Ethische Herausforderungen der Forschung mit embryonalen Stammzellen


Seminararbeit, 2011

5 Seiten, Note: 2

Lise Meitner (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Einleitung

2 Biologische Grundlagen
2.1 Stammzellen
2.2 Individualentwicklung
2.3 Gewinnung

3 Forschung

4 Gesetzeslage

5 Alternativen

6 Ethische Diskussion

7 Quellen

1 Einleitung

Stammzellen gelten als die neuen Hoffnungsträgern der Medizin. Mit ihrer Hilfe können nicht nur neue Erkenntnisse über Krankheiten gewonnen werden, sondern in Zukunft die Therapie von vielen Krankheiten unter anderem Parkinson und Alzheimer ermöglicht werden. Doch ist die Forschung an humanen embryonalen Stammzellen ethisch vertretbar?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man zwischen zwei Zeitpunkten unterscheiden. Der Zeitpunkt, ab dem das menschliche Leben beginnt und der Zeitpunkt ab dem das menschliche Leben schutzwürdig ist. Während biologische Aspekte den erstgenannten Zeitpunkt bestimmen, sind moralische Aspekte zur Festlegung des zweitgenannten Zeitpunktes ausschlaggebend.

2 Biologische Grundlagen

2.1 Stammzellen

Stammzellen sind laut Stammzellengesetz (StZG§3 Abs. 1) „alle menschlichen Zellen, die die Fähigkeit besitzen. In entsprechender Umgebung sich selbst durch Zellteilung zur vermehren, und die sich selbst oder deren Tochterzellen sich unter geeigneten Bedingungen zu Zellen unterschiedlicher Spezialisierung, jedoch nicht zu einem Individuum zu entwickeln vermögen.“ Man bezeichnet sie auch als pluripotente Stammzellen.1

Während der Entwicklung der befruchteten Eizelle zum Embryo entstehen verschiedene Stammzelltypen, die nach der Potenzialität unterschieden werden.

Totipotente Stammzellen haben die Fähigkeit, sich zu einem kompletten Individuum (Embryo) zu entwickeln. Dazu zählen die Zygote, die befruchtete Eizelle, und die Zellen der frühen Morula (ca. 4 Tage nach der Befruchtung).

Pluripotente Stammzellen entwickeln sich in den drei Keimblättern (Ektoderm, Entoderm, Mesoderm) und der Keimbahn eines Organismus. Im Gegensatz zu den totipotenten Stammzellen können die pluripotenten Zellen keinen intakten Organismus erzeugen.

Multipotente Stammzellen sind Zellen, die sich zu verschiedenen Zelltypen einer bestimmten Linie entwickeln können Bei diesen Zellen handelt es sich um adulte Stammzellen, denen man bisher eine eingeschränkte Entwicklungsfähigkeit zuschrieb. Werden sie jedoch in eine neue Umgebung gebracht, können sie zuweilen ein ungeahntes Potenzial entfalten. So können aus Blut-Stammzellen vom Knochenmark bei Einlagerung in die Leber Leberzellen gebildet werden.

Somatische Stammzellen besitzen nur ein geringes Selbsterneuerungsvermögen und dienen vor allem der Geweberegeneration und –reparatur.

2.2 Individualentwicklung

In den Debatten um die Stammzellforschung gibt es zwei Positionen in Bezug auf die Frage nach dem moralischen Status des Embryos.

Kritiker sind der Meinung, dass dem Embryo von Beginn an, nämlich ab der Verschmelzung von Ei und Samenzelle der volle moralische Status zugesprochen werden muss. Die Verwendung befruchteter Eizellen zu Forschungszwecken muss demnach untersagt werden.

Andere sind der Ansicht, dass der Embryo bis zum Moment der Einnistung (ca. 14 Tage nach der Befruchtung) kein Lebensrecht zugesprochen werden kann. Auch nach der Einnistung gibt es wichtige Zäsuren in der Embryonalentwicklung, wie die Bildung von Primitivsteifen oder die Neurulation, also die Bildung des Neuralrohrs als Anlage des späteren zentralen Nervensystems beim Embryo.

2.3 Gewinnung

Humane embryonale Stammzellen (hES-Zellen) sind meist Überschussprodukte der In-Vitro-Fertilisation (IVF). Dazu wird zunächst durch eine hormonelle Behandlung die Follikelproduktion angeregt. Die Eizelle wird entnommen und im Reagenzglas mit dem Spermium befruchtet. Im Blastozysten-Stadium wird die befruchtete Eizelle mit einem Katheter in der Gebärmutter der Frau platziert, wo er sich einnisten und zu einem Individuum heranreifen kann. Diese Methode wird genutzt um gezielt eine Schwangerschaft herbeizuführen. Die Erfolgsrate beträgt allerdings nur 20-40%. 5-6 Tage nach der Befruchtung können Stammzellen aus der Blastozyste gewonnen werden. Deren äußere Zellschicht bezeichnet man als Trophoblast. Diese wird durch Antikörper oder Laserstrahlen zerstört, um die Stammzellen aus dem Inneren zu isolieren.3

[...]

1 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2002 Teil I Nr. 42, ausgegeben zu Bonn am 29. Juni 2002 Gesetzt zur Sicherstellung des Embryonenschutzen im Zusammenhang mit Einfuhr und Verwendung menschlicher embryonaler Stammzellen(Stammzellgesetz – StZG)

2 http://www.zellux.net/m.php?sid=50 (19.03.2011)

3 Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) http://www.drze.de/im-blickpunkt/stammzellen (31.08.2010)

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Ethische Herausforderungen der Forschung mit embryonalen Stammzellen
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Chemie und Biochemie)
Veranstaltung
Bioethik Seminar
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V199639
ISBN (eBook)
9783656261407
Dateigröße
660 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ethische, herausforderungen, forschung, stammzellen
Arbeit zitieren
Lise Meitner (Autor), 2011, Ethische Herausforderungen der Forschung mit embryonalen Stammzellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199639

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