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Die Totale Institution Gefängnis: Lebenswelten und Strategien der Bewältigung inhaftierter Frauen

Titel: Die Totale Institution Gefängnis: Lebenswelten und Strategien der Bewältigung inhaftierter Frauen

Bachelorarbeit , 2012 , 57 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christin Pietsch (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine Freiheitsstrafe bedeutet für die verurteilte Person, einen Teil ihres Lebens in einem System zu verbringen, in dem vorgeschriebene Regeln und Einschränkungen an der Tagesordnung sind.

In dieser wissenschaftlichen Arbeit geht es um die Lebenssituation von Frauen in einem geschlossenen System. Es geht um die totale Institution Gefängnis. Weibliche Insassinnen befinden sich oftmals vor und während der Haft in den unterschiedlichesten problematischen Lebenslagen, welche in dieser Arbeit betrachtet und analysiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Frauenstrafvollzug – Empirische Daten und rechtliche Grundlagen

3. Das Gefängnis als totale Institution

3.1 Definition und Charakteristika totaler Institutionen

3.2 Der Strafvollzug als totale Institution

4. Die Lebenswelt der Inhaftierten

4.1 Biographische Einflüsse auf die Lebenswelt

4.2 „Die Welt der Insassen“

4.2.1 Identitätsverlust durch Aufhebung der Privatsphäre

4.2.2 Eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten in einer neuen Lebenswelt

4.3 Die Problemlagen der Insassinnen in der Lebenswelt Gefängnis

4.3.1 Gesundheitliche Problematiken

4.3.2 Psychosomatische Belastungen

4.3.3 Drogenmissbrauch und Abhängigkeit

4.3.4 Die Trennung von den Kindern

5. Die Bewältigungsstrategien der Inhaftierten

5.1 Anpassung an die institutionellen Vorgaben

5.2 Drogenkonsum als Bewältigungsstrategie

5.3 Das soziale Umfeld als Halt

5.4 Unterstützungsangebote von Seiten der Institution

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die Lebenssituation von inhaftierten Frauen in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Problemlagen dieser Zielgruppe innerhalb der totalen Institution „Gefängnis“ zu identifizieren und die Bewältigungsstrategien zu analysieren, mit denen die Frauen ihre prekären Lebensumstände zu meistern versuchen.

  • Strukturanalyse des Gefängnisses als totale Institution nach Erving Goffman.
  • Untersuchung der biographischen Vorbelastungen (Gewalt, Sucht, Armut) der Insassinnen.
  • Analyse gesundheitlicher und psychosomatischer Belastungen durch den Haftalltag.
  • Herausarbeitung von Bewältigungsstrategien wie Anpassung, Drogenkonsum und Nutzung sozialer Netzwerke.
  • Kritische Würdigung der institutionellen Unterstützungsangebote und der Trennung von Mutter und Kind.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Identitätsverlust durch Aufhebung der Privatsphäre

In Anbetracht des Verlusts der aufgebauten Lebenswelt sind Demütigungen, wie etwa das Eingreifen in die Privatsphäre des Insassen, als eine Belastung für das Individuum und dessen Identität zu bezeichnen (vgl. Goffman 1973, S. 27). Dem Insassen werden bei dem Eintritt in die totale Institution spezifische Aufnahmeprozeduren, wie beispielsweise die Offenlegung des Lebenslaufs, das Anfertigen von Fotos, das Wiegen und Messen des Körpers, die Abnahme von Fingerabdrücken und eine Leibesvisitation, auferlegt (vgl. ebd.). Zudem werden die persönlichen Gegenstände und Kleidungsstücke der Person abgenommen und durch eine Einheitskleidung (Uniform) ersetzt. Diesbezüglich spricht Goffman von dem „Ent- und Bekleiden“ eines Insassen (ebd., S. 29). Somit wird dem Insassen die Freiheit, im Sinne von einem autonomen Leben innerhalb der Gesellschaft, als auch dessen Privatsphäre und der Besitz von persönlichem Eigentum durch die Institution entzogen.

Der Besitz persönlicher Gegenstände und eigener, individuell ausgewählter, Kleidung ist von großer Bedeutung für das Selbstbild des Menschen (vgl. ebd., S. 30). In Anbetracht einer Inhaftierten, die ihre Kleidung abgeben soll und stattdessen eine Uniform tragen muss, kann es der Fall sein, dass ihre Identität durch die unfreiwillige äußerliche Veränderung gefährdet wird. Die Insassin verliert die Kontrolle über die Art und Weise, wie sie nach außen hin erscheinen möchte. Es ist ihr nicht möglich, ihren Kleidungsstil weiterhin beizubehalten und dadurch anderen Menschen ihr persönliches Selbstbild zu vermitteln. Die totale Institution bestimmt somit das Erscheinungsbild des Insassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der inhaftierten Frauen in Deutschland, Aufzeigen des statistischen Anstiegs der Haftstrafen und Definition der zentralen Forschungsfrage.

2. Der Frauenstrafvollzug – Empirische Daten und rechtliche Grundlagen: Darstellung aktueller Statistiken zur Inhaftierung von Frauen und Erläuterung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Sonderregelungen im Strafvollzug.

3. Das Gefängnis als totale Institution: Theoretische Fundierung durch das Konzept der totalen Institution nach Erving Goffman und Anwendung auf das System des Strafvollzugs.

4. Die Lebenswelt der Inhaftierten: Analyse der Lebenswelten delinquenter Frauen, sowohl unter Berücksichtigung biographischer Einflüsse als auch durch die spezifischen Belastungen des Haftalltags wie Identitätsverlust und gesundheitliche Probleme.

5. Die Bewältigungsstrategien der Inhaftierten: Untersuchung der verschiedenen Methoden, mit denen Frauen versuchen, ihre Situation durch Anpassung, Drogenkonsum oder soziale Unterstützung zu bewältigen.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der zentralen Erkenntnisse über die Lebenslagen und Bewältigungsprozesse sowie Forderungen für zukünftige Veränderungen im Frauenstrafvollzug.

Schlüsselwörter

Frauenstrafvollzug, totale Institution, Lebenswelt, Bewältigungsstrategien, Haft, Identitätsverlust, Drogenabhängigkeit, prekäre Lebenslagen, Resozialisierung, psychische Belastungen, Gewalterfahrung, Mutter-Kind-Einrichtung, soziale Unterstützung, Goffman, Strafvollzugsgesetz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Frauen im deutschen Strafvollzug unter besonderer Berücksichtigung ihrer biographischen Hintergründe und der Bedingungen in totalen Institutionen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Auswirkungen des Haftsystems auf die Identität, die gesundheitlichen und psychosomatischen Belastungen der Insassinnen sowie die Frage, wie diese mit ihrer Lebenslage umgehen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Problemlagen inhaftierter Frauen zu identifizieren und aufzuzeigen, mit welchen Strategien sie versuchen, ihre prekären Lebensverhältnisse in der Haft zu bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung einschlägiger Fachliteratur sowie empirischer Studien zur Lebenswelt von inhaftierten Frauen.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Analyse des Gefängnisses als totale Institution, die Erörterung biographischer Problemlagen wie Gewalt oder Sucht sowie die Darstellung individueller und sozialer Bewältigungsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff der totalen Institution prägen Begriffe wie Identitätsverlust, Sucht, prekäre Lebenslagen und soziale Unterstützung die Untersuchung.

Wie beeinflusst die Trennung von Kindern das Leben der inhaftierten Frauen?

Die Trennung wird als einschneidende Belastung beschrieben, die bei den Müttern Schuldgefühle und Versagensängste auslöst und oft in Drogenmissbrauch oder psychischen Problemen mündet.

Warum wird der Drogenkonsum von den Frauen als Bewältigungsmethode gewählt?

Drogenkonsum dient vielen Frauen als Fluchtmöglichkeit aus dem monotonen und belastenden Haftalltag sowie als Mechanismus, um traumatische Erfahrungen aus der Vergangenheit kurzzeitig zu verdrängen.

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Totale Institution Gefängnis: Lebenswelten und Strategien der Bewältigung inhaftierter Frauen
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,0
Autor
Christin Pietsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
57
Katalognummer
V199488
ISBN (eBook)
9783656268475
ISBN (Buch)
9783656270799
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Totale Institution Frauen im Gefängnis Goffman Lebenswelt Gefängnis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christin Pietsch (Autor:in), 2012, Die Totale Institution Gefängnis: Lebenswelten und Strategien der Bewältigung inhaftierter Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199488
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  57  Seiten
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