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Die klassischen Kurzgeschichten "Das Brot" von Wolfgang Borchert und "Saisonbeginn" von Elisabeth Langgässer

Kompetenzorientierter Unterricht, Analyse des Schwierigkeitsgrads und Aufgabenstellungen für die Sekundarstufe II

Title: Die klassischen Kurzgeschichten "Das Brot" von Wolfgang Borchert und "Saisonbeginn" von Elisabeth Langgässer

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. Christiane Streubel (Author)

Didactics - German Studies
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Der Beitrag diskutiert angelehnt an Vorschläge von Kaspar Spinner und Clemens Kammler die Grundprobleme literarischen Lernens und literarischer Kompetenzen. Vor diesem Hintergrund analysiert er ausführlich den Schwierigkeitsgrad der beiden klassischen Kurzgeschichten "Das Brot" von Wolfgang Borchert und "Saisonbeginn" von Elisabeth Langgässer. Abschließend werden jeweils konkrete Vorschläge für kompetenzorientierte Aufgabenstellungen formuliert.

Aus der Einleitung:
Das Umgehen mit literarischen Texten im Unterricht ist nach dem aktuellen didaktischen Diskussionsstand im Vergleich zum Gegenstand der Sachtexte mit besonderen Zielen verbunden. Dazu zählen die Kenntnis literarischer Genres, die Fähigkeit zu kontextueller Lektüre in literaturgeschichtlicher Perspektive und die Partizipation am kulturellen Leben auf der Grundlage literarischer Bildung. Als spezifische Merkmale literarischer Texte werden Unbestimmtheit und Erwartungsbruch, Vorherrschen von Mehrdeutigkeit und Symbolik hervorgehoben. Für die Interpretation eines literarischen Textes sind somit spezielle Kompetenzen erforderlich, die die Spielregeln literarischer Kommunikation beachten. Insbesondere sind Inferenzbildungsprozesse nötig, um mit Unbestimmtheitsstellen, symbolischer Verdichtung und Erwartungsbrüchen adäquat umgehen zu können. Die (Schülerinnen und Schüler (SuS) müssen dafür sensibilisiert sein, dass die Sprachgestaltung in literarischen Texten mit einer bestimmten Wirkungsintention verbunden ist. Sie sollen im Unterricht die Erfahrung machen, dass die Untersuchung der Wortwahl, der Syntax der stilistischen Mittel und der Steuerungsfunktion des Erzählers sich im Sinne des Textverständnisses auszahlen kann.
Lehrende sollen auf dem Weg zu einem kompetenzorientiertem Unterricht die Anforderungen von Lern- und Leistungsaufgaben exakter einschätzen können. Für Kurzgeschichten ist für die Analyse des jeweiligen Schwierigkeitsgrads eine Unterteilung in sechs zentrale Dimensionen erfolgt:
1. Sprachliche Mittel/Form, 2. Handlungslogik, 3. Figuren, 4. Bildlichkeit, 5. Gattung und 6.Wissensimplikationen, die von den übrigen Kategorien nicht abgedeckt sind.
Aufgabenstellungen, die literarische Kompetenzen fördern sollen, lassen sich grundsätzlich in rezeptive (Verständnis, Interpretationen, Umgang mit Literatur als Kunst) und produktive (Verfassen literarischer Texte) Kompetenzen unterteilen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Wolfgang Borchert: Das Brot (1946)

2.1 Analyse des Schwierigkeitsgrads

2.1.1 Sprachliche Mittel/Form

2.1.2 Handlungslogik

2.1.3 Figuren

2.1.4 Bildlichkeit

2.1.5 Gattung

2.1.6 Wissensimplikationen

2.1.7. Schwierigkeitsprofil der Kurzgeschichte Das Brot

2.2 Vorschläge für kompetenzorientierte Aufgabenstellungen

3. Elisabeth Langgässer: Saisonbeginn (1947)

3.1 Analyse des Schwierigkeitsgrads

3.1.1 Sprachliche Mittel/Form

3.1.2 Handlungslogik

3.1.3 Figuren

3.1.4 Bildlichkeit

3.1.5 Gattung

3.1.6 Wissensimplikationen

3.1.7. Schwierigkeitsprofil der Kurzgeschichte Saisonbeginn

3.2 Vorschläge für kompetenzorientierte Aufgabenstellungen

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, auf Basis einer kompetenzorientierten Didaktik zu untersuchen, wie durch eine systematische Analyse des Schwierigkeitsgrads klassischer Kurzgeschichten gezielte Lernaufgaben für die Sekundarstufe II entwickelt werden können.

  • Analyse der Dimensionen Sprache, Handlungslogik, Figuren, Bildlichkeit, Gattung und Wissensimplikationen
  • Kompetenzorientierter Literaturunterricht am Beispiel von Wolfgang Borchert und Elisabeth Langgässer
  • Didaktische Herangehensweisen zur Förderung literarischer Kompetenzen
  • Konzeption von Lernaufgaben zur Förderung des Textverständnisses und der Interpretationsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Figuren

Eine direkte Identifikation der SuS mit den Figuren ist aufgrund des Altersunterschiedes nicht möglich. Es handelt sich gemäß der wechselseitigen Beschreibung der Figuren um eine „alte“ Frau ohne exakte Altersangabe und um einen „alten Mann“ von 63 Jahren, die seit 39 Jahren miteinander verheiratet sind (Z. 15-19, Z. 23). Eine indirekte Identifikation kann erfolgen, wenn die SuS an ihre Großeltern denken, möglicherweise auch an eigene Hoffnungen auf eine lang dauernde Beziehung, die sie später einmal haben möchten. Laut Spinner entsteht ein intensiverer Bezug zu Figuren, wenn man eigene Wunschvorstellungen im Text wieder findet. Der Bezug wird eher erschwert durch das Fehlen von Eigennamen und von näheren Erläuterungen zu den Figuren, was allerdings gattungstypisch ist.

Eine Identifikation wird auf der anderen Seite etwas erleichtert, da es sich um Durchschnittsmenschen handelt. Die SuS müssen herausarbeiten, dass in der Kurzgeschichte eine existentielle Krise beschrieben wird, die zutiefst menschlich und daher allgemein übertragbar ist. Da die Figuren nicht durch einen kommentierenden Erzähler, sondern nur indirekt über ihr sprachliches und gestisches Verhalten sowie ihre Gedanken charakterisiert werden, ist die Aufgabe der Figureninterpretation nicht ganz einfach.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der didaktischen Grundlagen des literarischen Lernens und der Notwendigkeit einer kompetenzorientierten Aufgabenstellung in der Sekundarstufe II.

2. Wolfgang Borchert: Das Brot (1946): Detaillierte Analyse des Schwierigkeitsgrads der Kurzgeschichte in sechs Dimensionen sowie Entwicklung entsprechender Unterrichtsaufgaben.

3. Elisabeth Langgässer: Saisonbeginn (1947): Untersuchung der komplexen, religiös geprägten Symbolik und der Gattungsmerkmale dieser Kurzgeschichte mit passenden Aufgabenstellungen.

4. Schlussbemerkung: Reflexion über die Bedeutung der historischen Einordnung und die Notwendigkeit aktiver Bedeutungskonstruktion durch die Schülerinnen und Schüler.

Schlüsselwörter

Kompetenzorientierter Unterricht, Kurzgeschichte, Wolfgang Borchert, Elisabeth Langgässer, Literaturdidaktik, Schwierigkeitsgrad, Textanalyse, Literarisches Lernen, Bildlichkeit, Handlungslogik, Sekundarstufe II, Interpretation, Wissensimplikationen, Trümmerliteratur, Lesekompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse klassischer Kurzgeschichten für den kompetenzorientierten Deutschunterricht in der Sekundarstufe II.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Untersuchung der inhaltlichen und formalen Komplexität literarischer Texte sowie die didaktische Aufbereitung für den Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Entwicklung von Lernaufgaben, die literarische Kompetenzen fördern, indem der Schwierigkeitsgrad der Texte exakt eingeschätzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematische Analyse anhand von sechs Dimensionen (Sprache, Handlungslogik, Figuren, Bildlichkeit, Gattung, Wissensimplikationen) angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert exemplarisch Borcherts "Das Brot" und Langgässers "Saisonbeginn" unter didaktischen Gesichtspunkten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kompetenzorientierung, Kurzgeschichte, Literaturdidaktik, Schwierigkeitsgrad und Textinterpretation.

Warum ist die Analyse der Gattung bei Borchert wichtig?

Sie hilft zu verstehen, wie die "Trümmerliteratur" durch ihren knappen, realistischen Stil eine Notsituation unmittelbar spürbar macht.

Welche Rolle spielt die christliche Symbolik bei Langgässer?

Sie dient als tiefere Lesart, um die gesellschaftliche Kritik an der Ausgrenzung während der NS-Zeit zu verdeutlichen, was ohne religiöses Hintergrundwissen schwerer zu erschließen ist.

Wie wird die "gewollte Blindheit" bei Langgässer didaktisch genutzt?

Die Arbeit schlägt vor, den Schülern den Schlusssatz zu vorenthalten, um sie zur aktiven Suche nach den versteckten Hinweisen im Text zu motivieren.

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Details

Title
Die klassischen Kurzgeschichten "Das Brot" von Wolfgang Borchert und "Saisonbeginn" von Elisabeth Langgässer
Subtitle
Kompetenzorientierter Unterricht, Analyse des Schwierigkeitsgrads und Aufgabenstellungen für die Sekundarstufe II
College
University of Duisburg-Essen  (Germanistik)
Course
Kurzgeschichte und Kurzfilm kompetenzorientiert unterrichten
Grade
1,0
Author
Dr. Christiane Streubel (Author)
Publication Year
2010
Pages
32
Catalog Number
V199328
ISBN (eBook)
9783656257301
ISBN (Book)
9783656260011
Language
German
Tags
kurzgeschichten brot wolfgang borchert saisonbeginn elisabeth langgässer kompetenzorientierter unterricht analyse schwierigkeitsgrads aufgabenstellungen sekundarstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Christiane Streubel (Author), 2010, Die klassischen Kurzgeschichten "Das Brot" von Wolfgang Borchert und "Saisonbeginn" von Elisabeth Langgässer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199328
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