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Aspekte eines kolonialen und imperialen Analyserahmens für die deutsche Okkupation in Osteuropa 1939-45

Titel: Aspekte eines kolonialen und imperialen Analyserahmens für die deutsche Okkupation in Osteuropa 1939-45

Hausarbeit , 2011 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Kehl (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der deutsche Imperialismus und Kolonialismus besitzen eine lange Tradition. Die meisten Darstellungen aus dieser Perspektive enden in der Regel mit dem im Versaillervertrag 1919 aufoktroyierten Verlust aller Kolonien. Mit dem allmählichen Aufbrechen der nationalstaatlichen Grenzen, der zunehmenden Vernetzung der Welt und dem Voranschreiten der Globalisierung entwickelt sich auch auf diesem Gebiet der Geschichtswissenschaft ein Paradigmenwechsel hin zu globalen Perspektiven und transnationalen Betrachtungsweisen. Der sogenannte imperial turn und der damit einhergehende Postkolonialismus weiten den imperialen und kolonialen Blick nun auch auf Hitlers Drittes Reich. Auf welchen theoretischen Grundlagen eine solche Sichtweise begründet ist, welche Schwierigkeiten sich dabei ergeben und warum es dennoch Sinn machen kann, den Nationalsozialismus mit der europäischen Expansion des Hochimperialismus zu verknüpfen, soll die vorliegende Arbeit skizzieren. Dabei gilt es, die Grundgedanken dieses neuen Paradigmas, vor allem aber auch das dabei verwendete Begriffsrepertoire zu analysieren, das für einen „kolonialshistoriographischen Analyserahmen der deutschen Okkupation in Osteuropa während des zweiten Weltkrieges“ notwendig ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Imperial Turn und Postkolonialismus

3 Das Dritte Reich im Kontext des imperial turn

3.1 Hitlers Imperium

3.2 Ein kolonialer Krieg

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit ein postkolonialer Analyserahmen geeignet ist, um die deutsche Okkupationspolitik in Osteuropa zwischen 1939 und 1945 wissenschaftlich zu erschließen und mit Konzepten des Imperialismus und Kolonialismus zu verknüpfen.

  • Der Einfluss des „imperial turn“ auf die moderne Geschichtswissenschaft.
  • Die theoretische Einordnung des Nationalsozialismus in imperiale Kategorien.
  • Die Charakteristika des Krieges gegen die Sowjetunion als kolonialer Krieg.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Kontinuitäten zwischen kolonialen Erfahrungen und nationalsozialistischer Vernichtungspolitik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Hitlers Imperium

Betrachtet werden soll die Frage, wie imperial das Dritte Reich insbesondere während des Krieges gegen die Sowjetunion agierte, beziehungsweise welche Charakteristika neuerer Imperiumstypologien zutreffend sind. Dabei ist es bereits kompliziert, ein Definition für das Phänomen des Imperiums zu finden, da ein zu differenzierter Begriff nur wenige singuläre Ereignisse erfassen würde und daher für eine vergleichende Analyse ungeeignet wäre. Ein zu allgemeiner, nahezu omniinklusiver Imperiumsbegriff wiederum ist für die historisch-analytische Wissenschaft ebenso unbrauchbar.

Als Ausgangspunkt soll Jürgen Osterhammels Definition von Imperien als „großräumige, hierarchisch geordnete Herrschaftsverbände polyethnischen und multireligiösen Charakters, deren Kohärenz durch Gewaltandrohung, Verwaltung, indigene Kollaboration sowie die universalistische Programmatik und Symbolik einer imperialen Elite gewährleistet wird“, dienen. Davon abzugrenzen ist das imperialistische Streben als „a process and a set of policies“, das darauf ausgerichtet sind, „weitere Gebiete aufgrund ihrer ökonomischen oder geostrategischen Attraktivität dem expandierenden Machtkomplex [einzugliedern]“. Im Gegensatz zu den meisten anderen Großmächten zielt jedoch der nationalsozialistische Imperialismus primär auf den europäischen Kontinent statt auf überseeische Einflussgebiete. Hannah Arendt spricht daher von kontinentalem Imperialismus auf der Grundlage einer pangermanischen Ideologie.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie globale Perspektiven und der „imperial turn“ die Erforschung des Nationalsozialismus beeinflussen können.

2 Imperial Turn und Postkolonialismus: Dieses Kapitel erläutert den Paradigmenwechsel in der Geschichtswissenschaft hin zu transnationalen Betrachtungsweisen und postkolonialen Konzepten.

3 Das Dritte Reich im Kontext des imperial turn: Das Kapitel analysiert die Schwierigkeiten und Möglichkeiten, den Nationalsozialismus mit Begriffen imperialer Herrschaft zu beschreiben.

3.1 Hitlers Imperium: Hier werden imperiale Typologien auf das Dritte Reich angewandt und das Herrschaftsverständnis Hitlers kritisch hinterfragt.

3.2 Ein kolonialer Krieg: Dieses Kapitel untersucht den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion hinsichtlich seiner kolonialen Züge, wie etwa rassistische Asymmetrie und die Missachtung des Völkerrechts.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein imperialer Analyserahmen trotz inhaltlicher Brüche eine hilfreiche Ergänzung zur Erforschung nationalsozialistischer Herrschaftspraktiken darstellt.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Imperialismus, Kolonialismus, Dritte Reich, Osteuropa, imperial turn, Postkolonialismus, Vernichtungskrieg, Rassenpolitik, Siedlungskolonialismus, Sowjetunion, Geschichtswissenschaft, Herrschaftsstrukturen, Ideologie, Kontinuität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit kolonialhistorischer und imperialer Analyserahmen auf die deutsche Besatzungs- und Kriegspolitik in Osteuropa zwischen 1939 und 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der „imperial turn“ in der Geschichtsforschung, der Vergleich von kolonialen Expansionsmodellen mit nationalsozialistischen Zielen und die Charakterisierung des Ostkrieges als kolonialer Konflikt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, inwieweit ein imperialer oder kolonialer Analyserahmen neue Erkenntnisse über das Wesen der nationalsozialistischen Herrschaft und deren Vernichtungspraxis liefern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine historiographische Analyse, die bestehende Forschungsparadigmen und Begriffsdefinitionen kritisch auf ihre Übertragbarkeit auf das Dritte Reich prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung des „imperial turn“, die Diskussion um Hitlers Imperiumsvorstellungen sowie eine detaillierte Analyse der kolonialen Züge des Krieges gegen die Sowjetunion.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „imperial turn“, „nationalsozialistischer Imperialismus“, „Siedlungskolonialismus“ und „rassistische Ideologie“ charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich der nationalsozialistische Imperialismus von klassischen Kolonialreichen?

Die Arbeit hebt hervor, dass der NS-Imperialismus primär auf den europäischen Kontinent ausgerichtet war und sich durch eine radikale, rassistische „Lebensraum“-Ideologie von traditionellen überseeischen Kolonialreichen unterschied.

Welche Rolle spielt der Begriff „Siedlungskolonialismus“ für das Verständnis der Okkupation?

Der Begriff dient dazu, die rassistisch motivierte Neuordnung und Verdrängung der einheimischen Bevölkerung in Osteuropa in einen vergleichenden Kontext zu kolonialen Siedlungsprojekten in Australien oder Nordamerika zu stellen.

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Details

Titel
Aspekte eines kolonialen und imperialen Analyserahmens für die deutsche Okkupation in Osteuropa 1939-45
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Hitlers „Neue Ordnung“. Europa unter nationalsozialistischer Besatzung
Note
1,0
Autor
Christoph Kehl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V200264
ISBN (eBook)
9783656266808
ISBN (Buch)
9783656267928
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aspekte analyserahmens okkupation osteuropa imperial turn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Kehl (Autor:in), 2011, Aspekte eines kolonialen und imperialen Analyserahmens für die deutsche Okkupation in Osteuropa 1939-45, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200264
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Leseprobe aus  17  Seiten
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