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Wer ist Gerhard Kromschroeder? Gedanken und Analysen zum Stern-Reporter und seiner investigativen Recherchemethode

Title: Wer ist Gerhard Kromschroeder? Gedanken und Analysen zum Stern-Reporter und seiner investigativen Recherchemethode

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lars-Marten Nagel (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Wer ist Gerhard Kromschröder? Dieser Frage geht meine Hausarbeit nach. Nach dem ersten Sichten von Kromschröders Arbeiten, die zum überwiegenden Teil aus Rollenreportagen für das deutsche Magazin „Der Stern“ bestehen, lässt sich die eingangs gestellte Frage nicht so leicht beantworten.
Mal ist Kromschröder Türke, mal Katholik, mal Müllkutscher und mal Ladendieb, gelegentlich schwingt er sich als Rocker auf sein Motorrad. Häufig spielt er - wenn auch mit Widerwillen - den Nationalsozialisten in der Bundesrepublik. Kromschröder hat viele Gesichter, viele Verkleidungen und viele Rollen parat. Der Wechsel der Persönlichkeit gehört zu seiner Arbeit. Kromschröder ist ein Rollenrechercheur, ein Journalist, der unter Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht, unbequeme Wahrheiten ans Licht zu bringen.
Diese Hausarbeit befasst sich mit Kromschröders Biographie, seiner besonderen Recherchemethodik, den Themen und Inhalten seiner Reportagen, seiner Sprache und der stilistischen Gestaltung seiner Texte. Die Hausarbeit ist ein erster Versuch, Kromschröder wissenschaftlich zu erfassen und ihn in die Tradition des erzählenden Journalismus in Deutschland einzuordnen.
Auch seine Motive zum Schreiben, sein journalistisches Selbstverständnis und die Frage, ob das Rechercheergebnis die Methode rechtfertigt, werden in der Hausarbeit eine Rolle spielen. Immerhin sind investigative Recherche und investigativer Journalismus in Deutschland längst nicht unumstritten und werden im Vergleich zum angloamerikanischen Sprachraum wenig intensiv praktiziert.
Zu Gerhard Kromschröder gibt es keine nennenswerte Sekundärliteratur. Dieser Mangel konnte durch mehrere persönliche Gespräche mit ihm ausgeglichen werden. Die Hausarbeit leistet mit ihrem biographischen Ansatz folglich Pionierarbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Wer ist Gerhard Kromschröder?

2. Kurzbiographie

3. Kromschröders Spezialität - Rollenreportagen für den „Stern“

3.1 Themenwahl und Inhalt

3.2 Die besondere Recherchemethodik

3.3 Formale Aspekte: Strukturen, Sprache und Stil

4. Kromschröders wichtigste Reportage: „Als ich ein Türke war“

5. Reaktionen auf Kromschröders Reportagen

6. Kromschröder in der Tradition des „Erzählenden Journalismus“

6.1 Einordnung in die Tradition des „Erzählenden Journalismus“

6.2 Parallelen zu Günther Wallraff

6.3 Ausblick: Investigativer Journalismus heute

7. Resümee: Einer, der der Gesellschaft den Spiegel vorhält

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Journalisten Gerhard Kromschröder, seine Arbeitsweise im Bereich der verdeckten Recherche sowie seine Einordnung in die Tradition des erzählenden und investigativen Journalismus. Ziel ist es, Kromschröders methodischen Ansatz der Rollenrecherche, seine Motivation und die stilistische Gestaltung seiner Reportagen wissenschaftlich zu erfassen.

  • Biographische Grundlagen und prägende Einflüsse auf Kromschröders Karriere.
  • Analyse der Recherchemethode der Rollenreportage und deren Risiken.
  • Untersuchung der formalen Textstrukturen, Sprache und des satirischen Stils.
  • Einordnung in die Tradition des investigativen Journalismus im Vergleich zu Günther Wallraff.
  • Reflektion über die gesellschaftliche Resonanz und den Wandel des investigativen Journalismus.

Auszug aus dem Buch

Die besondere Recherchemethodik

Kromschröders Arbeitsweise des investigativen Recherchierens war für den deutschen Journalismus eine wichtige Innovation. In den 50er und 60er Jahren wurde dieses Vorgehen von deutschen Journalisten kaum genutzt. Kromschröder und Wallraff waren die ersten, die durch Rollenrecherchen versuchten, die Wahrheit zu ermitteln.

Heute werden sie in der Literatur oft als Vorreiter des investigativen Journalismus in Deutschland bezeichnet. Kromschröder steht dabei zumeist im Schatten der Ikone Günther Wallraff, dessen Recherche-Methode Michael Haller in seinem Handbuch „Recherchieren“ ein eigenes Kapitel widmet. Dabei unterscheiden sich Kromschröders und Wallraffs Methoden nicht wesentlich. Einem der beiden allein die Entwicklung der Methode zuzuschreiben, ist nicht gerechtfertigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Wer ist Gerhard Kromschröder?: Die Einleitung führt in das Thema ein, stellt das Phänomen des „Rollenrechercheurs“ vor und legt das Ziel fest, Kromschröder wissenschaftlich in die Tradition des Journalismus einzuordnen.

2. Kurzbiographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg nach, von der Ausbildung in Frankfurt über die Prägung durch die 68er-Bewegung und die „Pardon“-Jahre bis hin zur Karriere beim „Stern“.

3. Kromschröders Spezialität - Rollenreportagen für den „Stern“: Es werden die Schwerpunkte der Reportagen – von Neonaziszene bis Umweltverschmutzung – analysiert sowie die methodischen und formalen Aspekte seiner Arbeit erläutert.

4. Kromschröders wichtigste Reportage: „Als ich ein Türke war“: Eine detaillierte Fallstudie zu Kromschröders bekanntestem Werk, die den Ablauf der Recherche und die immense öffentliche Resonanz aufzeigt.

5. Reaktionen auf Kromschröders Reportagen: Die Auswertung von Leserbriefen und anderen Reaktionen verdeutlicht, wie stark die Arbeit des Reporters die deutsche Öffentlichkeit polarisierte.

6. Kromschröder in der Tradition des „Erzählenden Journalismus“: Das Kapitel verortet Kromschröders Wirken im Kontext der angloamerikanischen Tradition des „muckraking“ sowie der deutschen Sozialreportage und vergleicht ihn mit Günther Wallraff.

7. Resümee: Einer, der der Gesellschaft den Spiegel vorhält: Die Zusammenfassung der Ergebnisse bestätigt Kromschröders Selbstverständnis als parteiischer, gesellschaftskritischer Journalist, der unbequeme Wahrheiten aufdeckt.

Schlüsselwörter

Gerhard Kromschröder, Rollenreportage, investigativer Journalismus, Stern, Pardon, Untercover-Recherche, Günther Wallraff, Sozialreportage, Gesellschaftskritik, Medienethik, 68er-Bewegung, journalistische Methode.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Journalisten Gerhard Kromschröder und seine spezifische Methode der verdeckten Rollenrecherche, mit der er gesellschaftliche Missstände in Deutschland aufgedeckt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Recherche?

Kromschröder konzentriert sich vor allem auf die Neonaziszene, kirchliche Institutionen, Umweltschutz sowie den toleranzkritischen Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit Ausländern.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Die Arbeit möchte Kromschröder als Pionier des investigativen Journalismus in Deutschland würdigen und eine wissenschaftliche Einordnung seiner journalistischen Praxis vornehmen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Neben einer biographischen Analyse stützt sich die Arbeit auf eine qualitative Inhaltsanalyse seiner Reportagen sowie auf persönliche Gespräche mit dem Journalisten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Vorbereitung der Rollen, den sprachlich-stilistischen Mustern seiner Texte und einem detaillierten Vergleich zu Günther Wallraff.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Investigativ", "Rollenrecherche", "Gesellschaftskritik" und "journalistische Tradition".

Wie unterschied sich die Arbeitsweise bei "Pardon" von späteren "Stern"-Reportagen?

Die Texte der "Pardon"-Zeit waren laut Analyse satirischer und bissiger formuliert, während die späteren "Stern"-Reportagen aufgrund der Thematik und der medialen Rolle des Magazins tendenziell ernster und professioneller gestaltet waren.

Welche Bedeutung hatte das Thema "Als ich ein Türke war"?

Dieses Projekt war Kromschröders wichtigste Arbeit, da sie eine enorme mediale Resonanz auslöste, die Diskriminierung von Türken in Deutschland aufdeckte und die Grenzen der damaligen journalistischen Praxis austestete.

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Details

Title
Wer ist Gerhard Kromschroeder? Gedanken und Analysen zum Stern-Reporter und seiner investigativen Recherchemethode
College
University of Leipzig  (Kommunikations- und Medienwissenschaften)
Course
Erzählender Journalismus die deutsche Tradition
Grade
1,3
Author
Lars-Marten Nagel (Author)
Publication Year
2003
Pages
27
Catalog Number
V20034
ISBN (eBook)
9783638240338
ISBN (Book)
9783638826747
Language
German
Tags
Gerhard Kromschroeder Gedanken Analysen Stern-Reporter Recherchemethode Erzählender Journalismus Tradition
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars-Marten Nagel (Author), 2003, Wer ist Gerhard Kromschroeder? Gedanken und Analysen zum Stern-Reporter und seiner investigativen Recherchemethode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20034
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