Interkulturelle Kompetenz: Beurteilung des Trainingsmanuals der Studienberatungsstelle der bergischen Universität Wuppertal zum Thema: Interkulturelle Kompetenz


Ausarbeitung, 2010
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

II. Von Kultur und Kompetenz - eine sinnvolle Gemeinschaft?
a) Was ist Kultur
b) Die andere Seite der Medaille: Kompetenz
c) Die Medaille: Interkulturelle Kompetenz

III. Der Bewertungsmaßstab)

IV. Das Training zu interkultureller Kompetenz

V. FaziI

I. Einleitung

Vielerorts ist heutzutage von interkultureller Kompetenz die Rede: in der Politik, im Militär, in der Schule, auf dem Arbeitsmarkt, in der gesamten Gesellschaft. Kurzum: nahezu überall wird interkulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenz für das berufliche oder gesellschaftliche Vorankommen betrachtet, sodass sich auch ein großer Markt bezüglich dieser zu vermittelnden Kompetenz etabliert hat. Gibt man bei Google.de den Suchbegriff „Interkulturelle Kompetenz“ ein, so erhält man innerhalb einer Zeitspanne von 0,08 Sekunden ungefähr 362.000 Suchergebnisse. Eine beachtliche Zahl, aber dass hiervon nicht alle Angebote das halten, was sie versprechen, dürfte ebenfalls klar sein (vgl. Google.de, 2010).

Aber was genau ist interkulturelle Kompetenz und wie soll sie vermittelt werden? Hierzu gibt es in Fach- wie Populärliteratur mannigfaltige Meinungen. Die Meinungen scheiden sich sowohl bei der Definition, was Kultur sei, aber auch dabei, was eigentlich Kompetenzen sein sollen. Ganz klar, dass auch beides in Verbindung nicht zwingend klarer zu fassen sein wird.

Wie gut sind nun also Seminare und Programme zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen und können sie halten, was sie versprechen? Kann man angesichts der Unschärfe des zu Grunde liegenden Begriffes überhaupt eine Bewertung vornehmen? Und ist „Interkulturelle Kompetenz“ überhaupt vermittelbar?

Diese Fragen zu beantworten hat sich diese Arbeit vorgenommen. Dazu soll zunächst eine Klärung vorgenommen werden, ob und wie eine Bewertung eines solchen Seminars von statten gehen kann und im folgenden durchgeführt werden soll. Es soll also der Bewertungsmaßstab entwickelt werden.

Darauf folgend soll der entwickelte Maßstab exemplarisch an einem im Seminar besprochenen und in Teilen durchgeführten Programm angewandt werden. Schlussendlich soll ein Fazit ge- und eine persönliche Position bezogen werden.

Als erster Schritt muss jedoch geklärt werden, was eigentlich diese beiden Begriffe „Kultur“ und „Kompetenz“ bedeuten und wie man sie verbinden kann.

II. Von Kultur und Kompetenz - eine sinnvolle Gemeinschaft?

Einleitend sei gesagt, dass in dieser Arbeit keine abschließende Klärung dieser Begriffe stattfinden kann. Dies würde den Rahmen der Arbeit sprengen, sind doch, wie eingangs beschrieben, diese beiden Begriffe in der Literatur stark umstritten und herrscht doch auch dort keine Einigkeit. Daher werde ich mich nur bemühen die Begriffe im Sinne dieser Arbeit einer besseren Handhabung zuzuführen.

a) Was ist Kultur?

„Kultur“ - auf den ersten Blick erscheint dieser Begriff den meisten Menschen klar umrissen und verständlich. Bemüht man sich aber einer genaueren Betrachtung, so stellt man fest, dass dem mitnichten so ist. Kultur wird zu einem schwer fassbaren und schwer einzugrenzenden Begriff. Wo fängt meine Kultur an? Wo hört seine Kultur auf? Was bestimmt Kultur? Dass sich auch in der Fachliteratur keine eindeutige Definition finden lässt, macht die Sache nicht unbedingt einfacher.

Auch nicht einfacher zu fassen ist der Begriff Kultur bedingt durch seine Wandelbarkeit. Kultur, als Koordinatensystem für unser handeln, verändert sich stetig (vgl. Auernheimer, 1997). Beispiele finden sich in Geschichte und Sprache, welche zumindest im deutschen Sprachraum als zentrales Element der Kultur verstanden wird. Als nur ein Beispiel sei hier der Eingang von Anglizismen in die deutsche Sprache genannt.

,,Unterschiede des Habitus stellen kulturelle Unterschiede dar‘ (Auernheimer, 1997). Auernheimer bezieht sich hier auf Bourdieu, sodass mit diesem Zitat eine deutliche Abkehr vom Kulturbegriff als Nationalbegriff vollzogen wird. Für Auernheimer stellen also auch schon soziale Unterschiede mögliche Kulturelle Unterschiede dar, ebenso wie die Zugehörigkeit zu bestimmten Milieus, man spricht hier auch gerne von Subkulturen. Als Beispiel könnten hier die Hip-Hop-Szene oder die Skinheadbewegung dienen, besonders im Bereich von Hip-Hop ist häufig auch von Hip-Hop-Kultur und ihren vier Säulen (Rap, DJing, B-Boying, Graffiti-Writing) die Rede.

Besonders im deutschen Sprachraum findet man ein Phänomen vor, welches auch für unsere späteren Betrachtungen von besonderer Bedeutung sein wird. So ist besonders hier ein Kulturbegriff der Nationalkultur anzufinden. Das bedeutet, dass hier Kultur und Nation sehr stark verknüpft werden, was zur Folge hat, dass nach dieser Vorstellung die Zugehörigkeit zu einer anderen Nation auch zwingend die Zugehörigkeit zu einer anderen Kultur nach sich zieht. Von besonderer Bedeutung für die Integrationsdebatte ist hier aber der Umkehrschluss: „Du kannst nicht zu meiner Kultur gehören, du hast doch eine andere Nation“. (vgl. Auernheimer, 2008).

„Unterschiedliche Kollektiverfahrungen aufgrund je spezifischer historischer Entwicklungen und Konfliktkonstellationen - die davon teilweise wieder abhängigen Denktraditionen noch gar nicht gerechnet - bringen Differenzen auch zwischen Nationalkulturen mit sich, so sicher Nationen politische Konstrukte sind“ (Auernheimer, 1997). Auch hier ist zwar noch der Einfluss des Nationalkulturbegriffs zu finden, doch betont Auernheimer hier, dass es bei Kultur auch um die gemeinsam gemachten Erfahrungen und Entwicklungen ankommt. Nationen als solche sind reine politische Konstrukte und können sich aus diesen Erfahrungen und Entwicklungen herausbilden. So kann zum Beispiel Migration eine Kultur stark beeinflussen und dadurch auch die Nation. Beispiele hierfür lassen sich auch in der Geschichte finden, eines der prominentesten dürfte der noch heute allerorten spürbare Einfluss des römischen Imperiums sein, etwa in Form der romanischen Sprachen oder des heute in Europa genutzten Rechtssystems beziehungsweise des Verständnisses vom Staat.

„Kultur wird nicht als statisches, in sich geschlossenes System, sondern als ein Fluss von Bedeutung angesehen, der fortwährend alte Beziehungen auflöst und neue Verbindungen eingehf (Zukrigl, Ina; Breidenbach, Joana: Parallele Modernen - Kampf der Kulturen oder McWorld?, 2003 ; zitiert nach: Bertelsmann 2004). Dieses Zitat stellt noch einmal deutlich heraus, dass Kultur ein sich stetig veränderndes Gebilde ist. Diesen Wechselbalg an Bedeutung gilt es für etwaige Teilnehmer von Seminaren zur interkulturellen Kompetenz greifbarzu machen.

b) Die andere Seite der Medaille: Kompetenz

„„Kompetenz“ lässt sich als eine Fähigkeit definieren, ein komplexes Bedürfnis zu befriedigen oder eine komplexe Tätigkeit auszuführen bzw. eine komplexe Aufgabe zu bewältigen“ (Bildungswiki: Kompetenz, 2010). Dabei ist aber laut Bildungswiki auch zu beachten, dass 'Kompetenzen' sich aus genutzten Ressourcen zusammensetzen. Bei diesen Ressourcen handelt es sich nun um die unterschiedlichsten Fähigkeiten und Kenntnisse, aber auch um charakterliche Voraussetzungen. Beispielhaft seien aufgezählt: Temperament, explizites und implizites Wissen, (Körper-)Kraft, Sprachvermögen, kulturelle Erfahrungen und so weiter. Daraus ergibt sich auch, dass Kompetenzen nicht durch einzelne pädagogische Maßnahmen gebildet werden können, Kompetenzen sind als solches also nicht lehrbar. (vgl. Bildungswiki: Kompetenz, 2010). Hierdurch scheint der

Ansatz interkulturelle Kompetenzen vermitteln zu wollen schon zum Scheitern verurteilt, doch ist anzumerken, dass vielleicht nicht die als solche Kompetenz gelehrt werden kann, wohl aber doch ein Teil der für diese Kompetenz verwendeten Ressourcen.

Dehnbostel definiert Kompetenzen wie folgt:

„Unter Kompetenzen sind Fähigkeiten, Methoden, Wissen, Einstellungen und Werte zu verstehen, deren Erwerb, Entwicklung und Verwendung sich auf die gesamte Lebenszeit eines Menschen beziehen. Sie sind an das Subjekt und seine Befähigung zu eigenverantwortlichem Handeln gebunden. Der Kompetenzbegriff umfasst Qualifikationen und nimmt in seinem Subjektbezug elementare bildungstheoretische Ziele und Inhalte auf.“ (Dehnbostel, 2008). Dies bedeutet, dass Kompetenzen lebenslang erworben werden, also auch hier ist eine Absage an den Kompetenzerwerb mittels einzelner pädagogischer Maßnahmen zu finden. Zudem definiert Dehnbostel die Kompetenz als subjektgebunden, was sich in der obigen Darstellung dahingehend wiederfinden lässt, dass zur Kompetenzentwicklung auch die rein individuellen Ressourcen wie Temperament oder Kraft und Geschicklichkeit genutzt werden. Da nach Dehnbostel der Kompetenzbegriff auch Qualifikationen umfasst, lässt sich auch hier finden, dass einzelnen Ressourcen zur Kompetenzentwicklung durchaus gelehrt werden können. Somit ist die Vermittlung Interkultureller Kompetenz, als solche zwar ausgeschlossen, doch können Ressourcen zur Bildung dieser Kompetenz vermittelt werden. Was also ist nun „interkulturelle Kompetenz“?

c) Die Medaille: Interkulturelle Kompetenz:

Die Bertelsmann Stiftung definiert nun „interkulturelle Kompetenz“ in ihrem Thesenpapier aus dem Jahre 2006 wie folgt:

„Interkulturelle Kompetenz beschreibt die Kompetenz, auf Grundlage bestimmter Haltungen und Einstellungen sowie besonderer Handlungs- und Reflexionsfähigkeit in interkulturellen Situationen effektiv und angemessen zu interagieren “ (Bertelsmann, 2004). Allerdings ergibt sich aus dieser Definition die Frage, was denn angemessenes und effektives Interagieren ist. Die Antwort zu dieser Frage bleibt uns die Bertelsmann Stiftung in ihrem Thesenpapier leider schuldig.

Auch ist diese Definition wenig konkret.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Interkulturelle Kompetenz: Beurteilung des Trainingsmanuals der Studienberatungsstelle der bergischen Universität Wuppertal zum Thema: Interkulturelle Kompetenz
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Perspektiven interkultureller Bildung und Erziehung"
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V199522
ISBN (eBook)
9783656260486
ISBN (Buch)
9783656261537
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interkulturelle, kompetenz, beurteilung, trainingsmanuals, studienberatungsstelle, universität, wuppertal, thema
Arbeit zitieren
Christopher Achterkamp (Autor), 2010, Interkulturelle Kompetenz: Beurteilung des Trainingsmanuals der Studienberatungsstelle der bergischen Universität Wuppertal zum Thema: Interkulturelle Kompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199522

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