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Münzprägung und Handel in Lüneburg vom 11. bis zum 13. Jahrhundert

Title: Münzprägung und Handel in Lüneburg vom 11. bis zum 13. Jahrhundert

Term Paper , 2011 , 13 Pages

Autor:in: René Feldvoß (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Prägung Lüneburger Brakteaten ist vermutlich seit der Regierungszeit Heinrichs des Löwen, spätestens jedoch während der seiner Söhne, zweifelsfrei belegt. Durch die Zerstörung Bardowiks, durch Heinrich, im Jahre 1189, stieg Lüneburg zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum der welfischen Herrscher auf, was auch die Prägetätigkeit in der Lüneburger Münzstätte anregte.
Auch können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass bereits vor der Währungsunion des wendischen Münzvereines Pfennige nach lübischem Münzfuß in Lüneburg geprägt wurden. Wann genau der Übergang zur gebräuchlichen lübischen Mark jedoch genau statt fand, ist ebenso schwierig zu datieren, wie der Beginn der Prägetätigkeit in Lüneburg. Wie so oft, wenn es um mittelalterliche Schriftquellen geht, sind fehlende oder verloren gegangene Urkunden, oder sonstige zeitgenössische Dokumente, der Grund für die lückenhafte Dokumentation des zu untersuchenden Sachverhaltes. Bis auf wenige Ausnahmen, sind die einzigen Zeugnisse über die Prägung von Lüneburger Pfennigen zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert die Münzen selbst, welche jedoch mitunter weder einen Datumsnachweis, noch einen Hinweis auf die Prägestätte oder den Münzherrn tragen.
Zum besseren Verständnis der fiskalpolitischen Maßnahmen der jeweiligen Verantwortlichen, wie zum Beispiel die regelmäßigen Münzverrufungen oder die Festlegung eines „Schlagschatzes“ durch die Fürsten, ist es unabdingbar, die wirtschaftlichen Verhältnisse des mittelalterlichen Lüneburgs genauer zu betrachten. Weiterhin stellt sich die Frage nach dem „Wert“ des Lüneburger Pfennigs im Verhältnis zu anderen Währungen im Norddeutschen Raum zur gleichen Zeit, insbesondere im Hinblick auf den späteren Zusammenschluss der Städte Lübeck, Hamburg, Lüneburg und Wismar zum „Wendischen Münzverein“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Prägestätte Lüneburg

Der Lüneburger Markt

Die Geldpolitik der welfischen Fürsten

Lüneburger Münzen nach lübischem Münzfuß

Der Handel mit dem Salz

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung Lüneburgs vom 11. bis zum 13. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt auf der Wechselwirkung zwischen der lokalen Münzprägung der welfischen Herrscher und der wachsenden Bedeutung des Salzhandels liegt.

  • Entwicklung und fiskalpolitische Bedeutung der Lüneburger Münzstätte
  • Einfluss der welfischen Geldpolitik auf den Handel und die Währung
  • Struktur und Organisation des Lüneburger Marktes im Mittelalter
  • Bedeutung der Salzproduktion als ökonomischer Wachstumsfaktor
  • Übergang von landwirtschaftlichen Abgaben zur Geldwirtschaft

Auszug aus dem Buch

Die Prägestätte Lüneburg

Wann genau die ersten Münzen in der Prägestätte Lüneburg hergestellt wurden, kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Den frühesten schriftlichen Nachweis hierüber finden wir bei den Münzen Bernhard II., welcher von 1011-1059 herrschte. Die Umschrift auf den ihm zugeordneten Geprägen weist „LIUNIBURHC“ als Prägestätte aus. Jedoch wird vermutet, dass bereits sein Vater, Bernhard I., von 973-1011 Herzog von Sachsen, seine Münzen in Lüneburg oder Bardowick schlagen ließ. Einwandfrei nachweisen lässt sich dies jedoch nicht, da keinerlei Inschriften auf den Herkunftsort der Münzen hindeuten. Wie bereits erwähnt, führte die Zerstörung Bardowicks im Jahre 1189 zu einem erheblichen Bedeutungszuwachs Lüneburgs als Handelsplatz und Herrschaftszentrum der Welfen, was die Vermutung nahe legt, dass sämtliche späteren Münzen, die einem welfischen Münzherren zugeordnet werden, in Lüneburg geprägt worden sind.

Allerdings stellt sich die Zuweisung bestimmter Motive für eine bestimmte Münzstätte mitunter als schwierig heraus, da die Prägestempel für verschiedene Münzstätten der welfischen Herrscher in derselben Werkstatt hergestellt wurden. Die Zuordnung bestimmter Münzen zu einem Münzherren lässt sich nur bei Münzen mit entsprechender Umschrift, die den Namen des Münzherren nennen, mit Sicherheit feststellen. „Stumme“ Gepräge, also solche Münzen, die keinen schriftlichen Hinweis beinhalten, deren Gestaltung in Stil und Inhalt der Münzbilder, denen der Schriftmünzen gleichen, werden einander zugeordnet. Reitz vermutet, dass diese sogenannten „Leitmünzen“ zu Beginn der Regierungszeit der jeweiligen Münzherren geprägt wurden, um dem schriftkundigen Teil des Volkes einen Machtwechsel anzuzeigen. In den folgenden Jahren wurde ein gleiches, oder zumindest doch ähnliches, Münzbild beibehalten, wobei auch zu bedenken ist, dass ein und derselbe Stempelschneider auch unter mehreren Herrschern gedient haben mag, oder während einer Regierungszeit ausgetauscht wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel stellt die historische Relevanz der Lüneburger Münzprägung dar und erläutert die Herausforderungen bei der Quellenlage für den Zeitraum vom 11. bis 13. Jahrhundert.

Die Prägestätte Lüneburg: Es wird die historische Etablierung der Münzstätte, die Problematik der Münzzuweisung sowie die Entwicklung der Prägetechnik und der Münzmotive beschrieben.

Der Lüneburger Markt: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle des Marktes als zentralen Handelsplatz und die Regulierung durch Rat und Genossenschaften im Rahmen der wachsenden Geldwirtschaft.

Die Geldpolitik der welfischen Fürsten: Hier werden die fiskalpolitischen Strategien der Welfen, wie Wechselstellen, Münzverrufungen und der Schlagschatz zur Gewinnmaximierung, analysiert.

Lüneburger Münzen nach lübischem Münzfuß: Es wird die Umstellung auf den lübischen Münzfuß und die bestehende Wertdifferenz zwischen Lüneburger und lübisch-hamburgischen Pfennigen erörtert.

Der Handel mit dem Salz: Dieses Kapitel behandelt den Aufstieg Lüneburgs durch die Saline und die sukzessive Übertragung der wirtschaftlichen Privilegien an die Bürger.

Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst den Aufstieg Lüneburgs von einer Niederlassung zur bedeutenden Handelsstadt durch die Verbindung von Münzrecht und Salzhandel zusammen.

Schlüsselwörter

Lüneburg, Münzprägung, Welfen, Brakteaten, Salzhandel, Mittelalter, Geldpolitik, Wendischer Münzverein, Handelsstadt, Münzrecht, Schlagschatz, Lübischer Münzfuß, Währungsunion, Wirtschaftsentwicklung, Münzstätte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt Lüneburg zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert mit einem Fokus auf die Münzprägung und den Salzhandel unter der Herrschaft der Welfen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Lüneburger Münzstätte, der fiskalpolitischen Ausrichtung der welfischen Herzöge, der Marktregulierung sowie der enormen Bedeutung des Salzmonopols für den Aufstieg zur Handelsmetropole.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen der Münzpolitik der Herrscher und der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung Lüneburgs aufzuzeigen und zu erklären, warum Lüneburg im untersuchten Zeitraum an Bedeutung gewann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte historische Analyse von Fachliteratur, Urkunden und numismatischen Befunden, um die wirtschaftshistorischen Zusammenhänge des Mittelalters zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Münzprägung, der städtischen Marktstrukturen, der fürstlichen Geldpolitik sowie der systematischen Analyse des Salzhandels und der damit verbundenen Privilegien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Lüneburger Brakteaten, welfische Geldpolitik, Salzmonopol, Münzrecht und die Entwicklung der Währungssysteme im norddeutschen Raum.

Warum war die Qualität der Münzen zeitweise minderwertig?

Die Fürsten prägten bewusst leichtere Pfennige, um durch Tauschgebühren und die Abwertung fremder Währungen im eigenen Gebiet zusätzliche Profite aus dem Münzrecht zu ziehen.

Welche Rolle spielte die Zerstörung Bardowiks?

Die Zerstörung durch Heinrich den Löwen im Jahr 1189 war ein entscheidendes Ereignis, das Lüneburg als neuen wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region stärkte und das Wachstum des Salzhandels massiv beförderte.

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Details

Title
Münzprägung und Handel in Lüneburg vom 11. bis zum 13. Jahrhundert
College
University of Hamburg
Author
René Feldvoß (Author)
Publication Year
2011
Pages
13
Catalog Number
V199616
ISBN (eBook)
9783656260776
ISBN (Book)
9783656261827
Language
German
Tags
Münzen Mittelalter Lüneburg Handel Brakteaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René Feldvoß (Author), 2011, Münzprägung und Handel in Lüneburg vom 11. bis zum 13. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199616
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