Die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Charlotte Cohn


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum Begriff der Themenzentrierten Interaktion

3 Die Schöpferin der TZI: Ruth Charlotte Cohn

4 Das Vier-Faktoren-Modell
4.1 Das Ich
4.2 Das Wir
4.3 Das Es
4.4 Der Globe

5 Die Themenformulierung

6 Die Grundsätze und Forderungen der TZI
6.1 Axiome
6.2 Postulate

7 Der Zusammenhang zwischen Balance und Eisberg

8 Die Interventionsregeln

9 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Gegenstand dieser Ausarbeitung ist die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Charlotte Cohn. Vorab wird in Abschnitt 2 der Begriff der Themenzentrierten Interaktion definiert sowie das Wesen des Systems erläutert.

Im nachstehenden Abschnitt 3 wird auf die Begründerin und deren Lebenslauf eingegangen. Dies soll die Entstehung und Entwicklung der Themenzentrierten Interaktion hervorheben.

Um die Begrifflichkeiten zu komplettieren und zur Verdeutlichung der Grundlagen, werden ferner in Abschnitt 4 die unterschiedlichen Faktoren differenziert, die das Grundgerüst der Themenzentrierten Interaktion bilden.

Der darauffolgende Abschnitt 5 beschäftigt sich mit der Themenformulierung, die im Zentrum der Themenzentrierten Interaktion steht. Dabei wird insbesondere auf die einzelnen Schritte sowie Kriterien zur Themenformulierung eingegangen.

Darauf aufbauend werden in Abschnitt 6 die Grundsätze und Forderungen der Themenzentrierten Interaktion thematisiert. Diese werden zunächst jeweils definiert und im Anschluss daran erklärt.

Abschnitt 7 beschäftigt sich vorwiegend mit dem Zusammenhang zwischen Balance und Eisberg unter Einbeziehung der Faktoren in ihrer Ganzheitlichkeit.

Abschließend finden in Abschnitt 8 die Interventionsregeln ihre Zuwendung. Im Mittelpunkt stehen dabei die jeweilige Definition und deren Erläuterung.

2 Zum Begriff der Themenzentrierten Interaktion

Um sich mit der Thematik der vorliegenden Arbeit auseinandersetzen zu können, ist es wichtig, den Begriff der Themenzentrierten Interaktion[1] zu definieren. In der Literatur existieren unzählige Definitionen des TZI-Begriffs. Eine ausführliche Definition führt Spielmann an, in der es heißt:

„TZI ist ein umfassendes, ganzheitliches Handlungskonzept mit dem Ziel, Situationen, in denen Menschen miteinander arbeiten, lernen und leben, bewusst, human und humanisierend zu gestalten. Dabei liegt der Fokus meist auf dem Leistungshandeln in Gruppen, Teams, Gremien und Organisationen. TZI ermöglicht eine differenzierte Wahrnehmung von Situationen und eine zielgerichtete Steuerung und Begleitung von sozialen Prozessen. Dazu gehören Aufgaben wie Planung, Leitung, Intervention, Reflexion, Analyse und Diagnose. Ziel ist, Arbeits- und Lernprozesse so zu gestalten, dass optimale Ergebnisse erzielt werden können, indem sowohl die gemeinsame Aufgabe, die Interaktion zwischen allen Beteiligten als auch die individuellen Interessen und die Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.“[2]

Demzufolge liegt das Hauptaugenmerk auf dem Thema bzw. dem Anliegen, worüber mehrere Individuen innerhalb einer Gruppe interagieren. Diese Interaktion gilt es, zielgerichtet zu steuern, um den Lernprozess einerseits zu optimieren und andererseits die Entwicklung zu einem werthaltenden Menschenbild zu fördern.

3 Die Schöpferin der TZI: Ruth Charlotte Cohn

Ruth Charlotte Cohn mit deutsch-jüdischer Abstammung wurde 1912 in Berlin geboren. Im Alter von 19 Jahren begann sie zunächst ein Studium der Nationalökonomie und Psychologie. Aufgrund des Nationalsozialismus floh sie 1933 nach Zürich, wo sie ihr Studium der Psychologie fortsetzte und zur Psychoanalytikerin ausgebildet wurde.

Als sie im Jahre 1941 nach Amerika ging, betrieb sie zunächst psychotherapeutische Studien, wodurch sie den Zugang zum lebendigen Lernen[3] fand. Durch die spätere Ausbildung in Gruppentherapie veranlasste sie zum Thema „Gegenübertragung“ einen Workshop, der den Grundstein zur TZI legte. Einen weiteren Workshop gründete Cohn 1966, den Workshop Institut for Living-Learning (kurz: WILL), der sich tiefgründiger mit der Ausbildung, Forschung und Praxis von TZI beschäftigte.

Durch die Bewährung des WILL Europa in 1972 gründete sie 14 Jahre später WILL International, der seit 2002 den Namen der Gründerin trägt: Ruth Cohn Institute für TCI-international. Bis zu ihrem Tod in 2010 lebte sie in Düsseldorf.[4]

4 Das Vier-Faktoren-Modell

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der theoretischen Grundlage der TZI. Dabei wird auf die verschiedenen Einflussgrößen eingegangen sowie deren Interdependenz aufgezeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vier-Faktoren-Modell im Überblick, eigene Bearbeitung nach Matzdorf, P., Cohn, R. (1992), S. 70.

Die Abbildung visualisiert das Vier-Faktoren-Modell und stellt die Ganzheitlichkeit des Lernens und (Zusammen-)Lebens sowie die Wechselwirkung der einzelnen Faktoren innerhalb der Gruppeninteraktion dar.

4.1 Das Ich

Das Ich beinhaltet jedes Individuum mit seinen Bedürfnissen, Interessen, Motiven, Einstellungen und Emotionen.[5] Diese Aspekte haben Einfluss auf die Motivation des Einzelnen, weshalb daran gelegen ist, das eigene Bewusstsein zu erweitern. Dabei muss selbstkritisch hinterfragt werden, welchen Standpunkt man vertritt und wie man sich in Bezug zu dem Thema fühlt bzw. wie das Thema auf das Ich wirkt. Weiterhin sind die eigenen Fähigkeiten und der persönliche Wille maßgeblich für die darauffolgenden Interaktionen und demzufolge auch für die Persönlichkeitsentwicklung.[6]

4.2 Das Wir

Die in Abschnitt 4.1 angesprochenen Aspekte zum Ich gelten hier analog, wobei nun mehrere Ichs durch Interaktion zusammentreffen und gemeinsam das Wir bilden. Durch Zuwendung zur Aufgabe und Beziehung zu anderen Ichs kann sich der Einzelne verwirklichen. Hierbei tritt jedoch nicht nur die Verantwortung des Individuums in den Vordergrund, sondern auch die der Gruppe.[7]

4.3 Das Es

Während bislang in der Literatur das Thema als Es verstanden wurde, differenziert die aktuelle Literatur diese Begrifflichkeiten. Langmaack bezeichnet das Thema als „formulierte[s] Anliegen, welches in der Gruppe bzw. zwischen zweien in den Dialog gelangen soll, es ist der Fokus der Aufmerksamkeit.“[8] [9]

Das Es hingegen ist nach Spielmann durch „das Anliegen, den Inhalt, die Aufgabe [sowie] das Ziel, dessentwegen sich die Individuen zusammenfinden“[10], charakterisiert. Somit geht es darum, was – ausgehend von dem Thema – möglich und wünschenswert ist. Ferner wird hier darauf abgezielt, das Thema exemplarisch anzugehen.[11]

Würde man beides gleichsetzen, so „fällt die Eigensinnigkeit des Gegenstandes heraus.“[12] Somit würde das Thema subjektiv betrachtet werden, was zur Folge hätte, dass das Thema an der Spitze des Dreiecks stünde und nicht mehr im Zentrum dessen. Aber gerade das ist ein Charakteristikum der TZI.

4.4 Der Globe

Der Globe beinhaltet Rahmenbedingungen und das Umfeld, welche Einflüsse auf die zuvor beschriebenen drei Faktoren haben. Da interdependente Beziehungen zwischen dem Globe und den einzelnen Faktoren Ich, Wir und Es herrschen, muss der Globe nicht als vollständig gegeben hingenommen werden. Die Faktoren Ich und Wir können ihre Umwelt mitgestalten und Störquellen beispielsweise im Vorfeld ausschalten bzw. minimieren, um den zuvor erwähnten Selbstverwirklichungsprozess zu optimieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Globe im Vergleich, eigene Bearbeitung nach Langmaack, B. (2011), S. 119 f.

Zum besseren Verständnis zeigt die Abbildung beispielhaft den Globe verschiedener Lebensbereiche, die zum Teil als gegeben hingenommen werden müssen oder beeinflussbar sind.

[...]


[1] Im Folgenden wird zwecks besserer Lesbarkeit die Abkürzung TZI verwendet.

[2] Spielman, J. (2009), S. 15 f.

[3] Lebendiges Lernen im Sinne der TZI impliziert die Verbindung von fachlichem mit sozialem und
persönlichem Lernen. Dabei werden individuelle Bedürfnisse und Anliegen der Lernenden aufge-
griffen (vgl. Stallmann, V. (2012)).

[4] vgl. Nickel, H. (o.J.).

[5] vgl. Moser, A. (1996), S. 5.

[6] vgl. Matzdorf, P., Cohn, R. (1992), S. 71.

[7] vgl. Matzdorf, P., Cohn, R. (1992), S. 71 f.

[8] Langmaack, B. (2011), S. 99.

[9] Weitere Ausführungen dazu können nachgelesen werden in Abschnitt 5 (Themenformulierung).

[10] Spielman, J. (2009), S. 16.

[11] vgl. Kügler, H. (2011).

[12] Zitterbarth, W. (2009), S. 215.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Charlotte Cohn
Hochschule
Universität Kassel  (Institut für Betriebswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Konstruktive Konfliktbearbeitung
Note
1,3
Autoren
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V199315
ISBN (eBook)
9783656259602
ISBN (Buch)
9783656260004
Dateigröße
668 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Themenzentierte, Interaktion, Ruth Cohn, TZI, Ich, Wir, Es, Globe, Chairman, Chairperson, Axiome, Postulate, Störungen, Balance, Dynamische Balance, Teamentwicklung, Teamarbeit, Gruppenarbeit, Team, Gruppe, Eisbergmodell
Arbeit zitieren
Jutta Otterbein (Autor)Lisa Jungkurth (Autor), 2011, Die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Charlotte Cohn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199315

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