Die vorliegen Hausarbeit beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem bayerischen König Ludwig II. und dem preußischen Ministerpräsident Graf Otto von Bismarck. Wie standen die beiden wirklich zueinander? Es wird deutlich gemacht wie Bismarck den jungen König einschätzte und wie er mit dessen komplizierter Natur umzugehen wusste. Hierbei wurden natürlich Briefe der beiden beachtet. Im nächsten Punkt das wohl wichtigste historische Ereignis in Ludwigs Herrschaftszeit behandelt, die Reichseinigung 1870/71. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Kaiserbrief und die Bewertung der Geldzahlungen an Ludwig II. gelegt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ludwigs familiärer Hintergrund
- Ludwigs Kindheit
- Das dynastische Bewusstsein Ludwigs
- König Ludwig II. und Graf Otto von Bismarck
- Das Verhältnis zwischen Ludwig II. und Bismarck
- Der Kaiserbrief und Bewertung der Geldzahlungen an Ludwig
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Beziehung zwischen dem bayerischen König Ludwig II. und dem preußischen Ministerpräsidenten Graf Otto von Bismarck. Die zentrale These ist, dass ohne die guten Beziehungen zwischen Ludwig II. und Otto von Bismarck eine friedliche Einigung Deutschlands nur sehr schwierig oder gar nicht möglich gewesen wäre.
- Ludwigs Kindheit und die Prägung seines dynastischen Bewusstseins
- Die Rolle Ludwigs als Kronprinz und seine Vorbereitung auf die Regentschaft
- Das Verhältnis zwischen Ludwig II. und Bismarck, insbesondere deren Einschätzungen und Kommunikation
- Die Bedeutung der Reichseinigung 1870/71 für die Beziehung der beiden
- Die Rolle des Kaiserbriefs und der Geldzahlungen an Ludwig II.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen König Ludwig II. von Bayern und Graf Otto von Bismarck und argumentiert, dass eine friedliche Einigung Deutschlands ohne gute Beziehungen zwischen den beiden nicht möglich gewesen wäre.
Ludwigs familiärer Hintergrund
Ludwigs Kindheit
Ludwig II. wurde 1848 Kronprinz. Seine Eltern vernachlässigten die Erziehung der Prinzen Ludwig und Otto, was Ludwig II. bei seiner Thronbesteigung im Jahr 1864 unvorbereitet machte. Ludwigs Mutter zeigte wenig Zuneigung, während er das Verhalten seines Vaters als herablassend empfand. Sein stark reglementiertes Leben und die strenge Erziehung des Vaters verhinderten, dass Ludwig seinen persönlichen Neigungen nachgehen konnte. Diese Erfahrung trug vermutlich zu seinem übersteigerten Majestätsbewusstsein und seiner Abwehr gegen Zwänge bei.
Das dynastische Bewusstsein Ludwigs
Ludwig II. zeigte ein starkes Interesse an Geschichte, was sich in seiner Schlösserleidenschaft (Herrenchiemsee und Neuschwanstein) äußerte. Im Gegensatz zu seinem Vater sah Ludwig die Geschichte als Zufluchtsort vor der Gegenwart. Ludwigs Interesse an Geschichte manifestierte sich auch in der Stiftung eines Stipendiums für Geschichtsstudenten (1872) und der Gründung des bayerischen Armeemuseums (1879). Er betonte sein dynastisch begründetes Selbstbewusstsein als Oberhaupt einer der ältesten und am längsten auf dem Thron sitzenden deutschen Herrscherhäuser.
König Ludwig II. und Otto von Bismarck
Das Verhältnis zwischen Ludwig II. und Bismarck
Ludwig II. und Otto von Bismarck waren zwei sehr unterschiedliche Menschen. Sie unterschieden sich in Lebenserfahrung, politischer Stellung, Herkunft und Erziehung. Der wichtigste Unterschied lag in ihrer Einstellung zur Verantwortung. Während Ludwig vor der politischen Verantwortung floh und seinen persönlichen Neigungen nachging, suchte Bismarck die Verantwortung und die Probleme der Zeit und löste sie. Trotz dieser Unterschiede war die Beziehung der beiden freundschaftlich geprägt. Bismarck, der in seiner Laufbahn vielen deutschen Bundesfürsten begegnete, widmete dem bayerischen König ein eigenes Kapitel in seinen Memoiren, in dem er durchweg positiv über Ludwig spricht.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Ludwig II., Otto von Bismarck, dynastisches Bewusstsein, Reichseinigung, Kaiserbrief, Geldzahlungen, bayerische Monarchie, preußische Politik, deutsche Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Wie war das Verhältnis zwischen Ludwig II. und Bismarck?
Trotz großer Unterschiede in Charakter und Verantwortung war ihr Verhältnis freundschaftlich geprägt; Bismarck äußerte sich in seinen Memoiren durchweg positiv über den König.
Was war der 'Kaiserbrief'?
Der Kaiserbrief war ein entscheidendes Dokument zur Reichseinigung 1870/71, mit dem Ludwig II. Wilhelm I. die Kaiserkrone antrug, was maßgeblich von Bismarck initiiert wurde.
Warum erhielt Ludwig II. Geldzahlungen von Preußen?
Die Geldzahlungen dienten unter anderem dazu, den König für seine Zustimmung zur Reichseinigung und den damit verbundenen Souveränitätsverlust Bayerns zu entschädigen.
Wie prägte Ludwigs Kindheit sein Majestätsbewusstsein?
Eine strenge, reglementierte Erziehung und elterliche Vernachlässigung führten bei Ludwig zu einer Flucht in die Geschichte und einem übersteigerten dynastischen Bewusstsein.
Welche Rolle spielten Ludwigs Schlösser für sein Geschichtsverständnis?
Schlösser wie Neuschwanstein und Herrenchiemsee waren für Ludwig Zufluchtsorte vor der Gegenwart und Ausdruck seiner Leidenschaft für historische Ideale.
War die deutsche Einigung ohne Ludwig II. möglich?
Die Arbeit argumentiert, dass eine friedliche Einigung Deutschlands ohne die gute Beziehung zwischen Ludwig II. und Bismarck nur sehr schwer möglich gewesen wäre.
- Quote paper
- Stephan Budde (Author), 2009, Die Beziehung zwischen König Ludwig II und Otto von Bismarck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200415