Stoffentwicklung und Vermarktung eines Kurzfilms

Am Beispiel des Projektes "Der Schriftsteller Gustav Kantenbein"


Fachbuch, 2011
24 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Ausgangspunkt

Stoffentwicklung

Idee und Konzept
2.2 Exposé, Treatment und Drehbuch

Die Vorproduktion
3.1 Fertigungsstrukturen
3.2 Finanzierung und Vorkalkulation
3.3 Referenzen - Die beteiligten Personen
3.3 Geldmittelbeschaffung

Auswertung und Vermarktung
4.1 PR und Werbung
4.2 Filmfestivals
4.3 Kino- und TV-Auswertung
4.4 DVD-Auswertung
4.5 Onlineauswertung
4.6 Rechtlicher Rahmen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anlagen
Anlage A: Vereinbarungserklärung
Anlage B: Exposé zum Projekt „Der Schriftsteller Gustav Kantenbein“
Anlage C: Treatment zum oben genannten Projekt
Anlage D: Drehbuchentwurf zum o.g. Kurzfilmprojekt (Auszüge)
Anlage E: Drehplan 1. Fassung zum Kurzfilmprojekt
Anlage F: Vorkalkulation (Auszug)

Einleitung

Das Projekt des geplanten Kurzfilms durchläuft folgende Phasen: die Ideenfindung, die Ausarbeitung eines Drehbuchs, die Planung der Produktion, die Drehabreiten und Animation sowie die Verwertung und Vermarktung. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Stoffentwicklung und Vermarktung des o.g. Projektes.

Die Rolle des Fiction Producers orientiert sich an den drei Sparten der Filmproduktion: der Drehbuchentwicklung, der Produktionsleitung und die Kontrolleüber die Finanzen.

Bei der Drehbuchentwicklung hat er die Aufgabe, neue Filmstoffe ausfindig zu machen und diese mit Hilfe von Drehbuchautoren zu entwickeln. Er stellt die aufbereiteten Ideen potentiellen Produzenten und Redakteuren vor, um Geldgeber zu gewinnen und um den Preis der Verwertungsrechte nicht zu verlieren.1 Der Fiction Producer hat die Aufgabe, die einzelnen Etappen der Filmproduktion so zu organisieren, dass das Projekt alle Entwicklungsphasen reibungslos durchläuft. Er sorgt für die rechtzeitige PR-Arbeit und Werbung. Er kontrolliert der Cash-Flow und hat das Auge auf das Budget, dass es nichtüberschritten werden darf.

Weiterhin liegt in der Aufgabe des Producers eine erfolgreiche Vermarktung des fertigen Films. Er sucht nach den Stellen, wo der Film am besten verkauft wird, um die Ausgaben wieder zu decken und idealerweise Gewinne einzuspielen.

1. Ausgangspunkt

Der Kurzfilm „Der Schriftsteller Gustav Kantenbein“ basiert auf der Vorlage zweier Kurzgeschichten von Wolfgang Pusey, die in Form einer Satire die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse aus der Vergangenheit in der Zukunft schildern. Die Geschichten sind 2011 entstanden und schildern die Ereignisse im Jahr 2017. Schon beim ersten Lesen vermitteln sie ein Potential für einen Kurzfilm.

Die Inszenierung ist hier mit Zeichentrick kombiniert. Eine düstere Atmosphäre der Welt von Anneli und dem abwesenden Gustav soll mit bunten Animationen kontrastieren. Es gibt drei Erzählebenen: die Welt von Anneli, die Tage, an die sie sich erinnert und schließlich die Welt der Bucherzählungen, die zeichnerisch animiert werden. Der Kurzfilm hat den Charakter einer Satire, mit Elementen aus Future, Historie und Zeichentrick und ist in erster Linie für das Festival- und Kinopublikum gedacht. Auch eine TV-Kooperation möglich. Eine Internet- und DVD-Präsenz ist ebenfalls angedacht. Zur Zielgruppe gehören Jugendliche ab 12 und Erwachsene, die sich für Kurzfilme und das gesellschaftliche und politische Leben interessieren. Das Publikum 50+ kannüber die Geschehnisse der 60er Jahre reflektieren.

Es soll in HD-Format gedreht werden. Aus dem digitalen Schnitt wird eine 35 mm Kopie abgetastet. Eine DVD ermöglicht die Vermarktung des Films bei Verleihen und Sendern.

Aufgrund weiterer Kurzgeschichten von dem Autor Wolfgang Pusey kann zukünftig eine Reihe von 10-Minütigen Kurzfilmen geplant werden. Hier jedoch geht es zuerst um die Stoffentwicklung und Vermarktung des 10- Minutigen Kurzfilms.

2. Stoffentwicklung

2.1 Idee und Konzept

Bei der Entwicklung der Idee geht es vor allem um Originalität, Einfachheit und filmische Qualität. Die Figur soll in einen Konflikt geraten und sie ist dafür verantwortlich, eine Spannung zu erzeugen.

Bei einem Kurzfilm kann der dramaturgische Verlauf der gleiche sein, wie bei einem Langspielfilm, ist aber nicht zwingend.

Mit dem Autor schließe ich eine Einverständniserklärungüber die Nutzung seiner Kurzgeschichten für die Drehbuchausarbeitung, Verfilmung und Auswertung ab. (Siehe Anlage A: Einverständniserklärung)

2.2 Exposé, Treatment und Drehbuch

Das Exposé soll in den einzelnen Stufen bis zu einemüberzeugenden und drehfertigen Drehbuch ausgearbeitet werden. Auf der Grundlage der zwei Kurzgeschichten verfasse ich in Zusammenarbeit mit der Drehbuchautorin ein Exposé und später ein Treatment. Die Drehbuchwerkstatt München empfiehlt die Zergliederung des Exposés in Schlagzeile, Zusammenfassung und Kurzinhalt .2 Das in der Anlage B präsentierte Beispiel richtet sich nach diesen Vorschriften.

Mit dem Exposé kann ich mir die Rechte an der Geschichte sichern. Das Treatment gilt dazu, die Fördergelder zu beantragen und potentielle Sponsoren zuüberzeugen, an dem Projekt teilzuhaben.

Im Treatment werden die Figuren und die Handlung ausführlich beschrieben, Dialoge jedoch noch nicht eingeführt. Hier kommen die Nebenhandlungen und alle weiteren auftretenden Figuren dazu. (Siehe Anlage C).

Im Drehbuch erscheinen letztendlich Dialoge, werden Angabenüber Ort, Zeit und Raum einer Handlung gemacht. Jede Szene wird mit einer Nummer versehen. (Siehe Anlage D).

Mit der beauftragten Drehbuchautorin, Lilly Jaeckl,3 schließe ich als Producerin einen Drehbuchvertrag ab. Sie verpflichtet sich aufgrund des vorgelegten Exposés, Treatments und des Drehbuchentwurfs, eine drehfertige Fassung abzuliefern. Da es sich um ein Low-Budget-Projekt handelt, wird eine Pauschalsumme von 500 Euro vereinbart, die einmalig an die Drehbuchautorin ausgezahlt wird.

Das Drehbuch gilt als die Basis für die Filmkalkulation und Drehplanung. Das Drehbuch wird unter dem Finanzierungsaspekt gelesen und ausgearbeitet. Auch das Drehplan wird unter demökonomischen Aspekt vorbereitet. Drehorte werden so zusammengefügt, um die Fahrten zu sparen. Außenaufnahmen werden zuerst geplant, um sie beim schlechten Wetter eventuell nach hinten zu verschieben.

3. Die Vorproduktion

Die Aufgabe des Producers besteht hier darin, das fertige Drehbuch den entsprechenden Produktionsfirmen und Verleihen anzubieten, die nach neuen Stoffen suchen. Hier ist der Producer auch für das Aushandeln von Verträgen verantwortlich.

3.1 Fertigungsstrukturen

Ursprünglich waren für die Stoffentwicklung, die Produktion und die Vermarktung 14 Monate Zeit geplant. Das vorgesehene Budget bei einer Drehzeit von ca. 10 Tagen und einer Länge von 15 Min. betrug 127.100 Euro.

Bei dem Beschluss, eine 10-minutige Produktion durchzuführen, ist diese Variante zuüberdenken. Es stellt sich die Frage, ob die Produktion tatsächlich so viel kostet und so viele Drehtage benötigt.

Aufgrund des Drehbuchentwurfs kann man ein Drehplan erstellen (Siehe Anlage E), an dem sich die Kalkulation und weitere Planung orientieren. In diesem Drehplan werden solche Faktoren berücksichtigt wie Außen- und Innenaufnahmen, Nutzung von Statisten an einem Tag sowie Lokation.

Die Produktion ist für Sommer 2012 geplant. Aus dem Drehbuchentwurf ergibt sich eine Filmlänge von genau 10 Minuten (7 Minuten Inszenierung und 3 Minuten Animation). Aus den acht vorgesehenen Szenen lässt sich eine Drehzeit von 3 bis 4 Tagen erschließen. In der Vorbereitungsphase kann schon mit der Animation (Zeichentrick) begonnen werden, die ca. einen Monat Fertigungszeit in Anspruch nimmt. Dazu wird der Animateur Kirill Abdrakhmanov animiert.

Alle Mitarbeiter arbeiten nach dem Manteltarifvertrag von Verdi4 zuerst auf Rückstellung, das heißt sie verzichten auf ihre Gage bis zu dem Punkt wenn der Film einen Erfolg auf dem Markt hat. Das es nur drei Tage Drehzeit gibt, werden die Wochengagen aus der Tariftabelle von Verdi halbiert.

3.2 Finanzierung und Vorkalkulation

Eine Kalkulation liefert eineübersichtliche Auflistung der zu erwarteten Kosten der Produktion. Die geplante Deckung dieser Kosten ist in einem Finanzierungsplan vermerkt.5

Die Finanzierung richtet sich nach der ausgearbeiteten Kalkulation. Eine Vorkalkulation zum o. g. Projekt befindet sich in Anlage F.

Der Prozess der Kalkulation definiert das weitere Vorgehen. Die Kalkulation durchläuft verschiedene Stadien von Angebotskalkulation bis zur Drehkalkulation, die das eigentliche Budget des Films definiert.

Die Vorkalkulation ist für den Produzenten die Grundlage, anhand der er einschätzen kann, wie viel Geld er für das Projekt beschaffen muss. Zusammen mit dem Finanzierungsplan ist die Vorkalkulation die Voraussetzung für die Beantragung der Förderungsmittel. Hier hat die Erstellung der Vorkalkulation die ursprünglich geschätzten Kosten deutlich reduziert.

3.3 Referenzen - Die beteiligten Personen

Produzenten, Regisseure und Schauspieler sind die Schlüsselfiguren, wenn es darum geht, ob ein Projekt realisiert wird oder nicht. Er (der Produzent) stellt die Finanzierung auf die Beine, bringt die richtigen Leute zusammen und schützt das Drehbuch6

Casting- und Teamzusammenstellung ist ein wichtiger Faktor, der bei der Beteiligung der Förderungen entscheidend ist. In ihrem Interesse ist es, dass der Film einen Erfolg hat.

Als Hauptdarstellerin kann Alexandra Maria Lara gewonnen werden, die mit „Untergang“ und „Youth without Youth“ von Francis Ford Coppola bekannt geworden ist. Für die Rolle von Gustav wäre Hermann Pfütze interessant, der Professor für Soziologie und Schriftsteller ist.

[...]


1 Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Producer, vom 14.07.2011.

2 Vgl. Kalkowsky, Leitfaden …, 2007, S. 22

3 Lilly Jäckl ist eine junge Hörspielautorin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Sie arbeitet zurzeit an einer Reihe von Kurzfilmenüber Grazer Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Schichten.

4 Vgl. www.connexx-av.de/tarifverträge.php

5 Kalkowsky, Leitfaden …, 2007, S. 21

6 Parker, Die Kreative Matrix, 2005, S. 305

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Stoffentwicklung und Vermarktung eines Kurzfilms
Untertitel
Am Beispiel des Projektes "Der Schriftsteller Gustav Kantenbein"
Veranstaltung
Producer für Future Films
Autor
Jahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V199885
ISBN (eBook)
9783656554455
ISBN (Buch)
9783656554554
Dateigröße
1163 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stoffentwicklung, vermarktung, kurzfilms, beispiel, projektes, schriftsteller, gustav, kantenbein
Arbeit zitieren
M.A. Alicja Wawryniuk (Autor), 2011, Stoffentwicklung und Vermarktung eines Kurzfilms, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199885

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