Therapiemöglichkeiten beim Stottern - Ein Überblick


Hausarbeit, 2008

19 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsangabe

1 Einleitung

2 Die Sprachheilpädagogik

3 Das Stottern
3.1 Definitonsansätze
3.2 Verlauf
3.3 Symptomatik
3.4 Ursachen

4 Therapiemöglichkeiten des Stotterns
4.1 Die Therapietheorie
4.2 Therapeutische Praxissituation

5 Das Lehrerverhalten im Umgang mit sprachbeeinträchtigten Schülerinnen und Schülern

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Sprache ist ein Werkzeug zur Kommunikation zwischen den Menschen und stellt folglich ein signifikantes Element in der Gesellschaft dar. Untersuchungen zeigen, dass Sprachstörungen bei Kindern und Jugendlichen von Zeit zu Zeit immer mehr zunehmen. In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich den Fokus auf die Symptomatik des Stotterns und deren therapeutische Möglichkeiten richten, da ich mich als angehende Grundschullehrerin mit eben dieser Art der Sprachstörung am intensivsten konfrontiert sehe.

Da das Thema Sprachstörung für mich zweifellos bedeutsam ist, erhoffe ich mir, signifikante Erkenntnisse zu erlangen, um im späteren Berufsleben sensibilisiert zu sein für eventuelle sprachliche Schwächen meiner Schülerinnen und Schüler (SuS). Nach der Auseinandersetzung mit der Symptomatik des Stotterns werde ich die therapeutischen Möglichkeiten aufgreifen, welche heutzutage in Vielfalt vorliegen und erfolgsversprechend sind.

Als letzten Punkt werde ich das Lehrerverhalten im Umgang mit sprachgestörten SuS aufgreifen. Es ist sehr wichtig, dass diese eine positive und vertrauensvolle Beziehung zu der Lehrperson aufbauen. Aufgrund dessen ist bei der Auseinandersetzung mit sprachbeeinträchtigten Kindern (für Lehrkräfte) ein behutsames, sensibles und professionelles Herangehen von unabdingbarer Notwendigkeit.

2 Die Sprachheilpädagogik

Um die Jahrhundertwende hat sich die Sprachheilpädagogik als eigene Disziplin in der Pädagogik etabliert und sich "[…] seitdem in einer wechselvollen geschichtlichen Entwicklung zu einem vielfältigen Wissenschaftsgebiet entfaltet"[1]. Die Sprachheilpädagogik ist zuständig für Theorie und Praxis der Bildung und der sprachtherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Sprachstörungen. Im Laufe des geschichtlichen Wandels wurden theoretische Konzepte und gegensätzliche Vorstellungen über die pädagogische Bedeutung von Sprachstörungen hervorgebracht. Ist von einer solchen die Rede, so handelt es sich zum Beispiel um Näseln, Stottern oder auch die Aphasie ("Sprachlosigkeit": durch einen Unfall bzw. Schlaganfall verlorene Sprache[2]).[3] Innerhalb der vorliegenden Hausarbeit möchte ich spezifisch auf das Stottern eingehen.

Während sich in den 60er Jahren die Sprachheilpädagogik eine eigenständige Disziplin aufbaute, wurden bereits zehn Jahre später (in den 70er Jahren) Institutionen zur Förderung sprachlicher Kompetenzen - Sprachheilschulen - eröffnet. Otto Braun (2006) zitiert in Sprachstörungen bei Kindern und Jugendlichen W. Orthmann: "Grundsätzlich sei … gesagt, dass weniger Sprachstörungen an sich, sondern die Folgen der Störung für auszulösende pädagogische Maßnahmen determinieren werden"[4]. Ferner schreibt Orthmann über die Klassifikation der Sprachstörung, dass diese als eine solche dann erkannt wird, wenn sie während der Sprachproduktion so weit von der Norm abweicht, "[…] dass sie die Aufmerksamkeit auf sich selbst lenkt, die Kommunikation unterbricht oder die Fehlanpassung des Sprechers bewirkt"[5].[6] Im Fokus der Sprachbehindertenpädagogik steht der "[…] durch eine Sprachstörung in seiner Kommunikationsfähigkeit, Lernfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigte Mensch"[7].[8]

In der modernen Sprachheilpädagogik geht es neben der Korrektur von Sprachstörungen um die Prävention (Vermeidung) und Bewältigung von Sprach- und Kommunikationsbehinderungen, welche durch soziale Einschränkungen, psychophysische Schädigungen und funktionale Beeinträchtigungen geprägt sind.[9]

3 Das Stottern

3.1 Definitonsansätze

Das Stottern stellt ein sehr auffälliges und vielgestaltiges Störungsbild eines Sprachaktes dar und lässt sich nur schwer von Rede-, Sprech- und Stimmstörungen differenzieren. Diese Störung der Sprache ist seit der Antike bekannt. Definiert wurde das Stottern erstmalig von Aristoteles (384-322 v. Chr.), "[…] nach der die […] Ischnophobie eine Art Stimmhemmung darstellt, bei der die Fähigkeit, eine Silbe mit der anderen schnell zu verbinden, eingeschränkt ist"[10]. Ferner nimmt Aristoteles an, dass bei Menschen mit dieser Störung der Drang zu reden der Kompetenz dazu vorauseilt. Ein synonymer Ausdruck für das Stottern ist Dysphemie, stammend aus dem Griechischen mit der Übersetzung gestörte Rede.[11]

Dr. Kerstin Weikert (in: Grohnfeldt 2007) definiert das Stottern als "[…] eine Störung der Sprechflüssigkeit, bei der es auffällig häufig zu Unterbrechungen im Redefluss kommt"[12]. Die normalerweise benötigte Zeitspanne einer sprachlichen Äußerung wird an dieser Stelle überschritten, was beim Sprecher als auch beim Hörer zu Irritationen in der Kommunikation führen kann. Wenngleich ein Stotterer einen klaren Gedankengang hat und sich bewusst ist, was er äußern möchte, so ist er unfähig, die erforderlichen Artikulationsbewegungen in einem Fluss zu realisieren.[13]

Braun (2006) hingegen vertritt die Meinung, dass sich für das Stottern keine "[…] allgemein akzeptierte aussagekräftige Definition mit hinreichendem Erklärungswert […]"[14] finden lässt, wenn man versucht, die Sprachstörung symptomatologisch (Symptomatologie: Lehre von den Krankheitszeichen[15] ) zu fassen.[16]

3.2 Verlauf

In der Regel tritt das Stottern im Vorschulalter und vor dem 6. Lebensjahr auf. Anzumerken ist hierbei, dass bis zu 80% der Kinder während der Sprachentwicklung Phasen unflüssigen Sprechens durchlaufen. Es handelt sich meist um "[…] entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten, die während des Erwerbs der Sprechflüssigkeit auftreten und sich nach einiger Zeit wieder verlieren"[17]. Ungefähr 4-5% zeigen deutliche Symptome einer Stottersymptomatik und es besteht das Risiko, dass bei diesen Kindern ein chronischer Verlauf folgt. Im Entwicklungsprozess (bis zu dem Erwachsenenalter) verlieren ca. 75-80% die Stottersymptome, sodass sich nur noch in etwa bei 1% der Erwachsenen eben solche sprachlichen Probleme zeigen. Je nach Entwicklungsverlauf können sich die Symptome verstärken, sodass der Schweregrad deutlich zunimmt. Weikert (in: Grohnfeldt 2007) beschreibt, dass die Dysphemie häufig familiär auftritt und dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Im Kindesalter ist dieses Verhältnis hingegen ausgeglichener. Deutlich wird, dass die Remissionschancen bei weiblichen Personen erkennbar höher liegen als bei männlichen.[18]

[...]


[1] Braun 2006, S. 28.

[2] Vgl. http://www.medizinfo.de/schlaganfall/aphasie.htm (Stand: 08.12.09 um 19:01 Uhr).

[3] Vgl. Braun 2006, S. 28.

[4] Orthmann, zitiert nach Braun 2006, S. 29.

[5] Braun 2006, S. 29.

[6] Vgl. Ebd.

[7] Braun 2006, S. 31.

[8] Vgl. Ebd.

[9] Vgl. A.a.O. S. 32.

[10] Braun 2006, S. 210.

[11] Vgl. Ebd. f.

[12] Weikert. In: Grohnfeldt 2007, S. 334.

[13] Vgl. Weikert. In: Grohnfeldt 2007, S. 334.

[14] Braun 2006, S. 212.

[15] Vgl. http://www.fremdwort.de/suche.php?term=Symptomatologie (Stand: 24.10.09 um 17:26 Uhr).

[16] Vgl. Braun 2006, S. 212.

[17] Ebd.

[18] Vgl. Weikert. In: Grohnfeldt 2007, S. 334.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Therapiemöglichkeiten beim Stottern - Ein Überblick
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,0
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V199739
ISBN (eBook)
9783656261933
ISBN (Buch)
9783656263500
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
therapiemöglichkeiten, stottern, überblick
Arbeit zitieren
Anonym, 2008, Therapiemöglichkeiten beim Stottern - Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199739

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