Potentialanalyse von RoRo-Transporten in der europäischen Binnenschifffahrt


Hausarbeit, 2012

26 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Fragen zur Arbeit
1.2 Verlauf der Arbeit
1.3 Methodische Vorgehensweise

2. RoRo-Transporte in der Binnenschifffahrt
2.1 Definitionen
2.1.1 Definition und Prinzip der RoRo-Transporte
2.1.2 Beschreibung und Aufgaben der europäischen Binnenschifffahrt
2.2 RoRo-Transporte in der europäischen Binnenschifffahrt
2.2.1 Entwicklung der RoRo-Transporte
2.2.2 Vorteile der RoRo-Transporte in der Binnenschifffahrt
2.2.3 Transportgüter und Fahrzeuge im RoRo-Verkehr
2.2.4 Typische Transportketten für den RoRo-Verkehr in der Binnenschifffahrt

3. SWOT-Analyse für die Abschätzung der Potenzialentwicklung von RoRo-Transporten
3.1 Vorgehensweise bei der SWOT-Analyse
3.2 Vor- und Nachteile der RoRo-Binnenschiffe
3.2.1 Vor- und Nachteile gegenüber dem LKW-Verkehr
3.2.2 Vor- und Nachteile gegenüber anderen Binnenschiffen
3.2.3 Vor- und Nachteile gegenüber dem Bahntransport
3.3 Chancen
3.3.1 Kombinierte Transportketten (See-RoRo-Binnenschiff-RoRo-LKW)
3.3.2 Liniendienst im RoRo-Transport
3.3.3 Positive Umweltauswirkung
3.3.4 Moderate Kostenentwicklung
3.4 Risiken
3.4.1 Begrenzter Ausbau von Binnenwasserstraßen
3.4.2 Begrenzte Hafenkapazitäten
3.4.3 Wettbewerb aus Niedriglohnländern
3.4.4 Abhängigkeit vom Wasserstand der Flüsse

4. Fazit und Potenzialabschätzung

5. Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Netzdichte in km Strecke pro 100 Quadratkilometer

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gütertransport in der Europäischen Union in Milliarden Tonnenkilometer

Abbildung 2: Entwicklung der Anteile der Modi am Güterverkehrsaufkommen bis 2050

Abbildung 3: Typische Transportkette für RoRo-Verkehr

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Fragen zur Arbeit

Die Logistik-Dienstleister im europäischen Raum sehen sich europaweit einem permanenten und zunehmenden Wettbewerb gegenüber. Bei „sinkenden Sendungs-Größen und steigender Anzahl von Lieferanten und Abnehmern werden sehr hohe Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Abfahrts- und Ankunftszeiten erwartet."[1]

Besonders der LKW-Verkehr kommt diesen Anforderungen entgegen und hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen. Auf der anderen Seite sind die oft günstigeren Transportkosten für Güter mit relativ geringem Warenwert ein wichtiges Argument für den Gütertransport auf Binnenschiffen.[2]

Der Roll-on-Roll-off-Transport auf Binnenschiffen könnte beide Vorteile verbinden und neue Potenziale für die Binnenschifffahrt erschließen.

Ziel dieser Arbeit ist es von daher die zukünftig zu erwartenden Vor- und Nachteile des RoRo-Transportes auf Binnenschiffen zu diskutieren und die sich eventuell daraus ergebenden Potenziale abzuschätzen.

Fragen, die in dieser Arbeit beantwortet werden sollen, sind insbesondere:

- Welches sind die Vor- und Nachteile von RoRo-Transporten auf europäischen Binnengewässern?
- Welche zukünftige Entwicklung ist sind absehbar?
- Welche Potenziale lassen sich unter den abschätzbaren Randbedingungen für den RoRo-Transport auf Binnenschiffen in den nächsten Jahren abschätzen?

1.2 Verlauf der Arbeit

Zu Beginn der Arbeit wird das Prinzip der RoRo-Transporte dargelegt sowie auf die zentralen Kennzeichen der europäischen Binnenschifffahrt eingegangen. Zudem wird die Entwicklung von RoRo-Transporten thematisiert sowie die allgemeinen Vorteile von RoRo-Transporte in der Binnenschifffahrt aufgezeigt. Darüber hinaus werden typische RoRo-Transportketten illustriert.

In Kapitel 3 wird eine sogenannte SWOT-Analyse hinsichtlich der Abschätzung der Potenzialentwicklung von RoRo-Transporten vorgenommen. Dabei werden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von RoRo-Transporten - insbesondere in Abgrenzung zu anderen Transportsystemen - untersucht. Zum Schluss der Arbeit erfolgt ein Fazit sowie eine Einschätzung darüber, welches Potenzial RoRo-Transporte in der europäischen Binnenschifffahrt haben.

1.3 Methodische Vorgehensweise

Schwerpunkt der Arbeit ist es aufzuzeigen, ob in den nächsten Jahren von einem steigenden Potenzial für den RoRo-Transport auf europäischen Wasserstraßen ausgegangen werden kann, oder nicht.

Eine exakte Bestimmung des vorhandenen Potenzials würde konkrete Datenvergleiche notwendig machen, die innerhalb dieser begrenzten Arbeit nicht möglich sind. Zudem sind die Daten oft nicht frei zugänglich.

Bereits eine qualitative Aschätzung kann jedoch wichtige Hinweise darauf geben, ob sich die Potenziale für die RoRo-Binnenschifffahrt erhöhen oder ob mit einer negativen Tendenz im Vergleich zu den konkurrierenden Transporteinheiten gerechnet werden muss.

2. RoRo-Transporte in der Binnenschifffahrt

2.1 Definitionen

2.1.1 Definition und Prinzip der RoRo-Transporte

Roll-on-Roll-of-Verkehr bezeichnet den Transport von Gütern, die rollend über hafen- oder schiffseitige Rampen an und von Bord gebracht werden.[3] Somit rollt die Ladung gewissermaßen selbst auf das Schiff, wobei auch die Entladung auf diese Weise erfolgt. Die RoRo-Schiffe sind häufig mit hoch entwickelten hydraulischen Rampen ausgestattet.[4] Ein Großteil der RoRo-Transporte wird mit speziell konstruierten Schiffen abgewickelt, wobei vor allem die Katamarane bzw. Doppelrumpfschiffe hervorzuheben sind, die über ein Heck verbunden sind und somit eine große Abstellfläche (bis zu 2.500 Quadratmeter) bilden.[5] Weitere spezielle Schiffseinheiten, die für RoRo-Transporte herangezogen werden, sind sogenannte Barger/Leichter sowie Selbstfahrer. Weisen diese Schiffe keine eigenen Auffahrrampen auf, ist es erforderlich, dass die Anlegestellen feste oder quasistationäre schwimmende Rampen bereitstellen, über die die Transportgüter auf das Schiff gelangen. Innerhalb der RoRo-Verkehre wird zwischen Fähr- und Frachtverkehr unterschieden. Der Fährverkehr hat primär die Beförderung von Personen und deren Verkehrsmittel zum Ziel.[6] Die Fährschiffe sind im Inneren so gebaut wie ein großes Parkhaus, wobei es mehrere übereinanderliegende Parkdecks gibt, auf denen die Fahrzeuge platziert werden können. Die Parkdecks sind untereinander durch Aus- und Abfahrrampen verbunden.[7] Dagegen ist der Frachtverkehr als reiner Transport von Gütern definiert.[8] Dabei werden die Einheiten unbegleitet, also ohne Fahrer, verschifft. Von einem binnenländischen Transportunternehmen werden die rollenden Einheiten zu einem Parkplatz am Hafenterminal gebracht. Wenn das RoRo-Schiff anlegt, nimmt die Reederei den Umschlag mit Platzzugmaschinen vom Parkplatz ins Schiff vor. Ist das Schiff am Zielort angelangt, wird das Schiff wiederum von der Reederei mit Platzzugmaschinen entladen und die Einheiten an Land aufgestellt. Die empfangsseitigen Verkehrsunternehmen können sich anschließend ihr Einheiten abholen,indem sie mit einer Sattelzugmaschine erscheinen, die erforderlichen Abholdokumente vorlegen, den Sattelhänger ankuppeln und zum Empfänger der Ladung transportieren.[9]

2.1.2 Beschreibung und Aufgaben der europäischen Binnenschifffahrt

Die Binnenschifffahrt gilt seit jeher als energieeffizienter, umweltfreundlicher und sicherer Verkehrsträger. In den letzten Jahren konnte sie in der Europäischen Union an (verkehrs-) politischer Bedeutung gewinnen. Von zentraler Relevanz ist die Rheinschifffahrt, die über 70 Prozent der europäischen Binnenschifffahrt ausmacht. Die Donau, auf der etwa zehn Prozent der Binnenschifffahrt Europas stattfinden, bietet das Potenzial, eine bedeutende Ost-West-Verbindung zu werden.[10]

Gemäß einer Einschätzung der Europäischen Union hat es die europäische Binnenschifffahrt geschafft, ihre traditionelle Stärke der Langstreckenbeförderung von Massengut durch die Erschließung neuer Märkte (Containerverkehr) zu ergänzen. Um die europäische Binnenschifffahrt voranzutreiben, initiiert die Europäische Aktionsprogramme wie beispielsweise das 2006 ins Leben gerufene „Navigation and Inland Waterway Action and Development in Europe“ (NAIADES). Im Mittelpunkt dieses Aktionsprogramms steht die Entwicklung und Unterhaltung der Infrastruktur der Wasserstraßen und Umschlaganlagen.[11] Durch dieses Programm bringt die Europäische Union zum Ausdruck, dass die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas unter anderem von den Verkehrssystemen abhängig ist. Dementsprechend ist die EU danach bestrebt, denjenigen Verkehrsträgern ein größeres Gewicht zu verleihen, die sich durch eine hohe Umweltfreundlichkeit und Sicherheit auszeichnen.[12] Die Binnenschifffahrt gewährleistet ein hohes Maß an Sicherheit, insbesondere beim Gefahrgütertransport. Dies drückt sich vor allem darin aus, dass die Unfallkosten in der Binnenschifffahrt gegenüber anderen Verkehrsträgern geringer sind.[13] Zudem ist in der Europäischen Union die Ansicht vorherrschend, dass die europäische Binnenschifffahrt maßgeblich zur Nachhaltigkeit des Verkehrssystems beitragen kann. Darüber hinaus geht die Europäische Union davon aus, dass eine stärkere Nutzung der Binnenschiffe zu einer Verringerung von Transportkosten führt, was positive Effekte bezüglich der Ansiedelung von Unternehmen hätte.[14]

2.2 RoRo-Transporte in der europäischen Binnenschifffahrt

2.2.1 Entwicklung der RoRo-Transporte

Ab Mitte der 1980er Jahre wurden in Deutschland RoRo-Schiffe mit bis zu sechs Decks zur Beförderung von LKWs und Autos eingeführt.[15]

Trotz intensiver Recherche konnten keine Daten ermittelt werden, aus denen hervorgeht, wie sich die RoRo-Transporte innerhalb der Europäischen Union entwickelt haben. Gleichsam gibt es aussagekräftige Statistiken darüber, welchen Stellenwert die Binnenschifffahrt in der Europäischen Union sowie in Deutschland im Zeitverlauf einnimmt.

Während im Jahr 1995 in der Europäischen Union 122,1 Milliarden Tonnenkilometer per Binnenschifffahrt transportiert waren, waren es im Jahr 2008 145,2 Milliarden Tonnenkilometer. Dies ist eine Steigerung von etwa 15 Prozent. Im selben Zeitraum erhöhte sich der Gütertransport im Straßenverkehr von 1288,7 auf 1877,7 Milliarden Tonnenkilometer, was fast eine 50-prozentige Wachstumsrate darstellt.[16] Dieser Sachverhalt ist in Abbildung 1 illustriert.

Abbildung 1: Gütertransport in der Europäischen Union in Milliarden Tonnenkilometer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: IG Metall (2011), S.2

[...]


[1] Via Donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH (o.J.), im Internet unter: http://www.donauschifffahrt.info/transport/zeit/verfuegbarkeit/

[2] Vgl. Via Donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH (o.J.), im Internet unter: http://www.donauschifffahrt.info/transport/transportgueter/traditionelle_gueter/

[3] Vgl. Via Donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH (o.J.), im Internet unter: http://www.donauschifffahrt.info/daten_fakten/binnenschiffe/schiffstypen/roro_schiffe/

[4] Vgl. Wöhrn (2009), S.166

[5] Vgl. IHK Ulm (2012), im Internet unter: http://www.ulm.ihk24.de/international/Kompetenzzentrum/Suedosteuropa_informativ/Berichte_aus_der_Wirtschaft/685122/Suedosteuropa_Die_Donau_als_europaeische_Transportachse.html

[6] Vgl. Günthner (2001), S.26

[7] Vgl. Seidelmann (1997), S.3 f

[8] Vgl. Günthner (2001), S.26

[9] Vgl. Seidelmann (1997), S.4

[10] Vgl. Auswärtiges Amt (2011), im Internet unter: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Aussenwirtschaftsfoerderung/Verkehr/Binnenschifffahrt_node.html;

[11] Vgl. Heinemann (2010), S.182

[12] Vgl. Europäische Kommission (2008), im Internet unter: http://europa.eu/legislation_summaries/environment/tackling_climate_change/l24450_de.htm

[13] Vgl. IHK Ulm (2012), im Internet unter: http://www.ulm.ihk24.de/international/Kompetenzzentrum/Suedosteuropa_informativ/Berichte_aus_der_Wirtschaft/685122/Suedosteuropa_Die_Donau_als_europaeische_Transportachse.html

[14] Vgl. Europäische Kommission (2008), im Internet unter: http://europa.eu/legislation_summaries/environment/tackling_climate_change/l24450_de.htm

[15] Vgl. Nuhn / Hesse (2006), S.104

[16] Vgl. IG Metall (2011), S.2

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Potentialanalyse von RoRo-Transporten in der europäischen Binnenschifffahrt
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Veranstaltung
Transportsysteme
Note
1,8
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V198906
ISBN (eBook)
9783656257677
ISBN (Buch)
9783656257707
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
potentialanalyse, roro-transporten, binnenschifffahrt
Arbeit zitieren
Tobias Ernst (Autor), 2012, Potentialanalyse von RoRo-Transporten in der europäischen Binnenschifffahrt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198906

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