In bündiger Sprache mit zahlreichen Abbildungen wird der Themenbereich der Globalisierung nach 1945 mit besonderem Augenmerk auf die Entwicklungen in der Dritten Welt in seinen Grundzügen dargestellt. Das umfassende Literaturverzeichnis kann als Leitlinie für eine tiefere Einarbeitung dienen.
Inhaltsverzeichnis
1 Verständnis von Globalisierung
1.1 Dimensionen wirtschaftlicher Globalisierung
1.2 Das neoklassische Paradigma der Weltordnung
2 Voraussetzungen der wirtschaftlichen Globalisierung
2.1 Der technologische Wandel
2.2 Die drei Schiedsrichter IMF, Weltbank und WTO
2.3 Globale Wertschöpfung
3 Die Konsequenzen für Entwicklungsländer
3.1 Globale Gegensätze
3.2 Freie Märkte
4 Perspektiven der Entwicklungsländer im globalen Wettbewerb
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Voraussetzungen und Folgen der Globalisierung seit den 1990er Jahren mit einem spezifischen Fokus auf die Entwicklungsländer. Dabei wird analysiert, wie neoliberale Marktmechanismen sowie supranationale Institutionen die ökonomische Entwicklung beeinflussen und welche Herausforderungen sich für diese Staaten im globalen Wettbewerb ergeben.
- Wirtschaftliche Dimensionen der Globalisierung
- Rolle supranationaler Institutionen (IMF, Weltbank, WTO)
- Strukturwandel und globale Wertschöpfungsketten
- Auswirkungen von Direktinvestitionen und Schuldenlast
- Herausforderungen durch technologische Polarisierung (Digital Devide)
Auszug aus dem Buch
1.2 Das neoklassische Paradigma der Weltordnung
Die Chance auf Globalisierung für Entwicklungsländer wird aus neoliberaler Sicht damit begründet, dass Deregulierung, also Marktöffnung und geringere staatliche Intervention, zum einen eine Effizienzsteigerung durch einen erhöhten Konkurrenzkampf und zum anderen eine anziehende Wirkung auf ausländische Firmen, die durch Investitionen Wirtschaftswachstum und Technologietransfer Arbeitsplätze schaffen, bewirkt. Für privatisierte öffentliche Unternehmen können beide Effekte positiv umgesetzt werden. Die Exportmöglichkeiten vergrößern sich auf dem freien Weltmarkt, sodass bei allen Teilnehmern der Wohlstand anwächst.
Diese Idee vom freien Handel stützt sich auf A. Smiths "Regel von der unsichtbaren Hand des Marktes" (ZIAI 2000: 37) und auf D. Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile, wobei eben dieses neoklassische Paradigma heute das ökonomische Denken mitprägt.
Smith geht davon aus, dass durch den freien Wettbewerb keine überhöhten Preise angeboten werden, da perfekte Wettbewerbsbedingungen vorliegen. Einige Großkonzerne aber kontrollieren den Markt einzelner Sektoren des Weltmarktes, ein Drittel des Welthandels findet innerhalb von Unternehmen statt, wobei keine Marktmechanismen wirken, und ein anderes Drittel des Welthandels wird über die 500 großen Konzerne abgewickelt, die die Preise kleinerer Handelspartner drücken können.
Ricardos Theorie komparativer Kostenvorteile geht von immobilen Faktoren, Arbeit und Kapital, aus. Aber ein investitionsaktives Unternehmen wird nicht unbedingt auf dem heimischen Standort beruhen, wenn es außerhalb absolute Vorteile sieht (ZIAI 2000).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Verständnis von Globalisierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Globalisierung als vielschichtigen Prozess und beleuchtet das zugrunde liegende neoliberale Paradigma der Weltordnung.
2 Voraussetzungen der wirtschaftlichen Globalisierung: Hier werden der technologische Wandel, die Rolle internationaler Institutionen sowie die Entstehung globaler Wertschöpfungsketten als zentrale Motoren der Globalisierung diskutiert.
3 Die Konsequenzen für Entwicklungsländer: Dieser Teil analysiert die realen Auswirkungen der Globalisierung, wie die Verschuldung, den Digital Devide und die Problematik ungleicher Handelsbedingungen.
4 Perspektiven der Entwicklungsländer im globalen Wettbewerb: Das Kapitel schließt mit einer kritischen Betrachtung der Entwicklungschancen und stellt fest, dass eine erfolgreiche Integration stark von länderspezifischen Variablen abhängt.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Entwicklungsländer, Neoliberalismus, Welthandel, Wertschöpfungsketten, Direktinvestitionen, IMF, Weltbank, WTO, Strukturwandel, Technologietransfer, Terms of Trade, Schuldendienst, Digital Devide, Standortwettbewerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Auswirkungen der Globalisierung seit den 1990er Jahren und konzentriert sich dabei speziell auf die Situation der Entwicklungsländer.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören das neoliberale Paradigma, die Funktion globaler Institutionen wie der WTO, die globale Wertschöpfung sowie die Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung in Drittstaaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der zunehmenden Weltmarktintegration auf Entwicklungsländer zu hinterfragen und zu analysieren, ob diese Prozesse Wohlstand fördern oder bestehende Ungleichheiten verschärfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung statistischer Daten und grafischer Darstellungen zur wirtschaftlichen Entwicklung und Globalisierungsindikatoren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Globalisierung, die institutionellen Voraussetzungen sowie konkrete Konsequenzen für Entwicklungsländer, wie beispielsweise Handelsdefizite und Abhängigkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Globalisierung, Entwicklungsländer, internationale Arbeitsteilung, Außenhandel und Strukturanpassung.
Inwiefern beeinflusst der "Digital Devide" die Entwicklungschancen?
Die digitale Polarisierung führt zu einer Exklusion von globalen Systemen, da mangelnde Infrastruktur und hohe Kosten den Zugang zu notwendigen Informationen und Technologien erschweren.
Warum wird die Rolle der Weltbank und des IWF kritisch gesehen?
Die Arbeit kritisiert, dass Entwicklungsländer in diesen Institutionen unterrepräsentiert sind und dass auferlegte Strukturanpassungsprogramme oft mit hohen sozialen und ökologischen Kosten verbunden sind.
- Quote paper
- Martin Loose (Author), 2012, Voraussetzungen und Konsequenzen der Globalisierung seit den 1990er Jahren für die Wirtschaftsentwicklung in der Dritten Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199964