Deutsche Frühdrucker in Rom


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

22 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Frühdruck in Deutschland

3. Die deutschen Prototypographen Konrad Sweynheym, Arnold Pannartz und Ulrich Han
3.1 Konrad Sweynheym und sein Partner Arnold Pannartz
3.2 Ulrich Han

4. Rom als Anziehungspunkt der deutschen Frühdrucker

5. Hohe Konkurrenz und frühe Absatzkrise – auch die Weltstadt Rom bleibt nicht verschont

6. Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abbildung

1. Einleitung

Bereits kurz nach dem Tod Johannes Gutenbergs[1] 1468 in Mainz verbreitete sich der von ihm entwickelte Buchdruck mit beweglichen Metall-Lettern mit rasanter Geschwindigkeit in ganz West- und Südeuropa. Nicht Zuletzt lag das an der unwirtschaftlichen Entwicklungsphase, die es Gutenberg abverlangte von Fust im Jahr 1450 ein Darlehen in Höhe von 800 Gulden für sein Projekt aufzunehmen. Als Gutenberg 1455 das geliehene Geld nicht zurückzahlen konnte, viel die gesamte Druckerei an Fust, der an Gutenbergs Stelle Peter (Petrus) Schöffer, vermutlich einen in dessen Technik eingeweihten ehemaligen Mitarbeiter einsetzte.

Selbst nach der Fertigstellung des neuartigen Druckverfahrens bescherte es also Gutenberg nicht den erhofften finanziellen Durchbruch, da kaum Vorteile gegenüber der herkömmlichen Vervielfältigung bestanden: Die Kolorierungen mussten nach dem Druck (der selbst schon enormer Präzision bedurfte) per Hand ausgeführt werden, zudem war das setzen der Lettern für jede neue Seite bei kleinen Auflagen unwirtschaftlich, bei Großauflagen wie dem Druck einer Bibel jedoch ebenso, da hier vorgefertigte Druckplatten immer wieder verwendet werden konnten, da sich der zu Grunde liegende Text ja nicht änderte.

Trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten und der Vormachtstellung der Buchmalerei, sowie des herkömmlichen Druckverfahrens mittels feststehender Lettern, musste die Nachfrage für damalige Verhältnisse enorm gewesen sein. Zum Einen herrschte bei der Kirche ein steter Bedarf an qualifizierten Druckern und ihrem Können um möglichst schnell eine größtmögliche Verbreitung von Bullen und Flugschriften zu erreichen, zum Anderen erwachte in dieser Zeit der Bedarf nach Humanistischen- und Astronomischen Werken sowie Antiken Schriften beim Adel, als auch im zumeist durch den transalpinen Handel erstarkten Bürgertum der Städte.[2] Das meist gedruckte Buch blieb dennoch die Bibel, gefolgt von sogenannten Donaten wie der „ ars minor[3], einer lateinischen Wortartenlehre, die sich als Standardwerk seit der Spätantike und im gesamten Mittelalter an ein Anfängerpublikum wendet.[4]

Gerade die hier eintretende Fluktuation der deutschen Frühdrucker über die Alpen[5][6] widerlegt die allgemein geläufige These des eingleisigen Wissensaustauschs der Renaissance von Italien nach Nordeuropa.

Wenn man bedenkt, dass gerade erst das neuartige Druckverfahren die rasante Verbreitung der Renaissance länderübergreifend möglich machte ist der Beitrag der deutschen Auswanderer beachtlich und vergleichbar mit dem Niederländischen Realismus Jan van Eycks[7] der sich bis nach Italien verbreitete und dort den Idealtypus ablöste.[8]

In meiner Arbeit über das Thema der Frühdrucker in Rom werde ich stark auf die neueren Forschungsergebnisse von Arnold Esch zurückgreifen, da dieser viele grundlegende Thesen der älteren Forschung Haeblers[9] an Hand intensiver Quellenstudien widerlegen konnte. Das Thema ist im Allgemeinen recht gut erforscht, jedoch bereits bei der Frage nach den persönlichen Beweggründen der deutschen Drucker, die sich in Italien niederließen, stößt die Forschung an ihre Grenzen, selbst Esch muss eingestehen, dass er darüber nur Mutmaßungen anstellen kann, jedoch keinerlei Belege hat, da bisher keinerlei Quellen in Form von Briefen, Viten oder ähnlichem gefunden wurden.

Die Frage danach, ob Italien, in diesem Fall spezifisch Rom, für die Auswanderer nur als „Karrieresprungbrett“ dienen sollte, lässt sich ebenso schwer eindeutig klären, da sich nicht eindeutig nachweisen lässt, ob die Anwärterschaft auf Pfründen tatsächlich ihr oberstes Ziel darstellte. Letztlich ließe sich wohl nur ein gewisser Trend durch den Vergleich aller in Rom ansässigen Drucker mit den Päpstlichen Registen der Zeit herausarbeiten, wie es Esch bereits in Einzelfällen bei Ulrich Han (Ulricus Han)[10] oder Konrad Sweynheym(Conradus Sweinheym)[11] belegte[12].

Mein Hauptaugenmerk werde ich daher darauf richten, was Italien, und im speziellen Rom, aus berufstechnischer Sicht in dieser Zeit attraktiv machte, wo aber auch die möglichen Nachteile eines Berufsstarts liegen konnten. Hierzu werde ich neben den Päpstlichen Registen[13] für statistische Erhebungen den Gesamtkatalog der Wiegendrucke[14] heranziehen. Zudem erscheint es mir fruchtbar die über die Schlüsselfigur des Kardinals Johannes Turrecremata (Torquemada) eng miteinander verwobenen Drucker Ulrich Han und Konrad Sweynheym, sowie dessen Kollegen Arnold Pannartz näher zu beleuchten.

2. Der Frühdruck in Deutschland

Nachdem Fust 1455 Gutenbergs Druckerei in Mainz übernahm dauerte es noch circa 6 Jahre bis sich ähnliche Drucker mit dieser Technik an anderen Orten nachweisen lassen. Dazu zählten in erster Linie die Sitze der Erzbischöfe und Bischöfe.[15] 1461 wurde bereits in Bamberg von Albrecht Pfister[16] gedruckt, der als Erster seine Drucke mit Abbildungen versah.[17] Im selben Jahr in Straßburg und 4 Jahre später in Köln, Augsburg und Lübeck.

Interessanter weise gibt es für Hamburg erst einen Nachweis für eine Druckerei 1491 obwohl man bereits 1465 Arnold Pannartz und Konrad Sweynheym in Subiaco 70km östlich von Rom und 1467 ebenfalls Pannartz und Sweynheym als auch Ulrich Han in Rom selbst verorten kann.[18] Geographisch näher gelegene europäische Städte wie Paris wurden erst ab 1470 zu Druckorten.[19] Diese Tatsache wirft die berechtigte Frage danach auf, warum sich einzelne Drucker bereits in der Frühphase der Ausbreitung des neuen Druckverfahrens dazu entschlossen, ins Ausland und im Speziellen nach Italien zu gehen. Bei der Klärung der Frage erscheint es mir sinnvoll näher auf die Einzelpersonen Pannartz, Sweynheym und Han einzugehen, da die Auftragslage der Frühdrucker in Deutschland recht gut erscheint und wir uns bis zur endgültigen Verbreitung des neuen Druckverfahrens in Deutschland in einem Zeitfenster von gut 30 Jahren bewegen.

Tabelle I

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus der Tabelle wird deutlich, dass Mainz, obwohl es die Keimzelle des neuen Druckverfahrens war, bei weitem nicht der lukrativste Ort einer Offizin war. Die Tabelle zeigt aber auch, dass die von Mainz aus recht schnell zu erreichenden Städte der Bischöfe und Erzbischöfe die größte Auftragsfülle in Deutschland boten. Da sich jedoch zum Teil die gleichen Drucker in verschiedenen deutschen Städten wiederfinden lassen kann man davon ausgehen, dass das Druckerhandwerk zum fahrenden Berufsstand wurde, da nicht allerorts ständig mit Auftragsarbeit zu rechnen war.

3. Die deutschen Prototypographen Konrad Sweynheym, Arnold Pannartz und Ulrich Han

Betrachtet man die fragmentarischen biographischen Belege, die man über diese Frühdrucker vorfindet, lässt sich bei allen ein direkter Bezug zu Kardinal Johannes Turrecremata[21] finden. Bei Sweynheym und seinem Kollegen Pannartz über den Ort ihrer ersten Offizin in Subiaco[22], die Benediktiner-Abtei, welche Turrecremata als Kommende seit 1439 unterstand, bei Ulrich Han über die in Rom gedruckten Schriften Turrecrematas. Für Sweynheym und Pannartz lässt sich interessanter weise kein einziger Druck einer Schrift Turrecrematas, weder in Subiaco, noch später in Rom nachweisen.

3.1 Konrad Sweynheym und sein Partner Arnold Pannartz

Bei Konrad Sweynheym und Arnold Pannartz ist sich die Forschung heute sicher, dass diese ihr Handwerk im nahen Umkreis der von Peter (Petrus) Schöffer geleiteten Offizin Gutenbergs (seit 1455 die Offizin Fusts) in Mainz erlernt haben, vermutlich sogar als direkte Schüler. Nachdem Mainz durch die Truppen des von Papst und Kaiser favorisierten Adolf von Nassau am 28. Oktober 1462 gewaltsam eingenommen wurde, mussten die Drucker aus der Stadt fliehen, da Fust und Schöffer Günstlinge des nun abgesetzten Erzbischofs Diether von Isenburg waren und für diesen Flugschriften gedruckt hatten, waren sie in Lebensgefahr.

Johann Fust starb 1466 in Paris vermutlich an der Pest, woraufhin Schöffer dessen Druckerei übernahm und fortführte.

Auch hier ließ Turrecremata später seine Schrift „ Exposito super toto psalterio “ drucken.

Erstmals 1474[23], ein erster Nachdruck 1476[24], ein zweiter 1478[25].

Sweynheym und Pannartz lassen sich erst wieder 1465 in Subiaco durch ihre Drucke der „ ars minor “ von Aelius Donatus[26] und Marcus Tullius Ciceros „ de oratore [27] nachweisen, sowie durch die Schrift „ Opera Subiaco “ von Lucius Caelius Firmianus Lactantius[28]. Daraus ergibt sich ein Zeitfenster von etwa 3 Jahren, in denen die beiden Drucker nach Italien reisten, dort ihre Druckerei eröffneten und zudem neue Typen gossen.[29]

Friedrich Kapp erkannte 1886, dass es sich bei den hier in Subiaco verwendeten Schrift-Typen um eine neue Form, die sogenannte Antiquaschrift[30], eine lateinischen Type handelt. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass Sweynheym und Pannartz die Lettern nicht aus Deutschland mitgebracht haben können, da hier zu der Zeit fast ausschließlich gotische Typen eingesetzt wurden.[31] Zudem legt es nahe anzunehmen, dass Sweynheym und sein Partner Pannartz in besagtem Zeitfenster vor ihrem ersten Druck in Subiaco 1465 noch keine eigene Druckerei in Deutschland betrieben haben können. Kapp geht davon aus, dass der Aufbau der Druckerei in Subiaco zusammen mit dem Anfertigen der Matrizen und dem Guss der Metall-Lettern circa 2 Jahre gedauert haben muss.[32] Zusammen mit der Wegstrecke von Mainz bis ins 70km östlich vor Rom gelegene Subiaco ließe sich somit das Zeitfenster schließen.

Einen weiteren Beleg für einen direkten Aufbruch nach Subiaco findet sich in den Päpstlichen Suppliken in einem Eintrag vom 18. Dezember 1469. Darin bewirbt sich Conrad Sweynheym für die Pfründe der Kirche St. Michael in der Diözese Mainz: „ Par. eccl. s. Michaelis in S. Magunt. dioc.: supplic. Conrado Sweinheym librorum in Urbe impressore de indulg. 7 an., Conc. de 5 an. 18. decb. 69.[33] Interessant ist aber gerade der nachfolgende Satz, der eine Art Rechtfertigung oder besondere Qualifizierung für seine Pfründenanwärterschaft[34] darzustellen scheint: „ [...] Conrado Sweinheym librorum in Urbe impressore de indulg. 7 an., Conc. de 5 an. 18. decb. 69. “Sweynheym wird in der Quelle als Buchdrucker in Rom angegeben, was durch die Großschreibung „ [...]in Urbe [...] “ offensichtlich ist.

Zudem erfolgt hier eine genaue Zeitangabe, die ihm attestiert, seit bereits 7 Jahren dort dieses Handwerk auszuüben, zudem seit 5 Jahren für das Concil selbst tätig gewesen zu sein: „ [...] 7 an., Conc. de 5 an. […].

Da der Eintrag genau datiert ist auf den 18. Dezember 1469, lässt sich ein direkter Bezug zu Sweynheyms fluchtartigem Verlassens von Mainz am 28. Oktober 1462 herstellen. Bedenkt man, dass das Passieren der Alpenpässe nach Süden gerade im Winter einfacher war als im Sommer könnte er mit seinem Partner Pannartz tatsächlich direkt von Mainz nach Subiaco aufgebrochen und noch Ende 1462/ Frühjahr 1463 dort eingetroffen sein.[35]

Die in der Quelle angegebenen 5 Jahre, die er für das Concil selbst tätig gewesen sein soll, entsprechen in etwa den von der Forschung auf das Spätjahr 1465 datierten ersten Drucken Sweynheyms in Subiaco[36], würden diese vermutlich sogar um ein halbes, wenn nicht gar ein ganzes Jahr vordatieren: Also auf das Jahr Spätjahr 1464 oder auf das Frühjahr 1465.

3.2 Ulrich Han

Über Ulrich Hans Zeit in Deutschland bevor er nach Rom kam ist sich die Forschung bis heute unschlüssig. Selbst über seine genaue Herkunft und sein Geburtsjahr. Erstmals lässt sich Han in Wien durch ein auf den dortigen Bürgermeister Holzer, einem Anhänger Albrechts VI., gedrucktes Pasquill vom 20. August 1462 nachweisen.[37] Das Gedicht stammt von Adam Bauernfeind:

Der Holzer wird euch holzen, der Albrecht alles brecht,
In Friedrich liegt nur Friede, d’rum macht es ihm gerecht.
Doch reizet nicht den Zorn des großmutigen Herrn
Sonst wird die Stadt vernichtet und verbrunnet wern.
[38]

Der Druck und das Anbringen der Schmähschrift bezeugt seine politische Stellungnahme und Anhängerschaft zu Kaiser Friedrich IV.. Entgegen seiner erhofften Befürwortung der Bürger, erregte er jedoch deren Zorn und wurde letztlich aus Wien vertrieben: „ [...] Nun drang die aufgeregte Menge in das Haus des Poeten Adam Bauernfeind, zertrümmerte dort alles und steckte es dann in Brand. Hierauf zog dieselbe, die Meister und Gesellen der Schreiberzeche an der Spitze, in die Wohnung Haans, zerstörte seine Presse und Lettern und würde vielleicht auch ihn getötet haben, wenn nicht in diesem verhängnisvollen Augenblicke ein Hauptmann mit Stadtsöldnern zur Unterdrückung des Aufruhrs und der Gewalttat herbeigekommen wäre und Ulrich Haan gerettet hätte. Der Buchdrucker Wiens wurde nun auf das Rathaus geführt, wo die versammelten Räte und Ausschußmänner den Vorfall sogleich einer Untersuchung und Beratung unterzogen [...]. Einmal schon hatte ihn der Rat gewarnt, und jetzt predigte er durch seine Presse sogar offenen Aufruhr. Aber er sollte dafür, der Rebellion und der Volksaufwiegelung überwiesen, von den Rebellen selbst hart bestraft werden. Die Schreiberzeche hatte auch im Rate ihre Anhänger, und diese bewiesen, daß Ulrich Haan durch den Druck des Pamphlets sich als „Kaiserer” erklärt habe und die Stadt an Friedrich verraten wolle. [...] Beschluß, den Buchdrucker Ulrich Haan wegen Aufwiegelung des Volkes und als „Kaiserer” sogleich aus der Stadt zu weisen. Ulrich Haan wurde nun mit Bewaffneten bis an das Tor geführt, hinausgeschoben, und dasselbe wieder hinter ihm geschlossen.[39] In den Akten der Stadt Wien findet sich jedoch kein einziger Vermerk über Ulrich Hans Tätigkeit als Buchdrucker in der Stadt. Erst im Jahr 1476 lässt sich über dessen Bruder, einen gewissen Lupus (Wolfgang) Gallus, Frater Udalrici Galli de Vienna (Wien), ein gesicherter Bezug Ulrichs zur Stadt Wien herstellen.[40]

Die in der neueren Forschung sieht Ulrich Han aus Ingolstadt stammend, gestützt auf dessen Unterschrift in den Schlussschriften seiner Drucke.[41] Die am häufigsten aufzufindende Unterschrift ist: „ Vlr. Han “, oder „ Vlr. Haan “, so in den Meditationes, die Turrecremata durch Han drucken liess. Jedoch findet sich in einem Druck eine sehr aufschlussreiche Unterschrift: In der Schlussschriftt der 1475 gedruckten Corpus iuris civilis. Iustiniani Institutiones. Hier verewigte sich Ulrich Han äußerst selbstbewusst wie folgt: „ Udalricus Gallus Alamanus alias Han ex Ingelstat Civis Wienensis[42] In der Forschung geht man deshalb davon aus, dass Ulrich Han nicht in der Stadt Wien geboren wurde, sondern hier nur das Bürgerrecht inne hatte.[43]

Der Bezug zur Stadt Wien und ein wahrscheinlicher Wille zur Rückkehr nach seiner Zeit in Rom lässt sich auch 1466 in einer Supplik nachweisen: „ Ulricus Han cler. Eistet. fam. pape: de perp. capn. s. Udalrici e. m. op. Viennen. Patav. dioc. (2m. arg.) vac. p. o. Petri Krum 28. mai. 66.[44]

Darin bewirbt sich Ulrich Han als Familiar des Papstes um die nach dem Tod Peter Krums freigewordene Stelle in St. Ulrich in Wien, in der Diözese Passau, die mit 2 Mark Silber dotiert ist.

Besonders interessant ist hier die nähere Beschreibung Hans als „ cler. Eistet. “, die ihn als Mitglied des Klerus ausweist und zu dem einen Hinweis auf seine geographische Herkunft preisgibt.

Die Schreibweise „ Eistet. “ für den Ort Eichstätt oder das Bistum Eichstätt ist recht ungewöhnlich, jedoch macht eine Auflösung durch das Eichstetten am Kaiserstuhl recht wenig Sinn, zumal sich Han selbst 1475 in der Unterschrift seines Druckes als aus Ingolstadt stammend ausgibt. Ob er aber tatsächlich aus dem 28km nördlich von Ingolstadt liegenden Eichstätt stammt, oder hier nur eine geographische Angabe zu besagtem Bistum gemacht wurde, zu dem Ingolstadt ja auch gehört, bleibt fraglich.

[...]


[1] Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg * um 1400 in Mainz; † 1468 ebenda.

[2] Fernand Braudel: Civilization & Capitalism, 15-18th Centuries, Band 1, The Structures of Everyday Life, London 1981.

[3] Axel Schönberger: Die Ars minor des Aelius Donatus: lateinischer Text und kommentierte deutsche Übersetzung einer antiken Elementargrammatik aus dem 4. Jahrhundert nach Christus, Frankfurt am Main 2008.

[4] Aelius Donatus * um 320; † um 380, artes grammaticae: ars minor, ars maior.

[5] Gedeon Borsa: Druckorte in Italien vor 1601, in: Gutenberg-Jahrbuch 1976, S. 311-314.

[6] Gedeon Borsa: Drucker in Italien vor 1601, in: Gutenberg-Jahrbuch 1977, S. 166-169.

[7] Jan van Eyck * um 1390 in Maaseik; † 1441 in Brügge.

[8] Till-Holger Borchert (Hg.): Jan van Eyck und seine Zeit, Flämische Meister und der Süden, 1430–1530, Stuttgart 2002.

[9] Konrad Haebler: Die deutschen Buchdrucker des XV. Jahrhunderts im Auslande, München 1924.

[10] Deutsches Historisches Institut in Rom (Hg.): Repertorium Germanicum, Band 9, Paul II., 1464-1471, Überarb. Neuauflage, Tübingen 2000, Spalte 5958.

[11] Ebenda, Spalte 5692.

[12] Arnold Esch: Deutsche Frühdrucker in Rom in den Registern Papst Pauls II., in: Gutenberg-Jahrbuch 1993, S. 44-52.

[13] Repertorium Germanicum, Bd. 9.

[14] Gesamtkatalog der Wiegendrucke Stand 2/2011; www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de, zuletzt zugegriffen am 15.03.2011.

[15] Karl Falkenstein: Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung, Leipzig 1840, S. 150f.; zudem siehe Tabelle I.

[16] Albrecht Pfister * um 1420 in ?; † vor 13. April 1466 in Bamberg.

[17] Jürgen Braun: Pfister, Albrecht, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 25, Leipzig 1887, S. 792–794.

[18] Borsa 1976, S.313.

[19] In Paris 1470 als Drucker nachweisbar: Ulrich Gering, Martin Crantz, Michael Friburger .

[20] Siehe hierzu: www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de: Druckorte in Deutschland, Stand 2/20011, zuletzt zugegriffen am 15.03.2011.

[21] Frensken, Ansgar: TORQUEMADA, Juan de (Johannes de Turrecremata), in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), Band XII., Herzberg 1997, Spalte 338-342.

[22] Ebenda, Spalte 338.

[23] M48203, in: www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de, Stand 2/2011, zuletzt zugegriffen am 15.03.2011.

[24] M48204, ebenda, Stand 2/2011.

[25] M48206, ebenda, Stand 2/2011.

[26] 08814, ebenda, Stand 2/2011.

[27] 06742, ebenda, Stand 2/2011; erstmals erwähnt bei: Carlo Fumagalli: Dei primi libri a stampa in Italia, Lugano 1875.

[28] M16541, ebenda, Stand 2/2011.

[29] Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels, Band 1, Leipzig 1886, Seite 181.

[30] Siehe hierzu die Abbildung im Anhang: Schriftmuster der Schrifttype, die Pannartz und Sweynheim 1465 in Subiaco benutzen, um die „ Divinae instituiones “ des Lactantius zu drucken., in: http://www.aboutbookbinding.com/images/type_of_Subiaco_Lactantius.gif., zuletzt zugegriffen am 15.03.2011.

[31] Kapp, S. 181.

[32] Ebenda, S. 181.

[33] Repertorium Germanicum, Bd. 9, Spalte 5692.

[34] Durch das in der Quelle als „ indulg. “ angegebene indulgens, was das Recht auf die Pfründenanwärterschaft ausdrückt.

[35] Sweynheym und Pannartz hätten dabei eine Wegstrecke von ca. 1.300 km zurückgelegt: Bei geschätzten 2-3 Monaten (60 – 90 Tage) eine Tageswegstrecke von 14,4 - 21,6 km absolviert.

[36] Zur Datierung siehe Fußnoten 27, 28 und 29: 08814, 06742, M16541, in: www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de, Stand 2/2011: bei 06742 und 08814 legt sich die Forschung nicht genau fest, datiert lediglich auf vor 30. IX. 1465, zuletzt zugegriffen am 15.03.2011.

[37] Siehe: Adam Schmitt: Wiens erster Buchdrucker, in: Gutenberg. Zeitschrift für Buchdrucker, Hg. von M. Auer., Bd.1., Wien 1855, S. 117–118.

[38] In: Dr. Robert Naumann (Hg.): Serapeum. Zeitschrift für Bibliothekswissenschaft, Handschriftenkunde und ältere Literatur, Leipzig 1862, S. 254.

[39] Adam Schmitt 1855, S. 117-118, zitiert in: Über die Anfänge desBuchdrucks in Wien, in: Beiträge zur Inkunabelkunde, 3. Folge, Bd. I., Berlin 1965, S. 49; Die Orthographie des Originals wurde zugunsten der heute üblichen Rechtschreibung geändert.

[40] Jakob Franck: Han, Ulrich, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 10, Leipzig 1879, S. 495.

[41] Borsa 1976/77; A. Modigliani 1989; A. Esch 1993.

[42] Die Unterschrift bestätigt ihn als: Der Deutsche Ulrich Gallus, auch genannt Han aus Ingolstadt, Bürger von Wien.

[43] Ebenda, S. 496.

[44] Repertorium Germanicum, Band 9, Spalte 5958.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Deutsche Frühdrucker in Rom
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften )
Veranstaltung
Ruf des Südens. Deutsche in Italien
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V200803
ISBN (eBook)
9783656277972
ISBN (Buch)
9783656279266
Dateigröße
1136 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pannartz, Sweynheym, Frühdruck, Rom, Deutsche in Italien, Kurriale, Guttenberg, Wiegendruck, Ulrich Hahn, Ulricus Han
Arbeit zitieren
Dennis Heydegger (Autor), 2011, Deutsche Frühdrucker in Rom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200803

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