Die Kunst der Renaissance - Aufbruch in die Neuzeit am Beispiel Andrea Palladio


Referat / Aufsatz (Schule), 2010

13 Seiten, Note: A


Leseprobe

1. Erläuterung der Epoche

a. Begriff ‚Renaissance‘

Als Renaissance bezeichnet man eine Epoche beginnend im 14. Jahrhundert, die sich bis zum späten 16. Jahrhundert ausstreckt. Sie bezeichnet den Übergang von Mittelalter zu Neuzeit. In der Kunstgeschichte unterscheidet man zwischen drei Abschnitten der Renaissance: Der Frührenaissance, der Hochrenaissance und der Spätrenaissance, beziehungsweise des Manierismus. Diese fast 200 Jahre währende Epoche war eine Zeit des tief greifenden kulturellen Wandels.

Der Begriff ‚Renaissance‘ stammt aus dem französischen und bedeutet im Deutschen ‚Wiedergeburt‘. Erstmals wurde diese Epoche 1550 von dem italienischen Künstlerbiographen Giorgio Vasari in seinem Buch ‚Vite‘ als Wiedergeburt bezeichnet. Jedoch verwendete Giorgio Vasari noch den italienischen Begriff ‚rinascità‘ und bezeichnete damit die Loslösung von der mittelalterlichen Kunst, sowie eine sich damals entwickelnde Geisteshaltung. Das Mittelalter an sich betrachtete er als eine kurze Phase des Verfalls, obgleich einige Tendenzen jener Zeit auch in die Kunst der Renaissance übertragen wurden.[1]

Laut Vasari entstand die Renaissance aus dem wachsendem Verlangen des Menschen zu lernen und zu verstehen. Die französische Übersetzung ‚Renaissance‘ wurde in Deutschland erst im 19.Jahrhundert durch den Kunsthistoriker Jacob Burckhardt als Bezeichnung der Epoche und als Stilbegriff verwendet.[2]

Ihrem Namen entsprechend war diese Epoche maßgebend für die Auferstehung antiker römischer und griechischer Elemente, die daraufhin das Weltbild jener Zeit dominierten. Jedoch setzte die Menschheit sich nicht nur das Ziel die Antike wieder auferstehen zu lassen, sondern sie zu überflügeln.

Die humanistische Bewegung gewann erneut an Bedeutung. Künstlerische, soziale, wissenschaftliche und politische Weltansichten wandelten sich. Die Renaissance war die Zeit der Entdecker und Gelehrten, aber auch der Künstler.

b. Entwicklung der Gesellschaft

Ein wichtiges Merkmal der Renaissance ist die sich gegenüber vorherigen Epochen ändernde Lebensauffassung der Gesellschaft. Es fand eine Loslösung vom kirchlichen und feudalen System statt. Es entwickelte sich eine Kultur, die vom einfachen Mann, vom Bürger, geprägt wurde. Der Mensch erlangte persönliche Freiheit. Eine neue, gebildete Mittelklasse entstand, bestehend aus Händlern, Kaufmännern und Bankiers. Rechnen, Lesen und Schreiben gehörten zu den Grundlagen des Händlerdaseins und waren somit unerlässlich.[3]

Mit diesen zusätzlichen Kenntnissen stieg auch der Drang nach Wissen. Menschen forschten nach den Ursprüngen der Dinge. Die Natur wurde nicht mehr als selbstverständlich und von Gott gelenkt betrachtet, sondern genauer erfragt. Sie galt als Idealzustand der Freiheit.

Religion und Forschung wurden voneinander getrennt. So gilt die Renaissance auch als das Zeitalter der Wissenschaft und der Erfindungen, von denen insbesondere der Buchdruck unabkömmlich ist.[4]

c. Bedeutung von Kunst für den Menschen

In der Kunst galt es besonders die Beschaffenheit der Natur nachzuahmen und einen starken Bezug zur Realität zu nehmen. Dabei wurden sowohl die Ansichten der Antike weiter ausgebaut, als auch neue Gedanken näher erkundet. Das traditionelle Weltbild wurde in Frage gestellt.

Die vom Jenseits geprägte Lebensauffassung des Mittelalters, entstanden durch die Nachwirkungen des dreißigjährigen Krieges und der Pest, wurde durch eine starke Verbindung der Gesellschaft an das Diesseits ersetzt. Jedoch zeigte sich trotz allem eine geistig-existentielle Krise in der Gesellschaft. Insbesondere die Pest hatte bewiesen, wie zerbrechlich das menschliche Wesen war. Doch die Auffassung der Menschen gegenüber dem Tod änderte sich. Anstatt sich nach dem Leben nach dem Tod zu sehnen, versuchte man eine starke Verbindung zu dem Hier und Jetzt zu knüpfen.[5]

Zwei Möglichkeiten boten sich den Menschen der damaligen Zeit: Sie konnten das Leben und dessen ganze Schönheit in vollen Zügen genießen, die ‚Vita activa‘. oder sich auf Gott und moralische Werte, die über den Tod hinaus gingen, besinnen, die ‚Vita contemplativa‘.[6]

Beide Möglichkeiten jedoch erweckten einen Wunsch nach etwas Greifbaren. Die Kunst war eine Form der Ästhetik, die andauerte. Die Schönheit der Existenz und des Lebens konnte auf eine Leinwand oder in eine Skulptur gebannt werden, um stets in der Erinnerung bewahrt zu werden.

Allerdings erfüllten die Kunstwerke der damaligen Zeit noch einen weiteren Zweck. Oftmals dienten sie neben ihrer ästhetischen Bestimmung auch als Statussymbole. Herrscher, Geistliche, Adlige oder wohlhabende Personen sahen es bereits als eine Art Verpflichtung die Kunst zu unterstützen. Ihr wurde politische Bedeutung zugemessen. Sie wurde mit Macht und Status in Verbindung gesetzt.[7]

d. Die Renaissance in Florenz

Die Epoche der Renaissance vollbrachte einen weitgreifenden Umschwung in ganz Europa. Standpunkte und Lebensweisen wurden durch humanistische Gedanken und Ideen verformt.

Der Ursprung der Renaissance wird meist dem Land Italien zugeordnet, von dem aus sich die epochale Entwicklung durch ganz Europa weiterzog. Insbesondere Florenz soll bei der anfänglichen Entstehung der neuen Ansichten eine große Rolle gespielt haben.

Um 1400 war die Familie der Medicis, bestehend aus Geschäftsleuten, für die Leitung der Stadt Florenz verantwortlich. Sie unterstützten die kulturelle Ausbildung der Bürger und waren große Liebhaber der Kunst und der Architektur, insbesondere Cosimo de Medici.

Unter der Leitung der Medicis war es Florenz möglich Wohlstand und Pracht zu erlangen. Die Wirtschaft florierte, wodurch auch Künstler und Handwerker unterstützt werden konnten. Der Handel mit vielen bedeutenden Kulturen, sowie die fehlende Bedrohung durch eine außeritalienische, militärische Macht erlaubten Florenz zu einer Vorzeigestadt der Renaissance zu werden.[8]

Als anfängliche Träger der Renaissance werden die Dichter Dante Alighieri, Giovanni Boccaccio und Francesco Petrarca genannt, die auch als die ‚drei Kronen von Florenz‘ bezeichnet werden. Mit ihren Werken wurde der Geist der Renaissance hervorgehoben und die Rückkehr zur Antike bewirkt.[9]

Später folgten viele Künstler ihrem Beispiel. Florenz, nun maßgebend für die europäische Kunst und Kultur, wurde ein Sammelpunkt für eine große Anzahl an Künstlern. So siedelten sich beispielsweise auch Donatello, Botticelli und später auch Michelangelo und Leonardo da Vinci in Florenz an.

[...]


[1] http://www.wissen-digital.de/Renaissance_(Bildende_Kunst)

http://www.arthistoricum.net/tutorials/reader/renaissance/lektion-1/2-giorgio-vasari/seite-2

[2] http://www.ibiblio.org/wm/paint/glo/renaissance/

[3] http://www.learner.org/interactives/renaissance/middleages_sub.html

[4] Von Brauchitsch, Boris (1999): Renaissance Schnellkurs, DuMont Buchverlag, S. 15

[5] http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/renaissance/renaissance/wissensfrage_renaissance.jsp

[6] Von Brauchitsch, Boris (1999): Renaissance Schnellkurs, DuMont Buchverlag, S. 23

[7] http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/renaissance/renaissance/index.jsp

[8] http://www.learner.org/interactives/renaissance/florence.html

[9] http://www.arthistoricum.net/tutorials/reader/renaissance/lektion-2/3-die-tre-corone-di-firenze

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Details

Titel
Die Kunst der Renaissance - Aufbruch in die Neuzeit am Beispiel Andrea Palladio
Note
A
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V198967
ISBN (eBook)
9783656253945
ISBN (Buch)
9783656255611
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kunst, renaissance, aufbruch, neuzeit, beispiel, andrea, palladio
Arbeit zitieren
Anna Strasser (Autor), 2010, Die Kunst der Renaissance - Aufbruch in die Neuzeit am Beispiel Andrea Palladio, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198967

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