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Nationalstereotypen im Kontakt mit dem Fremden und im literarischen Kommunikationsprozess in Mayles "Mein Jahr in der Provence"

Title: Nationalstereotypen im Kontakt mit dem Fremden und im literarischen Kommunikationsprozess in Mayles "Mein Jahr in der Provence"

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christina Stojek (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Im Zuge der Globalisierung und Internationalisierung stehen interkulturelle Kontakte zunehmend
auf der Tagesordnung. Allerdings wird die Kommunikation zwischen Mitgliedern
verschiedener Nationen häufig durch Stereotypen behindert, mithilfe derer die Akteure
unbewusst den Anderen pauschal beurteilen. Weshalb Stereotype trotz zunehmender
Kontakte mit fremden Kulturen nicht an Bedeutung verlieren und welche Rolle sie im Kontakt
mit dem Fremden spielen, wird im Anschluss an eine grundlegende Definition und die
Erläuterung der Entstehung und Vermittlung im zweiten Abschnitt dargelegt. Der dritte Teil
der Arbeit analysiert schließlich die Funktionen und Wirkungen von nationalen Stereotypen
im literarischen Kommunikationsprozess am Beispiel des Romans „Mein Jahr in der
Provence“ von Peter Mayle. Der Begriff des Stereotyps stammt ursprünglich aus der Druckersprache des 18. Jahrhunderts.
Der Terminus Stereotypie bezeichnet in seiner eigentlichen Bedeutung ein Verfahren
zur Vervielfältigung von Schriftstücken mithilfe von Druckplatten in gegossener
Form. Das Ergebnis sind Schriftsätze, die aus unbeweglich verbundenen Druckzeilen
bestehen und eine beliebige Anzahl von Abzügen ermöglichen. Parallel dazu wird im 19.
Jahrhundert das Adjektiv stereotyp im übertragenen Sinn von starr, vorfabriziert und massenhaft
verbreitet verwendet. Charakteristisch für dieses eindeutig negativ gebrauchte
Adjektiv sind demnach die Gleichförmigkeit und die Unveränderlichkeit des Druckverfahrens.
1
Bereits 1922 definiert der amerikanische Journalist Walter Lippmann in seinem Buch
„Public Opinion“ den Terminus als „pictures in our heads“ und prägt damit das wissenschaftliche
Verständnis des Begriffs bis in die Gegenwart. [...]

1 Vgl. Wenzel (1978): S. 19.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Hinführung zum Thema

2 Stereotype und ihre Rolle im Kontakt mit dem Fremden

2.1 Definition von Stereotypen

2.2 Abgrenzung vom Vorurteil

2.3 Entstehung und Weitergabe von Stereotypen

2.4 Funktionen und Gefahren von Stereotypen im alltäglichen Kontakt mit dem Fremden

3 Nationalstereotype in der Literatur am Beispiel Peter Mayles

3.1 Kurzbiographie Peter Mayles

3.2 Mayles Roman „Mein Jahr in der Provence“

3.3 Analyse der Nationalstereotype in „Mein Jahr in der Provence“

3.3.1 Mayles Bild von der Provence

3.3.2 Darstellung der Nationalstereotype

3.4 Funktionen von Nationalstereotypen im literarischen Kommunikationsprozess und ihre Wirkung

4 Der Umgang mit Stereotypen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktionsweise von Nationalstereotypen sowohl im alltäglichen interkulturellen Kontakt als auch in literarischen Kommunikationsprozessen. Am Beispiel von Peter Mayles Roman „Mein Jahr in der Provence“ wird analysiert, wie diese Wahrnehmungsmuster zur Reduktion von Komplexität beitragen, aber gleichzeitig den Blick auf die Realität verzerren können.

  • Definition und Abgrenzung von Stereotypen und Vorurteilen
  • Mechanismen der Entstehung und Weitergabe kollektiver Wahrnehmungsmuster
  • Analyse der Darstellung von Nationalstereotypen in der Reiseliteratur
  • Untersuchung der Funktionen von Stereotypen für den literarischen Erfolg
  • Reflexion über einen verantwortungsbewussten Umgang mit kulturellen Stereotypen

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Darstellung der Nationalstereotype

Bei der Betrachtung der diskursiven Ebene stellt man rasch fest, dass Mayles Stil – entsprechend seiner Intention – unwissenschaftlich ist. Er beschreibt auf unterhaltsame Weise seine Erlebnisse und reiht eine Anekdote an die andere. Dabei verzichtet er auf jegliche Form der Analyse der vermittelten Nationalstereotype und unternimmt keinen Versuch dem Leser das Verhalten des Fremden, d.h. des Provenzalen, zu erklären um dadurch Verständnis auf- und tradierte Kategorisierungen abzubauen.

Entsprechend seinem Ziel der Unterhaltung vermittelt er Nationalstereotype über den Weg der Komik: Er beschreibt einzelne Situationen stark übertrieben und überspitzt um den Leser zum Lachen zu bringen und ihm die Rezeption zu erleichtern. Diese stilistische Unterstützung zeigt sich sehr deutlich an einer Textstelle im „Januar“, die eine umfangreiche Mahlzeit im Rahmen einer Einladung bei den neuen Nachbarn beschreibt. Eingeleitet wird die Darstellung durch den ironischen Satz: „Mit hausgemachter Pizza fing es an – nein, nicht mit einer, sondern mit dreien [...].“ Anschließend zählt Mayle die zubereiteten Gerichte jedes Ganges auf und verdeutlicht das Ende eines Ganges durch das Abwischen der Teller. Um die Menge der aufgetragenen Speisen im Rahmen der Aufzählung zu verdeutlichen, verwendet er zu Beginn der Mahlzeit die Anapher „Es gab“. Die Erleichterung des Autors „bis zum Ende“ durchgehalten zu haben, obwohl noch nicht mal das Hauptgericht vorbei ist, erhöht die Komik. Die Aufzählung der folgenden Gänge wird durch die Anapher „Wir aßen“ verstärkt. Dass es sich bei diesem Essen schon beinahe um eine sportliche Angelegenheit handelt, zeigt der letzte Satz des „Aufzählungsmarathons“: „Wir aßen an diesem Abend für die Ehre Englands.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz der Untersuchung von Stereotypen in Zeiten zunehmender Globalisierung und skizziert den Aufbau der Arbeit.

2 Stereotype und ihre Rolle im Kontakt mit dem Fremden: Es werden grundlegende Definitionen, die Abgrenzung zum Vorurteil sowie die Entstehung, Verbreitung und die drei Funktionsebenen (kognitiv, psychohygienisch, sozial) von Stereotypen erarbeitet.

3 Nationalstereotype in der Literatur am Beispiel Peter Mayles: Dieses Kapitel analysiert anhand der Kurzbiografie des Autors und seines Romans die spezifische Darstellung französischer Nationalstereotype und deren Funktion im literarischen Kommunikationsprozess.

4 Der Umgang mit Stereotypen: Abschließend werden die Auswirkungen des Romans auf die Realität beleuchtet und die Notwendigkeit eines kritischen, bewussten Umgangs mit Stereotypen zur Förderung des interkulturellen Verstehens betont.

Schlüsselwörter

Nationalstereotype, Interkulturelle Kommunikation, Peter Mayle, Literaturanalyse, Vorurteile, Fremdwahrnehmung, Identitätsstiftung, Kollektives Gedächtnis, Reiseliteratur, Sozialisation, Ethnische Stereotype, Kulturelle Identität, Wahrnehmungsmuster.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wirkungsweise und Funktionen von Nationalstereotypen in interkulturellen Begegnungen sowie in literarischen Texten am Beispiel des Romans „Mein Jahr in der Provence“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die psychologischen und sozialen Funktionen von Stereotypen, deren Vermittlung durch Medien und Literatur sowie die Frage, wie diese Muster unsere Wahrnehmung des Fremden beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stereotype einerseits die Komplexität des Alltags reduzieren, aber andererseits durch Verallgemeinerungen den Prozess des interkulturellen Fremdverstehens behindern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte über Stereotype auf das Werk von Peter Mayle anwendet, um dessen Darstellung des „Fremden“ diskursiv und inhaltlich zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Stereotypen und eine detaillierte Romananalyse, in der untersucht wird, wie der Autor durch Humor und Überzeichnung bestimmte Bilder über die Provence und ihre Bewohner konstruiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nationalstereotype, interkulturelle Kommunikation, Fremdwahrnehmung, Identitätsstiftung und Reiseliteratur beschreiben.

Wie setzt Peter Mayle das Stilmittel der Komik in seinem Roman ein?

Mayle nutzt bewusst überspitzte und komische Darstellungen, etwa von Essgewohnheiten oder Begrüßungsritualen, um das Interesse der Leser zu wecken und die Authentizität seines persönlichen Reiseberichts zu unterstreichen.

Welche Gefahr sieht die Autorin in der Popularität des Romans?

Die Autorin stellt fest, dass die Popularität des Werkes zu einem „Tourismus-Phänomen“ führte, das die reale Lebenswelt der Einheimischen im Lubéron belastete und zeigt, wie mediale Bilder die Realität massiv beeinflussen können.

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Details

Title
Nationalstereotypen im Kontakt mit dem Fremden und im literarischen Kommunikationsprozess in Mayles "Mein Jahr in der Provence"
College
University of Mannheim  (Romanisches Seminar)
Course
HS: 'Nationalstereotype: Ihre Entstehung, ihre Übermittlung, ihre Reflexion in Literatur, Karikatur und Film'
Grade
1,3
Author
Christina Stojek (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V20043
ISBN (eBook)
9783638240413
Language
German
Tags
Funktionen Wirkungen Nationalstereotypen Kontakt Fremden Kommunikationsprozess Beispiel Peter Mayles Mein Jahr Provence Ihre Entstehung Reflexion Literatur Karikatur Film“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Stojek (Author), 2003, Nationalstereotypen im Kontakt mit dem Fremden und im literarischen Kommunikationsprozess in Mayles "Mein Jahr in der Provence", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20043
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