Tageszeitung und Social Media: Was ändert sich für Sender und Empfänger?


Bachelorarbeit, 2011
43 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Definition Tageszeitung
2.2 Definition Social Media

3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Definition des Sender-Empfänger-Modells
3.2 Charakteristika des Sender-Empfänger-Modells

4 Betrachtung des Sender-Empfänger-Modells einer Tageszeitung
4.1 Betrachtung des Modells ohne den Einfluss von Social Media
4.2 Betrachtung des zusätzlichen Einflusses von Social Media auf das Modell

5 Beispiel eines Sender-Empfänger-Modells einer Tageszeitung
5.1 Express
5.2 Darstellung des Sender-Empfänger-Modells der Tageszeitung Express mit dem Einfluss von Social Media
5.3 Diskussion

6 Ableitung eines durch Social Media veränderten Sender-Empfänger-Modells einer Tageszeitung

7 Zusammenfassung und Fazit

8 Literaturverzeichnis

10 Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Feldschema der Massenkommunikation Maletzke (1972), 41

Abbildung 2 Feldschema der Massenkommunikation mit erweiterten Definitionen Nach: Maletzke (1972), 41

Abbildung 3 Erweitertes Feldschema der Massenkommunikation Nach: Maletzke (1972), 41

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter.

1 Einleitung

In der Bahn auf dem Weg zur Arbeit, am Frühstückstisch oder in der Mittagspause – das Massenmedium Tageszeitung ist für viele Menschen eine tägliche Lektüre. Reportagen, Berichte, Meldungen, Kommentare etc. informieren über die Geschehnisse in der ganzen Welt. Doch in den letzten Jahren wird unter dem Begriff „Tageszeitung“ nicht nur die Printausgabe verstanden. Immer öfter werden auch die Onlineausgaben der Tageszeitungen angeklickt, da sie beispielsweiseschneller aktualisiert werden können als die Printausgaben.Jedoch trotz aller technischer Veränderungen ist das Verhältnis von Sender und Empfänger sowohl bei der Printausgabe als auch bei der Onlineausgabegleich geblieben: Die Redaktion sendet eine Nachricht, der Leser empfängt diese Nachricht, unabhängig vom jeweiligen Distributionskanal.Wie sich dieses Verhältnis zwischen Sender und Empfängernun unter dem Einfluss von Social Media verhält und ob sich das Sender-Empfänger-Modell verändert, wird in der vorliegenden Bachelorarbeit untersucht.

Als ausgewähltes Sender-Empfänger-Modell wird zunächst das „Feldschema der Massenkommunikation“ von Gerhard Maletzke vorgestellt und die einzelnen Elemente dieses Modells werden erläutert. Ebendieses Modell wird anschließend für eine Tageszeitung sowohl mit Einfluss als auch ohne Einfluss von Social Media betrachtet. Anhand des Beispiels der Kölner Boulevardzeitung „Express“ werden Veränderungen des Modells durch den Einfluss von Social Media diskutiert. Aufgrund dieser Betrachtungen soll ein durch den Einfluss von Social Media verändertes Sender-Empfänger-Modell einer Tageszeitung abgeleitet werden, welches weiterhin auf dem „Feldschema der Massenkommunikation“ von Gerhard Maletzke basiert.

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Definition Tageszeitung

Zeitungen sind im ursprünglichen SinnDruckerzeugnisse[1], die im Wesentlichen vier Merkmale aufweisen: Periodizität, Publizität, Aktualität und Universalität[2]. Periodizität ist die regelmäßige, fortgesetzte Erscheinungsweise, Publizität ist die Ansprache der breiten Öffentlichkeit, Aktualität ist die tägliche bzw. wöchentliche Nachrichtenübermittlung und Universalität bedeutet, dass es keine thematischen Einschränkungen gibt.[3] Zeitungen lassen sich in Tageszeitungen und Wochen- bzw. Sonntagszeitungen unterteilen.[4] Tageszeitungen drucken hauptsächlich tagesaktuelle Themen ab und erscheinen an bis zu sieben Tagen in der Woche.[5] Berichte, Nachrichten und Kommentare werden in verschiedene Ressorts, wie Politik, Lokales, Sport und Feuilleton, unterteilt.[6] Weiter kann man Tageszeitungen in Abonnement- und Kaufzeitungen unterteilen, die lokal/ regional oder überregional geprägt vertrieben werden.[7] In Deutschland sind 2010 insgesamt 347 Tageszeitungen in einer Gesamtauflage von 19,44 Millionen Exemplaren erschienen.[8]

In der vorliegenden Arbeit wird auch das crossmediale Angebot einer Tageszeitung betrachtet.[9] Der Inhalt der Tageszeitung kann auf unterschiedlichen Distributionskanälen veröffentlicht werden.[10] Bei einer Tageszeitung bedeutet dies beispielsweise, dass nicht nur eine Printausgabe veröffentlicht wird, sondern dass der Inhalt dieser Printausgabe oder zumindest Teile der Printausgabe auch im Internet als Onlineausgabe veröffentlicht werden.[11] Der Internet-Auftritt wird als „zusätzliche Verbreitungsplattform“[12] genutzt.

Print- und Onlineausgabe sind aufgrund der technischen Möglichkeiten des Internets selten identisch. Wesentliche Unterschiede sind beispielsweise die Gestaltungsmöglichkeiten: Während die Möglichkeiten der Printversionen mit Fotos, Text und Graphiken begrenzt sind, können Artikel der Online-Versionen multimedial mit ganzen Fotostrecken, Ton und Filmen gestaltet werden.[13] Zudem können Artikel und Nachrichten des Online-Auftritts permanent aktualisiert werden.[14] Auch im Platzangebot unterscheiden sich Print- und Onlineausgabe: Während in der Printausgabe nur begrenzt Platz für Artikel und Nachrichten gegeben ist, sodass diese selektiert werden müssen, kann die Onlineausgabe unendlich viele Artikel veröffentlichen und zudem ein Archiv pflegen.[15]

2.2 Definition Social Media

Social Media sind mediale Angebote im Web 2.0, die auf sozialer Interaktion basieren.[16] Bei Social Media geht es um den Austausch im Internet.[17] Nachrichten, Meinungen, Daten und Informationen werden unter anderem über soziale Netzwerke, Blogs, Foto- oder Videoportale und auch sonstige Webseiten mit Kommentarfunktionen öffentlich ausgetauscht.[18] Auch kommerziell wird den Social Media eine große Bedeutung beigemessen, da kommerzielle Nachrichten und Inhalte in den Social Media durch die vernetzten Nutzer schnell übermittelt werden können.[19]

3 Theoretischer Hintergrund

3.1 Definition des Sender-Empfänger-Modells

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wurden eine Vielzahl von Kommunikations- und Medientheorien entwickelt, die versuchen, die Beziehungen zwischen dem Sender einer Nachricht und dem Empfänger dieser Nachricht zu erklären. Die Anfänge dieser Modelle gehen bereits auf Aristoteles (um 330 v. Chr.) zurück, der den Urtyp des Stimulus-Response-Modells entwickelte.[20] In den folgenden Jahrhunderten konnten ebenfalls weitere wichtige Modelle entwickelt werden. BekannteBeispielesind die Lasswellformel „Who says what in which channel to whom with what effect?“[21] oder die mathematische Informationstheorie nach Claude Shannon[22].

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich ausschließlich auf das „Feldschema der Massenkommunikation“ von Gerhard Maletzke aus dem Jahre 1963.[23] Maletzkes Modell betrachtet die Massenkommunikationsprozesse[24] und besteht aus den vier Grundfaktoren Kommunikator, Aussage, Medium und Rezipient[25], die bereits Lasswell und andere Wissenschaftler in ihren Modellen, jedoch teilweise unter anderen Bezeichnungen, verwendeten[26]. In Maletzkes Modell werden sowohl die vier Grundfaktoren als einzelne Faktoren betrachtet, aber auch die dynamischen Beziehungen der Grundfaktoren untereinander[27] sowie der unterschiedliche Einfluss von diversen Umweltfaktoren (beispielsweise der Öffentlichkeit)[28].

3.2 Charakteristika des Sender-Empfänger-Modells

Das„Feldschema der Massenkommunikation“ nach Maletzke besteht aus den vier Grundfaktoren Kommunikator (K), Aussage (A), Medium (M) und Rezipient (R) sowie den Dependenzen und Interdependenzen der einzelnen Faktoren (siehe Abbildung 1).[29]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Feldschema der Massenkommunikation

Maletzke (1972), 41.

Der Kommunikatorist derjenige, der etwas aussagt.[30] Welche Aussagen ausgewählt, produziert, verbreitet und wie diese Aussagen gestaltet werden[31], hängt zum einen von der individuellen Persönlichkeit des Kommunikators[32], aber auch von seinen sozialen Beziehungen und seiner Gruppenzugehörigkeit (beispielsweise Religion oder Partei) ab[33].Auch das Bild, welches der Kommunikator von sich selbst hat[34] und somit seine Selbstinterpretation[35] sowie seine Funktion in der Gesellschaft sind ausschlaggebend für Inhalt und Gestaltung der Aussage.[36] In der Produktion der Massenmedien ist der Kommunikator oftmals ein Teil eines Teams (beispielsweise als Drehbuchautor einerFilmcrew).[37]

Auch dies beeinflusst die Aussagen des Kommunikators, da er sich in das Team einfügen muss und gemeinsame Ziele verfolgt werden.[38] Das Team ist oft wiederum ein Teil einer Institution (im Filmbeispiel die produzierenden Studios)[39], sodass der Kommunikator auch hier weiter eingeschränkt wird. Diese Institutionen können weiterhin in autoritär-diktatorische, kommerzielle oder öffentlich-rechtliche Institutionen unterteilt werden.[40] Zu den autoritär-diktatorischen Institutionen zählen sämtliche Organisationsformen, in denen der Kommunikator Weisungen befolgen muss (beispielsweise in politischen oder religiösen Institutionen).[41] Kommerzielle Institutionen sollen den größtmöglichen Gewinn generieren (beispielsweise in der Filmindustrie)[42], während bei öffentlich-rechtlichen Institutionen (beispielsweise Rundfunkanstalten) der Staat in einem festen gesetzlichen Rahmen Einfluss auf die Aussagen nehmen kann.[43]

In der Massenkommunikation wendet sich der Kommunikator mit seiner Aussage an eine „[…] große Zahl von Menschen, die er nicht kennt und von denen er oft nur wenig weiß“[44].Der Kommunikator verbreitet also öffentliche Aussagen.[45] Somit wirkt auf ihn der Zwang der Öffentlichkeit, wie beispielsweise der Staat, Parteien oder sonstige Interessengruppen, da er seine Aussagen den aktuell herrschenden Ansichten, Meinungen, Normen und Werten anpassen[46] oder diese zumindest berücksichtigen muss.

Die Aussage ist das, was der Kommunikator verschlüsselt (beispielsweise mit der Sprache), objektiviert, aussagt und auf diese Weise weitergibt.[47] Sie ist das Bindeglied, mit dem der Kommunikator dem Rezipienten etwas vermitteln oder ihn zu etwas bewegen will.[48] Die Aussage, die der Kommunikator trifft, hat, nicht nur als einzelne Aussage, sondern auch als Gesamtheit aller Aussa

gen, Auswirkungen auf den Kommunikator selbst.[49] So kann es vorkommen, dass der Kommunikator seine Aussage im zeitlichen Verlauf verteidigen muss, wenn Zweifel oder Bedenken anderer bestehen.[50] Auch die Gesamtheit der Aussagen kann den Kommunikator dazu zwingen, Aussagen mit ähnlichen Themen und ähnlicher Gestaltung zu verbreiten.[51]

Das Medium ist „die Apparatur, die der Vermittlung der Aussagen dient und die primär technischen, sekundär aber auch soziologischen und psychologischen Charakter hat […]“[52]. Die Aussagen werden über das Medium der Massenkommunikation „[…] öffentlich, indirekt und einseitig an ein […] Publikum verbreitet […]“[53]. Auch wenn in Maletzkes Modell zwischen dem Medium und dem Kommunikator die Aussage steht, so hat auch das Medium Einfluss auf den Kommunikator: Durch die technischen Eigenschaften des Mediums ist eine angepasste Gestaltung der Aussage notwendig und einige Themen sind sogar vorgeschrieben[54], wie beispielsweise Bilder von Prominenten in einer Klatschzeitung.

Der vierte Grundfaktor ist der Rezipient, der als Kommunikationspartner des Kommunikators die Aussage durch die Massenmedien aufnimmt.[55] Durch das große Angebot an Aussagen, die die Massenmedien übermitteln, ist der Rezipient gezwungen Aussagen auszuwählen, die er auf sich wirken lässt.[56] Diese Entscheidung und somit die Auswahl der Aussagen hängen von der Persönlichkeitsstruktur (also Entwicklung, Erfahrungen, Intelligenz, Interessen, Meinungen, etc.) des Rezipienten[57] sowie „[…] seiner Augenblickssituation und –befindlichkeit[…]“[58] ab. Allerdings wird er auch durch seine sozialen Beziehungen beeinflusst, die sowohl die persönliche Kommunikation berücksichtigen als auch

eine Gruppenzugehörigkeit (beispielsweise als Jugendlicher).[59] Auch das Bild, das der Rezipient von sich selbst hat und seine Funktion im sozialen System spielen eine wesentliche Rolle bei der Auswahl der Aussagen.[60]

In der Massenkommunikation wird die Gesamtheit aller Rezipienten einer bestimmten Aussage als „disperses Publikum“ bezeichnet, da die Rezipienten meist weit verstreut sind.[61] „Dieses disperse Publikum besteht meist aus einer großen Zahl von Menschen, die aus verschiedenen sozialen Schichten kommen, unter verschiedenen Bedingungen leben und in ihren Interessen, Meinungen und Attitüden, ihrem Lebensstandard und ihrer Lebens- und Erlebensweise weit voneinander abweichen.“[62] Welche Wirkung die Aussage auf den Rezipienten hat, ist auch vom Medium und seinen technischen Eigenschaftenabhängig.[63] Ebendiese Eigenschaften schreiben dem Rezipienten auch bestimmte Verhaltens- und Erlebnisweisen vor.[64] So kann es sein, dass der Rezipient eine Aussage aus dem Radio, die nur kurz vorgelesen wird, anders wahrnimmt, als aus der Zeitung, die mehrmals gelesen werden kann. Beim Rezipienten wird so ein Bild des jeweiligen Mediums geprägt.[65]

In der Massenkommunikation werden Aussagen unter anderem „[…] indirekt (also bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlicher Distanz zwischen Kommunikationspartnern) und einseitig (also ohne Rollenwechsel zwischen Aussagendem und Aufnehmendem) an ein disperses Publikum vermittelt […]“[66]. Die Massenkommunikation gilt somit als einseitig, dennoch hat der Rezipient Möglichkeiten Kontakt zu dem Kommunikator aufzunehmen und beispielsweise Beschwerden oder Vorschläge zu machen.[67] Maletzke spricht hier von „spontanen Kontakten“[68].

Trotz der Zwischenschaltung von Aussage und Medium macht sich sowohl der Rezipient durch Aussage und Medium vom Kommunikator, als auch umgekehrt, der Kommunikator vom Rezipienten, ein Bild.[69] Diese Bilderkönnen sowohl Einfluss auf die Aussagen des Kommunikators haben als auch auf die Auswahl der Aussagen.[70] Der Kommunikator hat eine Vorstellung vom Rezipienten und verbreitet die Aussage so, dass der Rezipient sie wahrscheinlich wählen wird.[71]

4 Betrachtung des Sender-Empfänger-Modells einer Tageszeitung

4.1 Betrachtung des Modells ohne den Einfluss von Social Media

Die vier Grundfaktoren des Modells von Gerhard Maletzke werden nun auf das Massenmedium Tageszeitung übertragen.

Kommunikator ist bei der Tageszeitung der Journalist[72]. Die Aussage, die er trifft, ist abhängig von: seinem Team, also der Redaktion bzw. seinem Ressort[73], das gemeinsam für Inhalt und Gestaltung der Zeitung, geführt vom Chefredakteur[74], verantwortlich ist; der Institution, also dem Verlag, der die Wirtschaftlichkeit der Tageszeitung betrachtet und somit oftmals eine kommerzielle Institution ist[75] ; der Persönlichkeit des Journalisten, beispielsweise seiner Intelligenz, seiner Anpassungsfähigkeit, seiner Objektivität oder seiner Entschlussfreudigkeit[76] ;seinen sozialen Beziehungen, wenn er zum Beispiel einer Partei angehört[77] und seinem Selbstbild sowie der Intention, warum er diesen Beruf ausübt[78].

Die Aussage im Fall der Tageszeitung ist die aufbereitete Nachricht[79]. Zusammen mit seiner Redaktion und dem Chefredakteur wählt der Journalist aus einer Vielzahl von Nachrichten, die meist über Agenturen in der Redaktion ankommen, die Nachrichten aus, die am besten zur Grundlinie der Tageszeitung passen (beispielsweise Boulevard-Themen, wirtschaftliche Nachrichten oder fachspezifische Themen).[80] Der Journalist recherchiert zu dem Thema und bereitet die Nachricht zur jeweiligen Tageszeitung passend auf.[81] Dies geschieht sowohl für die Print- als auch für die Onlineausgabe. Allerdings kann ein Artikel in der Print- und in der Onlineausgabe identisch erscheinen.[82] Oft werden Artikel auch nur in gekürzter Form online gestellt, um so den Leser zum Kauf der Printausgabe zu motivieren.

Die Auswahl der veröffentlichten Nachrichten muss differenziert werden: Wie bereits oben genannt, ist in der Printausgabe der Platz für Artikel durch die technischen Eigenschaften der gedruckten Tageszeitung begrenzt, während die Onlineausgabe unbegrenzten Speicherplatz[83] bietet. In der Printausgabe werden die Themen, die zur Grundlinie der Tageszeitung passen, in den jeweiligen Ressorts veröffentlicht.[84] Oftmals werden die Artikel auch in den Onlineausgaben in identische Ressorts aufgeteilt.

Die geschriebene Nachricht, beziehungsweise der Artikel, kann auch Auswirkungen auf den Journalisten haben. So kann es vorkommen, dass sich Leser (beispielsweise Politiker) zu einem kritischen Artikel wiederum kritisch äußern.[85] Der Journalist kommt so in die Lage, dass er seinen Artikel verteidigen muss. Auch muss er darauf achten, wie die Öffentlichkeit auf seinen Artikel reagieren wird.[86] Zu extreme Meinungsäußerungen können beispielsweise Imageschäden der Tageszeitung zur Folge haben, die nur schwer wieder zu beheben sind.[87]

Das Medium ist die Tageszeitung als Print- und auch als Onlineausgabe.[88] Die Nachrichten (und somit die Aussagen) werden vom Journalisten ausgewählt und aufbereitet, je nach Distributionskanal gestaltet und anschließend veröffentlicht.[89] Durch verschiedene Vertriebsstrategien (z. B. Straßenverkauf, Abonnements[90] oder den Internet-Auftritt) werden die Tageszeitungen zum Rezipienten gebracht. Allerdings muss hier zwischen Print- und Onlineausgabe unterschieden werden: Während die Kaufzeitung täglich aktiv vom Rezipienten erworben[91] und auch die Onlineausgabe aktiv im Internet aufgerufen werden muss[92], können die Aussagen der Tageszeitung als Printausgabe auch abonniert werden[93] und gelangen so regelmäßig zum Rezipienten ohne weiteren Aufwand für diesen. Das Medium Tageszeitung hat auch Auswirkungen auf die Gestaltung der Nachricht: Im Printprodukt kann beispielsweise nicht mit bewegtem Bildmaterial oder Ton gearbeitet werden. Hier kann der Journalist lediglich mit seinem Text und Fotos die Nachricht übermitteln.[94] In der Onlineausgabe besteht beispielsweise die Möglichkeit Ton- oder Filmelemente[95] sowie Verlinkungen zu anderen Artikeln[96] herzustellen. Sowohl in der Print- als auch in der Onlineausgabe der Tageszeitung gibt es zudem weitere Regeln, wie die Artikel aufzubauen sind. So kann aus einer Nachricht z. B. eine kurze Meldung werdenoder eine ausführliche Reportage.[97]

Der Rezipient ist der Leser.[98] Zunächst entscheidet sich der Leser für eine Tageszeitung,unabhängig ob als Print- oder Onlineausgabe.Dies tut er sowohl durch den Einfluss seiner Persönlichkeit (Intelligenz, Interessen, etc.)[99], seiner sozialen Beziehungen[100] (beispielsweise abhängig davon, welche Tageszeitung die Eltern lesen) und des Selbstbildes des Rezipienten[101].Zudem ist der Rezipient Mitglied eines Publikums[102], der Leserschaft.

Den ausgewählten Nachrichten in der Tageszeitung schenkt der Leser unterschiedliche Bedeutung. So wird ein Sportfan denSportnachrichten wahrscheinlich primär größere Aufmerksamkeit widmen als den Politiknachrichten. Durch die Eigenschaften der Tageszeitung als Printausgabe hat der Leser die Möglichkeit die Nachricht mehrfach, auch in größeren zeitlichen Abständen und ohne örtliche Begrenzung, zu lesen, anders als beim Radio oder im Fernsehen.[103] Je nach Speicherzeit[104] der Artikel und nach
verwendetem Abrufgerät[105] hat der Leser diese Möglichkeiten auch bei Onlineausgaben. Auf die Nachrichten kann der Leser reagieren, jedoch sind seine Möglichkeiten eingeschränkt. Gängig sind Leserbriefe (auch E-Mails), Anrufe oder Besuche in der jeweiligen Redaktion.[106] So kann der Leser Kontakt zum Journalisten und somit zum Kommunikator aufnehmen.

Durch die angebotene Auswahl der Nachrichten und ihrer Gestaltung macht sich der Leser ein Bild vom Journalisten und der gesamten Redaktion.[107] Je nach Wahrnehmung und damit verbundener Glaubwürdigkeit und dem Prestige der Medien macht sich der Leser zudem auch ein Bild von der Tageszeitung.[108]

Aber auch der Journalist kann sich durch die Reaktionen der Leser ein Bild vondiesemmachen und kann durch dieses oftmals sehr geringe Wissen[109] die Nachricht so aufbereiten, dass der Leser „seine“ Nachricht wählt und sich somit für die Tageszeitung entscheidet. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Print- und Onlineausgabe einer Tageszeitung ist, dass die Printausgabe als Ganzes gekauft werden muss und der Leser die Artikel liest, die ihn interessieren.[110] Der Kommunikator hat ohne Reaktionen des Lesers kaum Möglichkeiten, herauszufinden, welche Artikel der Leser für besonders interessant hält.[111] In der Onlineausgabe ruft der Leser nur die Artikel auf, die er lesen will.[112] So kann der Kommunikator die Klickzahlen der einzelnen Artikel beobachten und die Themenauswahl für die nächsten Online-Artikel anpassen.

[...]


[1] Vgl. Schanze (2002), 365.

[2] Vgl. De Volder (1969), 57.

[3] Vgl. Sjurts, (2011) 692.

[4] Vgl. Uenk, Laarmann (1992), 23.

[5] Vgl. Sjurts, (2011) 587.

[6] Vgl. Sjurts, (2011) 587.

[7] Vgl. Uenk, Laarmann (1992), 23.

[8] Vgl. BDZV (2010), 3.

[9] Vgl. Sjurts (2011), 93 – 94.

[10] Vgl. Sjurts (2011), 94.

[11] Vgl. Wilke (2003), 311.

[12] Hans-Bredow-Institut (2006), 163.

[13] Vgl. Storrer (2001), 175.

[14] Vgl. Neuberger (2003), 60.

[15] Vgl. Neuberger (2003), 59.

[16] Vgl. Sjurts (2011), 565.

[17] Vgl. Bernet (2010), 9.

[18] Vgl. Bernet (2010), 10.

[19] Vgl. Sjurts (2011), 565.

[20] Vgl. Tsvasman (2006), 194.

[21] Cobley (2008), 84.

[22] Vgl. Tsvasman (2006), 143.

[23] Vgl. Maletzke (1972), 4.

[24] Vgl. Tsvasman (2006), 200.

[25] Vgl. Maletzke (1972), 37.

[26] Vgl. Maletzke (1972), 34.

[27] Vgl. Maletzke (1972), 37 - 41.

[28] Vgl. Tsvasman (2006), 200.

[29] Vgl. Maletzke (1972), 37.

[30] Vgl. Maletzke (1972), 35 - 36.

[31] Vgl. Maletzke (1972), 40.

[32] Vgl. Maletzke (1972), 44.

[33] Vgl. Maletzke (1972), 46.

[34] Vgl. Maletzke (1964), 29.

[35] Vgl. Maletzke (1972), 45.

[36] Vgl. Maletzke (1972), 40.

[37] Vgl. Maletzke (1964), 29 - 30.

[38] Vgl. Maletzke (1964), 29 – 30.

[39] Vgl. Maletzke (1964), 30.

[40] Vgl. Maletzke (1964), 40.

[41] Vgl. Maletzke (1964), 40.

[42] Vgl. Maletzke (1964), 40

[43] Vgl. Maletzke (1964), 41.

[44] Maletzke (1964), 47.

[45] Vgl. Maletzke (1972), 40.

[46] Vgl. Maletzke (1972), 40.

[47] Vgl. Maletzke (1964), 29.

[48] Vgl. Maletzke (1964), 16.

[49] Vgl. Maletzke (1972), 40.

[50] Vgl. Maletzke (1972), 97.

[51] Vgl. Maletzke (1972), 98.

[52] Maletzke (1972), 36.

[53] Maletzke (1964), 35 – 36.

[54] Vgl. Maletzke (1972), 40.

[55] Vgl. Maletzke (1972), 37.

[56] Vgl. Maletzke (1964), 46.

[57] Vgl. Maletzke (1972), 38 - 39.

[58] Maletzke (1972), 39.

[59] Vgl. Maletzke (1964), 46 – 47.

[60] Vgl. Maletzke (1972), 39.

[61] Vgl. Maletzke (1964), 47.

[62] Maletzke (1964), 47.

[63] Vgl. Maletzke (1972), 38.

[64] Vgl. Maletzke (1972), 39.

[65] Vgl. Maletzke (1972), 39.

[66] Maletzke (1964), 35.

[67] Vgl. Maletzke (1972), 41.

[68] Maletzke (1972), 41.

[69] Vgl. Maletzke (1972), 41.

[70] Vgl. Maletzke (1972), 103.

[71] Vgl. Maletzke (1972), 103.

[72] Vgl. Maletzke, (1976) 31.

[73] Vgl. Uenk, Laarmann (1992), 21 – 22.

[74] Vgl. Oppenberg (1969), 134.

[75] Vgl. Oppenberg (1969), 133.

[76] Vgl. Maletzke (1976), 29.

[77] Vgl. Wiebe (1955), 124.

[78] Vgl. Maletzke (1976), 30.

[79] Vgl. Oppenberg (1969), 134.

[80] Vgl. Oppenberg (1969), 133 – 134.

[81] Vgl. Oppenberg (1969), 134.

[82] Vgl. Shapiro, Varian (1999), 92.

[83] Vgl. Neuberger (2003), 58 – 59.

[84] Vgl. Oppenberg (1969), 133 – 134.

[85] Vgl. Maletzke (1976), 41.

[86] Vgl. Maletzke (1972), 97 – 98.

[87] Vgl. Maletzke (1972), 97.

[88] Vgl. Maletzke (1976), 157.

[89] Vgl. Oppenberg (1969), 134.

[90] Vgl. Uenk, Laarmann (1992), 23 - 25.

[91] Vgl. Uenk, Laarmann (1992), 25.

[92] Vgl. Neuberger (2003), 28.

[93] Vgl. Uenk, Laarmann (1992), 23.

[94] Vgl. Maletzke (1976) 155 – 156.

[95] Vgl. Storrer (2001), 175.

[96] Vgl. Singer (2008), 122.

[97] Vgl. Oppenberg (1969), 134.

[98] Vgl. Sjurts (2011), 350.

[99] Vgl. Maletzke (1976), 29.

[100] Vgl. Maletzke (1972), 78 – 79.

[101] Vgl. Maletzke (1972), 78.

[102] Vgl. Maletzke (1972), 85.

[103] Vgl. Maletzke (1976), 155 – 157.

[104] Vgl. Neuberger (2003), 58 – 59.

[105] Vgl. Ebersbach et al. (2011), 91.

[106] Vgl. Maletzke (1976), 134.

[107] Vgl. Maletzke (1976), 138 – 139.

[108] Vgl. Maletzke (1972), 171 – 181.

[109] Vgl. Maletzke (1972), 110.

[110] Vgl. Blum, Blum (2001), 36.

[111] Vgl. Ruß-Mohl (2009), 26.

[112] Vgl. Neuberger (2003), 28.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Tageszeitung und Social Media: Was ändert sich für Sender und Empfänger?
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
43
Katalognummer
V200593
ISBN (eBook)
9783656308591
ISBN (Buch)
9783656309567
Dateigröße
2271 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tageszeitung, Social Media, Sender-Empfänger-Modell, Medien, Print
Arbeit zitieren
Kristin Seidel (Autor), 2011, Tageszeitung und Social Media: Was ändert sich für Sender und Empfänger?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200593

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Tageszeitung und Social Media: Was ändert sich für Sender und Empfänger?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden