Beginnend in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts brachte die industrielle Revolution ein enormes Wirtschaftswachstum für die damaligen Volkswirtschaften. Nach diesen mehr als 200 Jahren des Fortschritts sind es heute vor allem die OECD Staaten, die als Gewinner aus dieser Revolution hervorgegangen sind. Zwar stagnieren ihre Wachstumsraten bei nahe 2 % seit Beginn des 19. Jahrhunderts (Lucas, 2009), der vorhergegangene Aufschwung führte jedoch zu einem beträchtlichen durchschnittlichen BIP pro Kopf von $ 32.856 im Jahre 2009 (OECD StatExtract , 2011). Dem gegenüber stehen die afrikanischen Staaten mit einem BIP pro Kopf von gerade einmal $ 2.956 im Jahre 2010 (OECD Statistics, 2010). Wachstumsraten in diesen Ländern sind nahe Null und in manchen Zeiten sogar negativ (Lucas, 2009:S2). Eine Konsequenz daraus ist ein enormes Ungleichgewicht, das heute zwischen den Staaten herrscht. Eine Frage, die sich unweigerlich daraus ergibt, ist: „Wieso manche Staaten schneller wachsen als andere?“ Warum konnten einige die neu gewonnen Erkenntnisse besser umsetzen, während andere heute noch stagnierende Wachstumszahlen aufweisen? Ein Studium der industriellen Revolution erfordert somit auch ein Studium darüber, wie sich Fortschritt verbreiten kann und was Staaten zur Umsetzung beitragen können (Lucas, 2009:S1).
Inhaltsverzeichnis
Danksagung
I. Einleitung
II. 5 Kriterien für eine offene Volkswirtschaft
III. Das Wachstumsmodell für die Jahre 1960-2000
IV. Anwendung auf die Jahre 1820-1980
V. Die Güte des Modells
VI. Das Dual-Economy-Modell
VII. Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum wachsen manche Staaten schneller als andere?
Die Arbeit untersucht, wie sich technischer Fortschritt verbreitet und welche Rolle der Handel sowie staatliche Rahmenbedingungen bei der Umsetzung der industriellen Revolution spielen.
Was kennzeichnet eine offene Volkswirtschaft?
Es werden fünf Kriterien definiert, die bestimmen, wie gut eine Volkswirtschaft am globalen Handel teilnehmen und von technologischen Neuerungen profitieren kann.
Was ist das Dual-Economy-Modell?
Dieses Modell beschreibt die Koexistenz von traditionellen und modernen Sektoren innerhalb einer Volkswirtschaft während des Industrialisierungsprozesses.
Wie groß ist das Wohlstandsgefälle zwischen OECD- und afrikanischen Staaten?
Während OECD-Staaten 2009 ein BIP pro Kopf von über 32.000 $ erreichten, lag dieser Wert in vielen afrikanischen Staaten bei unter 3.000 $.
Welchen Zeitraum deckt das untersuchte Wachstumsmodell ab?
Die Arbeit analysiert Datenmodelle für die Jahre 1960-2000 und wendet diese retrospektiv auf den Zeitraum 1820-1980 an.
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- Philipp J. Kremer (Author), 2011, Trade and the Diffusion of the Industrial Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199194