Trade and the Diffusion of the Industrial Revolution


Hausarbeit, 2011
23 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

I. Einleitung

II. 5 Kriterien für eine offene Volkswirtschaft

III. Das Wachstumsmodell für die Jahre 1960-2000

IV. Anwendung auf die Jahre 1820-1980

V. Die Güte des Modells

VI. Das Dual-Economy-Modell

VII. Fazit

Literaturverzeichnis

Danksagung

Danken möchte ich meinen Eltern und meiner Schwester für ihre liebevolle Unterstützung all meiner Ideen und Projekte sowie der finanziellen Unterstützung seitens meiner Eltern, die mir mein Studium ermöglicht haben.

Auch möchte ich der Talanx Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft für die finanzielle Unterstützung während meines Studiums und meines Auslandsaufenthaltes danken.

I. Einleitung

Beginnend in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts brachte die industrielle Revolution ein enormes Wirtschaftswachstum für die damaligen Volkswirtschaften. Nach diesen mehr als 200 Jahren des Fortschritts sind es heute vor allem die OECD Staaten, die als Gewinner aus dieser Revolution hervorgegangen sind. Zwar stagnieren ihre Wachstumsraten bei nahe 2 % seit Beginn des 19. Jahrhunderts (Lucas, 2009), der vorhergegangene Aufschwung führte jedoch zu einem beträchtlichen durchschnittlichen BIP pro Kopf von $ 32.856 im Jahre 2009 (OECD StatExtract , 2011). Dem gegenüber stehen die afrikanischen Staaten mit einem BIP pro Kopf von gerade einmal $ 2.956 im Jahre 2010 (OECD Statistics, 2010). Wachstumsraten in diesen Ländern sind nahe Null und in manchen Zeiten sogar negativ (Lucas, 2009:S2). Eine Konsequenz daraus ist ein enormes Ungleichgewicht, das heute zwischen den Staaten herrscht. Eine Frage, die sich unweigerlich daraus ergibt, ist: „Wieso manche Staaten schneller wachsen als andere?“ Warum konnten einige die neu gewonnen Erkenntnisse besser umsetzen, während andere heute noch stagnierende Wachstumszahlen aufweisen? Ein Studium der industriellen Revolution erfordert somit auch ein Studium darüber, wie sich Fortschritt verbreiten kann und was Staaten zur Umsetzung beitragen können (Lucas, 2009:S1).

In seinem Artikel: „Trade and the Diffusion of the Industrial Revolution“ greift Robert E. Lucas Jr. genau diese Fragestellungen auf. Er stellt ein einfaches Diffusionsmodell dar und versucht zu beschreiben, wie sich die industrielle Revolution über die einzelnen Staaten auswirkt. Dabei erläutert er, dass „ obwohl Kapital und Arbeit eine Rolle spielen, es vor allem der „Fluss der Ideen“ ist, der zu einer Reduzierung von Einkommensunterschieden führt (,..)“(Lucas, 2009:S1). Die Untersuchung des Wissenstransfers von den erfolgreich industrialisierten Staaten zu den heute stagnierenden Volkswirtschaften ist der Kern seiner Arbeit. Dieser Austausch ist nur dann erfolgreich, wenn die Ideen ungehindert zwischen den Ländern fließen können. Lucas spricht in diesem Zusammenhang von einer „offenen“ Volkswirtschaft. Erfüllt diese bestimmte Kriterien, so versucht das von Lucas beschrieben Modell das Wachstumsverhalten der offenen Länder zu beschreiben.

In meiner Arbeit werde ich dieses Konzept, seine zugrundeliegenden Parameter und Annahmen aufgreifen und erläutern. Dafür werde ich zunächst darstellen, wann eine Volkswirtschaft als „ungehindert“ und „ offen“ definiert wird. In Kapitel 2 adaptiere ich dafür auch die von Lucas benutzten Klassifizierungsmerkmale aus einer Studie von Jeffrey D. Sachs und Andrew M. Warner (1995). Daraufhin werde ich in dem dritten Abschnitt die Differenzengleichung des Modells aufstellen und diese anhand von Daten aus den Jahren 1960-2000 überprüfen. Kapitel 4 überträgt dasselbe Modell auf die Jahre vor 1960 und hinterfragt, ob das entwickelte Konzept auch über diesen Zeitraum angewendet werden kann. Da das Modell darauf abzielt das Wachstumsverhalten einer offenen Volkswirtschaft zu erklären, werde ich im fünften Teil meiner Arbeit gesondert auf die Güte des Modells eingehen. Hierbei wird vor allem ein Defizit in Bezug auf „arme“, vor allem durch die Landwirtschaft dominierte Staaten sichtbar. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, entwickelt Lucas ein Duales-Modell. In Kapitel 6 werde ich kurz auf diese Modifikationen eingehen. Da jedoch die von Lucas erhoffte Verbesserung ausbleibt, reduziere ich die Erläuterungen auf ein Minimum. Kapitel 7 zieht ein Fazit über die Ergebnisse.

II. 5 Kriterien für eine offene Volkswirtschaft

Damit Wissen ungehindert von erfolgreichen zu ärmeren Staaten fließen kann, muss eine Volkswirtschaft als „offen“ gelten. Lucas bezieht sich hierbei auf 5 Kriterien, die in der Arbeit von Andrew M. Warner und Jeffrey D. Sachs (1995) verwendet wurden. Danach gilt ein Staat nur dann als offen, wenn er die folgenden Kriterien gleichermaßen erfüllt. Ist dies nicht der Fall, so wird er als „geschlossen“ dargestellt.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Kriterien:

1. ) Die effektiven protektionistischen Maßnahmen einer Ökonomie dürfen sich höchstens auf einem Niveau unterhalb von 40 % befinden. Unter effektiven protektionistischen Maßnahmen versteht man Aufschläge oder Tarife, die auf Importgüter anfallen. So darf zum Beispiel ein lokaler Unternehmer höchstens 40 % mehr an Wert für seine Waren auf dem lokalen Markt bekommen als ein vergleichbarer Produzent, der seine Ware in das Land importieren muss.
2. ) Die Importquoten, also die Beschränkungen für die Einfuhr von Waren, müssen ebenfalls unter 40 % liegen.
3. ) Der Staat darf keine sogenannten „Export Marketing Boards“ eingerichtet haben. Diese Einrichtungen zwingen die lokalen Farmer dazu, einen Teil ihrer Ernte zu sehr geringen Preisen an den Staat abzugeben. Die Regierung verkauft diese Ware weiter auf dem internationalen Markt zu lukrativeren Preisen (Lucas, 2009:S3).
4. ) Es ist dem Staat untersagt, Einfluss auf den Devisenmarkt bzw. die Währung seines Landes zu nehmen. Auch darf kein Schwarzmarkt für Währungen existieren. Es soll so verhindert werden, dass durch das Eingreifen des Staates der Wert der Währung verändert wird. Einzig und allein durch die Nachfrage und das Angebot des Zahlungsmittels wird dessen Preis bestimmt.
5. ) Das Land darf nicht sozialistisch geprägt sein, wobei sich die Autoren hierbei auf die Definition aus einer Studie von Janos Kornai (1992) beziehen. Im Detail wird hierbei auf das kommunistische System verwiesen (Lucas, 2009:S2-3).

Sind alle diese Kriterien erfüllt, kann man zwar nicht von einem ganz und gar liberalen Staat sprechen, der sich der unsichtbaren Hand des Marktes hingibt. Dennoch zeigt es, dass die Volkswirtschaft den internationalen Handel nur gering beschränkt und eine aktive Teilnahme daran für jedes Individuum möglich ist (Lucas, 2009:S3). Die nachstehende Abbildung 1 bildet die durchschnittliche Wachstumsrate über die Periode von 1960-2000 und das BIP pro Kopf von 1960 (1990 $) für 112 Staaten ab. Diese wurden, nach den von Sachs und Warner getroffenen Kriterien, in offene und geschlossene Volkswirtschaften eingeteilt. Die Kreise bezeichnen dabei geschlossene, die Punkte offene Volkswirtschaften. Anzumerken ist hierbei, dass Lucas die von Sachs und Warner über einen Zeitraum von 20 Jahren angelegte Einteilung auf einen 40-jährigen Zeitraum ausdehnt. Dadurch werden Staaten als geschlossen dargestellt, die während des Zusammenbruchs des Ostblocks 1990 viele Reformen verabschiedet hatten und damit eigentlich als offen gelten würden (Lucas, 2009:S3-4).

Deutlich ist zu erkennen, dass die Mehrheit der offenen Staaten über den geschlossenen liegt und allesamt Wachstumsraten von größer als Null haben.

Abbildung 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Die Reichen Staaten - hauptsächlich Europa, Nordamerika und Japan - zeigen Wachstumsraten von nahe zwei Prozent. Die ärmsten Länder - hauptsächlich in Afrika und Asien - weisen extreme Unterschiede in ihren Wachstumsraten auf, angefangen bei dem wundersamen Wachstum von Süd-Korea, Taiwan, Hong Kong und Singapur, bis zu dem stagnierenden oder sogar negativen Wachstum von einigen afrikanischen und asiatischen Ländern“ (Lucas, 2009:S2).

III. Das Wachstumsmodell für die Jahre 1960-2000

Abbildung 2 beschränkt die 112 Länder, aus Abbildung 1, auf die europäischen Ost- und Weststaaten im selben Zeitraum. Dabei stellt Lucas fest, dass in der 40-jährigen Periode die Wachstumsrate eines offenen europäischen Landes umso höher ist, je ärmer es 1960 war (Lucas, 2009:S4).

Abbildung 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um diese Anpassungsdynamik algebraisch darzustellen, entwirft er ein Modell, das mit Hilfe von sogenannten „Spillover“- Effekten das Aufholwachstum beschreiben soll. „Unter Spillovers werden Einflüsse auf ökonomisches Wachstum verstanden, welche die Grenzen des Landes durchbrechen und sich auf seine Nachbarn auswirken“ (Weil, 2005:S532). In Bezug auf das Modell wird hierbei vom Wissens Spillover ausgegangen, also Erkenntnisse, die von einem Land ins andere fließen. Grundlage dafür ist ein 1-Sektor „AK“-Wachstumsmodell. Das BIP pro Kopf einer Volkswirtschaft soll sich proportional zu seinem Bestand an Humankapital entwickeln (Lucas, 2009:S5). Hierbei wird zwischen zwei verschiedenen Staaten unterschieden. Stellen wir uns zunächst eine führende Volkswirtschaft vor, die einen bestimmten Anteil H(t) an Humankapital besitzt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Trade and the Diffusion of the Industrial Revolution
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V199194
ISBN (eBook)
9783656258575
ISBN (Buch)
9783656259039
Dateigröße
677 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spillover Effekte, Robert E. Lucas, Handel, Wirtschaftswachstum, Dual-Economy Modell, Industrielle Revolution
Arbeit zitieren
Philipp J. Kremer (Autor), 2011, Trade and the Diffusion of the Industrial Revolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199194

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Trade and the Diffusion of the Industrial Revolution


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden