Der Essay bemüht sich um eine zusammenfassende Erklärung der Entstehung des Frühchristentums bis zum 4./5. Jahrhundert. Es werden die Prozesse, Mechanismen und Faktoren rekonstruiert, welche die Genese einer lokalen millenaristischen Bewegung (Jesusbewegung) und deren Wandlung in eine globale kirchliche Institution plausibel machen können. Hierzu wird eine Vielzahl von epochal-historisch kulturellen, sozial-organisatorischen, biografischen, politisch-gesellschaftlichen und religiösen Aspekten in einen umfassenden Deutungszusammenhang gebracht.
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
2. Universalgeschichtliche Ausgangskonstellation
3. Epochale Kontextbedingungen
4. Historische Ausgangssituation und Lebensverhältnisse in Palästina
5. Lebensverhältnisse in Palästina zu Lebzeiten Jesu
6. Das Leben Jesu: Herkunft, Alltag und Wirken
6.1. Das Coming-out als apokalyptischer Charismatiker
6.2. Komponenten des Deutungssystems der Jesusbewegung
6.3. Strukturelle Merkmale der Jesusbewegung
6.4. Jesu Tod und das scheinbare Ende der Bewegung
7. Die postmortale Phase der Jesusbewegung als Bestandskrise
8. Ursachen der Kontinuierung der frühchristlichen Bewegung
8.1. Zur Funktion autoritativer Referenztexte als Vehikel der Kontinuierung
8.2. Die Evangelien als innovative transzendente Rekonstruktion
8.3. Die Krise der Jesusbewegung als Dissonanzproblem
9. Zur interregionalen Diffusion des Christentums
10. Die Transformation frühchristlicher Gemeinschaften zur institutionalisierten Kirche
11. Literatur
Häufig gestellte Fragen
Wie entstand das frühe Christentum aus der Jesusbewegung?
Die Arbeit beschreibt die Transformation einer lokalen millenaristischen Bewegung in Palästina hin zu einer globalen, institutionalisierten kirchlichen Institution bis zum 5. Jahrhundert.
Was war die "Jesusbewegung"?
Eine apokalyptisch geprägte Gruppe um Jesus von Nazaret, die durch charismatische Führung und spezifische Deutungssysteme innerhalb des jüdischen Kontextes agierte.
Warum löste sich die Bewegung nach Jesu Tod nicht auf?
Trotz der Bestandskrise sorgten innovative transzendente Rekonstruktionen (Evangelien) und autoritative Referenztexte für die Kontinuierung der Bewegung.
Welche Faktoren begünstigten die interregionale Ausbreitung?
Sozial-organisatorische Strukturen, biografische Faktoren der Apostel sowie politisch-gesellschaftliche Rahmenbedingungen im Römischen Reich spielten eine zentrale Rolle.
Wann wandelte sich das Christentum zur institutionalisierten Kirche?
Dieser Prozess vollzog sich schrittweise durch die Bildung fester Hierarchien, Riten und Lehrsätze zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr.
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- Diplom-Soziologe, Dr. phil. Michael Seifert (Autor), 2012, Die Entstehung des frühen Christentums - Zur Transformation einer lokalen millenaristischen Bewegung in eine globale kirchliche Institution, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199442