Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie ein Mathematiklehrmittelkonzept inhaltlich – für die ISCED Stufe 5B (Tertiärstufe 1) – auf der Grundlage der Diskussion aktueller Literatur wissenschaftlich begründet werden kann. In diesem Zusammenhang werden zu Beginn ein vorliegendes Transferkonzept für die Ausbildungsgänge zum/zur «Dipl. Techniker/in HF» und die daraus resultierende Wichtigkeit des Mathematikunterrichtes im Praxisfeld analysiert. Anschliessend werden eine intercurriculare Analyse der Lehrpläne für das Fach Mathematik und eine Analyse der verwendeten Mathematiklehrmittel durchgeführt. Der theoretische Hauptteil beschreibt die grundlegende Auffassung über das Lernen, wie handlungswirksames Wissen aufgebaut wird, Hintergründe der Transferorientierung und die für ein Mathematiklehrmittel relevanten didaktischen Prinzipien. Das anschliessende Lehrmittelkonzept ist durch problemlösendes Aufbauen, Durcharbeiten, Konsolidieren und zur Anleitung aufgebaut. Aus der Summe der theoretischen Bezüge ist ein Lehrmittelkonzept entstanden, welches für den Einsatz an einer Höheren Fachschule für Technik HF (ISCED Stufe 5B – Tertiärstufe 1) umgesetzt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
3 Einleitung in den Problemzusammenhang
3.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
3.1.1 Übersicht gesellschaftliche Rahmenbedingungen
3.1.2 Bundesamt für Berufsbildung BBT (Makroebene)
3.1.3 Höhere Fachschulen (Makroebene)
3.1.4 Rahmenlehrplan BBT (Makroebene)
3.1.5 Höhere Fachschule für Technik ZbW (Mesoebene)
3.1.6 Fächer- und Lehrplanentwicklung ZbW (Mesoebene)
3.1.7 Mathematikunterricht am ZbW (Mikroebene)
3.2 Mathematik und ihre Anwendung
3.3 Begründung der Themenwahl
3.4 Ziel der Masterarbeit
3.5 Fragestellungen
3.6 Qualitative Arbeitshypothesen (nicht empirisch)
3.7 Aufbau der Masterarbeit
3.7.1 Grobe Übersicht zur Masterarbeit
3.7.2 Methode und Strategie
3.7.3 Rahmenbedingungen / Abgrenzung
4 Analyse vorgängiger Studien Institution ZbW
4.1 Erweitertes Transfermodell Schneider
4.2 Erkennen von Anwendungsmöglichkeiten Transfer OUT
4.2.1 Ergebnisse Transfer OUT
4.2.2 Relevanz von Transfer OUT
4.3 Bewertung Hypothese 1
5 Intercurriculare Analyse Institution «ZbW»
5.1 Methodisches Vorgehen
5.1.1 Arbeitsschritte der Häufigkeits- und Frequenzanalyse
5.2 Vertiefungsfächer HF Ausbildung ZbW
5.3 Auswertung der Analyse
5.4 Fächerübergreifender Unterricht
6 Lehrmittelanalyse Institution «ZbW»
6.1 Inhaltliche Grundsätze
6.1.1 Analyse inhaltliche Grundsätze
6.2 Didaktische Grundsätze
6.2.1 Analyse didaktische Grundsätze
6.3 Bewertung Hypothese 2
7 Theoretischer Hauptteil
7.1 Auffassungen über das Lernen
7.2 Handlungswirksames Wissen
7.2.1 Träges Wissen
7.2.2 Deklaratives/Prozedurales Wissen
7.2.3 Explizites/Implizites Wissen
7.3 Transferorientierung
7.3.1 Idealtypische Transferverläufe
7.4 Didaktische Prinzipien
7.4.1 Kompetenzorientierung
7.4.2 Kompetenzbereiche im Mathematikunterricht
7.4.3 Handlungsorientierung
7.4.4 Problemlösungsorientierung
7.4.5 Selbstorganisation
8 Lehrplanerstellung Institution ZbW
8.1 Allgemeine Bildungsziele der Mathematik
8.2 Kompetenzen in der Mathematik
8.3 Richtziele der Mathematik
8.4 Lehrpläne Institution ZbW
8.4.1 Struktur Lehrplan Mathematik ZbW
9 Lehrmittelkonzeption
9.1 Problemlösendes Aufbauen
9.2 Das Durcharbeiten
9.3 Das Konsolidieren
9.4 Zur Anwendung leiten
9.5 Lehrmittelstruktur
9.5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
9.5.2 Lehrmittelstruktur
9.5.3 Problemlösendes Aufbauen
9.5.4 Das Durcharbeiten
9.5.5 Das Konsolidieren
9.5.6 Zur Anwendung leiten
9.6 Bewertung Hypothese 3
10 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein wissenschaftlich begründetes Mathematiklehrmittelkonzept für die ISCED Stufe 5B, das den Anforderungen des Rahmenlehrplans und den spezifischen Bedürfnissen der Institution "ZbW" entspricht, um eine praxisorientierte und transferorientierte Ausbildung zu ermöglichen.
- Analyse des Stellenwerts des Mathematikunterrichts in der beruflichen Praxis.
- Intercurriculare Analyse der Mathematik-Lehrpläne und bestehender Lehrmittel.
- Integration von Wissenstheorien und Transferorientierung in ein Lehrmittelkonzept.
- Konzeption der didaktischen Struktur (Problemlösendes Aufbauen, Durcharbeiten, Konsolidieren, Anwenden).
Auszug aus dem Buch
7.4.3 Handlungsorientierung
Der semantische Ausgangspunkt der Handlungsorientierung kommt vom Begriff des Handelns. Handeln schliesst den Aspekt der Bewusstheit, der Planbarkeit, der Begründbarkeit und damit der Verantwortlichkeit ein und ist mehr als unreflektiertes Tun, ist damit theoriegeleitet und erfahrungsgeleitet und verbindet Fach- und Handlungssystematik miteinander (vgl. Schewior-Popp, 2005, S. 6).
Eine Handlung wird gemäss Müller, Gideon (o.J., S. 1) wie folgt beschrieben: Eine Handlung kann definiert werden als bewusstes, zielgerichtetes Tun, d.h. Arbeits- oder Lernziele bestimmen ein Vorgehen, das absichtsvoll ausgeübt wird.
Von einer vollständigen Handlung spricht man, wenn die aufgeführten Komponenten in einer Handlung vorkommen (Abbildung 11).
Ziel des handlungsorientierten Unterrichts ist die aktive Einbindung der Studierenden in die vollständige Handlung, um dadurch eine mündige Handlungsfähigkeit zu erreichen. Die vollständige Handlung zeichnet sich durch kritisches, reflektiertes, verantwortungsbewusstes und selbstständiges Handeln sowie durch selbstständiges Lernen aus. Durch einen handlungsorientierten Unterricht werden die Studierenden zu einem aktiven, konstruktiven und zielorientierten Bearbeiten der Lerninhalte angeregt. Dabei werden die neuen Lerninhalte konstruktiv mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft. Wie hoch der Grad einer vollständigen Handlung bestimmt wird, hängt von den folgenden Faktoren ab (vgl. Müller, Gideon, o.J., S. 2).
Zusammenfassung der Kapitel
3 Einleitung in den Problemzusammenhang: Analysiert die Rahmenbedingungen der höheren Berufsbildung und definiert die Ausgangslage sowie die Zielsetzungen der Arbeit.
4 Analyse vorgängiger Studien Institution ZbW: Untersucht bestehende Transferkonzepte und deren Relevanz für den Techniker-Bildungsgang.
5 Intercurriculare Analyse Institution «ZbW»: Führt eine Häufigkeits- und Frequenzanalyse durch, um den Anwendungsbezug der Mathematik in den Vertiefungsfächern zu bestimmen.
6 Lehrmittelanalyse Institution «ZbW»: Bewertet bestehende Lehrmittel anhand inhaltlicher und didaktischer Grundsätze auf ihre Eignung.
7 Theoretischer Hauptteil: Erläutert lerntheoretische Grundlagen, Transferorientierung und didaktische Prinzipien für die Lehrmittelgestaltung.
8 Lehrplanerstellung Institution ZbW: Definiert die Bildungsziele, Kompetenzen und Richtziele für den Mathematikunterricht.
9 Lehrmittelkonzeption: Entwickelt das konkrete Konzept für das neue Mathematiklehrwerk basierend auf dem Aebli-Lernzyklus.
10 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse: Reflektiert die Erkenntnisse und bestätigt die aufgestellten Hypothesen.
Schlüsselwörter
Mathematiklehrmittel, Höhere Fachschule, Transferorientierung, Handlungsorientierung, Kompetenzorientierung, Problemlösungsorientierung, Lehrplanentwicklung, Fachhochschule, Didaktik, Transfermodell, Mathematikunterricht, Lernprozess, Selbstorganisation, Wissenserwerb, Intercurricularität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Konzepts für ein Mathematiklehrwerk, das speziell auf die Bedürfnisse von Studierenden an Höheren Fachschulen (ISCED Stufe 5B) zugeschnitten ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Analyse von Lehrplänen, die Evaluation bestehender Lehrmittel, die Anwendung von lerntheoretischen Prinzipien (wie handlungsorientiertes und transferorientiertes Lernen) und die praktische Lehrplangestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Lehrmittelkonzepts, das den Transfer von mathematischen Grundlagen in die berufliche Praxis und in technische Vertiefungsfächer optimiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der Lehrpläne und stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse zu lerntheoretischen und didaktischen Modellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der aktuellen Situation am "ZbW", eine fundierte theoretische Aufarbeitung von Lernmodellen und eine konkrete Herleitung der neuen Lehrmittelstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Transferorientierung, Kompetenzorientierung, Handlungsorientierung, Problemlösungsorientierung und die Spezifik der Höheren Fachschule (HF).
Wie wird der Aebli-Lernzyklus konkret im Lehrmittelkonzept eingesetzt?
Das Konzept integriert die vier Phasen Problemlösendes Aufbauen, Durcharbeiten, Konsolidieren und Anleiten zur Anwendung direkt in die Struktur des Lehrmittels, um den Lernerfolg systematisch zu fördern.
Warum ist der fächerübergreifende Ansatz so wichtig für diese Arbeit?
Der Ansatz soll sicherstellen, dass Mathematik nicht als isoliertes, theoretisches Fach wahrgenommen wird, sondern als nützliches Werkzeug in technischen Disziplinen wie Mechanik oder Elektrotechnik fungiert.
- Arbeit zitieren
- Reto Moser (Autor:in), 2012, Entwicklung eines Lehrmittelkonzeptes für den Mathematikunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200292