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Ludwig der Fromme - Familienstreit um das Reich

Die Auseinandersetzung Ludwigs des Frommen mit seinen Söhnen

Title: Ludwig der Fromme - Familienstreit um das Reich

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 21 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Dennis Heydegger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die Regierungszeit Ludwigs des Frommen war seit seiner geänderten Erbschaftsregelung von starken Querelen und Auseinandersetzungen mit Verwandten und später sogar mit seinen eigenen Söhnen gekennzeichnet. Die von Ludwig dem Frommen eingeführte Ordinatio imperii von 817 stand in klarem Widerspruch zu der bis dahin gültigen Divisio regnorum, die nach altem fränkischen Brauch das Herrschaftsgebiet unter allen männlichen Erben gleich aufteilte. Selbst Karl der Große, Vater Ludwigs des Frommen, sah im Jahr 806 vor, das Reich unter seinen Söhnen aufzuteilen. Lediglich der plötzliche Tod seiner Brüder machte Ludwig den Frommen 814 zum einzigen rechtmäßigen Erben der Kaiserkrone und des Gesamtreichs. Die Sonderregelung für das Kaisertum, die nun Ludwig der Fromme vorsah, bevorzugte in erster Linie seinen Erstgeborenen, Lothar. Dieser wurde 817 in Aachen zum Mitkaiser gekrönt und ihm somit auch die Nachfolge im Kaisertum, sowie damit verbunden eine Art „außerpolitische“ Hoheit über das Gesamtreich angedacht. Die nachgeborenen Söhne Pippin und Ludwig wurden ihm dabei untergeordnet und konnten nur auf „innenpolitischer“ Ebene in ihren Teilreichen entscheiden. Pippin in Aquitanien, Ludwig im östlichen Teil des Reiches...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Fall Bernhards von Italien.

3. Die Aufstände der eigenen Söhne.

3.1 Die erste Entmachtung Ludwigs des Frommen 830.

3.2 Der vergebliche Versuch der einzelnen Brüder die Herrschaft zu erlangen 832.

3.3 Die zweite Entmachtung Ludwigs des Frommen 833.

3.4 Der Sinneswandel der jüngeren Brüder und die Wiedereinsetzung Kaiser Ludwigs.

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Regierungszeit Ludwigs des Frommen und die konfliktreichen Auseinandersetzungen mit seinen Söhnen. Dabei wird analysiert, ob das Handeln des Kaisers primär durch familiäre Bindungen und Vaterliebe oder durch machtpolitische Kalküle und äußere Zwänge geprägt war.

  • Die Ordinatio imperii von 817 und der Bruch mit fränkischen Traditionen
  • Der Fall Bernhards von Italien als frühes Beispiel für Konfliktbewältigung
  • Analyse der innerfamiliären Aufstände zwischen 830 und 833
  • Die Rolle der Chronistik, insbesondere der Quelle Thegans
  • Politische versus emotionale Beweggründe in der karolingischen Herrschaft

Auszug aus dem Buch

3.3 Die zweite Entmachtung Ludwigs des Frommen 833

Abermals zu Ostern muss Kaiser Ludwig sein Heer in Bewegung setzen, da sich nun alle drei Brüder gemeinsam gegen ihn auflehnen. Auf dem sogenannten Lügenfeld zwischen Straßburg und Basel steht sich nun das kaiserliche Heer des Vaters dem vereinigten Heer der Söhne gegenüber. Papst Gregor IV. sollte auf Geheiß Lothars als eine Art Mediator zwischen den Lagern fungieren um damit einen Kampf zu vermeiden und den Vater zur Einsicht zu bringen. Die in den Quellen nicht näher bestimmten Forderungen, welche der Kaiser strikt ablehnte, waren mit hoher Wahrscheinlichkeit der Wunsch nach der Wiederherstellung der Ordinatio imperii von 817.

Unglücklicherweise fällt bald ein Großteil der Kaisertreuen von Ludwig dem Frommen ab und läuft zum Lager der Söhne über. „Darauf berieten einige, daß sie den Kaiser verlassen und zu seinen Söhnen übergehen könnten, vor allem jene, die ihn schon früher beleidigt hatten; ihnen folgten die Übrigen. In einer Nacht verließ ihn der größte Teil; sie ließen ihre Zelte zurück und gingen zu den Söhnen über.“

Um Blutvergießen zu vermeiden, gibt Kaiser Ludwig nun doch nach und schickt einige Getreue ins Lager der Söhne: „Geht zu meinen Söhnen. Ich will nicht, daß jemand meinetwegen das Leben oder auch nur ein Glied verliere.“ Die angebliche Aussage des Kaisers rühmt ihn zwar sehr und suggeriert durchaus hohe Qualitäten als Herrscher und als Vater, muss aber dennoch auch kritisch als reiner Selbstzweck gesehen werden: Seine Söhne hatten bereits im Vorfeld seine Gemahlin Judith in ihre Gewalt gebracht. Möglicherweise diente sie ihnen in der Auseinandersetzung auch als Druckmittel bei der Entscheidungsfindung des Vaters. Deshalb kann die Aussage Ludwigs auch nicht direkt auf die Unversehrtheit der Söhne ausgelegt, und damit auch kein Gefühl der Vaterliebe hinein gedeutet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die problematische Erbfolgeregelung unter Ludwig dem Frommen und den daraus resultierenden Konflikt mit seinen Söhnen.

2. Der Fall Bernhards von Italien.: Das Kapitel analysiert den Aufstand Bernhards, die kaiserliche Reaktion durch Blendung und die anschließende öffentliche Buße Ludwigs.

3. Die Aufstände der eigenen Söhne.: Hier wird der chronologische Verlauf der familiären Konflikte und die Neuordnung der Reichsteilung dargelegt.

3.1 Die erste Entmachtung Ludwigs des Frommen 830: Dieses Kapitel behandelt die erste Rebellion gegen den Kaiser und die Rolle der Söhne sowie der Großen bei diesem Umsturzversuch.

3.2 Der vergebliche Versuch der einzelnen Brüder die Herrschaft zu erlangen 832: Der Text untersucht die erneuten Unruhen des Jahres 832 und das kampflose Ende der Konfrontationen.

3.3 Die zweite Entmachtung Ludwigs des Frommen 833: Dieser Abschnitt beschreibt das Ereignis auf dem Lügenfeld, den Abfall der kaisertreuen Anhänger und die Gefangennahme Ludwigs.

3.4 Der Sinneswandel der jüngeren Brüder und die Wiedereinsetzung Kaiser Ludwigs: Das Kapitel erläutert die veränderte politische Konstellation, die zur Befreiung Ludwigs und zur erneuten Unterwerfung Lothars führte.

4. Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Thesen zur Rolle der Politik versus Familienliebe in der Regentschaft Ludwigs resümiert.

Schlüsselwörter

Ludwig der Fromme, Karolinger, Ordinatio imperii, Lothar, Pippin, Thegan, Herrschaftslegitimation, Reichsaufstand, Lügenfeld, Familienbande, Mittelalter, Politik, Bernhard von Italien, Erbfolgeregelung, Kaiserethos

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Regierungszeit Ludwigs des Frommen im Kontext der Konflikte mit seinen Söhnen und untersucht, welche Motivationen hinter seinen Handlungen standen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die karolingische Erbfolgeregelung, die innere Stabilität des Reiches, der Einfluss familiärer Beziehungen und die christliche Herrscherethik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob Ludwigs Milde gegenüber aufständischen Familienmitgliedern auf tatsächliche Vaterliebe zurückzuführen ist oder ob politische Kalkulationen und Machtdemonstrationen überwogen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Texte, insbesondere unter Einbeziehung der Chronik des Thegan, sowie unter Berücksichtigung moderner Forschungskontroversen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Falls Bernhard von Italien und die detaillierte Betrachtung der Aufstände der Söhne des Kaisers zwischen 830 und 833.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reichseinheit, Primogenitur, loyale Palastrebellion, christliches Herrscherethos und innerfamiliäre Konflikte beschreiben.

Welche Bedeutung hat der "Fall Bernhard von Italien" für die Arbeit?

Dieser Fall wird als frühes Indiz für die Milde Ludwigs gewertet, die in einem spannungsreichen Verhältnis zu den damaligen rechtlichen Praktiken steht.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der "Vaterliebe" in den Quellen?

Die Arbeit steht der in den Quellen suggerierten Darstellung von Vaterliebe kritisch gegenüber und hinterfragt diese als Idealisierung des Kaisers durch den Chronisten Thegan.

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Details

Title
Ludwig der Fromme - Familienstreit um das Reich
Subtitle
Die Auseinandersetzung Ludwigs des Frommen mit seinen Söhnen
College
University of Heidelberg  (Historisches Institut)
Course
Ehre-Liebe-Treue, Motivation und Motive adeligen Handelns im Früh- und Hochmittelalter
Grade
2,1
Author
Dennis Heydegger (Author)
Publication Year
2011
Pages
21
Catalog Number
V200799
ISBN (eBook)
9783656277989
ISBN (Book)
9783656278740
Language
German
Tags
Ludwig der Fromme Reichsteilung Karl der Große ordinatio imperii vertrag von verdun 843 ludwig der deutsche lothar I. karl der kahle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Heydegger (Author), 2011, Ludwig der Fromme - Familienstreit um das Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200799
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