Laut Statistischem Bundesamt (2010) war im Jahr 2009 die Bevölkerung mit Migrationshintergrund mit 13,1% etwa doppelt so häufig erwerbslos wie die Bevölkerung Deutschlands ohne Migrationshintergrund (6,6%). Die Integration in die Gesellschaft ist stark abhängig vom Erwerbsstatus, ebenso wie die psychische Gesundheit (Jahoda, Lazarsfeld & Zeisel, 1975). Mit einem guten und sicheren Einkommen steigen private Freizeitmöglichkeiten und die Akzeptanz gegenüber der einheimischen Bevölkerung. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Eingliederung der Einwohner mit Migrationshintergrund in die Erwerbstätigkeit zu steigern. Sie benötigen durch gut geschulte Experten Hilfe bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt und der Organisation der nötigen Schritte auf dem Weg in das Erwerbsleben.
Die vorliegende Arbeit soll der Vorstellung eines Instruktionsdesigns dienen, das den Bildungswissenschaftler im Bereich der Arbeit mit Migranten befähigen soll, kompetent zu arbeiten und erwerbslose Migranten erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren. Als bewährt zur Erreichung oben genannter Vorraussetzungen hat sich das 4C/ID Modell (Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell) von J.J.G. Van Merriënboer, welches in dieser Arbeit anhand eine Entwurfs für einen Bildungswissenschaftler im Bereich der Interkulturellen Arbeit/Arbeit mit Migranten dargestellt wird.
Dieser Entwurf umfasst im praktischen Teil die Präsentation einer Fertigkeitenhierarchie und die darauf aufbauende Ausarbeitung von vereinfachenden Annahmen, Aufgabenklassen und die Beschreibung von Lernaufgaben und weiterführenden Informationen. Es folgen im theoretischen Teil eine Einordnung lerntheoretischer Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens in das 4C/ID Modell und die Vorstellung didaktischer Szenarien und Medien, die sich zur Integration in das Modell eignen.
Zur besseren Lesbarkeit wird ausschließlich die männliche Form verwendet, gemeint werden aber immer beide Geschlechter.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1 Einleitung
2 Das 4C/ID Modell und seine praktische Anwendung
2.1 Kompetenzanalyse und Fertigkeitenhierarchie
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen
2.3 Entwurf von Lernaufgaben
2.4 Unterstützende Informationen und Just-in-time Informationen
2.4.1. Unterstützende Informationen
2.4.2. Just-in-time Informationen
3 Mediendidaktische Einordnung des 4C/ID Modells
3.1 Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens in Bezug auf das 4C/ID Modell
3.2 Didaktische Szenarien für das 4C/ID Modell
3.3 Geeignete Medien und Beispiele
4 Zusammenfassung und Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist das 4C/ID Modell?
Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell (4C/ID) von Van Merriënboer dient der Gestaltung von Lehrplänen für das Erlernen komplexer kognitiver Fertigkeiten.
Wie hilft das Modell bei der Arbeit mit Migranten?
Es befähigt Bildungswissenschaftler, strukturierte Lernumgebungen zu schaffen, um erwerbslose Migranten kompetent bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Was sind die vier Komponenten des Modells?
Die Komponenten sind: Lernaufgaben, unterstützende Informationen, Just-in-time-Informationen und Part-Task-Practice (Üben von Teilfertigkeiten).
Warum ist die Erwerbstätigkeit für Migranten so wichtig?
Die Integration in die Gesellschaft und die psychische Gesundheit hängen stark vom Erwerbsstatus und der damit verbundenen sozialen Akzeptanz ab.
Was versteht man unter situiertem Lernen?
Situiertes Lernen betont, dass Wissen am besten in authentischen Kontexten und sozialen Situationen erworben wird, was im 4C/ID Modell durch realitätsnahe Lernaufgaben umgesetzt wird.
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- Marion Exner (Autor), 2012, Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Interkulturellen Arbeit/Arbeit mit Migranten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199072