Gründungsfinanzierung bei Biotech Start Ups

Managerial Implications


Seminararbeit, 2012
28 Seiten, Note: Sehr gut

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Darstellung der Zielsetzung der Arbeit
1.3 Forschungsansatz und Aufbau der Arbeit

2 Definitionen
2.1 Biotechnologie
2.1.1 Biotechnologie in Österreich
2.2 Finanzierungsformen
2.2.1 Öffentliche Förderungen
2.2.2 Venture Capital
2.2.3 Business Angels
2.2.4 Kreditfinanzierung
2.2.5 Mezzaninkapital
2.2.6 Zusammenfassung

3 Handlungsempfehlungen
3.1 Allgemeine Handlungsempfehlungen
3.1.1 Größe des Unternehmens
3.1.2 Materielle Vermögenswerte
3.1.3 Informationsasymmetrie und subjektives Risiko
3.1.4 Rechtliches Umfeld
3.2 Handlungsempfehlungen für diverse Finanzierungsmöglichkeiten
3.2.1 Venture Capital und Business Angels
3.2.2 Öffentliche Subventionen für Forschung und Entwicklung
3.2.3 Kredite und Mezzaninkapital
3.2.4 Inkubatoren
3.3 Handlungsempfehlungen für biotechnologieorientierte Unternehmen
3.3.1 Venture Capital bei Biotechs
3.3.2 Portfoliounternehmen
3.3.3 Geschwindigkeit und zeitbezogene Kontrolle
3.3.4 Zusammenschlüsse und Netzwerke
3.3.5 Venture Capital und der Unternehmenswachstum
3.3.6 Einfluss des Humankapitals

4 Ergebnisse und Diskussion

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Finanzierung ist bei einer Unternehmensgründung ein sehr wichtiges Thema, welchem in der Gründungsplanung sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Da es verschiedenste Formen der Gründungsfinanzierung gibt, ist es oft schwierig für einen Jungunternehmer herauszufinden, welche Art von Finanzierung für das Unternehmen die Geeignetste ist. Die Kapitalbeschaffung stellt für Jungunternehmer oft eine Hürde dar, da an die Finanzierungsformen auch verschiedenste Anforderungen, wie zB Sicherheiten, Eigenkapital, etc., gestellt werden.

Speziell die Gründung von biotechnologieorientierten Unternehmen ist nicht immer einfach, da man zu Beginn einen sehr hohen Kapitalbedarf aufgrund von hohen Forschungs- und Entwicklungskosten hat. Die Biotechnologie ist eine der wichtigsten Zukunftsbranchen, welche in den letzten Jahrzehnten zu zahlreichen neuen Erkenntnissen in der Wissenschaft geführt hat. Mit etwas Verspätung wurden auch in Österreich in den letzten Jahren vermehrt Biotechs gegründet, wobei der Schwerpunkt hier im Bereich Humanmedizin zu sehen ist. Obwohl die Biotechnologie eine sehr vielversprechende Branche ist, ist es nicht immer leicht für die Jungunternehmer ausreichend Kapital zu beschaffen, da mit einer Unternehmensgründung auch immer wieder Risiken verbunden sind. Spezielle bei Gründungen von derartigen Unternehmen besteht ein erhöhtes Risiko, da die Forschungs- und Entwicklungsphasen oft sehr lange dauern können und manchmal auch zu keinem Ergebnis führen.

Ausgehend von dem hohen Kapitalbedarf eines Biotech Start Ups und den damit verbundenen Problemen bzgl. Kapitalbeschaffung, ergibt sich für diese Seminararbeit folgende Forschungsfrage:

„Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für biotechnologieorientierte Unternehmen in der Gründungsphase? Im Besonderen, was sind die aktuellsten Handlungsempfehlungen in diesem Bereich?“

1.2 Darstellung der Zielsetzung der Arbeit

Diese Seminararbeit wird sich also mit der Gründungsfinanzierung von biotechnologieorientierten Unternehmen auseinandersetzen. Dabei stehen im Zentrum dieser Arbeit diverse Handlungsempfehlungen, die es dazu in der Literatur zu finden gibt. Ziel dabei ist, einen Überblick über diese Handlungsempfehlungen im Bereich Gründungsfinanzierung zu geben. Dabei wird ein rein wissenschaftstheoretischer Ansatz verfolgt.

1.3 Forschungsansatz und Aufbau der Arbeit

Das Ziel der Arbeit wird mittels intensiver Literaturrecherche in diversen Datenbanken und sonstiger Literatur erreicht. Für diese Seminararbeit eignete sich vor allem die Datenbank „Science Direkt“. Die allgemeinen Definitionen wurden aus diversen Büchern und einer Diplomarbeit entnommen und die Handlungsempfehlungen aus den entsprechenden Artikeln herausgefiltert.

Speziell zum Thema Finanzierung von Biotech Start Ups gibt es nicht sehr viele Artikel in den Datenbanken zu finden, weshalb die Suche nach adäquater Literatur ausgedehnt wurde. Da biotechnologieorientierte Unternehmen sehr viel Startkapital benötigen kommen vor allem Finanzierungsformen wie zB Venture Capital, Business Angels, Kredite, etc. in Frage. Die Suche nach passenden Handlungsempfehlungen zu diesem Thema wurde dann also auf Artikel zum Thema Venture Capital oder Business Angels ausgedehnt. In einem zweiten Schritt wird dann versucht, diese Handlungsempfehlungen auf das Thema Biotech Start Up umzusetzen. Außerdem wurde auch nach Handlungsempfehlungen gesucht, welche sich ganz allgemein mit dem Thema Finanzierung auseinandersetzen.

Der Aufbau dieser Seminararbeit wird folgendermaßen ausschauen: Zu Beginn der Seminararbeit wird der Begriff „Biotechnologie“ näher erläutert und anschließend wird ein kurzer Überblick über diverse Finanzierungsmöglichkeiten, die für biotechnologieorientierte Unternehmen möglich sind, gegeben. Danach widmet sich diese Arbeit den diversen Handlungsempfehlungen, die es zu diesem Thema in der Literatur zu finden gibt. Dieser Bereich wird den Hauptteil der Arbeit darstellen, welcher sich in drei Teile gliedern wird: konkrete Handlungsempfehlungen zum Thema Biotech-Start up, Handlungsempfehlungen für die einzelnen Finanzierungsmöglichkeiten und allgemeinen Handlungsempfehlungen zum Thema Gründungsfinanzierung. Zum Schluss der Seminararbeit erfolgt dann eine Diskussion der Ergebnisse.

2 Definitionen

2.1 Biotechnologie

Unter moderner Biotechnologie werden „alle innovativen Methoden, Verfahren

oder Produkte verstanden, die die wesentliche Nutzung von lebenden Organismen

oder ihrer zellulären und subzellulären Bestandteile beinhalten und dabei im Rahmen eines unsächlich verständnisbasierten Ansatzes von Erkenntnissen der Forschung auf den

Gebieten Biochemie, Molekularbiologie, Immunologie, Virologie, Mikrobiologie, Zellbiologie oder Umwelt- und Verfahrenstechnik Gebrauch machen“.[1]

Die OECD definiert Biotechnologie folgendermaßen: „The application of science and technology to living organisms, as well as parts, products and models thereof, to alter living or non-living materials for the production of knowledge, goods and services“[2]

Die Biotechnologie ist also die Anwendung von wissenschaftlichen und technischen Methoden, welche die Stoffumwandlung von biologischen Agenzien (zB Mikroorganismen, etc.) zur Aufgaben haben. Das Ziel liegt darin, Güter und Dienstleistungen bereitzustellen.

In der Biotechnologie gibt es drei wichtige Teilbereiche: die rote, die grüne und die graue Biotechnologie. Die rote Biotechnologie beschäftigt sich mit allen medizinischen Anwendungen, wie zum Beispiel Medikamente und Therapien. Die grüne Biotechnologie widmet sich dem Agrarsektor, wie zum Beispiel biologische Schädlingsbekämpfung, Ernährung aber auch Tiergesundheit. Unter grauer Biotechnologie versteht man alle Anwendungen im Bereich Umweltschutz und der Bioverfahrenstechnik. Der Schwerpunkt liegt hier darin, neue Wege für umweltgerechte und ressourcenschonende Produktionsverfahren zu entwickeln.[3]

Es gibt im Bereich Biotechnologie noch ein weiteres Segment, welchem jedoch geringere Bedeutung zukommt: die blaue Biotechnologie, welche sich mit dem Thema Meeresbiologie auseinandersetzt.

2.1.1 Biotechnologie in Österreich

Gemäß der Homepage des Austrian Biotech Industry gibt es derzeit ca. 110 Firmen in Österreich, welche sich mit Biotechnologie beschäftigen. Gerade in den letzten Jahren haben sich vermehrt Biotechs in Österreich angesiedelt. Der Schwerpunkt liegt hierbei in der Entwicklung von Medikamente und neuen Therapien, aber auch in der Entwicklung von neuen Herstellungsverfahren für Produkte in so gut wie allen Lebensbereichen.[4]

Die Biotechnologiebranche wird auch in Zukunft in Österreich weiter wachsen und eine immer größere Rolle spielen.

2.2 Finanzierungsformen

Die Biotechnologiebranche ist eine sehr zukunftsstarke Branche, weshalb man bei biotechnologieorientierten Unternehmen auch oft von sog. „High-Potential-Unternehmen“ spricht. „High-Potential-Unternehmen“ sind Unternehmen, welche hohe Wachstumsraten und hohe Umsätze in den ersten Jahren erwarten können. Weiters sind bei der Wahl der Finanzierungsform auch noch die langen Innovations- und Marktzyklen zu beachten.

Biotechnologieorientierte Unternehmen benötigen zu Beginn ihrer unternehmerischen Tätigkeit aufgrund von hohen Forschungs- und Entwicklungskosten sehr viel Kapital. Dem steht jedoch ein Mangel an Sicherheiten gegenüber, weshalb Fremdfinanzierung in der Gründungsphase für Biotechs nur eingeschränkt möglich ist. Viel mehr Bedeutung kommt hier der sog. Beteiligungsfinanzierung zu, wie zum Beispiel Venture Capital oder Business Angels.[5]

Für Biotechnologieunternehmen kommen daher folgende Finanzierungsformen in Betracht: öffentliche Förderungen, Venture Capital, Business Angels, Kreditfinanzierung und Mezzaninkapital.

2.2.1 Öffentliche Förderungen

Einen sehr wichtigen Bereich bei der Gründungsfinanzierung von Biotechnologieunternehmen spielen Förderungen der öffentlichen Hand. In Österreich besonders wichtig ist das Programm „Life Science Austria“ (LISA), welches Unternehmen bei der Neugründung unterstützt. Ziel von LISA ist es, die Zahl der Life Science Unternehmen in Österreich zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden vielversprechende Projekte finanziert und durch diverse Beratungen im Bereich Business Plan, Produktentwicklung etc. unterstützt. Außerdem werden verschiedenste Aus- und Weiterbildungen für die Jungunternehmer angeboten.[6]

Weiters hat in Österreich in diesem Bereich die Austria Wirtschaftsservice GmbH und ihre Förderungen für Unternehmensgründungen große Bedeutung. Als Spezialbank unterstützt die AWS verschiedenste Projekte mit zinsgünstigen Krediten, Zuschüssen, Haftungen und Garantie, aber auch durch Beratungs- und Servicetätigkeiten[7]

Für Biotechs in Österreich gibt es also Förderungen des Bundes, welche nicht nur Kapital sondern auch Wissen und Erfahrungen bieten. Gerade deshalb sollten Jungunternehmer Förderungen in Betracht ziehen.

2.2.2 Venture Capital

Unter Venture Capital oder auch Risikokapital versteht man die Finanzierung von jungen, innovativen Unternehmen mit hohem Wachstumspotential in den Aufbauphasen.[8] Bei einer Venture Capital Finanzierung wird den Jungunternehmern Eigenkapital und Managementunterstützung zur Verfügung gestellt. Die Venture Capital Investoren beteiligen sich also an jungen, innovativen, noch nicht börsenreifen Unternehmen mit dem Ziel, die Beteiligung nach Ablauf einer bestimmten Frist gewinnbringend wieder zu verkaufen. Diese Venture Capital Gesellschaften beteiligen sich gleichzeitig an mehreren Unternehmen, um das Risiko etwas breiter zu streuen und sie finanzieren sich selbst über den Kapitalmarkt.[9]

Bei den Investoren unterscheidet man zwei Gruppen. Einerseits jene Investoren, die unabhängig oder von Banken abhängig sind. Diese Gruppe agiert eher erwerbswirtschaftlich. Die zweite Gruppe von Investoren steht im Konzernverbund mit Industrieunternehmen und versucht der Muttergesellschaft einen Zugang zur Technologie zu bieten. Beiden gemeinsam ist jedoch, dass sie vorwiegend nach prognostizierten Wachstums- und Ertragsraten entscheiden.[10]

Der Vorteil für die Unternehmer liegt vor allem darin, dass durch das Risikokapital die Bilanzstruktur verbessert wird und so der Zugang zu weiteren Finanzierungsmöglichkeiten erleichtert wird. Für die Investoren liegt der Vorteil vor allem darin, dass mit dem hohen Risiko auch eine sehr hohe Ertragschance möglich ist.[11]

Für Biotechnologieunternehmen stellt Venture Capital wohl die attraktivste Finanzierungsform dar. Eine Beteiligung in Form von Venture Capital ist für Biotechs leicht zu bekommen, da es sich ja gerade bei diesen Unternehmen um innovative Unternehmen mit einer sehr hohen Wachstumsrate handelt.

2.2.3 Business Angels

Business Angels sind Privatpersonen, welche über genügend Eigenkapital und unternehmerisches Know-How verfügen und beides in junge Unternehmen investieren wollen. Meist stammen diese Personen selbst aus der Branche und können dann vor allem mit viel Wissen junge Unternehmen unterstützen. Typischerweise erfolgt eine Finanzierung mittels Business Angels in einer sehr frühen Phase der Unternehmensgründung. Ziel ist es auch hier, die Beteiligung gewinnbringend wieder zu verkaufen.[12] Der große Vorteil der Business Angels liegt neben der Kapitalzufuhr vor allem in der Beratungsleistung, welche jungen Unternehmen gerade in der Gründungsphase eine große Hilfe sein kann. Aber auch für Investoren bietet die Beteiligung in Form eines Business Angels einen wesentlichen Vorteil: durch die Beteiligung in der Markteinführungsphase besteht ein sehr hohes Renditepotenzial.[13]

[...]


[1] Heidenreich et al., 2002, S. 4

[2] http://www.oecd.org/document/42/0,3746,en_2649_34537_1933994_1_1_1_1,00.html, 12.06.2012

[3] vgl. Heidenreich et al., 2002, S. 4.

[4] http://www.lifescienceaustria.at/, 05.06.12

[5] Vgl. Peisl, Hanny (2002), 283f

[6] http://www.lifescienceaustria.at/, 05.06.12

[7] www.awsg.at, 05.06.2012

[8] vgl. Zantow (2006), 80

[9] vgl. Guserl, Pernsteiner (2011), 62f

[10] vgl. Kailer, Weiß (2009), 78

[11] vgl. Kailer, Weiß (2009), 80

[12] vgl. Zantow (2006), 83

[13] vgl. Kailer, Weiß (2009), 77

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Gründungsfinanzierung bei Biotech Start Ups
Untertitel
Managerial Implications
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Institut für Unternehmensgründung und -entwicklung)
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V198957
ISBN (eBook)
9783656255352
ISBN (Buch)
9783656255918
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gründungsfinanzierung, biotech, start, managerial, implications
Arbeit zitieren
Katharina Halbmair (Autor), 2012, Gründungsfinanzierung bei Biotech Start Ups, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198957

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