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Der Utilitarismus nach Mill angewendet auf die Yasuni-ITT-Initiative der ecuadorianischen Regierung

Title: Der Utilitarismus nach Mill angewendet auf  die Yasuni-ITT-Initiative  der ecuadorianischen Regierung

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anne B. (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Im Yasuni-Nationalpark in Ecuador, der zu den artenreichsten Gebieten der Erde gehört, wurden nach Probebohrungen die drei Ölfelder Ishpingo, Tambococha und Tiputini (ITT) entdeckt. Mit den Einnahmen aus der Ölförderung könnten verschiedene Projekte finanziert werden, die der Wirtschaft und dem Sozialwesen des Entwicklungslandes zugute kommen würden. Jedoch würde dadurch die Tier- und Pflanzenwelt sowie die im Yasuni-Nationalpark lebenden indigenen Völker gefährdet werden. Die Frage, die sich die Politiker in Ecuador stellen müssen, ist daher folgende: Soll das Öl gefördert werden oder nicht?
Doch wie kann in dieser Debatte eine Entscheidung getroffen werden? Klar scheint zu sein, dass es sich hierbei um zwei moralische Probleme handelt. Soll das Öl auf Kosten der Pflanzen- und Tierwelt sowie der indigenen Völker gefördert werden oder nicht? Und auf der anderen Seiten: Soll so ein Projekt von der internationalen Gemeinschaft finanziell unterstützt werden oder nicht?
Warum sollte nicht versucht werden, mit Hilfe einer bekannten Moralphilosophie eine Antwort auf diese Fragen zu finden, um im Anschluss eine Entscheidung treffen zu können?
Diese Arbeit soll daher Mills Grundsatz des Nützlichkeitsprinzip auf das praktische Problem der Yasuni-Debatte anwenden, um eine Entscheidung treffen zu können, ob das Öl im Nationalpark gefördert werden soll und ob die Industrieländer in den Fond des ITT-Projekts einzahlen sollen oder nicht. Dazu wird zunächst der Yasuni-Nationalpark und die ITT-Initiative der ecuadorianischen Regierung vorgestellt (2.), um alle Seiten des Yasuni-Nationalparks, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden müssen, vorzustellen, und auch, um die Beweggründe der ecuadorianischen Regierung, die ITT-Initiative ins Leben zu rufen, zu erläutern. Darauf, folgt eine Zusammenfassung des Nützlichkeitsprinzip nach Mill (3.), welches daraufhin auf die Yasuni-Debatte angewendet werden soll (4.). Hierbei wird vor allem nach der Qualität einer Handlung durch die competent judges entschieden, ob diese einer Anderen vorzuziehen ist. Abschließend soll diese Arbeit eine Empfehlung geben können, ob die internationale Gemeinschaft in der Fond der ITT-Initiative einzahlen sollte (5.). Dabei werden vor allem die Argumente des deutschen Entwicklungsministers Dirk Niebel, der sich gegen die Unterstützung der Initiative ausdrückt, mit Hilfe des Nützlichkeitsprinzips nach Mill untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Yasuni Nationalpark und die ITT-Initiative

3. Nützlichkeitsprinzip

4. Der Utilitarismus nach Mill angewendet auf die Yasuni-Debatte

5. Eine Empfehlung für die internationale Gemeinschaft

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ethische Dilemma der ecuadorianischen Yasuni-ITT-Initiative unter Anwendung des utilitaristischen Nützlichkeitsprinzips nach John Stuart Mill, um zu bewerten, ob eine internationale finanzielle Unterstützung der Nicht-Ölförderung aus ethischer Sicht geboten ist.

  • Anwendung des utilitaristischen Glücksprinzips auf ein reales politisches Problem
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen wirtschaftlichem Gewinn und Umweltschutz
  • Diskussion der Argumente für und gegen die Kompensationszahlung
  • Kritische Überprüfung des Konzepts der "competent judges" nach Mill
  • Evaluierung der politischen Anwendbarkeit utilitaristischer Theorien

Auszug aus dem Buch

3. Nützlichkeitsprinzip

Das Prinzip des größten Glücks, nämlich das größtmögliche Glück für die größtmögliche Anzahl von Menschen zu erreichen, ist bei den Utilitaristen die Grundlage der Moral. Handlungen sind daher moralisch richtig, wenn sie die Tendenz haben, Glück zu fördern, und moralisch falsch, wenn sie die Tendenz haben, das Gegenteil von Glück zu bewirken.

Die Autoren, die die Nützlichkeitstheorie vertreten haben, wie Epikur, Bentham und auch Mill, verstehen unter Glück Lust und das Freisein von Unlust und unter Unglück, bzw. dem Gegenteil von Glück, Unlust und das Fehlen von Lust. Die Lust, bzw. das Freisein von Unlust, sind nach utilitaristischer Auffassung die einzigen Dinge, die als Endzwecke der Moral zu wünschen sind. Alle anderen Dinge sind nur deshalb wünschenswert, weil sie selbst lustvoll sind oder weil sie ein Mittel zum Zweck der Beförderung von Lust und zur Vermeidung von Unlust sind.

Mill führt zu den allgemein anerkannten Prinzipien des Utilitarismus einen neuen Standpunkt an. Er argumentiert dafür, dass einige Arten der Freude wünschenswerter und wertvoller sind als andere. Der Wert einer Freude hängt damit nicht ausschließlich von der Quantität ab, sondern auch von der Qualität. Das heißt, dass nicht nur das größtmögliche Glück für die größtmögliche Anzahl von Menschen als erstrebenswertes Ziel gilt, sondern auch, dass das größtmögliche Glück möglichst eine hohe Qualität haben soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die ökologische und wirtschaftliche Problematik des Yasuni-Nationalparks und die Herausforderung der ITT-Initiative.

2. Yasuni Nationalpark und die ITT-Initiative: Detaillierte Darstellung der ökologischen Bedeutung des Nationalparks und der Hintergründe des ecuadorianischen Vorschlags zum Ölverzicht.

3. Nützlichkeitsprinzip: Erläuterung der moralphilosophischen Grundlagen des Utilitarismus nach Mill mit Fokus auf Qualität und Quantität der Lust.

4. Der Utilitarismus nach Mill angewendet auf die Yasuni-Debatte: Anwendung der ethischen Kriterien auf die Entscheidungssituation, inklusive der Schwierigkeiten bei der Bestimmung von competent judges.

5. Eine Empfehlung für die internationale Gemeinschaft: Untersuchung der ökonomischen und ethischen Einwände gegen die Unterstützung der Initiative, insbesondere durch den Vergleich mit dem REDD-Ansatz.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass der utilitaristische Ansatz zur Lösung solch komplexer politischer Probleme nur begrenzt tauglich ist.

Schlüsselwörter

Utilitarismus, John Stuart Mill, Yasuni-ITT-Initiative, Nützlichkeitsprinzip, Glücksprinzip, Umweltschutz, Ecuador, Ölförderung, competent judges, Ethik, internationale Kompensation, Nachhaltigkeit, moralische Entscheidung, Ressourcenökonomie, Entwicklungszusammenarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ethische Rechtfertigung der ecuadorianischen Yasuni-ITT-Initiative, die darauf abzielt, gegen finanzielle Entschädigung auf die Ölförderung in einem artenreichen Nationalpark zu verzichten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Moralphilosophie des Utilitarismus, der Naturschutz in Ecuador, die Rolle der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und die ökonomische Bewertung ökologischer Güter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die internationale Gemeinschaft aus utilitaristischer Sicht in den ITT-Fond einzahlen sollte, indem Mills Theorie auf dieses reale Problem angewendet wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Methode besteht in der theoretischen Fundierung durch das Werk "Der Utilitarismus" von Mill und deren anschließender Anwendung (Transfer) auf die praktische politische Debatte um den Yasuni-Nationalpark.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Untersuchungsgegenstands, die philosophische Herleitung des Nützlichkeitsprinzips und die kritische Prüfung der Handlungsoptionen durch das Konzept der "competent judges".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Utilitarismus, Yasuni-ITT-Initiative, Nützlichkeitsprinzip und moralische Entscheidungsfindung definiert.

Warum ist es für die Autorin schwierig, "competent judges" für die Entscheidung zu finden?

Da die ITT-Initiative ein weltweit einzigartiger Vorschlag ist, existieren keine Akteure, die bereits Erfahrung mit der spezifischen Abwägung zwischen dem Verzicht auf Ölförderung und der Annahme von Kompensationsgeldern gesammelt haben.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit über die Anwendbarkeit des Utilitarismus?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der utilitaristische Ansatz von Mill zwar theoretisch kohärent ist, für komplexe, einzigartige politische Probleme in der Praxis jedoch an seine Grenzen stößt und daher nur bedingt tauglich ist.

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Details

Title
Der Utilitarismus nach Mill angewendet auf die Yasuni-ITT-Initiative der ecuadorianischen Regierung
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Philosophisches Institut)
Course
Gerechtigkeit und Entwicklung
Grade
1,3
Author
Anne B. (Author)
Publication Year
2012
Pages
16
Catalog Number
V200774
ISBN (eBook)
9783656277996
ISBN (Book)
9783656279396
Language
German
Tags
Utilitarismus John Stuart Mill Yasuni Ökologie Ökologisches Bewusstsein Nationalpark Naturschutz Natur Ecuador Regierung Ethik Moral Debatte Yasuni Nationalpark Yasuni Debatte Nützlichkeit Nützlichkeitsprinzip ITT ITT Initiative Fond Dirk Niebel Entwicklungsminister Entwicklung Entwicklungshilfe Gerechtigkeit gerecht Glück Unglück Moralphilosophie Öl Ölförderung Unterlassung Artenvielfalt Lebensraum Flora Fauna Problem Politiker Bohrung indigene Völker Völker Stämme indigene Tierwelt Pflanzenwelt Ölfelder Entwicklungsland Entwicklungsländer Lateinamerika
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Anne B. (Author), 2012, Der Utilitarismus nach Mill angewendet auf die Yasuni-ITT-Initiative der ecuadorianischen Regierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200774
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