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Das Verhältnis von 'demand' und 'support' in Textverstehensaufgaben

Exemplarische Analyse eines Aufgabensets der gymnasialen Oberstufe

Titel: Das Verhältnis von 'demand' und 'support' in Textverstehensaufgaben

Hausarbeit , 2011 , 13 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Luzie Haase (Autor:in)

Didaktik - Germanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach PISA 2000 sind Aufgabenstellungen verstärkt in den Blick der Deutsch-Didaktik gerückt. Dabei konzentrierte man sich zunächst vor Allem auf Leistungsaufgaben. Doch auch im Bereich der Lernaufgaben kann die Qualität der Aufgabenstellung entscheidend am Kompetenzaufbau mitwirken.
Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich dementsprechend mit den schwierigkeitsbestimmenden Merkmalen von Textverstehensaufgaben. Die Aufgaben sind dabei als Lernaufgaben und nicht als Leistungsaufgaben angelegt. Was eine Lernaufgabe genau charakterisiert, wird im folgenden Theorieteil erörtert. Ebenso werden die schwierigkeitsbestimmenden Merkmale Integrationsgrad, Entscheidungsspielraum und Präzisionsgrad kurz erklärt und die Begrifflichkeiten demand und support eingeführt. Nach dieser knappen Einführung in die Theorie wird an einem Aufgabenset exemplarisch das Verhältnis von demand und support bestimmt. Dazu wird eine gängige Prosa, in Form einer Kurzgeschichte, die Textgrundlage des Aufgabensets bieten. In der Analyse soll dabei auch die Verbindung der Aufgaben untereinander fokussiert werden. In das abschließend bilanzierende Fazit werden dann Anregungen und Verbesserungsvorschläge eingebracht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Eingrenzung des Bearbeitungsrahmens

2. Definition Aufgabe

2.1. Lern- und Leistungsaufgaben

2.1.1. Übungs-, Erarbeitungs- und Evaluationsaufgaben

3. Schwierigkeitsbestimmende Merkmale von Textverstehensaufgaben

3.1. Komplexität und Offenheit – demand und support

4. Exemplarische Aufgabenanalyse

4.1. Kontext des Aufgabenset

4.2. Analyse des Aufgabensets

4.3. Bilanz der Analyse

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Verhältnis von „demand“ (Anforderung) und „support“ (Unterstützung) in Textverstehensaufgaben im Deutschunterricht der gymnasialen Oberstufe. Ziel ist es, anhand einer exemplarischen Analyse eines dreiteiligen Aufgabensets zu Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte „Das Brot“ aufzuzeigen, wie durch die bewusste Gestaltung dieser beiden Stellschrauben die Lernqualität und der Kompetenzerwerb gesteuert werden können.

  • Kognitionspsychologische Definition von Aufgaben, Übungen und Problemen.
  • Unterscheidung zwischen Lern- und Leistungsaufgaben.
  • Theoretische Fundierung der Merkmale Komplexität, Offenheit, Integrationsgrad, Entscheidungsspielraum und Präzisionsgrad.
  • Exemplarische Analyse eines konkreten Aufgabensets zur Textverstehensdidaktik.
  • Reflexion über die optimale Reihenfolge und Strukturierung von Aufgaben zur Förderung literarischer Verstehensprozesse.

Auszug aus dem Buch

4.2. Analyse des Aufgabensets

Alle genannten Geschichten behandeln thematisch zwischenmenschliche Gefühle auf eine sehr subtile Art. Es ist fast durchgängig nötig, sich die Gedanken mindestens einer involvierten Person zu erschließen. Fast nie wird direkt geäußert, wie der Gemütszustand zu beschreiben wäre, geschweige denn, dass die Person ihn selbst äußern würde. Diese „systematische Unbestimmtheit“ (Winkler, 2011: 64) gilt es aufzulösen, indem der Leser die möglichen Textstellen dafür aufspürt und deutet. Es geht also darum, in einer kurzen und alltäglichen Situation der Kurzgeschichte den globalen Sinn durch Antizipation zu erschließen. Mit Hilfe der ersten Teilaufgabe soll diese systematische Unbestimmtheit aufgelöst werden.

1) Bauen Sie ein Standbild der beiden Figuren, die in der Küche aufeinandertreffen. Die Beziehung zwischen den beiden wird zunächst nur durch Gestik, Mimik und Körperhaltung zum Ausdruck gebracht. Dann äußern Beobachter und Darsteller die Gedanken oder Gefühle der Figuren in der Ich-Form.

Die Aufgabe zielt auf die Beziehung der Protagonisten zueinander ab und ermöglicht den Schülern durch die bildliche Darstellung die Unbestimmtheit aufzulösen. Wie das geforderte Standbild zu bauen ist, ist über einen Verweis einige Seiten weiter im Buch zu erfahren. Die Aufgabe beinhaltet also schonmal ein gewisses Maß an support. Im Hinblick auf den Integrationsgrad erscheint dieser zunächst sehr hoch. Ein Vorwissen über die Erstellung des Standbildes ist jedoch aufgrund des gegebenen supports nicht nötig, was den Integrationsgrad etwas senkt. Durch die „Regieanweisung“ des Standbildes ist es den SchülerInnen möglich, sich auf die Beziehung des Paares zu konzentrieren. Dafür sollen sie zunächst, ganz wie das Paar der Geschichte, nicht sprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eingrenzung des Bearbeitungsrahmens: Die Einleitung verortet das Thema im Kontext der Deutschdidaktik und definiert das Forschungsinteresse an Schwierigkeitsmerkmalen von Lernaufgaben.

2. Definition Aufgabe: In diesem Kapitel werden Aufgaben kognitionspsychologisch von Übungen und Problemen abgegrenzt, wobei der Fokus auf dem Kompetenzerwerb liegt.

2.1. Lern- und Leistungsaufgaben: Hier wird die Unterscheidung zwischen der messorientierten Leistungsaufgabe und der kompetenzorientierten Lernaufgabe theoretisch herausgearbeitet.

2.1.1. Übungs-, Erarbeitungs- und Evaluationsaufgaben: Dieses Unterkapitel kategorisiert Lernaufgaben nach ihren didaktischen Zielen und ordnet die Erarbeitungsaufgabe ein.

3. Schwierigkeitsbestimmende Merkmale von Textverstehensaufgaben: Das Kapitel erläutert die Kriterien, nach denen Textverstehensaufgaben analysiert werden können, und führt die Begriffe „demand“ und „support“ ein.

3.1. Komplexität und Offenheit – demand und support: Hier werden die zentralen Steuerungsparameter „demand“ (Komplexität) und „support“ (Unterstützung) theoretisch als Stellschrauben für Aufgabenschwierigkeit definiert.

4. Exemplarische Aufgabenanalyse: Dieser Abschnitt wendet die theoretischen Erkenntnisse praktisch auf ein dreiteiliges Aufgabenset zu Wolfgang Borcherts „Das Brot“ an.

4.1. Kontext des Aufgabenset: Es wird die Einbettung des analysierten Materials in das Schulbuch und den literarischen Kontext (Trümmerliteratur) beschrieben.

4.2. Analyse des Aufgabensets: Die einzelnen Teilaufgaben werden detailliert hinsichtlich ihres „demand“ und „support“ untersucht und bewertet.

4.3. Bilanz der Analyse: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt didaktische Empfehlungen zur Reihenfolge und Optimierung der Aufgabenstellung.

Schlüsselwörter

Literaturdidaktik, Textverstehensaufgaben, Lernaufgaben, Deutschunterricht, gymnasiale Oberstufe, demand, support, Komplexität, Offenheit, Wolfgang Borchert, Das Brot, Integrationsgrad, Entscheidungsspielraum, Präzisionsgrad, Aufgabenanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Aufgaben im Deutschunterricht so gestaltet werden können, dass sie durch ein ausgewogenes Verhältnis von Anforderung („demand“) und Unterstützung („support“) das Textverstehen von Schülern effektiv fördern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die kognitionspsychologische Definition von Aufgaben, die Unterscheidung von Lern- und Leistungsaufgaben sowie die didaktische Analyse von Textverstehensaufgaben anhand von Schwierigkeitskriterien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch die bewusste Steuerung der Parameter Komplexität und Offenheit die Aufgabenschwierigkeit regulieren können, um Lernprozesse in der gymnasialen Oberstufe gezielt zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine exemplarische Aufgabenanalyse, bei der ein konkretes Aufgabenset zu einer Kurzgeschichte mittels theoretisch fundierter Kriterien wie Integrationsgrad und Entscheidungsspielraum bewertet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen für Aufgabenmerkmale geklärt, bevor diese auf das konkrete Aufgabenset zu Wolfgang Borcherts „Das Brot“ angewandt und kritisch hinsichtlich ihrer Passung für die Oberstufe reflektiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Literaturdidaktik, „demand“ und „support“, Lernaufgaben, Textverstehen sowie der Einsatz von Methoden wie Standbild und Rollenspiel im Unterricht.

Warum wird Wolfgang Borcherts „Das Brot“ für die Analyse herangezogen?

Die Kurzgeschichte dient als Beispieltext, da sie eine „systematische Unbestimmtheit“ aufweist, die Lernende dazu zwingt, tiefere Bedeutungsebenen zu erschließen und somit besonders gut zur Analyse von Textverstehensaufgaben geeignet ist.

Welche didaktische Empfehlung gibt die Autorin für das analysierte Aufgabenset?

Die Autorin schlägt eine veränderte Reihenfolge der Teilaufgaben vor, um die Schüler sensibel an die Mehrdeutigkeit des Textes heranzuführen, bevor formale Aspekte der Kurzgeschichte (wie Erzählstil) bearbeitet werden.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Verhältnis von 'demand' und 'support' in Textverstehensaufgaben
Untertitel
Exemplarische Analyse eines Aufgabensets der gymnasialen Oberstufe
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Germanistik)
Veranstaltung
Literaturdidaktik für die Sekundarstufen: Lesen beobachten, fördern, überprüfen
Note
3,0
Autor
Luzie Haase (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V198978
ISBN (eBook)
9783656258292
ISBN (Buch)
9783656260318
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literaturdidaktik demand/support Textverstehen Aufgabenkultur Deutschunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luzie Haase (Autor:in), 2011, Das Verhältnis von 'demand' und 'support' in Textverstehensaufgaben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198978
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Leseprobe aus  13  Seiten
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