[...] Ziel und Inhalt der vorliegenden Bachelorarbeit ist eine Analyse der medialen
Berichterstattung der Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche
Zeitung und Die Zeit. Dabei wird untersucht, durch welche Ereignisse und Akteure die
im März 2011 ausgelöste Energiedebatte in Deutschland zustande gekommen ist und
welche Hintergründe zum aktuellen energiepolitischen Diskurs geführt haben. Um die
politischen Entscheidungen nachvollziehen zu können, wird ein holistischer Ansatz
hergestellt, der die energiepolitischen Diskurse seit den Anfängen des geplanten Atomausstiegs
im Jahr 1998 beschreibt und damit Voraussetzung für eine vergleichende
Analyse dieser Diskurse ist.
Im ersten Teil der Arbeit wird zunächst die Diskursanalyse, als angewandtes
qualitatives Analyseverfahren für die Bearbeitung der Medienberichte, sowohl in der
Theorie als auch in der Methodik näher erläutert. Die im zweiten Abschnitt
beschriebenen Eckpunkte der Atomkonsensvereinbarung von 2000 dienen als Grundlage
für die darauffolgenden beiden Abschnitte, in denen zum einen die Hintergründe der 2010 beschlossenen Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke und zum
anderen die erneute Kehrtwende in der Energiepolitik, hin zu einem schnelleren
Ausstieg aus der Kernenergie, diskursanalytisch untersucht werden. In einem
abschließenden Fazit werden die Ergebnisse der Diskursanalyse sowie deren Bezug zur
Ausgangslage der deutschen Atomausstiegspolitik zusammengefasst.
Inhalt
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und methodische Überlegungen
2.1 Die Diskurstheorie
2.2 Das Verfahren der Diskursanalyse
2.3 Die qualitative Inhaltsanalyse als vorverarbeitender Schritt der Feinanalyse
2.4 Konkrete methodische Vorgehensweise
3 Die deutsche Energiepolitik von 1998 bis 2009
3.1 Energiepolitische Ziele
3.2 Planung und rechtliche Absicherung des Atomausstiegs
3.3 Nationale Klimaschutzziele
3.3.1 Allgemeine Zielsetzungen
3.3.2 Konkrete Maßnahmen
3.4 Integriertes Energie- und Klimaprogramm
4 Analyse der Energiedebatten von 2010 und 2011
4.1 Die Energiepolitische Kehrtwende 2010
4.1.1 Entstehung und Entwicklung der Energiedebatte
4.1.2 Analyse der politischen Handlungsstrategien
4.1.3 Das Energiekonzept vom 28. September 2010
4.2 Die erneute Energiewende nach dem Atomunfall von Japan
4.2.1 Die Folgen der Katastrophe auf die deutsche Energiepolitik
4.2.2 Analyse der politischen Neuorientierung
4.3 Zusammenfassende Betrachtung der Energiedebatten
5 Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusste Fukushima die deutsche Energiepolitik?
Das Unglück führte zu einer radikalen Kehrtwende und dem Beschluss eines beschleunigten Atomausstiegs in Deutschland.
Welche Zeitungen wurden für die Diskursanalyse untersucht?
Die Analyse stützt sich auf die Berichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), der Süddeutschen Zeitung (SZ) und der Zeit.
Was war der „Atomkonsens“ von 2000?
Es war die ursprüngliche Vereinbarung zum geordneten Atomausstieg, die als Grundlage für spätere politische Debatten diente.
Was geschah bei der energiepolitischen Kehrtwende 2010?
Kurz vor Fukushima wurde zunächst eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschlossen, die nach der Katastrophe wieder revidiert wurde.
Welche Rolle spielt die Diskursanalyse in dieser Arbeit?
Sie dient als Methode, um zu verstehen, welche Akteure und Ereignisse die öffentliche Meinung und politische Entscheidungen geprägt haben.
- Arbeit zitieren
- Martin Wellnhofer (Autor:in), 2011, Energiepolitik in Deutschland nach Fukushima: Der Einfluss des Atomunglücks auf die deutsche Energiepolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/199972