Umzugsgründe ins Betreute Wohnen


Hausarbeit, 2003

63 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Wohnen im Alter – ein allgemeiner Überblick
2.1 Anmerkungen zu Alter und Bevölkerungsentwicklung
2.1.1 Wann ist man alt ?
2.1.2 Statistische Daten
2.2 Die besondere Bedeutung des Wohnens im Alter
2.3 Wohnformen im Überblick
2.4 Betreutes Wohnen als besondere Form der Alterswohnversorgung
2.4.1 Zur Konzeption des Betreuten Wohnens
2.4.2 Ziele des Betreuten Wohnens
2.4.3 Qualitätskriterien
2.4.3.1 Problematik
2.4.3.2 Bauliche Kriterien
2.4.3.3 Betreuungskriterien
2.4.4 Grenzen des Betreuten Wohnens
2.4.5 Kritische Anmerkungen zum betreuten Wohnen

3. Theoretischer Teil
3.1 Wohnen im Alter aus ökopsychologischer Sicht
3.1.1 Überblick über theoretische Ansätze
3.1.2 Darstellung einer spezifischen Person – Umwelt – Interaktion anhand des Komplementaritäts – Ähnlichkeitsmodells nach Carp
3.1.2.1 Vorausgehende Gedanken im Hinblick auf das Betreute Wohnen
3.1.2.2. Darstellung des Modells
3.1.3 Psychologische Funktionen des Alterswohnens
3.1.4 Probleme des Alterswohnens
3.2 Ausgewählte Fragestellungen zum Umzug ins Betreute Wohnen
3.2.1. Umzugsgründe
3.2.1.1. Physische Konstitution
3.2.1.1.1 Kompetenzeinbußen
3.2.1.1.2 Gesundheitliche Situation
3.2.1.3 Lage und Ausstattung der bisherigen Wohnung
3.2.2 Bedeutsame Lebensereignisse als Auslöser für einen Umzug
3.2.3 Entscheidungsbeeinflussende Faktoren für einen Wohnungswechsel
3.3 Zusammenfassung der Fragestellungen

4. Empirischer Teil
4.1 Beschreibung der Untersuchung
4.1.1 Orte der Befragung
4.1.2 Art und Ablauf der Befragung
4.1.3 Schwierigkeiten
4.2 Ergebnisse
4.2.1 Demografische Daten
4.2.1.1 Alter
4.2.1.2 Geschlechterverteilung und Haushaltsgröße
4.2.1.3 Familienstand
4.2.1.4 Voriger Wohnstandort
4.2.2 Umzugsgründe – Darstellung der Ergebnisse
4.3 Ergebnisdiskussion

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Im Zuge der Veränderungen der Alters – und Familienstrukturen in unserer Gesellschaft erwachsen neue sozialpolitische Herausforderungen.

Demografische Daten belegen, dass der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung angestiegen ist und auch in Zukunft ansteigen wird.

Familienstrukturen verändern sich dahingehend, dass die Anzahl der Ein –und Zwei – Personen – Haushalte mittlerweile auch bei älteren Menschen ansteigt.

Folglich bekommt das Thema „Wohnen im Alter“ einen zentralen Stellenwert in gesellschaftspolitischen Überlegungen. In diesem Zusammenhang lässt sich ein Umdenkprozess in der Altenhilfe beobachten. Es wird versucht, alternative Wohnformen bereitzustellen, die sich an den individuellen Bedürfnissen älterer Menschen orientieren.

Im Vordergrund neuer Gestaltungsansätze der Altenhilfe steht die Aktivierung des Menschen. Dieser Leitgedanke findet sich im Konzept des „Betreuten Wohnens“, welches die Möglichkeit von Betreuung und selbstständiger Lebensführung verbindet.

Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen Umzugsgründe ins Betreute Wohnen, die durch ausgewählte Fragestellungen im Rahmen einer empirischen Untersuchung in zwei betreuten Wohnanlagen mittels Bewohnerbefragung transparent gemacht werden sollen.

Im zweiten Kapitel der Arbeit wird neben einem kurzen Überblick über Wohnformen im Alter die Konzeption des Betreuten Wohnens dargestellt, wobei neben einer Beschreibung auch Grenzen dieser Wohnform und Kritikpunkte aufgezeigt werden.

Das dritte Kapitel umfasst theoretische Überlegungen hinsichtlich der besonderen Bedeutung des Wohnens im Alter aus ökopsychologischer Perspektive. Auch die psychologischen Funktionen und Probleme des Alterswohnens finden in diesem Kapitel Berücksichtigung.

Im vierten Kapitel werden die Ergebnisse der Bewohnerbefragung dargestellt und vor dem Hintergrund zweier deutscher Studien diskutiert.

2. Wohnen im Alter – ein allgemeiner Überblick

2.1 Anmerkungen zu Alter und Bevölkerungsentwicklung

2.1.1 Wann ist man „alt“ ?

Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht die Bevölkerungsgruppe der „älteren Menschen“. Die Bezeichnungen für diese Gesellschaftsgruppe sind unterschiedlich. Man spricht von „Pensionisten“ oder „Rentnern“ und impliziert dabei eine vorangegangene berufliche Tätigkeit. Es wird von „Alten“ oder „Älteren“ gesprochen, wobei nicht klar ist, wann der Lebensabschnitt der „Altseins“ beginnt.

Wesentlich ist, dass alte Menschen keine homogene Gruppe sind. Differenzierungen sind in unterschiedlicher Weise möglich, beispielsweise nach dem kalendarischen Alter, dem Gesundheitszustand oder dem Austritt aus dem Berufsleben.

Nach dem kalendarischen Alter können folgende Gruppen unterschieden werden:

- ältere Menschen (ca. 60 – 75 Jahre)
- Hochbetagte (ca. 75 – 85 Jahre) und
- Höchstbetagte (über 85 Jahre)

Es gibt innerhalb dieser Gruppen große Unterschiede, d.h. es kann nie von einheitlichen Gruppen gesprochen werden. Deshalb ist es besonders wichtig, alte Menschen näher zu charakterisieren. Dies kann nach Kompetenzgrad (Gesunde, Kranke), nach sozialem Umfeld (Alleinstehende, Personen mit Angehörigen) oder räumlichem Umfeld (Stadt-, Landbewohner) erfolgen (Saup, 1989).

2.1.2 Statistische Daten

Bevölkerungsstatistiken und -prognosen besagen, dass der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung kontinuierlich ansteigt.

Nach neuesten Bevölkerungsvorausberechnungen des Deutschen Statistischen Zentralamtes wird im Jahr 2050 die Hälfte der Bevölkerung älter als 48 Jahre sein. Während im Jahr 2001 ca. ein Viertel der Gesamtbevölkerung älter als 60 Jahre war, wird dieser Anteil bis 2050 auf ein Drittel angestiegen sein. Menschen, die 80 Jahre und älter sind, werden dann sogar einen Anteil von 12 % an der Gesamtbevölkerung ausmachen (vgl. www.destatis.de, 2003).

Auch in Österreich zeigen sich ähnliche Tendenzen. Ergebnisse der natürlichen Bevölkerungsbewegung und – fortschreibung zeigten im Jahr 2000 einen Anteil der über Sechzigjährigen von 20,7 %. Laut Prognosen wird dieser Anteil in den nächsten 30 Jahren auf ca. 32 % ansteigen (vgl. www.statistik.at, 2003).

Diese Trends in der Bevölkerungsentwicklung machen deutlich, dass sich die Gesellschaft mit Fragen und Problemen jener anwachsenden Gruppe immer stärker auseinander setzen muss. Dies beginnt bei Diskussionen der Existenzsicherung (siehe Renten und Pensionen) und endet nicht zuletzt bei Fragen der Wohnversorgung und Pflege hilfsbedürftiger alter Menschen. Daraus erwachsen gesellschafts- und sozialpolitische Aufgaben, die in den nächsten Jahrzehnten immer stärker an Gewicht gewinnen werden. Eine dieser Aufgaben ist die Schaffung und der Ausbau von Wohnformen für ältere Menschen, die einerseits deren Bedürfnissen gerecht werden und andererseits die Individualität der Menschen bzw. Heterogenität dieser Gruppe berücksichtigten.

2.2 Die besondere Bedeutung des Wohnens im Alter

Nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben und dem Beginn eines neuen Lebensabschnittes als „Rentner“ gewinnt die eigene Wohnung bzw. das engere Wohnumfeld für viele Menschen zunehmend an Bedeutung. Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit und Mobilität sowie die Verminderung sensorischer Leistungen können bewirken, dass der räumliche Aktionsradius älterer Menschen geringer wird.

„Die Umweltbezüge älterer Menschen schrumpfen auf die Wohnung (das Haus) und das unmittelbar angrenzende Wohnumfeld zusammen. So werden Wohnung und Haus sowie das angrenzende Nachbarschaftsgebiet zu den wichtigsten sozialräumlichen Kontexten, in denen sich die alltäglichen Lebensvollzüge älterer Menschen abspielen.“ (Saup,1989, S.19).

Eine Zeitbudgetstudie von Moss und Lawton (1982, zitiert nach Saup,1989) belegte, dass sich ältere Menschen einen Großteil (75%) jener Zeit, die sie durchschnittlich wach waren, in der Wohnung bzw. im Haus aufhielten. Ein Teil der Zeit außerhalb wurde im dazugehörigen Garten verbracht. Es waren somit 83% des Tages, die im Haus und dem unmittelbaren Wohnumfeld verbracht wurden.

Diese Studie zeigt, wie sehr sich die Umweltbezüge älterer Menschen auf Wohnung und unmittelbares Wohnumfeld konzentrieren. Parallel dazu zeigt sich ein Wachsen der Bedeutung des innerhäuslichen Wohnens: Ältere Menschen verbringen den Großteil ihrer Zeit in ihrem Zuhause, folglich weitet sich das innerhäusliche Lebensprogramm aus. Verschiedene Lebensvorgänge und Aktivitäten geschehen stärker wohnungszentriert.

Saup beschreibt dies so:

„Charakteristisch für das Alterswohnen dürfte demnach folgendes sein: Eine Schrumpfung des sozial-räumlichen Aktionsradius im Alter wird durch die Ausweitung des (innerhäuslichen) kompensiert.“ (1989, S. 65).

Auf die psychologischen Funktionen des Alterswohnens und auf mögliche Bestimmungsfaktoren für einen Wohnungswechsel wird im dritten Kapitel der Arbeit näher eingegangen.

Im folgenden wird ein kurzer Überblick über Wohnformen für ältere Menschen gegeben.

2.3 Wohnformen im Überblick

Schnieder (1991) unterscheidet Wohnformen, denen sich vielfältigste Wohnvarianten zuordnen lassen:

1) Normalwohnungen: Menschen führen ihren Haushalt selbstständig. Es besteht die Möglichkeit, ambulante bzw. teilstationäre Dienste in Anspruch zu nehmen, wenn Probleme der Selbstversorgung auftreten sollten. Finanzielle Belastungen sollen durch Mietbeihilfen gemildert werden.
2) Spezialwohnungen: Sie können als erste Stufe einer von Normalwohnungen gesonderten Form betrachtet werden. Der Autor beschreibt jene Wohnform so: „Sie sind für solche Bedürfnisse der Bewirtschaftung, der finanziellen Leistungsfähigkeit und funktionaler Defizite von Bewohnern entwickelt, die Normalwohnungen vom Konzept her nicht berücksichtigen.“ (1991, S.1).
3) Anstalten: In diesem Bereich gibt es unterschiedliche Formen der Wohnversorgung je nach dem Grad der Betreuungsbedürftigkeit. Anstalten bilden den Schwerpunkt der Altenhilfe. Unterschieden werden Alterswohnheime, Altersheime und Alterspflegeheime. Je nach Bedarf werden in diesem Anstaltensystem alte Menschen an den Ort optimaler Betreuung gebracht und verlegt. Wesentliche Merkmale dieser Gemeinschaftswohnformen sind die Reduktion des Privatbereiches auf einen Wohn – Schlafraum oder einen Bettenplatz in einem Mehrbettzimmer. Ein großer Teil täglicher Aktivitäten findet gemeinsam mit anderen Bewohnern statt. Autonomie und selbständige Lebensführung verlieren sich häufig in Routine und Regeln des Gemeinschaftslebens.
4) Gruppenwohnen: Diese Wohnform wird nach Schnieder in der Altershilfe noch selten praktiziert. Moderne Wohnstifte zeigen Merkmale des Gruppenwohnens. Dabei handelt es sich um die Kombination abgeschlossener, vollständiger (Klein-) Wohnungen mit einem hausbezogenen Angebot an Gemeinschaftseinrichtungen bzw. die Verbindung von selbstständigen Privathaushalten mit einem hausbezogenen Angebot an möglichen Hilfs-, Versorgungs- und Pflegeleistungen.

In folgender Tabelle werden Wohnformen, deren Varianten sowie Aufgaben und Ziele dargestellt:

Wohnform Varianten Aufgaben und Ziele

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Allgemeines Krankenhaus

Psychiatrisches Krankenhaus

Abb.1: Alterswohnformen im Überblick

(Schnieder, 1989, S.33 – 34)

Der Autor betont, dass es sich bei dieser Übersicht um heterogene und teils widersprüchliche Formen des Alterswohnens handelt. Er begründet dies so:

- Die Wohnformen sind ungleich alt. Neue Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte haben Veränderungen hinsichtlich traditioneller Formen bewirkt. Es sind außerdem neuere, experimentelle Formen des Alterswohnens entstanden.
- Die Wohnformen sind in der Praxis unterschiedlich stark vertreten. Dominant sind nach wie vor traditionelle Wohnversorgungsformen während Wohnexperimente selten stattfinden.

(Schnieder, 1989)

Die in Punkt 4 dieser Arbeit beschriebene Befragung wurde an älteren Menschen vorgenommen, die in so genannten „betreuten Wohnungen“ leben.

Im folgenden Abschnitt wird diese Art des Alterswohnens, welche in den letzten Jahren an Bedeutung stark zugenommen hat, dargestellt. Dabei geht es um Definitionsversuche, Beschreibung von Merkmalen und Grenzen dieser Wohnform.

2.4 Betreutes Wohnen als besondere Form der Alterswohnversorgung

2.4.1 Zur Konzeption des Betreuten Wohnens

Der Begriff „Betreutes Wohnen“ und die damit verbundene Konzeption beschränkt sich nicht auf Alterswohnen. Betreute Wohneinrichtungen bestehen auch für andere Personengruppen wie zum Beispiel straffällig gewordene Jugendliche, Menschen mit Drogenproblemen oder Behinderte.

Betreutes Wohnen als Wohnform im Alter hat in den letzten Jahren an Attraktivität zugenommen. Bauprojekte werden forciert und scheinen regelrecht zu „boomen“. So startete auch die Oberösterreichische Landesregierung im letzten Jahr eine Werbekampagne, die auf die Möglichkeiten des Betreuten Wohnens hinweisen sollte. Dass es sich dabei häufig um sehr unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich baulichen und Qualitätskriterien handelt zeigt die Problematik, die mit dieser Art von Wohnform verbunden ist. Es gibt keine einheitliche Definition von betreutem Wohnen und auch keine einheitliche Qualitätsnorm für die zum Betreuten Wohnen gehörende Betreuungskonzeption (Heeg, 1994).

Loeschke (1996) bemerkt dazu, dass sich bereits realisierte Modelle des betreuten Wohnens hinsichtlich Konzeption und Organisation deutlich voneinander unterscheiden. Ursachen können unterschiedliche regionale Gegebenheiten oder unterschiedliche Zielsetzungen der Gemeinden sein.

Obwohl sehr differenzierte Formen des betreuten Wohnens möglich sind, sollen einige Merkmale und Zielsetzungen beschrieben werden, die für diese Form des Alterswohnens wesentlich sind.

Bei betreuten Wohnanlagen handelt es sich um eine Zusammenfassung einer größeren Anzahl altengerechter Wohnungen zu einer Wohnanlage. Baulich ergänzt werden können Gemeinschafts- und Betreuungsräumlichkeiten (Saup, 2001).

Betreuungskonzepte, die von Trägern der jeweiligen Einrichtungen erstellt werden müssen, gewährleisten Dienstleistungen der Pflege und Betreuung. Unterschieden wird zwischen Grund- und Wahlservice. Loeschke beschreibt diese Leistungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Leistungen im Betreuten Wohnen

(1996, S. 110 – 111)

Während das Grundservice für alle Bewohner im Mietpreis inkludiert ist, können Wahlleistungen zusätzlich gegen Entgelt in Anspruch genommen werden.

Im Zuge des Angebotes von Betreuungs – und Hilfsleistungen nach diesem Modell werden die Leistungen eines Bauträgers (z.B. einer Wohnungsgesellschaft) und eines Betreuungsträgers (z.B. eines Wohlfahrtsverbandes) miteinander verbunden. In einem so genannten „Betreuungsvertrag“, den ein zukünftiger Bewohner abschließt, sind Art, Umfang und Finanzierung der Betreuungsleistungen geregelt (Saup, 2001).

Das Konzept, das der Wohnform des Betreuten Wohnens zugrunde liegt, beinhaltet vor allem den Erhalt der Autonomie und der selbstständigen Lebens – und Haushaltsführung. Eine seniorengerechte Ausstattung von Wohnanlage und Wohnung ermöglicht Menschen mit altersbedingten Einschränkungen ein Leben in den „eigenen vier Wänden“. Besteht der Bedarf an Hilfeleistungen, so können diese rasch, flexibel und relativ unkompliziert gewährleistet werden. Soziale Kontakte mit Hausbewohnern verringern die Gefahr von Isolation und Einsamkeit.

Engels (2001) nennt als Charakteristika des betreuten Wohnens Eigenständigkeit, Sicherheit, Service und Kommunikation. Diese Merkmale spiegeln sich in den Zielsetzungen, die im nächsten Abschnitt zusammengefasst werden, wider.

2.4.2 Ziele des betreuten Wohnens

Betreutes Wohnen „verfolgt das Ziel, bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Alter eine selbstständige Wohn- und Lebensweise dadurch zu ermöglichen, dass eine seniorengerecht gebaute und eingerichtete Wohnung kombiniert wird mit einem Betreuungsangebot für den Hilfe- oder Pflegefall. Betreutes Wohnen soll älteren Menschen gleichzeitig Autonomie, Privatheit und selbstständige Lebensführung als auch Sicherheit und Pflege im Versorgungsfall bieten.“ (Saup 2001, S.12).

Die Möglichkeit einer selbstständigen Haushaltsführung und Alltagsbewältigung trägt wesentlich zum Erhalt der Autonomie bei. Autonomie bedeutet nicht nur Eigenständigkeit und weitgehende Unabhängigkeit, sondern auch die im Laufe des Lebens entstandenen Gewohnheiten und individuellen Eigenheiten beibehalten zu können. Wenn schon die Übersiedelung im Alter eine große Veränderung im Leben darstellt, so können wenigstens innerhalb des privaten Wohnbereiches bisherige Formen der eigenen Lebensführung weiter praktiziert werden.

Im Hinblick auf die Privatheit ist vor allem die Möglichkeit der Regulierung dieser von Bedeutung. Die eigene Wohnung schafft einen Bereich der Intimität und Vertrautheit. Andererseits besteht die Möglichkeit, mit anderen Bewohnern leichter in Kontakt treten zu treten. Bauliche Maßnahmen der Wohnanlage, z.B. die Schaffung halböffentlicher Räume erleichtern soziale Kontakte. Die Gefahr von Einsamkeit und Isolation wird verringert.

Die folgende Grafik verdeutlicht die Zielorientierung des Betreuten Wohnens im Hinblick auf Merkmale traditioneller Einrichtung und ambulant betreuter Wohnung:

[...]

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Umzugsgründe ins Betreute Wohnen
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Ökologische Psychologie)
Note
sehr gut
Autoren
Jahr
2003
Seiten
63
Katalognummer
V20021
ISBN (eBook)
9783638240253
ISBN (Buch)
9783638700634
Dateigröße
635 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Empirische Hausarbeit, beleuchtet werden Umzugsgründe von Senioren ins Betreute Wohnen, Befragung stattgefunden in Österreich.
Schlagworte
Umzugsgründe, Betreute, Wohnen
Arbeit zitieren
Mag.art. Sibylle Essl (Autor)Riepel Doris (Autor), 2003, Umzugsgründe ins Betreute Wohnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20021

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