Sehr viel an archaischer Plastik aus Ephesos gibt es nicht, was wahrscheinlich damit
zusammenhängt, dass der einzige Bau aus der archischen Zeit das Artemision ist, aus dem
auch die meisten Funde stammen. Aus dieser Zeitepoche sind uns nämlich sonst keine
Nekropolen oder Siedlungen bekannt.
Außerdem sind zum Großteil weibliche Statuen gefunden worden, die wahrscheinlich eher als
Göttin, denn als Priesterin zu deuten sind. Ob es sich dabei um Votigaben oder um Götterstatuen handelt, weiß man noch nicht mit absoluter Sicherheit.
Auch die Materialien der Statuen sind unterschiedlichen.
Trotzdem tritt in bestimmten zeiten bestimmte Parallelitäten in der Statuettengestaltung auf.
Inhaltsverzeichnis
0 Allgemeines:
1 weibliche Statue aus Gold:
2 Stellung der ephebischen Elfenbeine:
2.1 Elfenbeinstatuette:
2.2 Spinnerin:
2.3 Statue C:
2.4 Vergleich Spinnerin und Statue C:
2.5 Megabyzos:
2.6 Elfenbeinstatue aus Ephesos im Vergleich mit Elfenbeinstatue aus Erythrai:
2.7 Schleierträgerin:
2.8 Elfenbeinstatuetten:
2.9 Lydischer Priester:
3 Bronzestatuette:
4 Statuette D:
5 Vergleich der Elfenbeinstatuen mit Kybelebildern:
6 Zusammenfassung:
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der archaisch ionischen Plastik aus Ephesos auseinander, wobei der Fokus auf den im Artemision gefundenen Statuetten aus Elfenbein, Gold und Bronze liegt. Ziel ist die kunsthistorische Einordnung dieser Werke sowie die Untersuchung ihrer stilistischen Merkmale und orientalischen Einflüsse.
- Analyse der weiblichen Gold- und Elfenbeinstatuetten aus dem Artemision
- Stilistische Untersuchung von Haltung, Kleidung und ikonografischen Attributen
- Gegenüberstellung ephesischer Funde mit anderen Werken (z. B. aus Erythrai oder Bogazköy)
- Diskussion über das Spannungsfeld zwischen griechischer Tradition und orientalischen Einflüssen
- Klärung der religionsgeschichtlichen Bedeutung der Darstellungen
Auszug aus dem Buch
1 Weibliche Statuette aus Gold:
Diese Statue findet wir im Museum von Selcuk. Sie wurde 1980 im Artemision gefunden und trägt die Nummer 80/K 390. Sie ist knapp 10 cm hoch und es handelt sich bei ihr um ein Sphyrelaton. Das heißt, dass die Figur einen Holzkern besitzt und sich auf diesem Holzgerüst Goldplättchen befinden.
Die Statue hat eine streng frontale Haltung. Ihr unterer Abschluss ist nur sehr schwer zu erkennen. Die Füße fehlen. Sofort fällt das breite Gesicht auf, welches – laut Bammer - durch große Augen und breit-gestrichelte Augenbrauen einen sphinxartigen Ausdruck verleiht. In einer anderen Beschreibung Bammers heißt es: „breite als Spiralstab gebildete Augenbrauen.“ Die Nase ist lang und gerade. Weiters besitzt die Statue einen kleinen Mund.
Die Figur steht bewegungslos. Ihre Arme sind an den Körper gepresst. An ihren Handgelenken sieht man jeweils einen doppelt geschwungenen Armreif. Sie trägt ein enganliegendes Gewand (Chiton), welches in der Taille gegürtet ist und am säulenförmigen Unterkörper vertikale Falten wirft. Dies deutet darauf hin, dass die Statue nicht früher als 580/570 entstanden sein kann.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Allgemeines: Einführung in die Fundlage der archaischen Plastik in Ephesos und Diskussion der Deutung der Figuren als Göttinnen oder Priesterinnen.
1 weibliche Statue aus Gold: Detaillierte Beschreibung einer spezifischen Goldstatuette aus dem Artemision hinsichtlich Technik und ikonografischer Merkmale.
2 Stellung der ephebischen Elfenbeine: Überblick über die Stätten der Elfenbeinschnitzerei in Ionien im 7. und 6. Jahrhundert.
2.1 Elfenbeinstatuette: Analyse einer 1981 gefundenen Statuette, ihrer Haltung und der möglichen Identifizierung als Artemis Chitone.
2.2 Spinnerin aus Ephesos: Untersuchung der Spinnerin als eine der besterhaltenen Arbeiten mit Fokus auf ihrer orientalisch wirkenden Haltung und Symbolik.
2.3 Statuette C: Beschreibung der Statuette C und ihrer Verbindung zu einem Kultgefäß.
2.4 Vergleich Spinnerin und Statue C: Vergleichende Betrachtung der gemeinsamen stilistischen Merkmale beider Statuetten.
2.5 Eunuchenpriester aus Ephesos: Betrachtung der ältesten Darstellung eines Oberpriesters der Artemis und der etymologischen Herkunft des Begriffs Megabyzos.
2.6 Elfenbeinstatue aus Ephesos verglichen mit einer Elfenbeinstatue aus Erythrai: Stilistischer Vergleich zweier Statuen zur Klärung des Herkunftsortes und der Datierung.
2.7 Schleierträgerin: Einordnung der Schleierträgerin als Übergangsform zur Kunst eines neuen Jahrhunderts.
2.8 Elfenbeinstatuetten: Kurze Beschreibung zweier weiterer Statuetten mit anatolischem Typus.
2.9 Lydischer Priester aus Ephesos: Analyse der un-griechischen Gesichtszüge und der Haartracht des Priesters.
3 Bronzestatuette: Beschreibung der Bronzestatuette aus Ephesos und ihrer besonderen Bedeutung für die Gewanddarstellung.
4 Statuette D: Analyse der fragmentarischen Statuette D.
5 Vergleich der ephebischen Statuetten und der Kybele Bogazköy: Untersuchung der stilistischen Verbindungen zwischen ephesischen Funden und Kybelebildern.
6 Zusammenfassung: Resümee über die Materialien, die charakteristische Haltung und die orientalischen Einflüsse der untersuchten Statuetten.
Schlüsselwörter
Archaische Plastik, Ephesos, Artemision, Elfenbeinschnitzerei, Goldstatuette, Priesterin, Artemis Chitone, Megabyzos, Orientalische Einflüsse, Ionische Kunst, Statuette, Votivgaben, Kybele, Plastik, Ikonografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der archaisch ionischen Plastik, die im Artemision von Ephesos gefunden wurde, und deren kunsthistorischer Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Materialanalyse (Elfenbein, Gold, Bronze), die stilistische Untersuchung der Gewandmode und Körperhaltung sowie die kulturelle Einordnung der Statuetten zwischen griechischen und orientalischen Einflüssen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die systematische Erfassung und kunsthistorische Einordnung der verschiedenen Statuettenfunde aus Ephesos unter Berücksichtigung ikonografischer Vergleiche.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird eine deskriptiv-analytische Methode angewandt, bei der einzelne Statuetten detailliert beschrieben, untereinander verglichen und auf Basis von Analogien datiert und kulturell zugeordnet werden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Einzelanalysen spezifischer Statuetten, wie der Goldstatuette, der Spinnerin oder des Megabyzos, sowie in vergleichende Kapitel zur ephesischen und ostgriechischen Plastik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Ephesos, Artemision, Archaische Plastik, Elfenbeinschnitzerei, Artemis Chitone und Megabyzos.
Wie begründet die Autorin die Annahme, dass die Statuette aus Erythrai ein ephesisches Produkt ist?
Die Annahme stützt sich darauf, dass in Erythrai selbst keine eigene Elfenbeinschnitzerei nachgewiesen werden konnte und die ikonografischen sowie stilistischen Merkmale eng mit der Priesterin aus Ephesos verwandt sind.
Was ist das besondere Merkmal des Megabyzos aus Ephesos?
Der Megabyzos stellt die älteste Darstellung eines Oberpriesters der Artemis dar und zeigt trotz seiner griechischen Herstellungsweise orientalische Einflüsse in der Haltung der Hände.
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- Sigrid Vollmann (Author), 2003, Archaisch-ionische Plastik in Ephesos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19895