In meiner Diplomarbeit befasse ich mich mit den Folgen und den Bekämpfungsmöglichkeiten der Meeresverschmutzung, verursacht durch die Seeschifffahrt. Auch wenn die Schifffahrt nicht der Hauptverursacher der maritimen Kontamination ist, beträgt ihr Anteil immerhin noch etwa 12 % .
Die Arbeit enthält zwei Schwerpunkte.
In einem ersten Arbeitsschritt beschäftige ich mich mit der bereits erfolgten Meeresverschmutzung. Eine der Quellen für die Verschmutzung der Meere sind die zu entsorgende Materialien aus der Schifffahrt.
Im Zeitalter einer globalen Wirtschaft ist das Schiff ein wichtiger Verkehrsträger. Hauptrouten in der internationalen Seeschifffahrt sind die Strecken zwischen den USA, Japan und Staaten der europäischen Union . Beim Verkehrsträger Schiff fallen bei grober Unterscheidung drei Arten von „Stoffen“ an, die zur Verschmutzung der Meere beitragen können:
- hausmüllähnliche Abfälle
- Stoffe aus dem Schiffsbetrieb
- Ladung
Da die Seeschifffahrt die größte Transport- und Logistikindustrie im Welthandel ist , werde ich im zweiten Teil der Arbeit auf die Maßnahmen eingehen, die unternommen werden, um die Verunreinigungen, die durch dieser Branche verursacht werden, im Voraus zu vermeiden. Dazu zählen wichtige internationale Konventionen auf dem Gebiet der Seeschifffahrt. Das für mich in dieser Arbeit relevante und für den Schutz der maritimen Umwelt wohl wichtigste Übereinkommen ist die MARPOL 73/78 Konvention (Internationale Konvention zur Verhütung der Verschmutzung durch Schiffe, 1973, in der Fassung des Protokolls von 1978).
MARPOL 73/78 besteht aus sechs Anlagen. Es wird die historische Entwicklung dieses Übereinkommens, so wie dessen Inhalte dargestellt. Außerdem werde ich zeigen, wie diese Vorgaben mit Hilfe der Hafenstaatkontrolle und den Klassifizierungsgesellschaften kontrolliert werden. Bevor ich dann zu einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich komme, stelle ich noch die Effektivität dieser „Vorbeugemaßnahme“ MARPOL 73/78 dar.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Meeresverschmutzung
2.1 Verursacher Seeschiff
2.1.1 Öl
2.1.1.1 Folgen
2.1.1.2 Bekämpfung
2.1.2 Schiffsanstrichfarbe TBT
2.1.2.1 Folgen
2.1.2.2 Bekämpfung
2.1.3 Chemikalien
2.1.3.1 Folgen
2.1.3.2 Bekämpfung
2.1.4 Schiffsbetriebsstoffe
2.1.4.1 Folgen
2.1.4.2 Bekämpfung
2.1.5 Schiffsmüll
2.1.5.1 Folgen
2.1.5.2 Bekämpfung
2.1.6 Ladung und Schiffsunglück
2.1.6.1 Folgen
2.1.6.2 Bekämpfung
3 MARPOL
3.1 Historische Entwicklung
3.2 Inhalte
3.2.1 Anlagen I bis VI
3.2.2 Zeugnisse
3.2.3 Sonderregelungen
3.3 Durchsetzbarkeit
3.3.1 Klassifikationsgesellschaften
3.3.2 Hafenstaatkontrolle
3.4 Effektivität
3.4.1 Hindernisse
3.4.2 Förderung
3.4.3 Gesamteindruck
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die durch die Seeschifffahrt verursachte Meeresverschmutzung sowie die Möglichkeiten zu deren Bekämpfung. Im Fokus steht dabei die Funktionsweise und Effektivität der internationalen MARPOL 73/78-Konvention als präventives Instrument zum Schutz der marinen Umwelt.
- Ursachen und Auswirkungen der Meeresverschmutzung durch den Schiffsbetrieb
- Strategien und Methoden zur Bekämpfung von Schadstoffunfällen auf See
- Detaillierte Analyse der MARPOL 73/78-Konvention und ihrer Regelungen
- Rolle der Hafenstaatkontrolle und Klassifikationsgesellschaften bei der Durchsetzung
- Bewertung der Effektivität internationaler Umweltstandards in der Schifffahrt
Auszug aus dem Buch
2.1.1.1 Folgen
Gelangt erst einmal Öl ins Meer breitet sich dieses als Film auf der Wasseroberfläche aus. Überall dort, wo es nach Öl riecht, verflüchtigen sich die aromatischen Anteile des Öls in die Atmosphäre. Der Rest des Ölfilms schäumt sich aufgrund des Seegangs mit Geschwebe zu einer Emulsion auf. Danach verkleistert sich die gebildete Emulsion mit schwebendem Sediment und getötetem Plankton zu Ölschlick. Der Ölschlick verklumpt dann wiederum zu Teerflocken, die im Wasser treiben und sich mit allem verkleben, was ihnen in die Quere kommt. Zu guter letzt landen die Teerklumpen am Meeresboden und/oder an irgendeiner Küste.
Im Meer bilden die Schwebealgen das erste Glied der Nahrungskette. Diese verkleben, wie zuvor beschrieben, oder vermehren sich so stark, dass sie aufgrund ihrer Stoffwechselprodukte mit dem Zooplankton verkleistern und verpilzen. Die Folge ist eine weitere starke Partikelbelastung. Daraus resultiert als schlimmste Folge der Entzug von Sauerstoff. Aufgrund des Sauerstoff- und Nahrungsmangels stirbt die Fischbrut und die derzeitig ansässigen Fische verlassen dieses Gebiet, was wiederum zu Lasten der Hochseefischerei geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der marinen Kontamination durch die Seeschifffahrt ein und definiert die zentrale Fragestellung hinsichtlich der Verschmutzungsursachen und der präventiven Wirkung von MARPOL 73/78.
2 Meeresverschmutzung: Dieses Kapitel analysiert systematisch verschiedene Verursacher wie Öl, TBT, Chemikalien, Abfälle und Ladungsunfälle und beleuchtet deren ökologische Auswirkungen sowie Bekämpfungsansätze.
3 MARPOL: Hier werden das Übereinkommen MARPOL 73/78, dessen historische Genese, die inhaltlichen Anlagen sowie die Mechanismen zur Durchsetzung und Effektivitätsprüfung detailliert untersucht.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Wirksamkeit der Konvention trotz bestehender Umgehungsmöglichkeiten und unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher Verbesserungen.
Schlüsselwörter
Meeresverschmutzung, Seeschifffahrt, MARPOL 73/78, Ölverschmutzung, Schiffsbetrieb, Umweltschutz, Hafenstaatkontrolle, Schadstoffbekämpfung, Ballastwasser, Schiffsunglück, TBT, Abfallentsorgung, IMO, Klassifikationsgesellschaften, Effektivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Meeresverschmutzung, die durch die Seeschifffahrt verursacht wird, und analysiert Möglichkeiten, diese Belastungen zu minimieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den verschiedenen Quellen der Verschmutzung (Öl, Chemikalien, Müll, Schiffsbetrieb) und den rechtlichen bzw. operativen Maßnahmen zu deren Bekämpfung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionalität und die Effektivität des internationalen Abkommens MARPOL 73/78 als präventives Instrument gegen Meereskontamination zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Untersuchung internationaler Konventionen und technischer Berichte zur maritimen Sicherheit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Aufschlüsselung der Verschmutzungsarten, der rechtlichen Grundlagen von MARPOL 73/78 sowie eine kritische Analyse der Durchsetzungsmechanismen wie der Hafenstaatkontrolle.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Meeresverschmutzung, Seeschifffahrt, MARPOL 73/78, Umweltstandards, Schadstoffbekämpfung und Hafenstaatkontrolle.
Warum ist das TBT-Problem in der Seeschifffahrt so gravierend?
TBT wirkt hochtoxisch als Biozid gegen Bewuchs am Schiffsrumpf, schädigt aber im Wasser auch andere Organismen massiv und führt zu Hormonstörungen bis hin zur Unfruchtbarkeit.
Welche Rolle spielt die Hafenstaatkontrolle für den Erfolg von MARPOL?
Sie ist das entscheidende Kontrollinstrument, um sicherzustellen, dass internationale Standards eingehalten werden, selbst wenn der Flaggenstaat des Schiffes seiner Verantwortung nur unzureichend nachkommt.
- Quote paper
- Björn Reschke (Author), 2003, Schadstoffbekämpfung in der Seeschifffahrt und das Präventivabkommen MARPOL 73/78, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19985