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Die Deutsche Gartenstadtgesellschaft und die "Verwässerung" der deutschen Gartenstadtidee

Title: Die Deutsche Gartenstadtgesellschaft und die "Verwässerung" der deutschen Gartenstadtidee

Term Paper , 2001 , 13 Pages , Grade: 2

Autor:in: Julian Redlin (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen eines Seminars zur Gartenstadtbewegung befaßt sich die vorliegende Arbeit mit der Wandlung der Deutschen Gartenstadtgesellschaft (DGG) von einer sozialutopischen zur praxisorientierten Bewegung. Daher ist im folgenden weniger von künstlerischen Fragen zur konkreten Ausgestaltung der deutschen Gartenstadt die Rede, als vielmehr von historisch-institutionellen Vorgängen innerhalb der deutschen Gartenstadtbewegung.
Nach einem kurzen Überblick über die Missstände im Wohnungswesen gegen Ende des 19. Jahrhunderts und den Ansätzen zu ihrer Behebung, die insbesondere aus Großbritannien kamen, wird der Blick auf die Pioniere des Gartenstadtgedankens in Deutschland gelenkt. Im Mittelpunkt der Arbeit steht dann die konfliktreiche Geschichte der Deutschen Gartenstadtgesellschaft bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Abgeschlossen wird die Darstellung mit der Rückschau auf das von den Protagonisten der Gartenstadt tatsächlich Erreichte und der Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse.
Hauptthese dieser Arbeit ist, dass die „Verwässerung“ der Gartenstadtidee notwendig und richtig gewesen war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hintergrund

A. Probleme des Städtebaus

B. Utopisten vs. Konservative

C. Ebenezer Howard

III. Die sozialutopische DGG

A. Gründung und Ziele

B. Adresse an Politik und Industrie

IV. Die praxisorientierte DGG

A. „Verwässerung des Vereinszieles“

B. Praktische Erfolge

V. Ergebnisse

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den institutionellen Wandel der Deutschen Gartenstadtgesellschaft (DGG) von einer ursprünglich sozialutopischen hin zu einer praxisorientierten Bewegung bis zum Ersten Weltkrieg. Dabei wird die Hauptthese vertreten, dass die schrittweise „Verwässerung“ der ursprünglichen Gartenstadtidee notwendig war, um pragmatische Lösungen für die Wohnungsproblematik des Industriezeitalters zu finden.

  • Wandel des Selbstverständnisses der Deutschen Gartenstadtgesellschaft
  • Einfluss utopischer Sozialreformer vs. praktischer Städteplaner
  • Anpassung der Gartenstadtidee an wirtschaftliche und politische Realitäten
  • Bewertung der Gartenstadtbewegung im Kontext des sozialen Wohnungsbaus
  • Konflikt zwischen theoretischem Ideal und praktischer Umsetzung

Auszug aus dem Buch

C. Ebenezer Howard

Howard sah das größte Hindernis auf dem Weg zu einer besseren Gesellschaft im Sinne der Londoner „Radicals“, die einen marktwirtschaftlichen Sozialismus propagierten und deren Veranstaltungen er besuchte, in den Großstädten. Deshalb entwarf er die Idee einer Verbindung der Vorzüge von Stadt und Land, die er Garden City nannte. In seinem 1898 erstmals veröffentlichten Werk To-morrow: A Peaceful Path to Real Reform, das 1902 unter dem bekannteren Titel Garden Cities of To-morrow wiederaufgelegt wurde, stellte Howard seine neuartige Siedlungskonzeption vor, wobei er der konkreten Ausgestaltung der Gartenstadt allerdings nur ein einziges Kapitel widmete. Die Schrift behandelt ansonsten Fragen zur Machbarkeit: Bodenrecht, Organisation und Finanzierung. Privatbesitz an Boden wurde abgelehnt, das Land sollte in der Hand der kommunalen Betreibergesellschaft bleiben.

Howards Gartenstadtanlage zeichnet sich durch geometrische Strenge und Symmetrie aus: Sie ist kreisförmig und hat einen Radius von 1200 Metern. Im Zentrum befinden sich Parkanlagen und öffentliche Gebäude, die Industrie liegt am Rand, soll aber von den dazwischen wohnenden Arbeitern bequem zu Fuß zu erreichen sein. Um die Stadt herum liegt ein Grüngürtel mit Wäldern, Parks und Bauernhöfen mit ihrem Weide- und Ackerland. Die Einwohnerzahl sollte 32.000 nicht überschreiten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Transformation der DGG von einer sozialutopischen zu einer pragmatischen Bewegung ein und stellt die These auf, dass diese Entwicklung für den Wohnungsbau notwendig war.

II. Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet die städtebaulichen Missstände des 19. Jahrhunderts, die utopischen Ursprünge der Gartenstadtidee und das Modell von Ebenezer Howard.

III. Die sozialutopische DGG: Hier werden die Gründung der DGG unter dem Einfluss lebensreformerischer Kreise wie der „Neuen Gemeinschaft“ und deren idealistische Zielsetzungen beschrieben.

IV. Die praxisorientierte DGG: Das Kapitel analysiert die pragmatische Ausrichtung der DGG, die Kritik an der ursprünglichen Idee und die daraus resultierenden Satzungsänderungen.

V. Ergebnisse: Die Arbeit resümiert, dass die Gartenstadtbewegung trotz des Scheiterns ihrer hehren Ziele einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Wohnungsnot des Industriezeitalters leistete.

Schlüsselwörter

Deutsche Gartenstadtgesellschaft, DGG, Gartenstadtbewegung, Ebenezer Howard, Städtebau, Wohnungsreform, Innenkolonisation, Lebensreform, sozialutopisch, pragmatisch, Satzungsänderung, Industriezeitalter, Wohnungsfrage, Siedlungsbau, Deutsche Werkbund.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Wandlung der Deutschen Gartenstadtgesellschaft (DGG) von ihrer Gründung als sozialutopische Vereinigung bis hin zu einer praxisorientierten Organisation, die sich an den realen Bedürfnissen des Städtebaus vor dem Ersten Weltkrieg orientierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Ursprünge der Gartenstadtidee (u.a. bei Ebenezer Howard), der Einfluss der Lebensreformbewegung, die institutionelle Entwicklung der DGG sowie die Diskrepanz zwischen idealistischer Theorie und praktischer Siedlungspolitik.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Der Autor möchte die These untermauern, dass die „Verwässerung“ der ursprünglichen, oft als utopisch bezeichneten Gartenstadtidee eine notwendige und positive Entwicklung war, um effektive Lösungen für die massiven Wohnprobleme des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-institutionelle Analyse. Der Autor wertet zeitgenössische Schriften, Flugschriften der DGG, Satzungen und Forschungsliteratur aus, um den ideologischen und organisatorischen Wandel nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Hintergrunds, die Analyse der sozialutopischen Gründungsphase unter dem Einfluss der „Neuen Gemeinschaft“ sowie die detaillierte Beschreibung des Prozesses hin zur praxisorientierten Ausrichtung inklusive der Debatte um die Satzungsänderung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Innenkolonisation“, „soziale Wohnungsreform“, „Dezentralisation“, „Satzungsänderung“ und das Spannungsfeld zwischen „Utopismus“ und „Pragmatismus“ charakterisieren.

Warum galt die „Verwässerung“ der Idee laut dem Autor als Erfolg?

Da die strikte Einhaltung der utopischen Idealvorstellungen in der Realität der bestehenden Industriegesellschaft undurchführbar war, ermöglichte die pragmatische Anpassung der DGG eine breitere Wirksamkeit und Einflussnahme auf den modernen Städtebau und sozialen Wohnungsbau.

Welche Rolle spielten die Mitglieder des Deutschen Werkbundes in diesem Prozess?

Mitglieder des Werkbundes traten ab ca. 1907 in den Vorstand der DGG ein und brachten einen Fokus auf die tatsächliche bauliche Umsetzung und Funktionalität mit, was den Übergang zur praxisorientierten Bewegung maßgeblich beschleunigte.

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Details

Title
Die Deutsche Gartenstadtgesellschaft und die "Verwässerung" der deutschen Gartenstadtidee
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Kunsthistorisches Institut)
Course
Die Gartenstadtbewegung
Grade
2
Author
Julian Redlin (Author)
Publication Year
2001
Pages
13
Catalog Number
V19906
ISBN (eBook)
9783638239356
ISBN (Book)
9783638759090
Language
German
Tags
Deutsche Gartenstadtgesellschaft Verwässerung Gartenstadtidee Gartenstadtbewegung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Redlin (Author), 2001, Die Deutsche Gartenstadtgesellschaft und die "Verwässerung" der deutschen Gartenstadtidee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19906
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