Die folgende Arbeit beschäftigt sich Peter Singers radikalem Verständnis von individuellen Hilfspflichten der westlichen Welt gegenüber global notleidenden Menschen. Diese sind so weitreichend, dass sie das Aufgeben eines erheblichen Teils des westlichen Wohlstands verlangen. Entsprechend schwierig erweist es sich Singers Auffassung in Einklang mit dem moralischen „common sense“ zu bringen. Nach Erläuterung der normativen Prinzipien und des darunterliegenden ethischen Konzepts wird diskutiert, ob die daraus resultierenden Pflichten zu viel abverlangt um noch als plausible Handlungsanweisung gelten zu können. Es wird schließlich gezeigt, dass Singer diese Einwände erfolgreich abwenden kann.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Armut und ethisches Handeln?
- Armut und ethische Theorie?
- Unsere Verpflichtung zu helfen
- Die basalen Prinzipien
- Der Fall des ertrinkenden Kindes
- Intuitionen der Hilfe
- Verteidigung der Analogie
- Zu viel verlangt?
- Ethik und Unparteilichkeit
- Der Einwand der Überforderung
- Psychologische und kognitive Unzumutbarkeit
- Moralische Freiheit und Integrität
- Persönliche Belange und Beziehungen
- Das „Principle of Sacrifice“ in einem Dilemma?
- Konklusion - Singer als Strohmann?
- Verteidigung des Präferenzutilitarismus
- Moralität auf zwei Ebenen
- Die unparteiliche Rechtfertigung von Parteilichkeit
- Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit Peter Singers radikales Verständnis von individuellen Hilfspflichten der westlichen Welt gegenüber global notleidenden Menschen. Singers Auffassung fordert das Aufgeben eines erheblichen Teils des westlichen Wohlstands und stößt daher auf Widerstände. Die Arbeit erläutert Singers normativen Prinzipien und diskutiert, ob die daraus resultierenden Pflichten plausibel sind.
- Die ethische Verpflichtung der wohlhabenden Welt gegenüber armen Menschen
- Die Kritik an Singers „demandingness objection“
- Der Einfluss von Unparteilichkeit auf die Moral
- Die Verteidigung des Präferenzutilitarismus
- Die Unterscheidung von Moral auf zwei Ebenen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Ausgangssituation der globalen Armut dar und führt in Peter Singers Argumentation ein. Kapitel 2 beschreibt Singers ethische Prinzipien und deren Anwendung auf den Fall des ertrinkenden Kindes. Es wird diskutiert, ob Singers Forderung nach Hilfe zu viel verlangt ist. Kapitel 3 analysiert den Einwand der Überforderung und seine verschiedenen Aspekte. Die Konklusion verdeutlicht Singers Argumentation und widerlegt den Vorwurf des „demandingness objection“.
Schlüsselwörter
Globale Gerechtigkeit, Armut, ethische Pflichten, Präferenzutilitarismus, „demandingness objection“, Unparteilichkeit, Wohlstand, Hilfe, Moral, Singer.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Peter Singers zentrale These zur globalen Hilfe?
Singer argumentiert, dass wir moralisch verpflichtet sind, Menschen in extremer Armut zu helfen, solange wir dabei nichts opfern, was von vergleichbarer moralischer Bedeutung ist.
Was veranschaulicht das Beispiel des "ertrinkenden Kindes"?
Es zeigt unsere Intuition: Wer an einem Teich vorbeiläuft und ein Kind ertrinken sieht, muss es retten, auch wenn dabei die Kleidung schmutzig wird. Singer überträgt dies auf die globale Armut: Wir könnten Leben retten, indem wir auf Luxus verzichten.
Was ist die "demandingness objection" (Überforderungseinwand)?
Kritiker werfen Singer vor, dass seine Moralvorstellung zu viel verlangt. Wenn wir alles geben müssten, bis wir fast selbst arm sind, bliebe kein Raum mehr für persönliche Lebensgestaltung, Hobbys oder Nahestehende.
Was versteht man unter Präferenzutilitarismus?
Dies ist eine ethische Position, die besagt, dass eine Handlung dann richtig ist, wenn sie die Präferenzen (Wünsche/Interessen) der meisten betroffenen Wesen am besten erfüllt.
Wie rechtfertigt Singer Parteilichkeit (z.B. gegenüber eigenen Kindern)?
Singer räumt ein, dass eine gewisse Parteilichkeit psychologisch notwendig und gesellschaftlich nützlich sein kann, solange sie aus einer unparteilichen Perspektive die besten Gesamtergebnisse liefert.
Fordert Singer das Ende des westlichen Wohlstands?
In seiner radikalen Form ja: Er fordert, dass wir so lange geben, bis wir das Niveau der Grenznützlichkeit erreichen, also bis weiteres Geben uns selbst mehr schaden würde als es anderen nützt.
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- Joseph Schwarz (Author), 2012, Was müssen wir geben? - Eine Verteidigung von Peter Singers Auffassung globaler Pflichten und deren hoher Ansprüche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199703