Vergleich biographischer Momente am Beispiel der Widerstandskämpfer Sophie Scholl und Georg Elser


Lizentiatsarbeit, 2008
37 Seiten, Note: sehr gut

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Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Kindheit als Grundlagen für die Persönlichkeit
1.1 Georg Elsers Kindheit
1.1.1 Der Älteste der Geschwister
1.1.2 Einschulung und die Situation zu Hause
1.2 Sophie Scholls Kindheit
1.2.1 Sorgenlose Jahre bei den Eltern
1.2.2 Die Eltern und die Situation zu Hause

2 Jugendjahre und Entwicklung der Begabungen
2.1 Georg Elsers Jugendjahre
2.1.1 Basteln
2.1.2 Zugehörigkeit zu dem Musikverein.
2.2 Sophie Scholls Entwicklung der Begabungen
2.2.1 Schulzeit
2.2.2 „Bund Deutscher Mädel“

3 Entwicklung eines stark geprägten Gerechtigkeitsgefühls am Beispiel der weiteren Lebenserfahrungen
3.1 Einstellung zur Arbeit
3.1.1 Georg Elsers Leidenschaft
3.1.2 Sophie Scholls Fröbel-Seminar statt Studium
3.1.3 Religion im Leben der Widerstandskämpfer
3.2 Beziehungen
3.2.1 Georg Elsers Einstellung zu Frauen
3.2.2 Sophie Scholls Briefkorrespondenz
3.3 Entschluss zum Widerstand
3.3.1 Georg Elsers Attentat
3.3.2 Sophie Scholls Zugehörigkeit zur "Weißen Rose"

4 In den Augen der Anderen
4.1 Die letzen Stunden des Lebens
4.1.1 Der Vernehmungsbeamte von Sophie Scholl
4.1.2 "Dem Andenken an Sophie Scholl." – Zeugnis von der Mitgefangene
4.1.3 Georg Elser als Schutzhäftling – ein Bericht von Franz Fachner
4.2 Gespräche mit Zeitzeugen
4.2.1 Erinnerungen von Ilse Aichinger
4.2.2 Der einzige Freund Eugen

5 Vergleich der beiden Widerstandskämpfer

6 Literaturverzeichnis

0 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit, die im Rahmen des literaturgeschichtlichen Seminars im Studienjahr 2007/2008 entstanden ist, befasse ich mich mit dem Thema „Vergleich biographischer Momente am Beispiel der Widerstandskämpfer Sophie Scholl und Georg Elser.“ Der Beschäftigung mit dieser Problematik liegen zwei Ursachen zugrunde. Die erste ist mein eigenes Interesse an Widerstandskämpfern während des Zweiten Weltkrieges, die zweite ist der Versuch biographische Momente zu untersuchen, die zur Entwicklung von bestimmten Fähigkeiten und zur Prägung der Weltanschauung der Menschen beitragen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, woraus sich das Interesse an Widerstandskämpfern speist. Es scheint eine individuelle Notwendigkeit zu sein, sich in die Lage des Menschen während des Krieges hineinzuversetzen und die Handlungen von Widerstandskämpfern besser zu verstehen. Persönlichkeit und Motive der Angehörigen einer Widerstandsbewegung fordern zur persönlichen Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Deutschland heraus, die sich auf die Zeit des Zweiten Weltkrieges bezieht.

„Widerstand bezeichnet ein politisches Verhalten, das sich gegen eine als bedrohlich und nicht legitim empfundene Herrschaft richtet.“[1]

Aus der Definition sollen zwei wichtigen Elemente hervorgehoben werden: "bedrohlich" und nicht "legitim". Die beiden beziehen sich auf das Wesen der Herrschaft und können am Bespiel der Regierung von Adolf Hitler während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland erläutert werden. Unter der Herrschaft von Hitler wurde nicht nur der Frieden, aber auch die Existenz des Menschen durch soziale Veränderungen und den Krieg gefährdet. Die Nationalsozialisten haben die Gesetze geschaffen. Ihre Handlungen waren zwar legal, aber sie entsprachen nicht den Menschenrechten. Aus diesem Grund lösten sie den Widerstand gegen Nationalsozialismus von ganz unterschiedlichen Menschen aus. Anhand der Definition drängt sich noch eine Frage auf, ob es jemand während der Zeit des Krieges gab, der einfach die Gerechtigkeit verteidigen wollte, ohne auf die politische Ideologie zu schauen. Wenn man über den passiven und den aktiven Widerstand spricht, dann kommen Sophie Scholl und Georg Elser in den Sinn.

Ziel der vorliegenden Arbeit soll sein, am Beispiel der früher erwähnten Widerstandskämpfer ihre Ähnlichkeiten und ihre Unterschiede anhand der ausgewählten biographischen Momente aufzuzeigen. Da Sophie Scholl in einem Kreis der intelligenten Studenten handelte, wurden ihre Taten sofort nach dem Tode anerkannt und galten als Vorbild für zukünftige Generationen. Anhand des Lebens von Georg Elser und der Ausführung seiner Absicht will ich zeigen, dass Elser neben Sophie Scholl als gleichwertiger Widerstandskämpfer betrachtet werden muss. Hierbei gehe ich folgenden Fragen nach: Wie haben biographische Momente von Sophie Scholl und Georg Elser Prägung ihrer Charakter beeinflusst? Welchen Beitrag haben sie zu ihrem Widerstand geleistet? Haben die beiden Widerstandskämpfer ihr Leben leichtsinnig aufs Spiel gesetzt? Welchen Sinn haben sie in ihren Handlungen gesehen?

Die Arbeit ist in 5 Kapitel aufgeteilt. Zunächst wird ein Überblick über die Ereignisse aus der Kindheit von Sophie Scholl und Georg Elser gegeben (Kapitel 1). Ziel dieses Kapitels ist es, am Beispiel der dargestellten Ereignisse den ersten Schritt zum Widerstand, wie auch die Unterschiede und die Ähnlichkeiten von den beiden in der Situation zu Hause deutlich zu machen.

Um die Frage zu beantworten, welchen Einfluss die Jugendjahre auf die Entwicklung der Persönlichkeit hatten, wird im zweiten Kapitel die Begabung der Widerstandskämpfer und ihre Zugehörigkeit zu verschiedenen Vereinen dargestellt. Dieses Kapitel setzt sich als Ziel auch die Persönlichkeit der beiden besser zu veranschaulichen. Dabei soll bekräftigt werden, dass sie trotz der außergewöhnlichen Taten ganz normale Menschen mit den Gefühlen, Träumen und den menschlichen Problemen waren.

Im folgenden Kapitel 3 soll anhand ausgewählter, weiterer Lebensabschnitte von Scholl und Elser ihr stark geprägtes Gerechtigkeitsgefühl erläutert werden. Zunächst ist in diesem Kapitel der Ursprung des Gerechtigkeitsgefühls in unterschiedlichen Einstellungen von den beiden zur Arbeit zu sehen. Danach kommt der Abschnitt über Beziehungen, in dem das Verhältnis von Sophie Scholl und Georg Elser zu den Menschen und ihre Beziehung zu Gott veranschaulicht wird. Schließlich versucht der dritte Gliederungspunkt die Frage nach dem Entschluss zum Widerstand zu beantworten. Es wird der passive Widerstand von Sophie Scholl und der aktive Widerstand von Georg Elser portraitiert. Dabei soll auf die wichtigsten Umstände eingegangen werden, die beim Entschluss der beiden zur unterschiedlichen Art ihres Widerstandes zu beachten sind. Der letzte Punkt des dritten Kapitels hat als Ziel, verschiedene Motive und Lebensumstände von den beiden besser zu verstehen.

Im vorletzten Kapitel wird auf die wichtigsten Berichte von den Zeitzeugen zurückgegriffen. Dieser Teil der Arbeit soll mithilfe der Meinungen von den Zeitzeugen die Bedeutung des Widerstandes von Sophie Scholl und Georg Elser erklären.

Das abschließende Kapitel 5 wird der Zusammenfassung gewidmet, die als Reflexion über den Vergleich der Widerstandskämpfer dient.

1 Kindheit als Grundlagen für die Persönlichkeit

1.1 Georg Elsers Kindheit

1.1.1 Der Älteste der Geschwister

Im ersten Kapitel der vorliegenden Arbeit wird die Kindheit von Georg Elser und Sophie Scholl skizziert. Zunächst sollen an dieser Stelle bekannte biographische Tatsachen aus der Kindheit Georg Elsers dargestellt werden.

Am 4. Januar 1903 in Hermaringen kam Johann, Georg Elser als Ältester von fünf Geschwistern auf die Welt. Als außereheliches Kind lebte er ein ganzes Jahr bei den Eltern seiner Mutter in Hermaringen. Nachdem die Mutter Maria Müller den Vater von Georg, Ludwik Elser geheiratet hatte, zog die ganze Familie nach Königsbronn um.[2] Helmut Ortner beschreibt in seinem Buch Der Einzelgänger den Vater genauer, der von früher Kindheit an schwierige Arbeit auf dem Hof gewohnt war. Das beeinflusste seine Einstellung zur Arbeit, die er sehr schätzte und für das Wichtigste hielt. Sein Ehrgeiz ließ ihn sogar einen eigenen Holzhandel eröffnen, nachdem er Maria geheiratet hatte.[3] Wie Georg Elser zu Protokoll gab, das von Gruchmann Lothar aufgenommen wurde, hatte er schon als kleines Kind die Geschwister betreut, weil er der Älteste in der Familie war. Da die Betreuung der Jüngeren auf seiner Schulter lastete, ist bedeutsam, dass er sich selbst als "Kindsmagd" bezeichnete.

1.1.2 Einschulung und die Situation zu Hause.

Wie sich Elser in dem Vernehmungsprotokoll äußerte, hatte die Familie trotz des väterlichen Geschäfts unter der Armut gelitten, die sogar mit dem Hunger verbunden war.[4] Aufgrund dieser Situation, wie Helmut Ortner schildert, hatte Georg Elser noch als kleines Kind eine riesige Freude an Familienbesuchen, bei denen er immer etwas Leckeres, wie Kuchen oder Limonade genießen konnte. Von seinem Vater wurde Elser eher als Arbeitskraft und nicht als ein leiblicher Sohn betrachtet, dem man ein bisschen Zeit und Lob für Leistungen spenden soll. Aufgrund des gleichgültigen Verhaltens vom Vater fühlte sich er übergangen und von der Familie nicht akzeptiert. Da die Familie einen Holzhandel und eine Landwirtschaft führte, fühlte sich Georg Elser als Hilfe für die Eltern an die beiden gebunden.

Trotz der schwierigen Arbeit und Bemühungen, erinnerte sich Elser nie von den Eltern etwas bekommen zu haben, was er auch ungerecht fand. Er spürte den Mangel an Geld vor allem bei dem Treffen mit Schulkameraden, wofür er sich auch sehr schämte. Wegen seiner Scham hat er sich später auch entschieden, lieber zu Hause zu bleiben, als mit den Freunden auszugehen.

Sein Vater, der nur auf Arbeit eingestellt war, hat nicht einmal bemerkt, dass sein Sohn mit 7 Jahren eingeschult wurde. Der Vater verlangte von ihm eher gute Arbeit als gute Leistungen in der Schule. Durch die Hilfe für die Eltern bis in den späten Abend, war sein Lernen erschwert. Er bekam allerdings immer gute Noten für Rechnen, Zeichnen und schönes Schreiben. Einmal hat er sogar ein Schulheft von seinem Lehrer bekommen. Der Lehrer hat ihm bei Überreichung eines Heftes damals gesagt:

„ (...) eine Phantasie hast du ja und eine gute Hand (...).“[5]

Diese lobende Äußerung hatte für ihn so eine große Bedeutung, dass er sehr lange zögerte, das Heft zu benutzen. Es war traurig, weil niemand an seinen Leistungen ein Interesse fand, vor allem die Eltern nicht, nach deren Anerkennung er sich vergeblich sehnte. Da Elser das Geschäft vom Vater einmal übernehmen sollte, interessierten sich die Eltern wenig für seine Zeugnisse, nur für seine gute Arbeit.

Ortner beschreibt Elsers Situation in der Familie, die den Jungen nicht nur wegen der finanziellen Schwierigkeiten der Familie traurig machte, sondern auch aufgrund der Streitereien zwischen der Mutter und dem Vater, der immer aggressiver, gewalttätiger wurde.[6]

Elser sah eine der Ursachen für die Situation zu Hause in den Alkoholgenuss des Vaters, der zur Sucht geworden war, wie er zu Protokoll gab. Das Bild des betrunkenen Vaters gehörte zum Alltag. Außer der Beschimpfungen aller Familienmitgliedern kam es sehr oft zu Schlägereien zwischen den Eltern. Manchmal wurden auch die Kinder in der Nacht aufgeweckt und Zeugen der familiären Gewalt. Georg Elser als der Älteste versuchte mehrmals den Vater zu beeinflussen, sich zu verändern, aber das war ohne Erfolg.[7]

1.2 Sophie Scholls Kindheit

1.2.1 Sorgenlose Jahre bei den Eltern

Nach der Skizze zur Kindheit von Georg Elser sollen die wichtigsten biographischen Tatsachen aus der Kindheit Sophie Scholls vorgestellt werden.

Am 9. Mai 1922 wurde Sophie Scholl in Forchtenberg am Kocher von Magdalena Müller zur Welt gebracht. Von Kindheit an war Scholl von einem sich liebenden Familienkreis umgeben. Die Mutter als Krankenschwester war immer bereit den anderen beizustehen. Sie bemühte sich sorgend um die Schwächsten, zu denen sie sich hingezogen fühlte. Magdalena Scholl untersagte Sophie Scholl und ihren vier Geschwistern nichts. Sie war genau der Gegensatz zum Vater, der als Bürgermeister in Forchtenberg sehr liberal war. Der Vater war trotz der Liebe zu den Kindern sehr streng in seiner Erziehung. Als die Jüngste unter den Mädchen in der Familie und von dem Vater als „Klügste unter seinen Mädchen[8] bezeichnet, fühlte sich Sophie Scholl besonders zu ihrem kleinen Bruder Werner Scholl hingezogen. Bereits als kleines Kind hatte sie eine große Vorliebe für die Natur. Ihre Schwester Inge Scholl erzählt in dem Buch von Vinke von der riesigen Freude der Geschwister am Gemeinsamspiel, an Wanderungen und von Scholls Einstellung zu der Natur. Das Schwimmen bedeutete für Sophie Scholl so viel, dass sie auch einen großen Spaß daran fand, wenn sie zumindest die Füße nass machen konnte.[9] Sie freute sich aber immer besonders auf den Herbst, wenn sie zusammen mit den Geschwistern am Kartoffelfeuer spielen konnte. Das war aber die einzige Möglichkeit im Jahr, dass die Kinder mit dem Feuer spielen durften. Je mehr etwas verboten war, desto mehr zog es Sophie Scholl an. Das erklärt, warum das Kartoffelfeuer für sie in jedem Jahr zu einem Fest wurde.[10]

Zu den bravsten Kindern gehörte Scholl auch nicht. Wie sie von sich selbst sagte:

„Die brävste bin ich nicht, die schönste will ich gar nicht sein, aber die Gescheiteste bin ich immer noch.“[11]

Das war auch die Wahrheit, weil das Verhalten von Sophie Scholl nicht immer eines braven entsprach. Wie jedes Kind machte sie Streiche und übertrat die elterlichen Gebote.

1.2.2 Die Eltern und die Situation zu Hause

Barbara Leisner bezeichnet in ihrem Buch Sophie Scholl die Familie als nicht unbedingt reiche, aber sich liebende, die in allen Situationen einander hält. Obwohl der Monatslohn vom Vater gerade ausreichte, gab sich der Vater immer große Mühe eine Wohnung zu mieten, die groß genug für die ganze Familie war. Robert Scholl fand aufgrund der vielen Verpflichtungen in seinem Beruf wenig Zeit für die Kindererziehung, die er lieber seiner Frau Magdalena Scholl überließ.[12] In dem Buch von Vinke erscheint der Vater als ein stolzer, sich an seine Entschlüsse haltender Mann, der sich nie von jemandem unterdrücken lassen wollte. Wegen seiner sehr liberalen Gedanken, mit denen die Dorfbewohner nicht immer einverstanden waren, machte er sich auch viele Gegner. Scholls Mutter machte alles mit großer Hingabe. Obwohl Magdalena Scholl von morgens bis abends viel zu tun hatte, fand sie immer Zeit nicht nur für ihre Kinder, aber auch für Kranken, die medizinische Hilfe brauchten. Außerdem gab sie sich Mühe, damit ihre ganze Familie in allen Schwierigkeiten zusammenhalten konnte. [13]

Nach dem Umzug nach Ludwigsburg wurde es für die Mutter von Sophie Scholl schwierig, wie Leisner beschreibt, wo sie fast alle Hauspflichten übernommen hat. Zwar halfen ihr die Kinder bei manchen Aufgaben, aber die schwierigsten Sachen, wie Waschen, Kochen und Kindererziehung lasteten auf ihrer Schulter.[14] Obwohl sich die Mutter die Weihnachtsgeschenke nicht leisten konnte, fand sie immer Zeit Kleidungsstücke für die Puppen von den Kindern zu nähen, die später zu Weihnachten verteilt wurden. Da die Mutter immer sparen musste, bei jedem Geldausgeben nur rationale Gründe gelten lassen konnte, lernte Sophie Scholl mit ihren Geschwistern sehr früh, die von den Eltern bekommenen Sachen zu schätzen, obwohl sie manchmal auch sehr bescheiden waren.[15]

Auf eine kurze Form bringend, lassen sich in der beschriebenen Kindheit von Georg Elser und Sophie Scholl sowohl Ähnlichkeiten, als auch Unterschiede feststellen. Das wichtigste ist, dass die Familien von beiden nicht reich waren und aus dem gleichen bürgerlichen Milieu stammten. Überdies hinaus hatten die beiden vier Geschwister, mit denen sie in unterschiedlichen Verhältnissen standen. Im Gegensatz zu Sophie Scholl, die mit ihren Geschwistern viel Zeit am Spielen verbrachte, wurde Georg Elser als der Älteste in der Familie zur Betreuung seiner Geschwister verpflichtet.

Im Weiteren soll ein Aspekt erwähnt werden, der mit der Entwicklung der sozialen Kompetenz bei den beiden verbunden ist. Von Kindheit an lernte Sophie Scholl, dass man trotz bedrängter Verhältnisse zusammenhalten und für alle von der Familie sein soll. Im Widerspruch dazu, war Georg Elser seit frühester Kindheit auf sich selbst angewiesen. Außerdem war er als Ältester von den Geschwistern gezwungen, seine Mutter allein und verzweifelt gegen Angriffe des betrunkenen Vaters zu schützen.

Im Bezug noch auf die familiären Verhältnisse zu Hause von Scholl und Elser soll die Entwicklung der wichtigsten sozialen Gesichtspunkte angedeutet werden. Da Sophie Scholls Eltern ausgebildet waren, wurden im Familienkreis alle Themen berührt, was den Kinder einen Zugang zur Kultur ermöglichte.

Bei Georg Elser kam es aufgrund seiner Mithilfe beim elterlichen Haushalt zur Entwicklung eines stark geprägten Arbeitsethos.

Im Gegensatz zu der schwierigen Situation im Elternhaus von Georg Elser kann Sophie Scholls Kindheit als schöne und sorgenlose Zeit bezeichnet werden. Die Ereignisse aus der Kindheit beeinflussten vor allem die Entwicklung der Fähigkeiten und sie prägten den Prozess der Charakterentwicklung von den beiden.

2 Jugendjahre und Entwicklung der Begabungen

2.1 Georg Elsers Jugendjahre

2.1.1 Basteln

Über die schwierige Arbeit in dem väterlichen Holzhandel und in der Landwirtschaft sagte Georg Elser nichts gegenüber der Mutter, wie er sich einmal äußerte. Da er ein gehorsamer Junge war, der seine Mutter, die den ganzen Tag auf dem Hof verbrachte, entlasten wollte, half er den Eltern, ohne auf die eigenen Interessen zu schauen.[16]

Wie er immer bekräftigte, lagen seine Interessen in ganz anderen Sachen. Als kleiner Junge beschäftigte er sich mit verschiedenen, kleinen Basteleien. Im Gegensatz zu der Arbeit auf dem mütterlichen Hof drückte er seine Meinung dazu aus:

[...]


[1] Schubert/Klein (1997), S. 317.

[2] Vgl. Gruchman (1970), S. 27.

[3] Vgl. Ortner (1989), S. 85.

[4] Vgl. Gruchmann (1970), S. 29.

[5] Ortner (1989), S.88.

[6] Vgl. Ortner (1989), S. 86.

[7] Vgl. Gruchman (1970), S. 28.

[8] Vinke (1980), S. 112.

[9] Vgl. Vinke (1980), S. 13.

[10] Vgl. Leisner (2000), S. 22.

[11] Leisner (2000), S. 21.

[12] Vgl. Leisner (2000), S. 18.

[13] Vgl. Vinke (1980), S. 17.

[14] Vgl. Leisner (2000), S. 35.

[15] Vgl. Leisner2000), S. 24.

[16] Vgl. Gruchmann (1970), S. 43.

37 von 37 Seiten

Details

Titel
Vergleich biographischer Momente am Beispiel der Widerstandskämpfer Sophie Scholl und Georg Elser
Hochschule
Uniwersytet Pedagogiczny im. Komisji Edukacji Narodowej w Krakowie  (Neuphilologie )
Veranstaltung
Literaturgeschichtliches Seminar
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2008
Seiten
37
Katalognummer
V199916
Dateigröße
707 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Wissenschaftliche Betreuung Dr Paul Martin Langner
Schlagworte
vergleich, momente, beispiel, widerstandskämpfer, sophie, scholl, georg, elser
Arbeit zitieren
Klaudia Košťálová-Perschke (Autor), 2008, Vergleich biographischer Momente am Beispiel der Widerstandskämpfer Sophie Scholl und Georg Elser , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199916

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