Die Beziehung zwischen König Ludwig II und Otto von Bismarck


Hausarbeit, 2009
10 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Ludwigs familiärer Hintergrund
2.1 Ludwigs Kindheit
2.2 Das dynastische Bewusstsein Ludwigs

3. König Ludwig II. und Graf Otto von Bismarck
3.1 Das Verhältnis zwischen Ludwig II. und Bismarck
3.2 Der Kaiserbrief und Bewertung der Geldzahlungen an Ludwig

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegen Hausarbeit beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem bayerischen König Ludwig II. und dem preußischen Ministerpräsident Graf Otto von Bismarck. Ihre zentrale These ist, dass ohne die guten Beziehungen zwischen Ludwig II. und Otto von Bismarck eine friedliche Einigung Deutschland nur sehr schwierig oder gar nicht möglich gewesen wäre. Hierzu muss kurz Ludwigs Zeit als Kronprinz untersucht werden. Wie wurde der König zu dem Menschen der er war? Wer oder was hat ihn in dieser Zeit beeinflusst und ihn zu dem König gemacht, der er schließlich war? Ein weiterer Punkt, der untersucht werden muss, ist Ludwigs dynastisches Bewusstsein. Das Hauptaugenmerk liegt darauf wie sich Ludwigs dynastisches Bewusstsein äußert. Der nächste große Punkt wird sich um Ludwig II. und Bismarck drehen. Dort wird dann das Verhältnis der beiden genauer analysiert. Wie standen die beiden wirklich zueinander? Es wird deutlich gemacht wie Bismarck den jungen König einschätzte und wie er mit dessen komplizierter Natur umzugehen wusste. Hierbei wurden natürlich Briefe der beiden beachtet. Im nächsten Punkt das wohl wichtigste historische Ereignis in Ludwigs Herrschaftszeit behandelt, die Reichseinigung 1870/71. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Kaiserbrief und die Bewertung der Geldzahlungen an Ludwig II. gelegt. Am Schluss dieser Hausarbeit wird ein kleines Gedankenspiel dargestellt, was passiert sein könnte, wäre die Beziehung Ludwigs und Bismarcks eine andere gewesen, sowie eine kurze Zusammenfassung des Verhältnisses der beiden. Unter der verwendeten Literatur stechen vor allem zwei Werke hervor. Zum einen Dieter Albrechts Aufsatz „König Ludwig II. von Bayern und Bismarck“, welcher die Beziehung Ludwigs und Bismarcks präzise und detailgenau rekonstruiert, aber auch den Kaiserbrief und die Geldzahlungen an Ludwig nicht außen vor lässt. Zum anderen die Dissertation von Christof Botzenhart „Die Regierungstätigkeit König Ludwigs II. von Bayern“. Botzenhart zeichnet die gesamte Regierungstätigkeit von König Ludwig II. genau nach, lässt zudem die Hintergründe wie Ludwigs Familie und dessen dynastisches Bewusstsein nicht außer acht. Zwei Monografien, einige Briefe von Ludwig an Bismarck und von Bismarck an Ludwig, sowie Werke zweier Zeitgenossen, ergänzen diese Arbeit.

2. Ludwigs familiärer Hintergrund

2.1 Der Kronprinz Ludwig

Im Jahr 1848, als König Ludwig I. zu Gunsten seines Sohnes Maximilian abdankt, wird Ludwig im Alter von fast drei Jahren Kronprinz. Die Eltern Ludwigs hatten die Erziehung der Prinzen Ludwig und Otto vernachlässigt, so war Ludwig II. völlig unvorbereitet, als er im Jahr 1864 mit 18 Jahren den Thron bestieg. Ludwigs Mutter hat gegen ihn wenig Wärme ausgestrahlt.1 Das Verhalten seines Vaters empfand Ludwig als herablassend, für kleinste Regelüberschreitungen wurde er hart bestraft. Sein Tagesablauf war stark reglementiert, durch die strenge Erziehung des Vaters hatte Ludwig kaum Möglichkeit seinen persönlichen Neigungen nachzugehen, was er als König nachholte. Die Ursache von Ludwigs übersteigerten Majestätsbewusstseins und seine starke Abwehr gegen Zwänge aller Art ist wohl in seiner lieblosen Kindheit begründet.

2.2 Das dynastische Bewusstsein Ludwigs

Der bayerische König Ludwig II. war historisch sehr interessiert, was sich unter anderem in seiner Schlösserleidenschaft, er ließ die Schlösser Herrenchiemsee und Neuschwanstein errichten, äußerte. Im Gegensatz zu Ludwig I., der die Geschichte in den Dienst seiner Politik stellen wollte, war für ihn das Vergangene ein Zufluchtsort vor der Gegenwart.2 Welche Bedeutung das historische Interesse Ludwigs für sein Leben hatte zeigt sich auch in einigen Maßnahmen zur Geschichtspflege wie z.B. der Stiftung eines Stipendiums für Geschichtsstudenten 1872 oder die Gründung des bayerischen Armeemuseums in Jahr 1879.3 Gern kehrte Ludwig sein dynastisch begründetes Selbstbewusstsein als Oberhaupt einer der ältesten und am längsten auf dem Thron sitzenden deutschen Herrscherhäuser heraus. So hatte er die völlig unrealistische Idee von einem wechselnden Kaiser- tum zwischen den Wittelsbachern und den Hohenzollern4, sowie die Idee, dass die bayerischen Landesfarben Einzug in die deutsche Reichsflagge halten sollten.5 Nach dem Sieg in der Schlacht von Sedan befahl Ludwig II. entweder die bayerische Flagge zu hissen oder gar keine. Flaggen mit den deutschen Farben durften nicht gehisst werden, da es keinen deutschen Kaiser gebe.6 Desweiteren lag ihm sehr viel daran zu betonen, dass Wilhelm I. „deutscher Kaiser“ und nicht „Kaiser von Deutschland“ sei. Ludwig fühlte sich dadurch gekränkt, dass die später zu Ansehen und Macht gekommenen Hohenzollern nun den deutschen Kaiser stellen sollten. Dynastisch begründete er auch die Forderung nach der alten wittelsbachischen Pfalz, die während des Wiener Kongresses Baden zugesprochen wurde. Natürlich wurden diese Gebietsforderungen bei den Verhandlungen in Versailles zurückgewiesen.7

Dieses Herauskehren von dynastisch begründeten Selbstbewusstsein wiedersprach allerdings der Bedeutung der Monarchen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Zeit der in jeden Bereich der Regierung eingreifenden Monarchen war vorüber, der Monarch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war eher eine Identifikationsfigur, die die verschiedenen Gruppen des Landes zu vereinen versuchte.8 Interessant ist auch, dass Ludwigs Verehrung für das französische Königshaus der Bourbonen deutlich größer war als die für sein eigenes Herrscherhaus. Er leitete sogar über seinen Namen, den seines Taufpaten Ludwig I. und dessen Taufpaten Ludwig XVI. eine Genealogie her9 Bemerkenswert ist allerdings auch Ludwigs Unlust zu heiraten und einen Thronfolger zu zeugen. Dies liegt wohl darin begründet, dass Ludwig keinen Zugang zu Frauen fand, obwohl sich einige politisch günstige Partien boten. Wie schon in seiner Kindheit konnte der König nicht viel mit den Traditionen seiner Familie anfangen.

[...]


1 Vgl. Häfner: Ein König wird beseitigt

2 Vgl. Botzenhart: Die Regierungstätigkeit König Ludwigs II. von Bayern, S. 21.

3 Vgl. ebd., S. 22.

4 Vgl. von Bismarck: Erinnerung und Gedanke, S. 277.

5 Vgl. Botzenhart: Die Regierungstätigkeit König Ludwigs II. von Bayern, S. 23.

6 Vgl. Von Kobell: König Ludwig II. und Fürst Bismarck, S. 24.

7 Vgl. ebd. S.27.

8 Vgl. Kirsch: Die Funktionalisierung des Monarchen.

9 vgl. Botzenhart: Die Regierungstätigkeit König Ludwigs II. von Bayern, S. 25.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Beziehung zwischen König Ludwig II und Otto von Bismarck
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V200415
ISBN (eBook)
9783656265481
ISBN (Buch)
9783656267591
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bayern, Ludwig II, Ludwig 2., Bismarck, Reichseinigung, 1870, 1871, Deutschland, Deutscher Bund, 19. Jahrhundert, Otto von Bismarck
Arbeit zitieren
Stephan Budde (Autor), 2009, Die Beziehung zwischen König Ludwig II und Otto von Bismarck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200415

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