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Die Deutsche Seereederei Rostock und ihre Stellung innerhalb der DDR-Wirtschaft

Title: Die Deutsche Seereederei Rostock und ihre Stellung innerhalb der DDR-Wirtschaft

Term Paper , 2010 , 18 Pages

Autor:in: René Feldvoß (Author)

History of Germany - Modern History
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Die Geschichte der „Deutschen Seereederei Rostock“ (DSR), bzw. der „Deutfracht/Seereederei Rostock“ (DSR), wie sie nach der Zusammenlegung mit dem VEB Deutfracht hieß, ist ein bisher nur spärlich erforschter Bereich der DDR-Historie. Nicht nur, dass die Liste der verfügbaren Titel recht überschaubar ist, die begrenzt vorhandene Literatur ist oftmals auch stark ideologisch durchsetzt, oder kann sich einer, zumindest latenten, Wertung durch die Autoren nicht entziehen. So sind die Autoren mitunter zwar bemüht, eine vorurteilsfreie Beschreibung der DSR-Historie darzulegen, wie sie selbst auch im Vorwort behaupten, in der Realität gelingt dies aber meistens nicht.
Diese Feststellung ist umso bemerkenswerter, wenn man berücksichtigt, dass es sich bei der DSR um ein, zumindest in ihrer Form als eigenständige Reederei, abgeschlossenes und zeitlich sehr genau zu verortendes Kapitel deutscher Seefahrtsgeschichte handelt. Von ihrer Gründung am 1. Juli 1952, bis hin zu ihrer endgültigen Privatisierung 1993, war die DSR eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz für westliche Reedereien und bekleidete darüber hinaus, als einzige Hochseereederei der DDR, eine bedeutende Rolle bei der Rohstoffversorgung der ostdeutschen Industrie.
Im Folgenden soll zunächst ein kurzer Abriss über die Geschichte der DSR skizziert werden, gefolgt von einer Darstellung der sozialistischen Planwirtschaft und den ökonomischen Rahmen, in dem sich die DSR zu bewegen hatte, sowie die damit verbundenen Besonderheiten, die sich hieraus für einen international tätigen Transportdienstleistungsbetrieb ergeben. Des weiteren werden einige Unterschiede zwischen den beiden Wirtschaftssystemen im geteilten Deutschland, sowie Probleme der DSR, am internationalen Seeschifffahrtsverkehr zu partizipieren, thematisiert. Den Abschluss bildet eine Betrachtung über die Stellung der DSR im gesamtwirtschaftlichen Gefüge der DDR-Volkswirtschaft.
Ziel dieser Untersuchungen wird es sein, die Position der DSR innerhalb des DDR-Wirtschaftssystems aufzuzeigen, und die Konkurrenzsituation der Staatsreederei zu den westdeutschen, privatwirtschaftlichen, Handelsschifffahrtsgesellschaften näher zu beleuchten. Ferner beziehen die zu Grunde liegenden Überlegungen die Expansionspolitik auf den Weltmeeren der Rostocker Reederei mit in die Gesamtbetrachtung ein, und zeigt die hierbei entstandenen Probleme auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die „Deutsche Seereederei Rostock“ im Wandel der Zeit

Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg

Gründung und erste Jahre der DSR

Entwicklung bis 1964

Expansion bis Mitte der 70er Jahre

Niedergang bis 1989

Die DSR nach der Wende

Die Planwirtschaft der DDR

Unterschiede in der Außenwirtschaft zwischen Ost- und Westdeutschland

Fazit - Die Stellung der DSR in der DDR-Wirtschaft

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Deutschen Seereederei Rostock (DSR) innerhalb der DDR-Planwirtschaft und analysiert deren Wettbewerbssituation gegenüber westdeutschen Reedereien. Dabei wird der Fokus auf die historische Entwicklung der DSR sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und Probleme im Transformationsprozess nach der Wende gelegt.

  • Historische Entwicklung der DSR von 1952 bis 1993
  • Strukturen der sozialistischen Planwirtschaft der DDR
  • Vergleich der Außenwirtschaftssysteme zwischen Ost- und Westdeutschland
  • Herausforderungen durch staatliche Eingriffe und politische Ideologie
  • Privatisierung und Auflösung der DSR nach 1990

Auszug aus dem Buch

Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Ausgangslage für eine Hochseehandelsflotte auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg war denkbar ungünstig. Zum einen, weil der Krieg lediglich eine, jedoch größtenteils zerstörte, Seeschifffahrtswerft in Rostock übrig gelassen hatte. Viel schwerwiegender war jedoch die Tatsache, dass bei Gründung der DSR am 1. Juli 1952 nur ein einziges hochseetüchtiges Schiff vorhanden war. Der Dampfer „Johann Ahrens“ war im Jahre 1903 in der Rostocker Neptun-Werft erbaut worden und erhielt nach umfangreichen Umbauten in der Staatswerft Stralsund den neuen Namen „Vorwärts“.

Darüber hinaus herrschte ein Fachkräftemangel im Schiffsbau- und Seefahrtssektor, so dass viele Arbeiter erst in, speziell zu diesem Zweck geschaffenen, Betriebsvolkshochschulen und Lehrwerkstätten umgeschult werden mussten.

Auch die Organisation des Hochseeschifffahrtbetriebs übernahm zunächst die in Stralsund ansässige Nebenstelle der „Deutschen Schiffahrts- und Umschlagsbetriebszentrale Berlin“ (DSU), welche eigentlich für die Abwicklung der Binnenschifffahrt innerhalb der DDR zuständig war.

Die Ausgangslage für den Aufbau einer funktionierenden Hochseehandelsflotte auf dem Staatsgebiet der DDR war somit denkbar ungünstig, zumal auch in den Reihen der DDR-Regierung Stimmen laut wurden, die gegen ein Engagement auf dem transnationalen Seehandelsmarkt waren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Forschungsstand zur DSR-Historie, weist auf ideologische Verzerrungen in der bisherigen Literatur hin und definiert den Untersuchungsrahmen zur Stellung der Reederei innerhalb der DDR-Wirtschaft.

Die „Deutsche Seereederei Rostock“ im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel zeichnet die chronologische Entwicklung der Reederei nach, von der schwierigen Gründungsphase unter improvisierten Bedingungen über die Expansion in den 60er und 70er Jahren bis hin zum wirtschaftlichen Niedergang und der Privatisierung nach 1990.

Die Planwirtschaft der DDR: Der Abschnitt erläutert die Funktionsweise der zentralistischen Planwirtschaft der DDR, die auf Rechenmodellen basierte und aufgrund fehlender Marktmechanismen sowie politischer Eingriffe mit Effizienzproblemen zu kämpfen hatte.

Unterschiede in der Außenwirtschaft zwischen Ost- und Westdeutschland: Hier werden die gegensätzlichen Ansätze der dezentralen Marktwirtschaft im Westen und der zentral gelenkten Exportwirtschaft der DDR gegenübergestellt, insbesondere im Hinblick auf Flexibilität und Preisbildung.

Fazit - Die Stellung der DSR in der DDR-Wirtschaft: Das Fazit fasst die Bedeutung der DSR als zentrales Element der Rohstoffversorgung der DDR zusammen und analysiert, warum die Reederei trotz ihrer Relevanz administrativen Beschränkungen und einer ineffizienten Kombinatsstruktur unterworfen war.

Schlüsselwörter

DSR, Deutsche Seereederei Rostock, DDR-Wirtschaft, Planwirtschaft, Außenwirtschaft, Hochseereederei, Rohstoffversorgung, Devisenbeschaffung, DDR-Schifffahrt, Privatisierung, Ost-West-Handel, Kombinat, Seeverkehr, Wirtschaftsgeschichte, DDR.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Geschichte und die wirtschaftliche Position der Deutschen Seereederei Rostock (DSR) innerhalb des DDR-Wirtschaftssystems von der Gründung bis zur Auflösung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der Aufbau der Handelsflotte, die Rahmenbedingungen der Planwirtschaft, die Konkurrenzsituation zu westlichen Reedereien sowie die Transformationsprozesse nach der Wende.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, die Rolle der DSR im ökonomischen Gefüge der DDR aufzuzeigen und die Herausforderungen sowie die politischen Zwänge, unter denen die Reederei agieren musste, kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Berichten und wirtschaftshistorischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Chronologie der DSR, eine systemtheoretische Analyse der Planwirtschaft sowie einen Vergleich der Außenwirtschaftssysteme beider deutscher Staaten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere DSR, Planwirtschaft, Devisenknappheit, Seeschifffahrt, DDR-Handelspolitik und Kombinatsstruktur.

Wie wirkte sich die DDR-Planwirtschaft auf die DSR aus?

Die Planwirtschaft limitierte die betriebliche Flexibilität erheblich, da Entscheidungen politisch determiniert waren und die Reederei als Teil eines Kombinats sogar betriebsfremde Aufgaben wie Konsumgüterproduktion übernehmen musste.

Warum war die DSR trotz ihrer Bedeutung keine bevorzugte Institution?

Obwohl sie eine Schlüsselrolle bei der Rohstoffversorgung der DDR-Industrie spielte, wurde die DSR wie jeder andere volkseigene Betrieb behandelt und unterlag den allgemeinen politischen Vorgaben der Partei ohne Sonderrechte.

Welche Rolle spielte die "Steckenpferdbewegung" in der Geschichte der DSR?

Diese Bewegung war eine kollektive Initiative von Betrieben, die durch Zusatzproduktion Devisen erwirtschafteten, um der DSR die Anschaffung zusätzlicher Schiffe zu ermöglichen, da das staatliche Budget hierfür nicht ausreichte.

Wie vollzog sich die Privatisierung nach der Wende?

Die Privatisierung erfolgte 1993 durch eine Hamburger Investorengruppe und die F. Laeisz Schifffahrtsgesellschaft, was mit einem massiven Abbau von Personal und Tonnage einherging.

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Details

Title
Die Deutsche Seereederei Rostock und ihre Stellung innerhalb der DDR-Wirtschaft
College
University of Hamburg  (Fakultät für Geisteswissenschaften)
Course
Historisches Seminar
Author
René Feldvoß (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V199622
ISBN (eBook)
9783656260721
ISBN (Book)
9783656261704
Language
German
Tags
Seereederei Rostock DSR Schifffahrt DDR
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René Feldvoß (Author), 2010, Die Deutsche Seereederei Rostock und ihre Stellung innerhalb der DDR-Wirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199622
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