Die KPD als außenpolitisches Machtinstrument Josef Stalins?!


Hausarbeit, 2008
14 Seiten

Leseprobe

1) Inhaltsverzeichnis

2) Einleitung

3) Die KPD und die Kommunistische Internationale

4) Der Weg in die Stalinisierung der Partei

5) Die Gleichschaltung der Kommunistischen Partei Deutschlands

6) Der Weg zum Ende der Stalinisierung

7) Abschlussanalyse

8) Literaturnachweise

2) Einleitung

Hat Josef Stalin die Kommunistische Partei Deutschlands nur als willkommenes außenpolitisches Machtinstrument gesehen mit dem er im Deutschen Reich Einfluss nehmen konnte?

Diese Frage soll in der vorliegenden Ausarbeitung diskutiert und beantwortet werden.

Die KPD hatte im Deutschen Reich schon seit ihrer Gründung 1918/1919 in gewissem Maße einen Sonderstatus. Sie entwickelte sich zur einzigen linksradikalen Massenpartei in Deutschland, die bald vor allem zur Partei der Arbeiterklasse wurde.[1] Sie lehnte das parlamentarische Regierungssystem ab und wollte das Räteprinzip in Deutschland durchsetzen, was einen massiven Gegensatz zur Weimarer Republik bedeutete.[2] Zudem sollte mit Hilfe eines revolutionären Umsturzes neben einer klassenlosen Gesellschaft auch eine Diktatur des Proletariats erreicht werden.[3] Bis zu diesem Punkt gibt es noch keinen eindeutigen Einfluss der Sowjetunion auf die Kommunistische Partei Deutschlands. Dennoch muss man sagen, dass sich die Partei schon recht früh ein Vorbild im sowjetischen Modell gesucht hat und den Marxismus-Leninismus als theoretische Richtschnur ihres Handelns, zur alleingültigen Weltanschauung und zur verbindlichen politischen Ideologie machte.[4]

3) Die KPD und die Kommunistische Internationale

Vor der Kommunistischen Internationale hat es bereits zwei weitere Internationale gegeben. Auch dabei war zunächst kein offensichtlicher Einfluss der Sowjetunion auf Deutschland erkennbar. Im Gegenteil: die Deutschen unter Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht waren sich in ihren Vorgehensweisen durchaus nicht einig mit den russischen Bolschewiki. Deshalb gab es auch Unstimmigkeiten bei der Gründung der III. Internationalen, die heute besser als Kommunistische Internationale bekannt ist.[5] Luxemburg war zwar für die Gründung der III. Internationalen, dennoch sah sie den Zeitpunkt als nicht angemessen. Außerdem hatte sie als eine der ersten befürchtet, dass mit der Gründung eine volle Abhängigkeit Deutschlands von Moskau nicht mehr zu vermeiden sei. Immerhin war es offensichtlich, dass die russischen Bolschewiki als Partei mit der größten Macht agieren würden.[6] Als die Internationale trotzdem gegründet wurde, schloss sich die Kommunistische Partei Deutschlands als erste Partei an. Das tat sie vor allem in dem Glauben, dass es ein Zusammenschluss gleichberechtigter Parteien sei.[7] Demnach ging man auch davon aus, dass es eine Vormachtstellung der Sowjetunion nicht geben würde. Dafür sprach außerdem auch der Gründungsbeschluss der III. Internationalen. In ihm war festgelegt worden, dass der Sitz der Exekutive und des Büros nach Berlin gehöre und die Zentrale nur bis zum Sieg der deutschen Räterepublik in Moskau bleiben soll.[8] Andernfalls hätte man der Kommunistischen Internationalen damals sicher nicht so bedenkenlos zugestimmt. Und tatsächlich war die KPD anfangs noch auf gleicher Ebene mit der russischen Partei. Das sollte sich erst in den nächsten Jahren ändern. Mit dem großen Zulauf vieler Parteien aus anderen Ländern wurde auf Seiten Lenins die Angst immer größer, dass auch nicht-kommunistische Parteien den Weg in die Kommunistische Internationale finden könnten. In der Folge entstand bereits in der Internationalen eine Art Diktatur. Diese wurde durch den Zuspruch der meisten Linksradikalen begünstigt: eine strenge Organisation sollte verhindern, dass die Fehler der II. Internationalen noch einmal begangen werden.[9] Trotzdem war die Kommunistische Internationale noch lange kein Instrument der Kommunistischen Partei Russlands .

Die Komintern war allerdings auf die Unterstützung des Landes angewiesen, was den russischen Einfluss in der Folge entsprechend stabilisierte. So war es Lenin nur kurze Zeit später möglich, dass sich die einst gleichberechtigten Parteien in der Kommunistischen Internationalen einer einzigen, bestimmenden Partei unterordneten.[10] Damit war eine erste Art von Apparatdiktatur geschaffen, die wenige Jahre später durch Stalin aufgenommen und sogar noch weiter verschärft wurde.

Hier lässt sich also erkennen, dass es nicht nur seit Stalin einen Einfluss auf die Kommunistische Partei Deutschlands gab. Bereits unter Lenin hat es dafür offensichtlich erste Anzeichen gegeben. Entsprechend kann man auch sagen, dass Lenin seinem Nachfolger Josef Stalin den Weg zur Einflussnahme in Deutschland, unter anderem durch die Stalinisierung der KPD, geebnet hatte.

[...]


[1] Weber, Hermann: Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik. Frankfurt am Main 1969. S. 7

[2] Ebd.

[3] Lehnert, Detlef: Die Weimarer Republik. Parteienstaat und Massengesellschaft. Stuttgart 1999. S. 348ff.

[4] Weber, Hermann: Die Wandlung des deutschen Kommunismus. S. 7

[5] Ebd. S. 28

[6] Ebd. S. 29

[7] Ebd. S. 30

[8] Ebd.

[9] Ebd. S. 31

[10] Ebd. S. 32

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die KPD als außenpolitisches Machtinstrument Josef Stalins?!
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Neuere und Neueste Geschichte
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V199540
ISBN (eBook)
9783656260837
ISBN (Buch)
9783656263302
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
KPD, Stalin, Macht, Partei
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Lisa Nohl (Autor), 2008, Die KPD als außenpolitisches Machtinstrument Josef Stalins?!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199540

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