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Rother und die Königstochter

Zur "Höfischen Minne" im "König Rother"

Title: Rother und die Königstochter

Term Paper , 2012 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Juliane Noßack (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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1 Einleitung
„Für Rother gewährleisten seine edle Abstammung sowie die gelungene Einbindung qualitativ hochwertiger Gefolgsleute seine Macht, seine Geltung und seine hohe Position in der Adelshierarchie, wodurch sich wiederum seine Herrschaftsfähigkeit hinreichend bezeugt. Doch obwohl diese Makellosigkeit […] so hervorgehoben [wird], formuliert bereits der nächste Vers ein anscheinend erhebliches Defizit: die fehlende Ehefrau.“
So beschreibt Rita Zimmermann die gegebene Ausgangssituation im König Rother, welche ebenfalls Ursprungssituation für diese Arbeit sein soll. Dass der Herrscher von Bari, König Rother, eine Frau benötigt, um seine Thronfolge zu sichern und diese im Laufe der Handlung auch findet und für sich gewinnt, ist Fakt. Doch stellt sich bei genauerer Betrachtung des Werkes die Frage, ob es im König Rother wirklich nur um die Lösung dieses Ausgangsproblems, der Sicherung der Thronfolge, geht oder ob es noch andere Beweggründe gibt, die genau diese beiden Protagonisten, Rother und die Königstochter, zusammenführen. Die sich daraus ergebende Fragestellung, welche nun im Speziellen an den Gegenstand herangeführt wird, ist, ob zwischen der Tochter von König Konstantin, und dem König aus Bari sich Minne in Form von Liebe entwickelt oder ob die Auserwählte nur Mittel zum Zweck bleibt. Darüber hinaus steht im Fokus der Untersuchung des Gegenstandes, ob es sich bei König Rother um ein mittelalterliches Werk handelt, welches den spezifischeren Begriff der Höfischen Minne thematisiert und deren Merkmale aufweist. Diese Fragestellung ist von Relevanz, da der Rezipient bei erstmaliger Lektüre des Werkes von dem Vorhandensein der Minne zwischen Rother und Königstochter ausgeht, weil dies oberflächlich auch so scheint. Bei genauerer Betrachtung und Analyse des Stoffes muss dieser erste Eindruck jedoch revidiert werden. Aus der bereits genannten Fragestellung leitet sich nun die, für diese Arbeit den roten Faden gebende These ab: Weder Höfische Minne, noch Minne mit der engeren Bedeutung „Liebe“ kommen im König Rother zwischen den beiden Protagonisten, Rother und der Königstochter, vor. Zur Untersuchung dieser These soll als erstes der Terminus der Höfischen Minne und der Minne allgemein geklärt und unterschieden werden. Im Folgenden steht die Anwendung dieses Begriffes auf König Rother im Fokus der Betrachtung. Zu untersuchen sind dabei vor allem Textstellen, in denen Rother mit der Königstochter interagiert als auch Stellen, in denen der eine über [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Terminus Höfische Minne

3 Höfische Minne im König Rother

3.1 Hinführung zur Schuhepisode

3.1.1 Rothers Handlungen bezüglich der Königstochter

3.1.2 Handlungen der Königstochter bezüglich Rothers

3.1.3 Ablehnung der ersten Einladung der Königstochter

3.2 Die Schuhepisode als Schlüsselszene für die Beziehung Rother-Königstochter

4 Schluss und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das mittelalterliche Werk „König Rother“ im Hinblick auf das Vorhandensein von Elementen höfischer Minne und Minne als Liebe zwischen den beiden Protagonisten. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich eine echte Liebesbeziehung zwischen dem Herrscher und der Königstochter entwickelt oder ob diese als Zweckbündnis zur Sicherung der Thronfolge und Machtausweitung fungiert.

  • Analyse des Begriffs der „Höfischen Minne“ im mediävistischen Kontext.
  • Untersuchung des Verhaltens von König Rother und der Königstochter vor und während der zentralen Schuhepisode.
  • Kritische Reflexion der Rolle der Königstochter als Objekt in einem politischen Machtkalkül.
  • Deutung der Schuhepisode als schlüsselszenenhaftes Element für die zwischenmenschliche Beziehung.
  • Überprüfung der These, dass weder Höfische Minne noch Minne als Liebe im Werk primär motivierend wirken.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Schuhepisode als Schlüsselszene für die Beziehung Rother-Königstochter

Herlint wolde dannen gan. / der herre bat sie dar bestan / unde heiz die goltsmide sin / zwene scho silverin / ilinde giezin / […] unde zwene von golde, / als er sie geven wolde. / […] unde enin mantil vile got, / zwelf bouge golt rot: / so sal (30r) men einir kuninginne / ir botin minnin! (KR 2021-2036)

Dabei lässt er sich für die Schuhe noch etwas Besonderes einfallen, denn bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, daz sie zo einime voze quamen, / daz her [Asprian] die beide neme / unde der vrowen geve (KR 2030-2032). „Es ist fast eine Grobheit, der Königstochter ein solches Geschenk zu geben […]“17, behauptet de Vries, der in dem Punkt Recht hat, dass dies nicht zu einem höfischen Benehmen passt, allerdings ist es nötig, um die Handlung voranzutreiben. Mit diesem Trick geht Rother-Dietrich nämlich sicher, dass die Botin noch einmal wiederkehren muss, um den „Missgriff“ der Schuhe richtig zu stellen. Dass diese Folge eindeutig von Rother-Dietrich geplant ist, steht fest, so erscheint es doch unrealistisch, dass zwei Paar Schuhe innerhalb weniger Augenblicke schnell gegossen werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Ausgangssituation des Werkes ein, benennt das zentrale Problem der fehlenden Ehefrau für Rother und formuliert die These, dass weder Höfische Minne noch Minne als Liebe das Handeln der Protagonisten leiten.

2 Der Terminus Höfische Minne: Hier werden Definitionen und Merkmale der Minne und der Höfischen Minne anhand fachwissenschaftlicher Lexika und Literatur erarbeitet, um ein theoretisches Fundament für die anschließende Analyse zu schaffen.

3 Höfische Minne im König Rother: In diesem Kapitel wird das theoretische Konzept auf das Werk angewendet, wobei insbesondere das Verhalten der Protagonisten vor und während der Schuhepisode detailliert analysiert wird.

3.1 Hinführung zur Schuhepisode: Dieser Abschnitt beleuchtet die Interaktionen der Protagonisten im Vorfeld und zeigt auf, dass weder Rothers Werben noch die Reaktion der Tochter klassischen höfischen Mustern entsprechen.

3.1.1 Rothers Handlungen bezüglich der Königstochter: Es wird dargelegt, dass Rother die Königstochter primär als Objekt zur Sicherung seiner Thronfolge betrachtet und keine Anzeichen von Liebeswerbung zeigt.

3.1.2 Handlungen der Königstochter bezüglich Rothers: Der Fokus liegt auf der aktiven Rolle der Königstochter, die entgegen höfischer Konventionen das Interesse am fremden Mann zeigt, jedoch eher aus Neugier und eigenem Interesse handelt.

3.1.3 Ablehnung der ersten Einladung der Königstochter: Hier wird Rothers taktisch kluge, aber vorgeblich überraschte Ablehnung interpretiert, die seine strategische Planung zur Eroberung der Frau unterstreicht.

3.2 Die Schuhepisode als Schlüsselszene für die Beziehung Rother-Königstochter: Die Episode wird als zentrales Handlungselement gedeutet, in dem Rother die Königstochter durch ein rechtssymbolisches Geschenk aktiv an sich bindet.

4 Schluss und Ausblick: Das Fazit bestätigt die eingangs aufgestellte These und weist auf weiterführende Forschungsmöglichkeiten bezüglich des Frauenbildes im Werk hin.

Schlüsselwörter

König Rother, Höfische Minne, Minne, Schuhepisode, Brautwerbung, Mittelalterliche Literatur, Königstochter, Herrschaft, Ehe, Thronfolge, Rechtssymbolik, Identität, höfische Gesellschaft, Forschungskritik, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das mittelhochdeutsche Werk „König Rother“ unter dem speziellen Fokus, ob zwischen den Hauptfiguren eine höfische Minne oder eine Liebesbeziehung existiert oder ob es sich um ein rein politisch motiviertes Zweckbündnis handelt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Definition der höfischen Minne im Mittelalter, die Darstellung von Geschlechterrollen, die Symbolik der Brautwerbung sowie die Interpretation der Schuhepisode als Schlüsselszene der Handlung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu beweisen, dass in „König Rother“ keine klassische höfische Minne vorliegt und dass die Beziehung zwischen dem König und der Tochter primär durch politische Interessen und die Notwendigkeit der Thronfolge bestimmt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse, die Untersuchung von Fachlexika zur Begriffsbestimmung und eine kritische Auseinandersetzung mit der existierenden Forschungsliteratur zur Interpretation der Handlung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Herleitung des Begriffs Minne und der detaillierten Analyse der Handlungsschritte, insbesondere der Interaktionen im Vorfeld und während der zentralen Schuhepisode.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie König Rother, Minne, Brautwerbung, Schuhepisode, höfische Gesellschaft und Machtkalkül charakterisiert.

Warum spielt die Schuhepisode eine so bedeutende Rolle?

Die Schuhepisode gilt als zentrale Schlüsselszene, in der Rother seine List zur Brautwerbung perfektioniert und die Königstochter rechtssymbolisch an sich bindet, ohne dass dabei eine romantische Liebesbasis erkennbar wird.

Wie bewertet die Autorin das Verhalten der Königstochter?

Die Autorin sieht das Verhalten der Königstochter als naiv und taktisch motiviert an; sie agiert entgegen höfischer Konventionen, was die These unterstützt, dass es sich um keine echte höfische Minne handelt.

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Details

Title
Rother und die Königstochter
Subtitle
Zur "Höfischen Minne" im "König Rother"
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,7
Author
Juliane Noßack (Author)
Publication Year
2012
Pages
20
Catalog Number
V199539
ISBN (eBook)
9783656258520
ISBN (Book)
9783656259367
Language
German
Tags
rother königstochter höfischen minne könig
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Noßack (Author), 2012, Rother und die Königstochter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199539
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