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Father Knows Worst

(Vater-)Figurenanalyse von Benjamin Hood in “Der Eissturm“

Titel: Father Knows Worst

Seminararbeit , 2012 , 24 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Lukas Lohmer (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Jahr 1973 ist ein Jahr der Veränderungen. Richard Nixon, US-Präsident und „Vater der Nation“, wird im Rahmen der „Watergarte“-Affäre als Lügner enttarnt und muss zurücktreten. „Freie Liebe“ wird proklamiert und das Konzept einer (pseudo-)liberalen, sexuellen Revolution erreicht schließlich auch amerikanische Vororte. Kombiniert mit dem katastrophalen Verlauf des Vietnamkriegs, führt dies zu einer Phase permanenter Unsicherheit der Bevölkerung, zu einer Phase der Umstrukturierung, der Suche nach sich selbst.

Ang Lees Film „Der Eissturm“, spielt im November des genannten Jahres und thematisiert eben diese Vorkommnisse und die dementsprechenden Auswirkungen im suburbanen Rahmen der fiktiven Kleinstadt „New Canaan“. „Die ganze Nation steckt in der Pubertät und experimentiert, auch die Erwachsenen.“ Dies trifft auch auf Benjamin Hood zu, Ehemann und Vater zweier Kinder. Entgegen frühere Filme Lees, die rückblickend als „Father Knows Best“-Trilogie bezeichnet werden , ist der Vater hier nicht „der Fels in der Brandung“, der respektiert wird und mit Rat und Tat zur Seite steht, sondern eine unsichere, inkonsequente Figur, die sich genauso wenig bzw. noch weniger gefunden hat, als die Kinder, die er zu erziehen versucht.

In dieser Seminararbeit wird der Annahme nachgegangen, dass die (Vater-)Figur des „Benjamin Hood“, als „Kind seiner Zeit“, ein durchgehend inkonsistentes Verhalten an den Tag legt und somit konträr zu den vorherigen Vaterfiguren, in den Filmen Lees angelegt ist. Dies bedeutet, er zeigt sich permanent, von den damaligen Diskursen und ambivalenten, gesellschaftlichen Verhältnissen und Veränderungen, beeinflusst und wirkt aufgrund dessen inkonsequent. Seine dementsprechende Unsicherheit zeigt sich vor allem in pädagogischer Hinsicht, d.h. in seiner Rolle als Vater, im Umgang mit seinen zwei Kindern. Dementsprechend besteht die primäre Absicht dieser Arbeit darin, Ben Hood als Vater, d.h. in der Interaktion mit seinen Kindern zu beschreiben und der Frage nachzugehen, wie er sich als Vater verhält, woran sich sein inkonsistenter Charakter zeigt, was seine Intentionen diesbezüglich sind und was er damit tatsächlich erreicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Die Uhr der Figur“ – Hilfsmittel zur Figurenanalyse

2.1. Die Figur als „fiktives Wesen“

2.2. Die Figur als „Artefakt“

2.3. Die Figur als „Symbol“ und „Symptom“

3. Ang Lee – Eine Einführung

3.1. Biographisches

3.2. Father Knows Best

3.3. Weitere Motive

4. Der Eissturm (1997)

4.1. Handlung

5. Figurenanalyse „Benjamin ‘Ben‘ Hood“

5.1. Hermeneutische Szenen- und Figurenanalyse

5.1.1. Szenenbeschreibung: Das Telefongespräch

5.1.1.1 Szenen- und Figurenanalyse: Das Telefongespräch

5.1.2. Szenenbeschreibung: Das Gute-Nacht-Gespräch

5.1.2.1 Szenen- und Figurenanalyse: Das Gute-Nacht-Gespräch

5.1.3. Szenenbeschreibung: Szenenbeschreibung: Das Masturbationsgespräch

5.1.2.1 Szenen- und Figurenanalyse: Das Masturbationsgespräch

5.2. Ben Hood und „Die Uhr der Figur“

5.2.1. Ben Hood als „fiktives Wesen“

5.2.2. Ben Hood als „Artefakt“

5.2.3. Ben Hood als „Symbol“ und „Symptom“

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vaterfigur Benjamin Hood in Ang Lees Film „Der Eissturm“ (1997) und geht der zentralen Forschungsfrage nach, inwiefern Hood als inkonsequenter Charakter gezeichnet ist, der im starken Kontrast zu den idealisierten Vaterfiguren aus Lees früheren Werken steht.

  • Analyse der Vaterrolle im gesellschaftlichen Kontext der 1970er Jahre
  • Anwendung des analytischen Modells „Die Uhr der Figur“ von Jens Eder
  • Hermeneutische Untersuchung ausgewählter Schlüsselszenen
  • Kontrastierung von „Father Knows Best“-Idealbildern mit der Figur des Ben Hood
  • Interpretation von Ben Hood als Symbol und Symptom gesellschaftlicher Umbrüche

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Szenenbeschreibung: Das Telefongespräch (00:07:04 – 00:07:49)

Benjamin „Ben“ Hood tritt erstmals via Telefongespräch in Erscheinung. Nachdem sein Sohn Paul, auf dem Internat, das er besucht, mit seinem Zimmergenossen Cannabis konsumiert hat, begibt dieser sich zum Telefon auf dem Flur des Internats, um einen Anruf seiner Familie entgegenzunehmen. Am anderen Ende der Leitung trifft er zuerst auf seinen Vater, Ben Hood.

Mit heller Stimme und angedeutetem Lächeln begrüßt er Paul mit: „Na Alter, wie geht’s? Alles klar da oben?“, während er an einem Glas mit Wodka nippt. Er erkundigt sich, ob der Plan, dass Paul am Mittwoch nach Hause kommt noch steht und ermahnt ihn, nachdem dieser entgegnet, dass er erst am Donnerstag kommt, dass dies nicht ginge, da am Donnerstag bereits „Thanksgiving“ sei. Er erklärt, dass es doch der Sinn der Feiertage sei, dass Paul und seine Schwester Wendy, zuhause rumsitzen und sich von den Eltern bedienen lassen. Ob Paul es ihm glaube oder nicht, dies mache ihnen sogar Spaß. Paul stimmt zu und Ben verabschiedet sich erneut mit dem Zusatz „Alter“, bevor er Wendy fragt, ob sie ihren Bruder sprechen möchte. Nachdem diese nicht reagiert, fordert er sie explizit dazu auf, Paul zu begrüßen. Genervt stöhnend steht diese auf, lässt den Fernseher hinter sich und begibt sich ans Telefon.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Jahr 1973 als Zeit des Umbruchs und Hinführung zur Fragestellung der inkonsequenten Vaterfigur Benjamin Hood.

2. „Die Uhr der Figur“ – Hilfsmittel zur Figurenanalyse: Theoretische Herleitung der Analyse-Heuristik nach Jens Eder, bestehend aus den Kategorien Fiktives Wesen, Artefakt, Symbol und Symptom.

3. Ang Lee – Eine Einführung: Biografische Eckpunkte des Regisseurs sowie eine inhaltliche Einordnung der frühen „Father Knows Best“-Trilogie.

4. Der Eissturm (1997): Zusammenfassung der Filmhandlung und Vorstellung der Protagonisten vor dem Hintergrund der 1970er Jahre.

5. Figurenanalyse „Benjamin ‘Ben‘ Hood“: Praktische Anwendung des Modells „Die Uhr der Figur“ durch Szenenbeschreibungen und anschließende hermeneutische Analyse des Verhaltens von Ben Hood.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der These, dass Ben Hood eine inkonsequente, zerrissene Vaterfigur darstellt.

Schlüsselwörter

Benjamin Hood, Ang Lee, Der Eissturm, Figurenanalyse, Vaterfigur, Jens Eder, Die Uhr der Figur, 1973, Gesellschaftlicher Umbruch, Hermeneutik, Pubertät, Inkonsequenz, Familienbild, Identitätskrise, Filmwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Vaterfigur Benjamin Hood in dem Film „Der Eissturm“ von Ang Lee und untersucht dessen psychologische und soziale Charakterzüge.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Themen sind die Vaterrolle im Wandel der Zeit, die Dynamik innerhalb der Familie sowie der Einfluss soziokultureller Veränderungen auf die Erziehung und das Verhalten des Vaters.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Ben Hood eine inkonsequente Figur ist, die im Kontrast zu traditionellen Vaterbildern steht und durch eine Suche nach sich selbst in einer Zeit der Unsicherheit geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die „Uhr der Figur“ nach Jens Eder als heuristisches Modell, ergänzt durch eine hermeneutische Szenen- und Figurenanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die filmische Kontextualisierung und eine detaillierte Untersuchung charakteristischer Schlüsselszenen, gefolgt von einer strukturierten Analyse nach Eders Modell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Figurenanalyse, Vaterkomplex, gesellschaftlicher Umbruch, Identitätsfindung und Filmtheorie charakterisieren.

Wie unterscheidet sich Ben Hood von früheren Vaterfiguren Ang Lees?

Während Lees frühere Vaterfiguren (in der „Father Knows Best“-Trilogie) als weise Respektspersonen fungierten, ist Ben Hood unsicher, inkonsequent und scheitert weitgehend an seiner Rolle als Orientierungsgeber.

Welche Bedeutung hat das „Masturbationsgespräch“ im Film?

Dieses Gespräch verdeutlicht Ben Hoods Unfähigkeit, eine authentische und konstruktive Verbindung zu seinem Sohn aufzubauen; es entlarvt seine Hilflosigkeit und führt zu einer peinlichen Situation, die er selbst lieber vergessen möchte.

Was symbolisiert der Eissturm selbst?

Der Eissturm dient als zentrale Metapher für eine Zeit des Umbruchs, in der das „Alte“ verschwindet und das „Neue“ vage bleibt, was die Orientierungslosigkeit der Figuren unterstreicht.

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Details

Titel
Father Knows Worst
Untertitel
(Vater-)Figurenanalyse von Benjamin Hood in “Der Eissturm“
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Veranstaltung
Kultur(en) im Film
Note
2,7
Autor
Lukas Lohmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V200275
ISBN (eBook)
9783656264682
ISBN (Buch)
9783656265245
Sprache
Deutsch
Schlagworte
father knows worst vater- figurenanalyse benjamin hood eissturm
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lukas Lohmer (Autor:in), 2012, Father Knows Worst , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200275
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Leseprobe aus  24  Seiten
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