Grundlagen und Praxis der Satzanalyse

Grob- und Feinanalyse des Satzes "Zunächst sollte man sich klar machen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt."


Hausarbeit, 2009

8 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grobanalyse des Satzes: „Zunächst sollte man sich klar machen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt.“

3. Feinanalyse des Satzes: „Zunächst sollte man sich klar machen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt.“
3.1 Analyse der im Satz geforderten Ergänzungen und Angaben
3.2 Analyse des Modalverbs sollte
3.3. Analyse der Pronominalform sich als Dativphrase

4. Analyse der semantischen Valenz der verbalen Kerne

5. Bibliograhie

1. Einleitung

Gegenstand dieser Hausarbeit ist die Durchführung einer Satzanalyse. Dabei ist es wichtig möglichst auf alle Einzelheiten einzugehen. Der erste Punkt einer Satzanalyse ist die Grobanalyse, bei der man die Grobstruktur des Satzes analysiert und eventuell auftretende Nebensätze im Bezug auf ihre syntaktische und semantische Funktion genauer betrachtet. Darauf folgt die Feinanalyse des Satzes. Dabei zeichnet man einen Baumgraphen, der alle vom verbalen Kern geforderten Ergänzungen und alle Angaben enthält und verbalisiert diesen im Anschluss. Dabei kann es, wie in diesem zu analysierenden Satz der Zunächst sollte man sich klar machen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt.“ lautet, vorkommen, dass Satzglieder als Nebensätze realisiert werden. Diese werden daraufhin weiter analysiert. Auch die Pronominalform sich, welche eine Dativergänzung ist, spielt in diesem Satz eine besondere Rolle, die im weiteren Verlauf der Hausarbeit noch näher betrachtet wird. Sämtliche auftretende Grundbegriffe und Fachtermini, die für die Analyse Notwendig sind werden selbstverständlich erläutert. Der wichtigste und zugleich am schwierigsten zu definierende Begriff ist sicherlich der Begriff Satz. Laut Prof. Dr. Helmut Glück ist ein Satz Ein „In seinen Bedeutungen schillernder Begriffsname, der bald unmittelbar beobachtbare natürlichsprachliche Ausdrücke bezeichnet (Äußerungen oder Mengen gleichartiger Äußerungen), bald Gegenstände einer syntaktischen oder semantischen Beschreibung, bald aber auch kategorial Mengen solcher Gegenstände in einem Beschreibungssystem meint.“ (Helmut Glück, Metzler Lexikon Sprache, 2005) Eine genaue und einheitliche Definition des Begriffs Satz ist also sehr schwer zu formulieren, da es hierfür zu viele Betrachtungsweisen dieses Begriffs gibt. Jedoch kann man allgemein sagen, dass ein Satz eine Sprachliche Einheit ist, welche aus mindestens einem Verb besteht. Dieses Verb fungiert als Strukturelles Zentrum des Satzes und eröffnet eine bestimmte Menge an Leerstellen, welche durch Ergänzungen ersetzt werden. Zusätzlich kann der Satz auch noch Angaben enthalten, diese sind allerdings nicht zwingend erforderlich.

2. Grobanalyse des Satzes: „Zunächst sollte man sich klar machen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt.“

Bei dem hier angegebenen Satz handelt es sich um einen komplexen Aussagesatz, genauer gesagt um ein Satzgefüge. Komplex, bzw. Satzgefüge bedeutet, dass in diesem Satz mehr als ein Verbaler Kern vorhanden ist. Des Satz gliedert sich in einen Hauptsatz: „Zunächst sollte man sich klar machen“ und einem Nebensatz: „dass der Entwurf nicht umsonst so heißt“. Den Nebensatz erkennt man an der Stellung des finiten Verbs, welches gleichzeitig der Verbale Kern ist. Er steht im Satz an letzter Stelle und fordert selbst einige Ergänzungen. Der Nebensatz als ganzes betrachtet ist hinsichtlich seiner syntaktischen Funktion ein Ergänzungssatz. Man bezeichnet ihm deshalb so, weil er im Gesamtsatz ein Satzglied ist, welches als Nebensatz realisiert wurde. Zudem nimmt er die Stellung des Objekts ein und wird darum als Objektsatz bezeichnet. Zudem hat der Nebensatz auch noch eine semantische Funktion. Er dient zur Bestimmung des Gegenstandes einer Aussage oder einer Frage und ist somit ein Inhaltssatz.

Neben dem Aussagesatz, der einen Sachverhalt einfach berichtend wiedergibt, bestehen laut Duden Grammatik von 1966 noch weitere Satzarten. Grundsätzlich beschreibt die Duden Grammatik 4 Typen von Satzarten:

1. „Aussagesatz, der den Sachverhalt einfach berichtend wiedergibt.“
2. „Aufforderungssatz, der die Erwartung auf Erfüllung oder Vollzug ausdrückt.“
3. „Ausrufesatz, der den Sachverhalt mit innerer Anteilnahme zum Ausdruck bringt.“
4. „Fragesatz“, der noch einmal in drei spezielle Fälle unterteilt wird „a) Entscheidungsfragen, b) Ergänzungsfragen und c) rhetorische Fragen“ (Paul Greber, Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, 1966).

Die beiden verbalen Kerne, also die finiten Vollverben im Beispielsatz lauten klarmachen und heißen. Beide Verben haben jeweils verschiedene Bedeutung und fordern demnach, je nach Bedeutung, verschiedene Ergänzungen. Dementsprechend ist vorerst zu klären, welche Bedeutung die Verben in diesem zu analysierenden Satz haben bzw. in welchem Kontext sie hier verwendet werden. Klarmachen kann zum Beispiel drei Bedeutungen haben. „Jemanden etwas verständlich, deutlich machen“, „etwas einsatzbereit machen“ oder „etwas zerkleinern“ ( http://www.dwds.de/?kompakt=1&sh=1&qu=klarmachen, 20.06.2009, 11:37 Uhr). Im Fall des zu analysierenden Satzes trägt das Verb die erste Bedeutung. Auch heißen kann unterschiedliche Bedeutungen haben. In diesem Fall trifft die Bedeutung „genannt werden, den Namen haben“ am besten zu. (http://www.dwds.de/?kompakt=1&sh=1&qu=heißen, 20.06.2009, 11:39 Uhr ).

3. Feinanalyse des Satzes: „Zunächst sollte man sich klar machen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt.“

3.1 Analyse der im Satz geforderten Ergänzungen und Angaben

Um herauszufinden welche Wörter bzw. Wortgruppen Satzglieder sind gibt es verschiedene Proben, welche man anwenden kann um Satzglieder zu bestimmen. Zum einen gibt es den Permutationstest, bei dem man überprüft ob ein Wort oder eine Wortgruppe alleine Erststellenfähig ist. Das bedeutet, dass der Verbale Kern an zweiter Stelle stehen muss. Der Satz steht somit in Kernform. Ein anderer Test um Satzglieder zu bestimmen ist der Substitutionstest. Dabei werden Wörter oder Wortgruppen anaphorisiert, also durch Pronomen oder andere Pro-Zeichen ersetzt. Wendet man diese Proben bei dem zu analysierenden Satz an, so ergeben sich folgende Satzglieder: zunächst, man, sich, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt. Alle nicht genannten Wörter gehören Wortklassen an, die keinen Satzgliedwert haben. Um nun zu ermitteln, welche der hier aufgeführten Satzglieder Ergänzungen oder Angaben sind, führt man einen Prädikationstest durch. Ergänzungen sind „Satzglieder, die von der Valenz des Verbs bestimmt sind, das heißt die im syntaktischen Programm des Verbs vorgesehen sind.“ (Skript zum Sprachwissenschaftlichen Seminar II, 2007) Mit anderen Worten sind es die vom Verb geforderten (nicht weglassbaren) Satzglieder die im Satz vorkommen. Angaben hingegen sind „Satzglieder, die nicht von der Valenz des Verbs bestimmt sind, die also nicht von dessen syntaktischen Programm vorgesehen sind.“ (Skript zum Sprachwissenschaftlichen Seminar II, 2007), was bedeutet das man sie, ohne den grundlegenden Sinn des Satzes zu verändern, weglassen könnte. Beim Prädikationstest werden die ermittelten Satzglieder in eigene Teilsätze, bzw. vollwertige Sätze überführt. Kann man ein Satzglied in einen eigenen Teilsatz überführen, so handelt es sich um eine Angabe. Wird der Sinn bei diesem Versuch verändert oder ist es syntaktisch gar nicht möglich, handelt es sich um eine Angabe. Ermittelt man nun ob z.B. zunächst eine Ergänzung oder Angabe ist sieht der Prädikationstest wie folgt aus: man sollte sich klar machen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt. Das geschieht/tut man zunächst Also handelt es sich um eine Angabe, genauer gesagt um eine Adverbialangabe . Neben der Adverbialangabe gibt es noch drei weitere Typen von Angaben. Die Prädikativangabe, die Modalitätsangabe und die Limitativangabe. Limitativangaben und Modalitätsangaben befinden sich immer auf einer höheren Hierarchieebene als die anderen Angaben, da die Limitativangabe die Aussage des Satzes auf einem bestimmten Bereich einschränkt und die Modalitätsangabe ein „kondensierter Einschätzungssatz“ ist. (Skript zum Sprachwissenschaftlichen Seminar II, 2007) Ein Prädikationstest des Wortes sich hingegen ergibt, dass es sich hierbei um eine Ergänzung handelt, da die Überführung in einen eigenen Teilsatz völlig ungrammatisch wäre. Er würde wie folgt lauten: * zunächst sollte man klarmachen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt. Das geschieht/tut man sich. sich ist demnach eine Ergänzung, genauer eine Genitivergänzung. Führt man den Prädikationstest bei allen verbliebenen Satzgliedern durch, so ergeben sich noch folgende Ergänzungen: man, eine Nominativergänzung, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt, eine Propositionalergänzung. Da Letztere als Nebensatz realisiert wurde und selbst einen Verbalen Kern hat muss der Nebensatz auch analysiert werden. Denn der Verbale Kern heißen fordert in diesem Kontext laut Valenzwörterbuch eine Nominativergänzung „Dasjenige, das einen solchen Namen hat.“ und eine Prädikativergänzung „Dasjenige, welches ein solcher Name ist“ (VALBU – Valenzwörterbuch deutscher Verben, 2004) Für die Analyse bringt man den Satz in Kernform, welcher dann wie folgt lautet: Der Entwurf heißt nicht umsonst so. Durch die oben genannten Proben ermittelt man auch hier alle Ergänzungen und Angaben. Dabei ergeben sich eine Nominativergänzung der Entwurf, eine Prädikativergänzung so und die Adverbialangabe nicht umsonst.

3.2 Analyse des Modalverbs sollte

Im Beispielsatz, welcher hier zur Analyse vorliegt, steht das Vollverb in Verbindung mit einem Dienstverb. Zwischen den beiden herrscht ein Dependenzverhältnis. „Dependenz ist ein Spezialfall des Miteinandervorkommens, zweier sprachlicher Elemente, wobei das Miteinandervorkommen eine, und nur eine Richtung hat.“ (Skript zum Sprachwissenschaftlichen Seminar II, 2007) Dienstverben haben eine primär grammatische Funktion und keine Valenz. Bei sollte handelt es sich um ein Modalverb im objektiven Gebrauch, da es das Verhältnis zwischen dem Subjekt des Satzes und der Handlung verwirklicht. Im Beispielsatz drückt es eine Notwendigkeit aus. Es ist Notwendig, dass man sich etwas klar macht. Eine zweite semantische Aufgabe die ein Modalverb übernehmen kann ist die Stellungnahme zur Geltung des Geschehens anzugeben. Dies wäre dann der subjektive Gebrauch.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Grundlagen und Praxis der Satzanalyse
Untertitel
Grob- und Feinanalyse des Satzes "Zunächst sollte man sich klar machen, dass der Entwurf nicht umsonst so heißt."
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Sprachwissenschaftliches Seminar II
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
8
Katalognummer
V199473
ISBN (eBook)
9783668315730
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, praxis, satzanalyse, grob-, feinanalyse, satzes, zunächst, entwurf
Arbeit zitieren
Daniel Greiner (Autor), 2009, Grundlagen und Praxis der Satzanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199473

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