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Pilgerreisen und Communitas nach V. W. Turner

Titel: Pilgerreisen und Communitas nach V. W. Turner

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Mira Menzfeld (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wallfahrten und Pilgerreisen sind Phänomene, deren herausragendste Merkmale in der Erfahrung von Heimatferne, Gruppenerleben und dem angenommenen unmittelbaren Erleben sakraler Präsenz liegen.
Victor W. Turner, einer der prägenden ethnologisch arbeitenden Pilgerforscher, stellt in seiner Einleitung zu “Image and Pilgrimage in Christian Culture” fest, daß die charakteristische Art und Weise des Vollzugs und der Bewertung von Pilgerbewegungen in Kulturen, die er als “ideologically dominated by the ‘historical’ (…) religions” bezeichnet, einer detaillierten Betrachtung bedürfe (1978: 3). Während Pilgerbewegungen in vielen Glaubensgemeinschaften bekannt und etabliert sind, hält er die im christlichen Kontext zu beobachtende spezielle Art von Grenzerfahrung für eine besonders plausible Illustration seines Communitaskonzepts, die alle herausragenden Elemente seiner Theorie über strukturelle und astrukturelle Gemeinschaftsanteile aufweise.
Im Folgenden soll ein Schlaglicht auf die Verflechtungen jener Eigenschaften, die sein Communitaskonzept auszeichnen, mit jenen, die er den Pilgerbewegungen – insbesondere den christlichen – zuschreibt, geworfen werden. Wegen Platzmangels kann leider nicht, wie eigentlich vorgesehen, auf konkrete empirische Studien eingegangen werden; aus diesem Grund wird sich die Arbeit auf eine Analyse der Turner’schen Sichtweise in ihren einzelnen Facetten sowie eine Erläuterung der markantesten Kritikpunkte zu seinen diesbezüglichen Arbeiten konzentrieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Communitas

2.1 Begriffsklärung

2.2 Formen von Communitas

2.3 Entwicklung des Begriffs

2.4 Konkretisierungen von Communitas

3. Pilgern

3.1 Definition nach Turner

3.2 Obligates und frei gewähltes Pilgern

3.3 Eigenschaften

3.4 Formen

4. Communitas und Pilgern in Turners Liminalitätskonzept

4.1 Liminalität

4.2 Antistruktur

4.3 Pilgern und Liminalität

4.4 Antithetische Elemente

5. Eine besondere Gemeinschaft: christliche Pilgerreisen

5.1 Pilgern in institutionalisierten Glaubensgemeinschaften

5.2 Communitaselemente

5.3 Communitas und Institution

5.4 Der Pilgerweg

5.5 Ankunft und maximale Liminalität

5.6 Wiedereingliederung

5.7 Communitas als Konfliktlösung

5.8 Ahierarchische Elemente und Freiwilligkeit

5.9 Communitas – normativ oder spontan?

6. Kritik

6.1 Zur Pionierrolle und Modellbezogenheit Turners

6.2 Philosophisch-theologische Exkurse

6.3 „Ritual elders“ und „historical individuals“

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Verflechtungen zwischen dem von Victor W. Turner entwickelten Communitas-Konzept und dem Phänomen des Pilgerns, insbesondere im christlichen Kontext. Das Ziel ist es, Turners theoretische Sichtweise auf die strukturellen und astrukturellen Aspekte religiöser Gemeinschaftsbildung zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen des Begriffs der Communitas bei V. W. Turner
  • Die wissenschaftliche Definition und Formen des Pilgerns
  • Einbettung von Pilgerreisen in das Konzept der Liminalität
  • Dynamik zwischen institutioneller Struktur und spontaner Gemeinschaft
  • Kritische Reflexion der Turner’schen Theorie und methodische Einordnung

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition nach Turner

Turner selbst präsentiert im Kapitel „Pilgrimages as Social Process“ in seinem Werk „Dramas, Fields, and Metaphors“ seine Arbeitsdefinition des Pilgerns, die er aus dem Oxford Dictionary entlehnt. Er nutzt sie sowohl für eine allgemeine Begriffsklärung als auch – in seinen späteren Veröffentlichungen um 1978 – im spezifisch christlichen Bereich: „pilgrimage“ wird da simpel als „a pilgrim’s journey“ klassifiziert, wobei „pilgrim“ als „one who journeys to a sacred place as an act of religious devotion“ benannt ist (Turner 1974: 173). Darauffolgend zitiert er genauere, weil theologisch spezifischeren Einordnungen in islamischen und jüdischen Nachschlagewerken; eine markante allgemeine oder spezifisch christliche Erweiterung dessen, was er aus dem Oxford English Dictionary zitiert, wird aber nicht genannt (vgl. Turner 1974: 173f.). Weiterhin betont er die starke Prozeßhaftigkeit jeder Pilgerbewegung und jeder individuellen Wallfahrt; es liegt sogar mehr als nur ein Prozeß vor, nämlich „a connected network of processes each involving a journey to and from a particular site. Such sites were places where (…) some manifestation of divine or supernatural power had occurred.“ (Turner 1974: 189)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Forschungsfeld der Pilgerreisen im Kontext von Turners Theorie der Grenzerfahrung und Gemeinschaftsanteile vor.

2. Communitas: Dieses Kapitel definiert Communitas als Beziehung zwischen Individuen jenseits von Status und Rolle und unterscheidet verschiedene Formen wie spontane und normative Communitas.

3. Pilgern: Hier wird der Pilgerbegriff nach Turner beleuchtet, wobei zwischen obligaten und freiwilligen Formen sowie den grundlegenden Eigenschaften und Arten des Pilgerns unterschieden wird.

4. Communitas und Pilgern in Turners Liminalitätskonzept: Das Kapitel verknüpft die Konzepte von Liminalität, Antistruktur und Pilgerreise als einen Prozess des Übergangs.

5. Eine besondere Gemeinschaft: christliche Pilgerreisen: Dieser umfangreiche Abschnitt analysiert die spezifisch christliche Form des Pilgerns hinsichtlich der Rolle der Institution, des Pilgerwegs und der Wiedereingliederung.

6. Kritik: Eine kritische Auseinandersetzung mit Turners wissenschaftlicher Pionierrolle, seinen philosophisch-theologischen Einflüssen und spezifischen Aspekten seines Konzepts.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung von Turners Analyse für die Anthropologie zusammen und reflektiert die Theorie im Lichte ihrer Entstehung.

Schlüsselwörter

Communitas, Liminalität, Antistruktur, Pilgerreisen, Victor W. Turner, Christentum, Wallfahrt, Struktur, Anthropologie, Religionsethnologie, Gemeinschaft, Ritual, Sakralität, Institution, Religion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ethnologische Theorie des Pilgerns von Victor W. Turner und analysiert dessen zentrale Konzepte wie Liminalität und Communitas in Bezug auf christliche Wallfahrten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Gemeinschaft jenseits gesellschaftlicher Strukturen, die prozessuale Natur des Pilgerns und das Spannungsfeld zwischen religiöser Institution und individueller Erfahrung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsarbeit zielt darauf ab, Turners Communitas-Konzept anhand von Pilgerbewegungen zu analysieren und eine kritische Würdigung seiner theoretischen Modelle und deren Grenzen vorzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor führt eine textanalytische Untersuchung von Turners Hauptwerken durch und ergänzt diese durch eine kritische Diskussion der bestehenden anthropologischen Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Begriff der Communitas entwickelt, das Pilgern definiert und in den Kontext von Liminalität gesetzt. Zudem findet eine tiefgehende Analyse christlicher Pilgerreisen und der damit verbundenen institutionellen und sozialen Aspekte statt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Communitas, Liminalität, Antistruktur, Pilgerreisen und Victor W. Turner charakterisieren.

Warum spielt die Freiwilligkeit eine so große Rolle für den späten Turner?

Für den späten Turner wurde das Element der Freiwilligkeit zentral, um das christliche Pilgern von klassischen Liminalitätskonzepten abzugrenzen, da die Entscheidung hier weniger durch soziale Zwänge als durch individuellen Impuls erfolgt.

Wie bewertet die Arbeit Turners "theologische Exkurse"?

Die Arbeit weist kritisch darauf hin, dass die theologisch gefärbten Ausführungen Turners teilweise wissenschaftlich vage bleiben und sich eher an metaphysischen Überzeugungen als an einer rein ethnologischen Analyse orientieren.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pilgerreisen und Communitas nach V. W. Turner
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Ethnologie)
Veranstaltung
Kultur als Symbolsystem
Note
1,0
Autor
Mira Menzfeld (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
32
Katalognummer
V200528
ISBN (eBook)
9783656266303
ISBN (Buch)
9783656267997
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pilgerreisen communitas turner
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mira Menzfeld (Autor:in), 2011, Pilgerreisen und Communitas nach V. W. Turner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200528
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Leseprobe aus  32  Seiten
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