Ludwig der Fromme - Familienstreit um das Reich

Die Auseinandersetzung Ludwigs des Frommen mit seinen Söhnen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

21 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Fall Bernhards von Italien

3. Die Aufstände der eigenen Söhne
3.1 Die erste Entmachtung Ludwigs des Frommen 830
3.2 Der vergebliche Versuch der einzelnen Brüder die Herrschaft zu erlangen 832
3.3 Die zweite Entmachtung Ludwigs des Frommen 833
3.4 Der Sinneswandel der jüngeren Brüder und die Wiedereinsetzung Kaiser Ludwigs

4. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Regierungszeit Ludwigs des Frommen[1] war seit seiner geänderten Erbschaftsregelung von starken Querelen und Auseinandersetzungen mit Verwandten und später sogar mit seinen eigenen Söhnen gekennzeichnet. Die von Ludwig dem Frommen eingeführte Ordinatio imperii von 817 stand in klarem Widerspruch zu der bis dahin gültigen Divisio regnorum, die nach altem fränkischen Brauch das Herrschaftsgebiet unter allen männlichen Erben gleich aufteilte. Selbst Karl der Große, Vater Ludwigs des Frommen, sah im Jahr 806 vor, das Reich unter seinen Söhnen aufzuteilen. Lediglich der plötzliche Tod seiner Brüder machte Ludwig den Frommen 814 zum einzigen rechtmäßigen Erben der Kaiserkrone und des Gesamtreichs. Die Sonderregelung für das Kaisertum, die nun Ludwig der Fromme vorsah, bevorzugte in erster Linie seinen Erstgeborenen, Lothar. Dieser wurde 817 in Aachen zum Mitkaiser gekrönt und ihm somit auch die Nachfolge im Kaisertum, sowie damit verbunden eine Art „außerpolitische“ Hoheit über das Gesamtreich angedacht. Die nachgeborenen Söhne Pippin und Ludwig wurden ihm dabei untergeordnet und konnten nur auf „innenpolitischer“ Ebene in ihren Teilreichen entscheiden. Pippin in Aquitanien, Ludwig im östlichen Teil des Reiches.[2]

Trotz dieses radikalen Bruchs mit dem fränkischen Erbschaftsbrauch regt sich kein Widerstand der eigenen Söhne gegen das Vorgehen des Vaters. Lediglich König Bernhard von Italien, Sohn Pippins, des Bruders Ludwigs des Frommen, und damit sein Neffe, der von Karl dem Großen dort eingesetzt worden war, wehrte sich gegen die neuen Bestimmungen der Ordinatio imperii, da er seine Herrschaft über Italien gefährdet sehen musste. Trotz eines nachweislich geleisteten Treueides, bei dem er sich dem neu gekrönten Ludwig als Vasall anbot, begehrt er jetzt gegen den Kaiser auf. Sein Aufstand wird jedoch rasch durch die Truppen Ludwigs niedergeschlagen. Der zunächst zum Tode verurteilte Bernhard wird durch das Einlenken des Kaisers nicht hingerichtet, sondern lediglich durch dessen Räte geblendet. Dennoch verstarb dieser an den Folgen der Prozedur drei Tage später.

Thegan[3], einer der wichtigsten Chronisten der Zeit und damit auch Autor der aufschlussreichsten Quellen zur Regentschaft Ludwigs des Frommen, stellt bereits an dieser Stelle den Kaiser nicht als rein pragmatisch handelnden Souverän dar, sondern breitet auch dessen seelische Zerrissenheit vor dem Leser aus: „A ls der Kaiser dies hörte, weinte er in großem Schmerz lange Zeit, legte vor allen Bischöfen eine Beichte ab und nahm nach ihrem Richterspruch eine Buße[4] auf sich.[5]

Die ältere Forschung[6] legte die Bereitschaft zu einem solchen Bußakt als persönliche Schwäche Ludwigs und als Minderung der kaiserlichen Autorität aus. Heute gilt dies eher als Ausdruck eines religiös-kirchlich geprägten Herrscherethos.[7]

Als Ludwig der Fromme 823 für seinen jüngsten Sohn Karl aus 2. Ehe mit Judith, der Tochter des Alemannenkönigs und schwäbischen Grafen Welf I., gegen seine selbst aufgestellte Nachfolgeregelung von 817 verstößt indem er für diesen ein neues Teilreich schaffen will, eskaliert der Konflikt mit seinen drei Söhnen aus erster Ehe erstmals. Die Dekade zwischen 830 bis zum Tod Ludwigs des Frommen 840 steht nun im Zeichen familiärer Streitigkeiten zwischen dem Vater und seinen Söhnen.

In der Folge der Auseinandersetzungen kommt jedoch wider Erwarten niemand der Beteiligten ernsthaft zu Schaden. Grund hierfür scheinen die familiären Bande zu sein, die bei jeder erneuten Konfrontation den Tod des anderen verhindern. Ganz im Gegenteil: Schenkt man den Schilderungen Thegans Glauben, muss man sogar davon ausgehen, dass es sich tatsächlich um Vaterliebe handelt, wenn Lothar nach der gescheiterten Festnahme des Vaters ungestraft davon kommt und lediglich mit einem Treueid bekräftigen muss: „ ...dass er solches künftig nie mehr tun würde.

Trotz dieses Hochverrats gibt es in den Quellen keinerlei Hinweis auf irgendeine Art der körperlichen Bestrafung. Bedenkt man den Fall Bernhards, bei dessen Blendung Thegan davon spricht, dass nach fränkischem Gesetz eigentlich die Hinrichtung die gängige Praxis sei[8], verwundert der freundliche Umgang nach dieser Verschwörung doch sehr.

Zudem bleibt dies kein Einzelfall: 832 zieht der gleichnamige Sohn Ludwigs eine Streitmacht in Lorsch gegen den Vater zusammen. Abermals endet die Situation kampflos: „ Da kehrte sein Sohn nach Hause zurück, erwartete das Heranrücken des Vaters und wollte sich zur Wehr setzen. Als aber der Vater sich näherte, entbot er den Sohn zu sich und nahm ihn gnädig auf; sie hatten eine friedliche Unterredung, und nach einigen Tagen trennten sie sich in großer Liebe.

Es stellt sich daher die Frage danach, was Ludwig den Frommen dazu bewogen hat, bei jeder Verschwörung gegen ihn Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Gerade in Bezug auf den immer wieder auflodernden Ungehorsam seiner Söhne, die sich gegen den geänderten Reichsteilungsplan von 823 zu widersetzen scheinen, ist er mehr als nachgiebig und vergibt sehr schnell. Insbesondere der Chronist Thegan spricht in diesem Zusammenhang immer wieder von großer Liebe oder gar Vaterliebe gegenüber seinen Söhnen und suggeriert dem Leser auch in vielerlei Geschehnissen, dass diese auf die familiären Bande zurückzuführen seien. Diese Arbeit wird an Hand aufschlussreicher Quellen[9] versuchen dem nachzugehen, um herauszufinden, ob es sich tatsächlich bei den Beweggründen um einen reinen Akt der Liebe innerhalb der Familie handelt, oder ob möglicherweise ganz andere, außer-familiäre Umstände den Kaiser zu seinen Handlungen bewogen haben. Gerade die ältere Forschung hat nämlich die Handlungen Kaiser Ludwigs gerne als Schwächen ausgelegt. Dem gegenüber sieht die neuere Forschung viele Taten Ludwigs als Zeichen für die Demut und Reformbereitschaft eines christlichen Herrschers. Äußere Einflüsse, die die innere Stabilität des Gesamtreichs betreffen, und damit auch die Entscheidungen des Herrschers mitbestimmen, wurden dagegen wenig beachtet und nur vereinzelt in die Gesamtbewertung der Regentschaft Ludwigs mit eingebracht.

2. Der Fall Bernhards von Italien

Bernhard, geboren um 797, war seit 812/13 Unterkönig von Italien in der Nachfolge seines verstorbenen Vaters Pippin, welcher von Karl dem Großen noch selbst dort eingesetzt wurde.[10] Da Ludwig der Fromme der Bruder Pippins war, machte das Bernhard zu dessen Neffen und schuf so eine direkte familiäre Linie zwischen diesen.[11]

Als Ludwig der Fromme 813 Kaiser über das gesamte Frankenreich wird, da seine übrigen Brüder vor dem Inkrafttreten der Divisio regnorum Kaiser Karls der Großen versterben, kommt auch Bernhard an seinen Hof[12] um sich in den Dienst des neuen Herrschers zu stellen um damit auch seine eigene Regentschaft zu sichern. Thegan vermerkt hierzu: „ Zur gleichen Zeit kam Bernhard, der Sohn von Ludwigs Bruder Pippin, stellte sich ihm als Vasall und leistete ihm den Treueid. Der Herr Ludwig nahm ihn freudig auf und beehrte ihn mit großen und ehrenvollen Geschenken; er erlaubte ihm, unbehelligt nach Italien zurückzukehren.[13]

Die Quellenpassage hat rein narrativen Charakter und ist nicht wertend, was man hätte vermuten können, ist das Werk Thegans doch erst nach dem eigentlichen Geschehen verfasst worden. Nach Ludwigs Ordinatio imperii von 817 musste Bernhard seine Herrschaft über Italien extrem gefährdet sehen, da das Mittelreich mit Italien an den künftigen Kaiser Lothar fiel. „ Im selben Jahr erhob sich Bernhard, der Sohn Pippins von einer Konkubine, und von schlechten Menschen gegen seines Vaters Bruder angestiftet, wollte er ihn aus der Herrschaft verdrängen – er war nämlich von gewissenlosen Ratgebern umgeben.[14] Thegan weist hier auf einen weiteren Grund für die Verschwörung hin: Eine Konkubine. Die Bemerkung Thegans wird durch einen Eintrag im St. Galler Verbrüderungsbuch gestützt. Ernst Tremp sieht gerade in dieser Abstammung aus einer „ als Friedelverbindung begonnenen Ehe “ den Grund, warum Bernhard die legitime Thronfolge Pippins verwehrt blieb.[15] Die Ordinatio imperii von 817 schloss zudem erstmals

in eindeutiger Weise – ohne Bernhards Seitenlinie zu erwähnen – illegitime Söhne von der Erbfolge im Reich aus.

Neben der Meinung Tremps gibt es jedoch auch Zweifler, die davon ausgehen, dass Bernhard ein ehelicher Sohn war und nur im Nachhinein durch Thegan verunglimpft wird.[16]

Dennoch ändert auch das nichts an der Tatsache, dass Bernhards Tod dem Kaiser sehr nahe zu gehen scheint und er hierfür sogar eine öffentliche Buße auf sich nimmt. Bernhard war ja immer noch ein direkter Verwandter. Ob nun für die Erbfolge ehelich oder nicht, scheint in dem Fall keine Rolle zu spielen. Wenn doch, würde es jedoch eher die Meinung Tremps zerstreuen und für einen erbberechtigten Sohn sprechen.

Der Fall Bernhard offenbart erstmals die Leidensfähigkeit Ludwigs des Frommen, als auch dessen Milde im Fall der Minderung der Todesstrafe in Blendung. Der im Anschluss an den Tod Bernhards öffentlich abgehaltene Bußakt in Attigny 822 zeigt zum einen die Wichtigkeit die Ludwig in diesem Akt sah, zum anderen, muss eine solche Buße aber nicht explizit Ausdruck der eigenen Gefühle über die Tat sein, sondern kann auch als Verkörperung der Ideals eines christlichen Herrschers verstanden werden. So war gerade der öffentliche Bußakt im 9. Jahrhundert häufig als Gleichnis mit dem Kaiser Theodosius verstanden worden. Gerade die neuere Forschung meint hierin den religiös-kirchlich geprägten Herrscherethos zu erkennen.

Wahre Liebe als Beweggrund ist an dieser Stelle nun sehr schwer greifbar, da zum einen Ludwig und Bernhard sich persönlich kaum kannten und zum anderen dadurch bedingt, sie dadurch keine so enge Beziehung zueinander aufbauen konnten. Die von Thegan beschriebenen Schmerzen und seelischen Qualen, die Ludwig erlebt haben soll, erscheinen dadurch eher als Erhöhung des Kaisers durch die Eigenschaft der Milde und des Mitgefühls, bleiben aber definitiv hinter realen Gefühlsregungen außen vor.

3. Die Aufstände der eigenen Söhne

Bereits 817, im dritten Jahr seiner Herrschaft, regelt Ludwig der Fromme seine Nachfolge. Gemutmaßt wird, dass diese schnelle Entscheidung auf einen schweren Unfall zurückzuführen sei, den Ludwig nur knapp überlebte. In der so genannten Ordinatio imperii teilt er das Reich nicht wie es dem fränkischen Brauch entsprochen hätte und wie es auch Karl der Große in seiner Divisio regnorum von 806 vorgesehen hat gleichermaßen unter seinen drei Söhnen auf, sondern fand eine Sonderregelung für das Kaisertum: Lothar, der älteste Sohn wurde durch Ludwig den Frommen in Aachen zum Mitkaiser gekrönt. Ihm stand die Nachfolge im Kaisertum zu und er sollte eine Art „außerpolitische“ Hoheit über das Gesamtreich erhalten.

Die nachgeborenen Brüder Pippin und Ludwig wurden ihm untergeordnet und konnten nur auf „innenpolitischer“ Ebene in ihren Teilreichen entscheiden: Pippin in Aquitanien, Ludwig im östlichen Teil des Frankenreichs. Obwohl die Söhne über das Vorgehen des Vaters entrüstet waren, kam es hier noch nicht zum Aufstand. Sie fügten sich den Anordnungen Ludwigs des Frommen.

Neue Probleme entstanden durch Ludwigs 819 geschlossene zweite Ehe mit Judith, der ebenso schönen wie willensstarken Tochter des schwäbischen Grafen Welf I.. Benedikt von Aniane, Ludwigs wichtigster Berater, verstirbt 821. Mit ihm erlahmt die kirchliche Reformbewegung völlig. War das Itinerar Ludwigs des Frommen bisher ganz auf Aachen konzentriert gewesen, so ist ab jetzt eine stärkere Reisetätigkeit zu beobachten: Zu den Pfalzen nach Frankfurt und Ingelheim beispielsweise. Für Judith verstieß Ludwig gegen die von ihm selbst aufgestellte Nachfolgeregelung, als er für Karl, den 823 geborenen Sohn aus seiner zweiten Ehe, ein neues Teilreich schaffen wollte.

Zugleich regte sich am Hof Unmut über den starken Einfluss Judiths auf den Kaiser. So schickte Ludwig 823 sicherlich auch auf ihr Drängen hin seinen erstgeborenen Sohn und Mitkaiser Lothar nach Italien und verwies Abt Wala von Corbie vom Hof. „ Im nächsten Jahr kam er nach Worms, wo er seinen Sohn Karl, der von der Kaiserin Judith geboren worden war, das alemannische und rätische Land sowie einen Teil von Burgund[17] übergab, dies in Gegenwart seiner Söhne Lothar und seines gleichnamigen Sohnes. Sie ebenso wie ihr Bruder Pippin entrüsteten sich darüber.[18][19] Zugleich regte sich am Hof Unmut über den starken Einfluss Judiths auf den Kaiser. So schickte Ludwig 829 sicherlich auch auf ihr Drängen hin seinen erstgeborenen Sohn und Mitkaiser Lothar nach Italien und verwies Abt Wala von Corbie vom Hof.

3.1 Die erste Entmachtung Ludwigs des Frommen 830

Als Ludwig der Fromme ausgerechnet während der Fastenzeit 830 zu einem nicht akut notwendigen Feldzug gegen die Bretonen aufruft, der vermutlich von den innenpolitischen Schwierigkeiten ablenken soll, kommt es im April 830 zum offenen Aufstand. Schieffer und Boshof deuten diesen als „ loyale Palastrebellion[20], d. h. führende Große am Hof des Königs stellen sich aus Loyalität gegen Ludwig – im Bewusstsein, ihn damit vor schlechten Ratgebern zu schützen und die Reichseinheit, die Ludwig mit seiner Ordinatio imperii von 817 eigentlich auch im Sinn hatte, zu retten. „ Im nächsten Jahr brach der Herr Kaiser von der Pfalz Aachen auf und begab sich nach Compiègne[21] , wo ihm sein Sohn Pippin mit den vornehmsten Großen des Vaters entgegentrat, mit dem Erzkapellan Hilduin[22] und Bischof Jesse von Amiens[23] , Hugo und Matfrid[24] , dem Abt Helisachar, Gottfried[25] und vielen anderen Treulosen. Sie wollten den Herrn Kaiser aus seiner Herrschaft vertreiben. Dies verhinderte sein geliebter gleichnamiger Sohn.[26] Was Ludwig den Deutschen dazu bewegt haben könnte, in diesem Fall Partei für den Vater zu ergreifen, darüber schweigen die Quellen. Eine mögliche Erklärung wäre, dass sich die Schaffung eines neuen Teilreichs für Karl nicht auf die ihm zugesprochenen Gebiete ausgewirkt hätte, und er somit keinen (ersichtlichen) Grund für einen Aufstand hatte.[27] Zudem könnte es bereits hier eine Absprache zwischen dem Kaiser und seinem Sohn Ludwig bezüglich einer Gebietsvergrößerung seines Teilreichs gegeben haben.[28] Lothar wurde aus Italien zurückgeholt und wieder zum Mitregenten gemacht, die Kaiserin Judith in ein Kloster in Poitiers verbannt.

[...]


[1] Ludwig I., genannt Ludwig der Fromme, frz. Louis le Pieux (* Juni/August 778 in Chasseneuil bei Poitiers; † 20. Juni 840 in Ingelheim am Rhein), war König des Fränkischen Reiches (in Aquitanien seit 781, im Gesamtreich seit 814) und Kaiser (813–840).

[2] Der Chronist Einhard hält dies für das Jahr 817 in seinen Annalen fest: „ ...hier krönte er seinen erstgeborenen Sohn Hlothar und teilte mit ihm den Namen und die Gewalt des Kaisers, die anderen Söhne nannte er Könige und setzte den einen über Aquitanien, den anderen über Baiern.

[3] Theganus, Gesta Hludowici imperatoris, hrsg. und übers. von Ernst Tremp, Hannover 1995.

[4] Öffentliche Kirchenbuße auf der Reichsversammlung von Attigny 822.

[5] Theganus, C. 23, S. 213; Die öffentliche Buße orientiert sich an der des Kaisers Theodosius I. (379-395) vor Ambrosius von Mailand im Jahr 390, ein im 9. Jahrhundert häufig zitiertes Vorbild für die Demut des christlichen Herrschers; Vgl.: Rudolf Schieffer, Von Mailand nach Canossa, Ein Beitrag zur Geschichte der christlichen Herrscherbuße von Theodosius dem Großen bis zu Heinrich IV., in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 28 (1972), S. 333-370. S. 354f..

[6] Bernhard Simson, Jahrbücher des Fränkischen Reichs unter Ludwig dem Frommen, 2 Bde., Leipzig 1874-1876, S. 179ff..

[7] Louis Halphen, Charlemagne et l'Empire carolingien, Pais 1949, S. 247-250.

[8] Theganus, C. 30, S. 385.

[9] Hauptsächlich werden die betreffenden Quellenauszüge Thegans herangezogen, da dessen Beschreibung der Vorkommnisse zumeist auf die innerfamiliären Bande hinweist, welche die Handlungen Kaiser Ludwigs und seiner Söhne maßgeblich beeinflusst haben sollen.

[10] Nach dem Tode seines Vaters (8. Juli 810) im Kloster Fulda erzogen, wurde er erstmals im Sommer 812 von Karl dem Großen in die zwischenzeitlich Königsboten anvertraute Reichsverwaltung Italiens eingesetzt und zur Sarazenenabwehr abgesandt. Obwohl er schon Ende 812 in italienischen Privaturkunden als König bezeichnet worden ist, wurde er erst auf dem Aachener Reichstag (September 813) offiziell als rex Langobardorum eingesetzt, doch trat er damit nicht in die seinem Vater 806 zugedachten Herrschaftsrechte in Bayern und Alemannien südlich der Donau ein; siehe auch: Bartolomeo Malfatti, Bernardo re d'Italia, Rom, 1876.

[11] Gustav Eiten, Das Unterkönigtum im Reiche der Merowinger und Karolinger, Heidelberg 1907, S. 49-58.

[12] Im Jahr 814.

[13] Theganus, C. 12, S. 207.

[14] Theganus, C. 22, Sp. 5-8, S. 225.

[15] Ernst Tremp, MGH SS rer. Germ. 7, 64, S. 211, Anm. 127. Siehe auch: Ernst Tremp, Thegan und Astronomus, die beiden Geschichtsschreiber Ludwigs des Frommen, in: Charlemagne's Heir, Goldman/ Collins (Hg.), Oxford, 1990, S. 691 – 700.

[16] Siehe hierzu: Karl Ferdinand Werner, Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000, in: Wolfgang Braunfels, Karl der Große Lebenswerk und Nachleben, Bd. IV, S. 445; siehe auch: Reinhold Rau, Thegan, Das Leben Kaiser Ludwigs des Frommen, in: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte,

Erster Teil (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 5), Darmstadt 1974, S. 213.

[17] Bei dem Gebiet handelte es sich wahrscheinlich die romanische Westschweiz.

[18] Die Ausstattung Karls mit einem Reichsteil zu Lasten Lothars auf der Reichsversammlung von Worms im August 829 wurde als klarer Bruch mit der Ordinatio imperii von 817 empfunden; siehe hierzu: François L. Ganshof, Observations sur l'Ordinatio Imperii de 817, in: Festschrift Guido Kisch. Rechtshistorische Forschungen anläßlich des 60. Geburtstags dargebracht von Freunden, Kollegen und Schülern, Stuttgart 1955, S. 30f.

[19] Theganus, C. 35, S. 235.

[20] Siehe hierzu: Egon Boshof, Kaiser Ludwig der Fromme. Überforderter Erbe des großen Karl? In: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, Nr. 103 (2001), S. 7–28; siehe auch: Egon Boshof, Ludwig der Fromme, Darmstadt 1996; Rudolf Schieffer, Ludwig 'der Fromme'. Zur Entstehung eines karolingischen Herrscherbeinamens, in: Frühmittelalterliche Studien 16 (1982), S. 58–73.

[21] Zur Reichsversammlung, die wahrscheinlich im Mai 830 stattfand.

[22] Hilduin d. Ä. von St-Denis, Erzkapellan (819-830).

[23] Bischof von Amiens seit 799, abgesetzt 830 (Theganus, C. 37), wiedereingesetzt 833 (Theganus, C. 44), gestorben 836/37 in Italien; siehe hierzu: Simson, Jahrbücher 1, S. 363f.

[24] Die 828 abgesetzten Grafen von Tours und Orléans.

[25] Vielleicht handelt es sich um Alemannische Grafen; vergleiche hierzu: Tremp, Studien, S. 123f.

[26] Theganus, C. 36, Spalte 15-5, S. 235f.

[27] Zum verhalten Ludwigs des Deutschen in der Empörung von 830 siehe: Simson, Jahrbücher 1, Exkurs V, S. 385f.

[28] Beleg hierfür könnte die undatierte Regni divisio sein, die nach der Wiedereinsetzung des Kaisers die Teilung des Reiches neu ordnet und das Herrschaftsgebiet Lothars klar schmälert.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Ludwig der Fromme - Familienstreit um das Reich
Untertitel
Die Auseinandersetzung Ludwigs des Frommen mit seinen Söhnen
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Ehre-Liebe-Treue, Motivation und Motive adeligen Handelns im Früh- und Hochmittelalter
Note
2,1
Autor
Jahr
2011
Seiten
21
Katalognummer
V200799
ISBN (eBook)
9783656277989
ISBN (Buch)
9783656278740
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ludwig der Fromme, Reichsteilung, Karl der Große, ordinatio imperii, vertrag von verdun 843, ludwig der deutsche, lothar I., karl der kahle
Arbeit zitieren
Dennis Heydegger (Autor), 2011, Ludwig der Fromme - Familienstreit um das Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200799

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