comic-Adaption

Auszug aus dem Buch

3.2 Mephistopheles

Einen besonderen Stellenwert, was die Inszenierung betrifft, nimmt im Comic als auch im Theater, die Figur des Mephistos ein. In der Comic Inszenierung erscheint er im Prolog im Himmel mit „auf einem menschlichen Körper aufgesetzten Schreckensschädel“ und bietet ein „entsetzliches“ Bild. Der Totenschädel besitzt einen deutlich hervortretenden Unterkiefer mit langen, spitz wirkenden Zähnen. Auch hier hat Nordmann wieder beispielhaft seine Tradiertechnik angewandt und Mephisto mehr in einzelnen Strichen als mit festen Konturen gezeichnet. Die starke Schraffur, die einen dunklen Hintergrund schafft, verdeutlicht noch mehr das Teuflische. Besonders tritt diese auf der letzten Seite der Szene heraus: von Mephisto ist lediglich der Oberkörper erkennbar. Der Unterleibt versinkt in einem Schatten, der in Richtung oberer Rand des Panels sich weiter auflöst und Mephisto wie mit Engelsflügel dastehen lässt. Diese Bildsequenz ist symbolhaft und lässt viele Deutungsmöglichkeiten offen: Wird Mephisto hier als gefallener Engel dargestellt? Oder verdeutlichen die scheinbar „gigantischen Flügel“ nur die Macht und Größe des Mephisto? Oder steckt gar kein Sinn dahinter? Nordmann lässt sich den Leser sein eigenes Bild machen.

Allerdings wandelt sich diese „mit Hörnern auf dem Kopf inszenierte Teufelsvision“ zu „des Pudels Kern“: Im Studierzimmer verwandelt sich der Pudel zu Mephisto, der nun Stark an die Comic-Figur Daredevil erinnert. Seine Gestalt ist durch und durch menschlich. Er trägt einen Ganzkörperanzug, der ihn muskulös und stark wirken lässt. Mephistos Gesicht hat Nordmann geschickt retuschiert: durch eine leichte Schraffur sind Augen, Mund und Nase nur schemenhaft erkennbar, Details sind nicht ausgearbeitet. Die Aufmerksamkeit des Lesers wird so auf Mephistos „Größe und Stärke und nicht auf seine Mimik gerichtet“. An dem Anzug befindet sich eine Kopfbedeckung, die sehr an ein Schlangenmaul erinnert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz von Falk Nordmanns Comic-Adaption und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Anwendbarkeit des Inszenierungsbegriffs auf Comics.

2. Inszenierung auf der Bühne…und im Comic?: Dieses Kapitel klärt den Begriff der „Inszenierung“ und untersucht, ob dieser aufgrund spezifischer ästhetischer und narrativer Merkmale auch für das Medium Comic als legitim angesehen werden kann.

3. Der Vergleich des Faust: Comic und Bühne: Hier erfolgt ein Vergleich der medialen Umsetzungen von Goethes Werk, wobei die unterschiedlichen Ansätze von Theaterregisseuren und dem Comiczeichner Nordmann gegenübergestellt werden.

3.1 Faust: Dieser Abschnitt analysiert die visuelle Darstellung des Protagonisten Faust im Comic und vergleicht diese mit verschiedenen, teils ikonischen, teils modernen Bühneninterpretationen.

3.2 Mephistopheles: Kapitel 3.2 fokussiert auf die Figur des Mephisto, dessen hohe Wandlungsfähigkeit im Comic sowie im Theater detailliert betrachtet wird.

3. 3 Nebenfiguren: Wagner und der Schüler: Die Untersuchung der symbolischen Gestaltung der Nebenfiguren Wagner und des Schülers in Nordmanns Werk zeigt, wie diese im Gegensatz zum Theater im Comic eine tiefere Bedeutungsebene erhalten.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Eignung des Comic-Mediums zur künstlerischen Inszenierung klassischer literarischer Stoffe.

Schlüsselwörter

Goethe, Faust, Comic, Inszenierung, Theater, Adaption, Falk Nordmann, Mephistopheles, Wagner, Schüler, Medienvergleich, Symbolik, Literaturwissenschaft, Bildanalyse, Szenische Gestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich der Inszenierung von Goethes Faust im Medium Comic gegenüber klassischen sowie modernen Theateraufführungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen der Inszenierungsbegriff, die visuelle Transformation literarischer Vorlagen und die spezifische Charakterdarstellung von Faust, Mephisto und den Nebenfiguren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob der theaterwissenschaftliche Begriff der „Inszenierung“ auf Falk Nordmanns Faust-Comic angewendet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, der Fachliteratur zur Inszenierungstheorie mit der konkreten Analyse der Bildsequenzen im Comic und ausgewählten Beispielen aus der Theatergeschichte verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Inszenierung und führt einen detaillierten Vergleich der Figuren Faust, Mephisto sowie Wagner und des Schülers zwischen Comic und Bühne durch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Faust-Adaption, Comic-Inszenierung, medienvergleichende Literaturwissenschaft, symbolische Charakterdarstellung und Goethes Gelehrtenhandlung.

Wie unterscheidet sich Nordmanns Darstellung des Faust von Bühneninszenierungen?

Während Nordmann den Faust durchgängig als kränklichen, alten Mann inszeniert und nur selten visuell verändert, zeigen Theaterinszenierungen oft eine größere Bandbreite, von modern interpretierten „Naturforschern“ bis hin zu „Rockstar“-Faust-Figuren.

Welche Rolle spielt die Figur des Schülers in Nordmanns Comic?

Der Schüler dient als symbolische Figur, die von Nordmann als Teddy-Bär mit Trichter dargestellt wird, um den Lernprozess („Wissen eintrichtern“) bildlich zu konkretisieren.

Warum wird Mephistopheles als „wandlungsfähigster Charakter“ bezeichnet?

Er zeigt im Comic und im Theater unterschiedlichste Erscheinungsformen, wie den „Schreckensschädel“, den muskulösen Ganzkörperanzug oder die Anlehnung an Popkultur-Ikonen wie den „Joker“.

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Details

Title
Die Inszenierung von Goethes Faust auf der Bühne und im Comic
Subtitle
Ein Vergleich anhand Falk Nordmanns Comic-Adaption
College
Saarland University  (Germanistik)
Course
Proseminar ‚Klassiker‘ der deutschsprachigen Literatur im Comic
Grade
2,3
Author
Sandra Johann (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V198881
ISBN (eBook)
9783656253402
ISBN (Book)
9783656342359
Language
German
Tags
Comic Faust Goethe Schüler Mephisto Mephistopheles Theater Bühne Wagner Inszenierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Johann (Author), 2009, Die Inszenierung von Goethes Faust auf der Bühne und im Comic, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198881
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