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Die karolingische Pfalz Ingelheim

Title: Die karolingische Pfalz Ingelheim

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 40 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anna Gosslar (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Eine Pfalz, abgeleitet vom lateinischen "palatium" (Palast), bezeichnet die temporäre Residenz früh- und hochmittelalterlicher Könige oder Kaiser. Da in diesem Zeitraum keine Hauptstadt existierte, sondern das sogenannte Reisekönigtum üblich war, wurde jeweils zeitlich begrenzt von verschiedenen, über das gesamte Reichsgebiet verteilten Orten aus regiert. Pfalzen erfüllten hierbei sowohl Wohn-, als auch administrative, sowie repräsentative Zwecke.
Der Pfalzbezirk des nahe Mainz gelegenen Ingelheims am Rhein wurde im ausgehenden 8. Jhd. auf Veranlassung Karls des Großen gegründet, sowie von nachfolgenden, karolingischen Herrschern bis in das frühe 10. Jhd. genutzt. Auch darüber hinaus wurde die Ingelheimer Pfalz frequentiert, sowie baulich verändert. In dieser Arbeit werden jedoch ausschließlich die in karolingischer Epoche errichteten, architektonischen Elemente berücksichtigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsklärung und geschichtliche Einführung

2. Forschungsgeschichte

3. Die Aula regia

3.1 Architekturbeschreibung

3.2 Innenausstattung

4. Der Halbkreisbau

4.1 Architekturbeschreibung

4.2 Mögliche Vorbilder des Halbkreisbaus

5. Der Nordtrakt

6. Der Sakralbau?

6.1 Beschreibung der Befundsituation

6.2 Mögliche Vorbildbauten des Trikonchos

6.3 Die Interpretation als Sakralbezirk

7. Das aktuelle Rekonstruktionsmodell der karolingischen Pfalzanlage

8. Schlussbetrachtung

9. Abbildungsnachweis

10. Abbildungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die architektonischen Elemente der karolingischen Pfalz Ingelheim zu analysieren und basierend auf aktuellen archäologischen Erkenntnissen eine präzisere Einordnung der einzelnen Bauteile und ihrer antiken Vorbilder vorzunehmen. Dabei steht insbesondere die Klärung der Sakraltopographie innerhalb der Anlage im Fokus der Forschungsfrage.

  • Analyse der karolingischen Kernbebauung (Aula regia, Halbkreisbau, Nordtrakt)
  • Untersuchung der antikisierenden Formensprache und ihrer politischen Bedeutung
  • Bewertung neuerer archäologischer Funde und Stratigraphien
  • Diskussion zur Identifizierung und Interpretation des Sakralbezirks
  • Kritische Reflexion der aktuellen Rekonstruktionsmodelle der Pfalzanlage

Auszug aus dem Buch

3.1 Architekturbeschreibung

In der Südwest-Ecke der Kernbebauung befindet sich in nordsüdlicher Ausrichtung das Hauptgebäude der Pfalzanlage, die Aula regia (Abb. 2.1). Sie konnte im Verlauf der neueren Ausgrabungen dank einer größtenteils ungestörten, stratigraphischen Abfolge eindeutig als Gründungsbau Karls des Großen identifiziert werden. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Entdeckung einer Riemenzunge in einer der Bauzeit zuzuordnenden Grube nahe der Ostfassade (Abb. 7). Das im Tassilokelchstil gehaltene Dekor ist deutlich auf die Übergangszeit des späten 8. bis 9. Jhd. einzugrenzen und sichert somit neben weiteren stratigraphischen Beobachtungen die Datierung des Baus.16

Bei dem Gebäude mit rechteckigem Grundriss und an der südlichen Schmalseite eingezogenen Apsis, deren Ruinen noch heute im aufgehenden Mauerwerk erhalten sind (Abb. 8), handelt es sich – um in aller Kürze Bezug auf ältere Rekonstruktionen zu nehmen17 – nicht um eine dreischiffige Basilika. Zwar wurde dies von Christian Rauch angenommen und hielt sich bis in die 1970er Jahre hinein als gültiges Modell (Abb. 9).18 Nach jetzigem Kenntnisstand ist die Aula aber einschiffig als Saal angelegt. Dies wurde bereits unter Walter Sage, insbesondere anhand von statischen Beobachtungen festgestellt.19 Des Weiteren deutet sich auch im Grabungsbefund keinerlei Gliederung des Gebäudes in Haupt- und Seitenschiffe an.20 Tatsächlich orientiert sich der Bau formal deutlich an ebenfalls als Apsidensäle gestalteten, spätrömischen Palastaulen. Das naheliegendste Vergleichsbeispiel dürfte hierbei die zum ehemaligen, römischen Kaiserpalastbezirk gehörende „Basilika“ in Trier darstellen (Abb. 10 & 11).21

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsklärung und geschichtliche Einführung: Definiert den Begriff Pfalz im Kontext des Reisekönigtums und gibt einen Überblick über die Entstehungszeit der Ingelheimer Anlage unter Karl dem Großen.

2. Forschungsgeschichte: Skizziert den Verlauf der archäologischen Untersuchungen in Ingelheim von den ersten Bodenöffnungen im 19. Jahrhundert bis zur aktuellen Forschung unter Holger Grewe.

3. Die Aula regia: Analysiert die Bauweise und Ausstattung des Hauptgebäudes und weist die Deutung als einschiffigen Apsidensaal nach spätrömischem Vorbild nach.

4. Der Halbkreisbau: Untersucht das monumentale Halbrund im Osten der Anlage sowie dessen Fassadengestaltung und sucht nach antiken Vergleichsbeispielen.

5. Der Nordtrakt: Beschreibt die Struktur und Nutzung des Nordflügels, der architektonisch auf Repräsentation ausgelegt war.

6. Der Sakralbau?: Erörtert die Suche nach einer karolingischen Pfalzkapelle und bewertet die Entdeckung eines Trikonchos-Baus als potenziellen Sakralbezirk.

7. Das aktuelle Rekonstruktionsmodell der karolingischen Pfalzanlage: Reflektiert kritisch über das zwischen 2004 und 2006 erstellte Modell unter Einbeziehung neuerer Grabungsbefunde.

8. Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zur antikisierenden Formensprache zusammen und betont die Bedeutung der Anlage für den Reichsgedanken der Translatio imperii.

Schlüsselwörter

Ingelheimer Pfalz, Karolingerzeit, Aula regia, Halbkreisbau, Sakraltopographie, Trikonchos, Reisekönigtum, Spätantike, Architekturgeschichte, Archäologie, Baugeschichte, Translatio imperii, Karl der Große, Forschung, Ingelheim am Rhein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die baulichen Strukturen der karolingischen Pfalz in Ingelheim, deren archäologische Erforschung und die Einordnung der Architektur in den spätantiken Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Bauphasen der Hauptgebäude, die Suche nach der karolingischen Pfalzkapelle sowie die antikisierende Formensprache als Ausdruck politischer Ideologie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die präzise zeitliche und funktionale Einordnung der karolingischen Bauten durch eine Auswertung neuester archäologischer Befunde.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer kritischen Auswertung von Ausgrabungsberichten, stratigraphischen Beobachtungen, stilistischen Vergleichen mit spätantiken Vorbildern und der Analyse schriftlicher Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte architektonische Beschreibung der Aula regia, des Halbkreisbaus und des Nordtrakts sowie einer fundierten Diskussion über die Identifizierung des Sakralbezirks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ingelheimer Pfalz, Karolingerzeit, Trikonchos, Sakraltopographie und Translatio imperii geprägt.

Warum wird der Trikonchos als möglicher Sakralbezirk diskutiert?

Aufgrund seiner Form und seiner östlichen Ausrichtung sowie der Lage innerhalb der Anlage wird der Trikonchos als Kapelle interpretiert, auch wenn eine eindeutige Zuweisung aufgrund der komplexen Befundlage schwierig bleibt.

Welche politische Aussage wird der Architektur der Pfalz zugeschrieben?

Die Architektur manifestiert den Reichsgedanken der Translatio imperii, indem sie durch antikisierende Formensprache bewusst eine Nachfolge der antiken Kaiserresidenzen inszeniert.

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Details

Title
Die karolingische Pfalz Ingelheim
College
University of Heidelberg
Grade
1,7
Author
Anna Gosslar (Author)
Publication Year
2012
Pages
40
Catalog Number
V198954
ISBN (eBook)
9783656253952
ISBN (Book)
9783656255574
Language
German
Tags
pfalz ingelheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Gosslar (Author), 2012, Die karolingische Pfalz Ingelheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198954
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