„Es wäre umsonst, genau zu fragen, wann König Artus gelebt habe. Aber den Grund, die Geschichte und Wirkungen dieser Sagen und Dichtungen durch alle Nationen und Jahrhunderte, in denen sie geblüht, zu untersuchen und ein Phänomen der Menschheit ins Licht zu stellen, dies wäre nach den schönen Vorarbeiten dazu ein ruhmwürdiges Abenteuer, so angenehm als belehrend.“ -
Dieses Zitat von Johann Gottfried Herder könnte passender nicht sein. Wohl keine zweite Person aus dem europäischen Mittelalter ist heute noch so allgegenwärtig wie die Figur des König Artus. Die Ritter der Tafelrunde und die Abenteuer des Königs beschäftigen seit über 900 Jahren Erzähler, Sänger, Dichter und Schreiber. Sowohl damals als auch heute finden wir zahlreiche Zeugnisse für die Verwendung der Artussage. Ich denke nicht, dass Hartmann von Aue, der den Artus in jedem seiner Werke auf irgendeine Art einsetzt, gedacht hätte, dass Jerry Bruckheimer viele Jahrhunderte später einen Film über eben diesen König drehen wird.
Abgesehen davon, dass die Ansätze der Kreativen oftmals stark voneinander abweichen, bleibt jedoch eins beständig: König Artus ist eine Vorbildfigur. Er vereint alle ritterlichen Tugenden und Pflichten, sowie die Qualitäten eines wahren Herrschers in sich und gilt als nahezu unfehlbar. Um diese Vorstellung einer königlichen Referenz zu untersuchen und den Grund für die andauernde Verwendung der Figur Artus herauszuarbeiten, versuche ich in dieser Hausarbeit eine möglichst genaue Skizze der Entwicklung der Sage darzustellen, berühmte Aufgriffe der Sage zu analysieren und moderne Adaptionen zu interpretieren. Ferner möchte ich sehen, ob der gesellschaftliche Stellenwert der Figur des Artus sich irgendwann signifikant gewandelt hat, oder ob er über Jahrhunderte die selben Wurzeln behielt.
Mein Ziel in dieser Arbeit ist es, herauszufinden, woher der Mythos Artus kam, warum er über Jahrhunderte in den Köpfen der Menschen blieb, wozu die Verwendung und Verbreitung der Sage in den verschiedenen Epochen gedacht war und was ihn zu dem macht, was er ist - der scheinbar perfekte König.
Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung
II. Ursprünge und Entwicklung des Mythos
1. Die ältesten Zeugnisse von Artus
2. Aufgriff des Mythos von G. of Monmouth und Wace
3. Weiterentwicklung der Sage
4. Darstellung von Artus bei Chrétien de Troyes
5. Vorläufige Endfassung
III. Stellenwert der Artusfigur in der Gesellschaft
1. Früh- bis Spätmittelalter
2. Artus in der Tudor- und Stuartzeit
3. Artus in der Moderne
a) Literatur
b) Film & Sonstiges
4. Aktualität der Artussage
IV. Fazit
V. Bibliographie
Häufig gestellte Fragen
Woher stammt der Mythos um König Artus?
Die Ursprünge liegen in frühen walisischen und lateinischen Chroniken des Frühmittelalters, die später von Autoren wie Geoffrey of Monmouth literarisch ausgebaut wurden.
Warum ist König Artus bis heute so populär?
Artus verkörpert das Ideal des perfekten Herrschers und vereint ritterliche Tugenden, was ihn zu einer zeitlosen Vorbildfigur für verschiedene Epochen macht.
Welche Rolle spielt die Tafelrunde?
Die Tafelrunde symbolisiert die Gleichheit und Gemeinschaft der besten Ritter und ist ein zentrales Element der Artussage, das für soziale und moralische Ordnung steht.
Wie veränderte Chrétien de Troyes die Sage?
Er führte höfische Ideale und neue Abenteuer ein, wodurch Artus mehr zu einer Hintergrundfigur für die Taten seiner Ritter (wie Lancelot oder Parzival) wurde.
Wie wird Artus in der Moderne dargestellt?
In der modernen Literatur und im Film (z. B. Jerry Bruckheimer) wird der Mythos oft neu interpretiert, mal historisierend, mal als Fantasy-Epos, behält aber den Kern der Heldenreise bei.
Wozu diente die Verbreitung der Sage im Mittelalter?
Sie diente der Legitimation von Herrschaft, der Vermittlung von moralischen Werten und der Unterhaltung des Adels durch idealisierte Rittergeschichten.
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- Anonym (Author), 2009, Der Artusmythos - Ursprung, Entwicklung und Stellenwert in der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199260