Wirklichkeitskonstruktionen durch Kommunikation in unterschiedliche, systemspezifische Bereiche auf verschiedenen Ebenen aus der Sicht von Wolfgang Frindte. Komplexe Prozesse innerhalb der Bildung von Wirklichkeitskonstruktionen werden in diesem Beitrag vereinfacht dargestellt. Durch Beispiele untermautert, folgt eine Gegenüberstellung von Radikalem Konstruktivismus und Social Constructivism.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorstellung des Autors und des Beitrags
2. Gegenüberstellung von Radikalem Konstruktivismus und Social Constructivism
2.1. Die fünf Grundpostulate im Vergleich
3. Das Psychische und das Soziale in den Konstruktionsprozessen
4. Acht Thesen zur Deutung der Welt
4.1. Die vier Kommunikationsräume
5. Zusammenfassendes Statement
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Text von Wolfgang Frindte über den Radikalen Konstruktivismus und den Social Constructivism auseinander, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden wissenschaftstheoretischen Strömungen im Hinblick auf die Konstruktion von Wirklichkeit zu analysieren.
- Gegenüberstellung der Grundpostulate des Radikalen Konstruktivismus (RK) und des Social Constructivism (SC).
- Analyse der Rolle des Gehirns gegenüber sozialen Interaktionsprozessen.
- Untersuchung der Bedeutung von Kommunikation für die Wirklichkeitskonstruktion.
- Erläuterung der verschiedenen Kommunikationsebenen: Sinnraum, Interaktionsraum, Bedeutungsraum und Möglichkeitsraum.
Auszug aus dem Buch
Ich denke also bin ich, oder: Ich kommuniziere also denke ich
Zunächst nimmt er den beiden Theorien die Komplexität, indem er die Ansätze von RK und SC jeweils auf fünf Grundpostulate verteilt und diese in einem Raster gegenüberstellt (vgl. Frindte 1995: 108). Folglich wird ein Postulat des RK, welches im Einzelnen als Leitfaden bzw. höchstes Gebot einer Theorie die unentbehrliche Voraussetzung für den entsprechenden Gedankengang ist, mit dem passenden Postulat des SC konfrontiert.
Im Ergebnis können sowohl die Gemeinsamkeiten und Unterschiede als auch das eventuell Nichtvergleichbare (vgl. Frindte 1995: 108) herausgearbeitet werden. Zur Verteidigung für die Aufstellung dieses Rasters betont Frindte (1995: 108), dass er keine Garantie für Vollständigkeit, Unabhänigkeit oder Widerspruch gewährt.
Das erste Grundpostulat, zusammengefasst „Postulat des radikalen Skeptizismus”, bezieht sich auf den Skeptizismus. Hierbei beschreibt Frindte (1995: 108), dass im RK einzelne Individuen weder fähig sind die vom Bewusstsein unabhängige Umwelt zu erkennen noch die Umwelt zu erschließen, welche selbst von den Individuuen durch interaktives Verhalten und Kommunikation geschaffen wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorstellung des Autors und des Beitrags: Einleitende biografische Informationen zu Prof. Dr. Wolfgang Frindte und eine Hinführung zum behandelten Sammelwerk.
2. Gegenüberstellung von Radikalem Konstruktivismus und Social Constructivism: Erläuterung der theoretischen Differenzen zwischen der individuellen (RK) und der kollektiven (SC) Konstruktion von Wirklichkeit.
2.1. Die fünf Grundpostulate im Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung der theoretischen Leitlinien beider Strömungen in einem Raster.
3. Das Psychische und das Soziale in den Konstruktionsprozessen: Untersuchung der Rollen von Gehirn und sozialem Austausch bei der Herausbildung mentaler Vorgänge.
4. Acht Thesen zur Deutung der Welt: Darstellung der von Frindte aufgestellten Thesen, die beschreiben, wie Systeme Wirklichkeit bilden.
4.1. Die vier Kommunikationsräume: Differenzierung der Kommunikation in individuelle Sinnräume, Interaktions-, Bedeutungs- und Möglichkeitsräume.
5. Zusammenfassendes Statement: Kritische Einschätzung der Arbeit und des Autors im Hinblick auf dessen eigene theoretische Positionierung.
Schlüsselwörter
Radikaler Konstruktivismus, Social Constructivism, Wirklichkeitskonstruktion, Sozialpsychologie, Kommunikation, Kognition, Systemtheorie, Skeptizismus, Selbst, Sinnraum, Interaktionsraum, Viabilität, Soziale Konstruktion, Wolfgang Frindte, Wissenserwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der zusammenfassenden Analyse eines Beitrags von Wolfgang Frindte, der den Radikalen Konstruktivismus dem Social Constructivism gegenüberstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die erkenntnistheoretischen Unterschiede zwischen individueller und kollektiver Wirklichkeitskonstruktion sowie die Rolle von Kommunikation.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die komplexen Prozesse der Wirklichkeitsbildung aus der Sicht beider Strömungen verständlich zu machen und die Argumentation des Autors einzuordnen.
Welche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Zusammenfassung und vergleichende Analyse von Fachtexten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem Vergleich der fünf Grundpostulate, der Differenzierung von psychischen und sozialen Konstruktionsprozessen sowie der Erläuterung der acht Thesen zur Wirklichkeitsdeutung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Radikaler Konstruktivismus, Social Constructivism, Wirklichkeitskonstruktion und Kommunikation.
Wie unterscheidet sich der RK vom SC laut Frindte?
Der RK betont die individuelle Konstruktion durch das Gehirn, während der SC die Welt als ein durch soziale Kommunikation und Austausch innerhalb einer Gemeinschaft erschaffenes Konstrukt sieht.
Was bedeutet der Begriff „Viabilität“ im Kontext der Arbeit?
Viabilität bezeichnet das Kriterium der Nützlichkeit und Passfähigkeit von Konstruktionen für die Erreichung der individuellen Ziele eines Menschen, anstelle von objektiver Wahrheit.
Welche Rolle spielt der Begriff „Sinn“ für das Individuum?
Der Sinn dient als Antrieb für das Handeln, wobei er sich je nach Kommunikationsraum (Sinnraum bis Möglichkeitsraum) unterschiedlich strukturiert und durch gesellschaftliche Normen beeinflusst wird.
- Arbeit zitieren
- BA Kommunikationswissenschaft Janine Dembowski (Autor:in), 2012, Radikaler Konstruktivismus und Social Constructivism, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200242