Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Musicology - Miscellaneous

"Kaluli Soundscape"?

Das klangökologische Konzept nach Murray Schafer und Steven Felds ethnographische Studien in Neuguinea

Title: "Kaluli Soundscape"?

Thesis (M.A.) , 2005 , 73 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christina Heinen (Author)

Musicology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Während seiner Feldforschungen untersuchte Feld klangliche
Phänomene der Kaluli in Neuguinea. Auch Schafer erforschte mit dem World Soundscape Project den Zusammenhang zwischen dem Menschen und der hörbaren Umwelt.
Die vorliegende Arbeit verdeutlicht, dass zwischen der Ethnographie Felds und der Konzeption Schafers begriffliche Gemeinsamkeiten bestehen. Beide Gedankenmodelle entstanden im selben Zeitraum und weisen erhebliche Parallelen auf.
Im zweiten Kapitel wird Murray Schafers Soundscape-Konzept erklärt und die in dieser Tradition stehenden Positionen der soundökologischen Klangkomponisten vorgestellt.
Das dritte Kapitel analysiert ausgewählte Textstellen aus Sound and Sentiment. Hierbei wird herausgestellt, inwiefern Feld im Sinne eines Soundscape-Konzepts interpretierend in den Schreibprozess eingreift. In den vergleichenden Beweisführungen kommen in
diesem Kapitel auch Stimmen der elektroakustischen Klangkomponisten zu Wort. Im vierten Kapitel werden die Beziehungen zwischen Schafers Konzept und Steven Felds interpretierten Beobachtungen anhand ausgewählter Textauszüge, die zeitlich nach Sound and Sentiment erschienen, belegt. Die Ergebnisse führen im fünften Kapitel zu
einer abschließenden Auswertung, welche die Frage nach Felds Objektivitätsanspruch klärt. Hierfür wird sich zum einen eine Kritik an Murray Schafers Soundscape-Konzeption als notwendig erweisen. Außerdem beabsichtigt die vorliegende Arbeit in Anlehnung an die Positionen von „Writing Culture“ eine Kritik ethnozentristischer Positionen.
Da Steven Feld und Murray Schafer sich in ihren Hauptwerken auf verschiedene Einzelwissenschaften beziehen, stammen die herangezogenen Quellen dementsprechend aus verschiedenen Disziplinen. Email-Korrespondenz mit den Komponisten Hildegard Westerkamp, Manuel Iturbide Rocha und Michael Rüsenberg, die außerdem hilfreiche Quellen im Internet veröffentlicht haben, verdichteten mein Verständnis über das soundökologische Konzept. So gehen Antworten aus Emails an Westerkamp sowie Steven Feld als direkte Zitate in den Text mit ein.
Die Arbeit befasst sich auch mit klangökologischen Soundscape-Kompositionen. So werden Westerkamps Stück „A Walk Trough The City“ sowie Steven Felds „From Morning Night To Real Morning“ in der Textanalyse besprochen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soundscape-Konzept und klangökologische Komposition nach Murray Schafer

2.1 Das soundökologische Konzept

2.1.1 Grundtöne, Signaltöne und Orientierungstöne

2.1.2 Hi-Fi Soundscape und Lo-Fi Soundscape

2.1.3 Vogellaute als Orientierungslaute

2.1.4 Klangmuster und musikalische Elemente der natürlichen Lautsphäre

2.1.5 Soundwalks und onomatopoetische Nachahmung der Soundscape

2.1.6 Schizophonie

2.2 Die Klangökologische Soundscape-Komposition

2.2.1 Die Konzepte der Soundscape-Komposition

2.2.2 Soundscape-Komposition im Kontext der musikgeschichtlichen Entwicklung

2.2.3 Zusammenfassung und globale Tendenzen in der Soundscape-Komposition

3. Textanalyse der Ethnographie Sound and Sentiment

3.1 Klangmuster im Regenwald

3.2 Vogelklänge

3.2.1 Orientierung im Regenwald

3.2.2 Musikalische Merkmale des Vogelgesangs

3.3 „Muni-Bird“

3.3.1 mythologische Grundlage

3.3.2 Klangmetapher

3.4 Klanglicher Ausdruck

3.4.1 Kaluli Song

3.4.2 Kaluli Weeping

3.5 Poetische Liedtexte

3.5.1 Poetische Landkarten

3.5.2 Ortsbezeichnungen in Liedtexten

3.5.3 Onomatopoetische Elemente der Nachahmung

3.6 Kaluli-Musiktheorie

3.7 Elemente der Klangfarbe

3.8 Kognitive Elemente

3.8.1 Kaluli-Musiktheorie im Kontext kognitiver Strukturen

3.8.2 Auditiv dominierte Wahrnehmung im Regenwald

3.9 Natur versus Kultur

3.9.1 „Sound“ versus „Text“

3.9.2 „Weeping“ als natürlicher Text

3.10 „Acoustic Community“

4. Quellen nach Sound and Sentiment. Felds weitere Entwicklung

4.1 Publikationen und Terminologien Felds nach Sound and Sentiment

4.1.1 „Lift-up-over sounding“. Metapher für Klangmuster

4.1.2 „Kaluli Drum“

4.1.3 „Style statement“

4.1.4 „Acoustic Space“

4.2 Acoustemology

4.3 Tonträger

4.3.1 „Bosavi-Rainforest“ als Soundscape-Komposition

4.3.2 Schizophonie im Kontext der Globalisierung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Hypothese, ob Steven Felds ethnographische Arbeit "Sound and Sentiment" durch die Soundscape-Konzeption von Murray Schafer beeinflusst wurde. Ziel ist es, die Parallelen zwischen der klangökologischen Theorie Schafers und Felds Beobachtungen bei den Kaluli in Neuguinea kritisch zu beleuchten.

  • Vergleichende Analyse des Soundscape-Konzepts nach Murray Schafer und Steven Felds Ethnographie.
  • Untersuchung der klangökologischen Bedeutung von Vogelklängen und Umweltphänomenen bei den Kaluli.
  • Analyse musikalischer Strukturen, Liedtexte und der "Kaluli-Musiktheorie" im Kontext ökologischer Wahrnehmung.
  • Kritische Reflexion über die Rolle des Anthropologen als "künstlerischer" Beobachter und die Einflüsse der Globalisierung auf lokale Klangkulturen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit überprüft die Hypothese, dass Steven Felds Perspektive in seinem Text Sound and Sentiment durch Murray Schafers Soundscape-Konzeption beeinflusst ist.

Während seiner Feldforschungen von 1975-1976 untersuchte Steven Feld klangliche Phänomene der Kaluli in Neuguinea, woraus 1979 seine Dissertation Sound and Sentiment hervorging. Auch Murray Schafer erforschte mit dem von ihm gegründeten World Soundscape Project im Sinne einer „Sound“- bzw. „Akustikökologie“ den Zusammenhang zwischen dem Menschen und der hörbaren Umwelt (Werner 1995:38).

In Anlehnung an das Wort „landscape“ hatte Schafer Ende der 1960er Jahre den Begriff „Soundscape“ erfunden. Während er damit zum einen elektroakustische Musikkompositionen meint, bezieht sich Soundscape zum anderen auf eine „real existierende Schallumwelt mit all ihren Geräuschen, ihrer Technik, ihrer Musik“ (Schafer 1993:10ff). In dem 1977 veröffentlichten Buch The Tuning of the World überarbeitete Schafer die Ergebnisse des WSP und nahm Stellung zur ästhetischen Situation einer „real sound environment“ (Schafer 1988:317, vgl. Lopez 2000:1).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage und die theoretische Verknüpfung zwischen den Ansätzen von Steven Feld und Murray Schafer.

2. Soundscape-Konzept und klangökologische Komposition nach Murray Schafer: Theoretische Erläuterung der klangökologischen Grundlagen, des Soundscape-Begriffs und der musikpraktischen Anwendungen durch Komponisten der Simon Fraser Universität.

3. Textanalyse der Ethnographie Sound and Sentiment: Detaillierte Untersuchung von Felds Kaluli-Studien hinsichtlich ihrer klangökologischen, mythologischen und musiktheoretischen Aspekte.

4. Quellen nach Sound and Sentiment. Felds weitere Entwicklung: Analyse von Felds späteren Publikationen und seiner Entwicklung hin zu einer eigenen klangökologischen Theoriebildung ("Acoustemology").

5. Fazit und Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die ethnographische Methode sowie die Auswirkungen der Globalisierung auf die untersuchten Klangwelten.

Schlüsselwörter

Soundscape, Klangökologie, Steven Feld, Murray Schafer, Kaluli, Bosavi, Akustikökologie, Musikethnologie, Sound and Sentiment, Schizophonie, Soundwalk, Acoustemology, Ethnographie, Natur-Kultur-Dichotomie, Klangmuster.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Steven Felds bedeutende ethnographische Studie über die Kaluli in Neuguinea durch die Konzepte der klangökologischen Schule um Murray Schafer beeinflusst wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft Anthropologie, Musikwissenschaft und klangökologische Theorien, insbesondere im Hinblick auf Umweltwahrnehmung, Klangkategorisierung und die kulturelle Bedeutung von akustischen Phänomenen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Felds ethnographische Arbeit anhand der von Schafer geprägten Begriffe wie "Soundscape", "Schizophonie" oder "Orientierungslaute" neu zu bewerten und methodische Parallelen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt primär eine Textanalyse, um Felds Arbeit "Sound and Sentiment" im Lichte klangökologischer Konzepte zu dekonstruieren und kritisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Schafers Konzepte, eine umfassende Analyse von Felds Kaluli-Studien hinsichtlich ihrer akustischen Kategorisierungen und eine Untersuchung von Felds späteren theoretischen Ansätzen wie der "Acoustemology".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Soundscape, Klangökologie, Akustikökologie, Kaluli, Ethnographie, Schizophonie und der Begriff der "Acoustemology" als klangliche Erkenntnistheorie.

Inwiefern spielt der Mythos des Muni-Vogels eine Rolle?

Der Mythos ist zentral für Felds Verständnis der Kaluli-Kultur; die Rufe der Taube fungieren als "Soundmetapher" für Trauer und als strukturelles Modell für ihre Musiktheorie.

Was kritisiert die Arbeit an Steven Felds späteren Ansätzen?

Die Arbeit hinterfragt, ob Felds späterer Fokus auf die Rolle als "Klangkünstler" und die Vermarktung der Bosavi-Aufnahmen seine wissenschaftliche Objektivität als Anthropologe beeinträchtigt haben könnte.

Excerpt out of 73 pages  - scroll top

Details

Title
"Kaluli Soundscape"?
Subtitle
Das klangökologische Konzept nach Murray Schafer und Steven Felds ethnographische Studien in Neuguinea
College
University of Cologne  (Musikwissenschaftliches Institut)
Course
Musikwissenschaften; Musikethnologie
Grade
1,0
Author
Christina Heinen (Author)
Publication Year
2005
Pages
73
Catalog Number
V198959
ISBN (eBook)
9783656260462
ISBN (Book)
9783656261209
Language
German
Tags
Soundscape Soundökologie sound studies sound ecology Hildegard Westerkamp Murray Schafer Steven Feld Neu Guinea Kaluli Hyperrealität Symbolanthropologie Musikethnologie Acoustic Space songpath acoustemology world music ambience musique concrète writing culture endangered music bosavi
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Heinen (Author), 2005, "Kaluli Soundscape"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198959
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  73  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint